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46 2te Predigt, am Seste der Erfbeinung. wie freudig werden ihm usre Herzen sólagen, wie selig werden wir uns in seiner Verehrung fühlen, wenn wirs nur einmal erfahren Baben, woju er uns von Gott gemacht ist, wenn wir nur einmal fähig geworden find, aus reiner Fülle fu nehmen Gnade um Gnade. Wie getroft werden wir dann einander zuruffen: unser Keiner lebt ihm selber, u'n. rer Keiner stirbt ihm selber; leben wir, so leben wir dem Herrn; fterben wir, To fterben wir dem Herrn; darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn; denn dazu ist Cbriftus ge. storben, und auferstanden, und wieder lebendig worden, daß er über Todte und Lebendige Herr reg. So laß uns denn dein renn, Herr Jesu, im Leben und im Sterben, und einft Alle deine Berrlidheit Robauen; Amen.

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III. Um

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III. Am 2ten Sonntage nach dem Feste

der Erscheinung.

Sert: Joh. 1. 6. 18.

Verdient

Serdiene irgend etwas die Aufmerksamkeit und das Nachdenken wahrer Verehrer Gottes, M. 3., so find es die Offenbarungen Gottes; es find die Mittel, durd die er fich dem mens liden Gefüledte mitgeteilt, und seine Erkennt. niß auf Erden befördert hat. Er wohnet in einem lidhte, wie der Apostel sagt, da Mies mand zukommen tann; er ist so unendlic über uns erhaben, daß kein besdrånftes Wesen ihn zu fassen vermag. Aber nicht einmal fina den würden wir ihn, nidt einmal eine Ahnung würden wir von ihm haben, wenn er aus feio ner ftillen Verborgenheit nicht selbft hervorges treten wäre, und fide auf mehr als eine Art antündigte. Denn so ist es, M. Br. Er hat uns eine Vernunft gegeben, die ein Gefühl von ihm hat; die sich nicht enthalten kann, úber alles Sichtbare und Endliche kinauszueilen; die fich nicht eher beruhigt, als bis fie ihn gefuna den hat, den. Unendlichen. Und wie machtig erinnert uns unser Herz an ihn. Einen

Gegens

Gegenstand der Verehrung, des Vertrauens und der Hoffnung zu haben, ist unserm Herzen 'Bea dürfniß; und je richtiger es fühlt, desto ges misser findet es diesen Gegenstand in Gott. Es empfindet noch überdieß die Forderungen der Pflicht; daß es verantwortlich, und zwar einem unsichtbaren, allwissenden und almachtigen Rich, ter verantwortlich für fein ganzes Verhalten ift, das fann es fich unmöglich verfehlen. Das her wendet es fich auch an seinen Richterstuhl, · wenn ihm Gewalt angethan wird, wenn es uns

ter Menschen kein Recht finden kann, getroft erwartet es von Gott die Vertheidigung und Handhabung der gerechten Sache. Wie hat endlich Gott die Natur um uns ber zu einem Tempel seiner Herrlichkeit gemacht; wel. dhe Stralen seiner unendlichen Volfоmmenheit brechen überall aus derselben hervor; wie spies gelt sich diese Volfоmmenheit in feinen zahllo. sen Schöpfungen; wie wahr ist es, daß sein unfidtbares Wesen, seine ewige Kraft und Gottheit erleben wird an seinen Werfen,' nehmlich an der Soopfung der Welt!

Und doch hat er mit allen diesen Offen, barungen von jeher noch unge w und ausserordentliche vertnúpft, M. 3. Ach die Erfahrung beståtigt es nur allzu. sehr, jene. Mittheilungen reichen nicht hin. Vergeblich verfúndigt die Natur die Ehre ih. tes Sdópfers; der robe Mensch merkt nicht

auf

auf ihre Stimme. Vergeblich verbreitet sie Wohlthaten Gottes über alles, was lebt; der leichtsinnige Mensd genießt, ohne fidh nach dem Geber umzusehen. Vergeblich wallt das Herz zu guten Regungen auf, der finnliche Mensd unterdrúdt fie bald wieder und folgt seinen lúa ften. Vergeblid strebt die Vernunft zum Un. endliden empor; von mächtigen Neigungen bald furúdgehalten, bald getrieben, verirrt fie fich, und findet, statt des einzigen wahren Gottes, elende Gógen. Ihr wisset es, in welchen Aber. glauben, in welche Chorbeiten und Gråuel fart das ganze Alterthum versunken war; daß in dems felben des Altåre Hatte, nur Gott nicht; daß seyn würde, wenn er fie nicht durch ausseror.

? dentliche Anstalten gesichert, wenn er zu seinen gewöhnlichen Offenbarungen nicht höhere geo fezt håtte. Und auch diese wié mußten sie die menschliche Schwadheit schonen; wie konnten fie nur allmählig heller und widriger werden; wie viele Jahrhunderte waren nöthig, bis unser Geschiedt das volle lidht, bis es den Sonnente glanz ertragen konnte, der sich durch Chris ft um auf Erden verbreitet, gat.

Doch das erkennen wir diel zu wenig, M. Br. Gewohnt an dieses höhere Licht, ims mer umstrale- von diesem Sonnenglanze, find wir går nicht mehë fåhig, uns in die Dunkel. heit, uns in die Finsterniß zurückzudenken, in der man fido vor Chrifto und ohne ihn befand.

1). Reint. Při ister Band: 1611 Samml:

Daher wissen wir aber auch die Grösse der Wopithat nicht zu schågen, die uns durch ihn zu Theil worden ift. Und ift es Vielen nicht fogar verhaßt, das Licht dieser höhern Offenba. rung; verschliessen sie ihre Augen nicht vorsåk. lich vor deinselben; fuden sie es nicht durch tausend Zweifel und Einwendungen zu verdun. Feln; ziehen sie ihm nicht den fowaden, oft fogar tåusdenden und verführerischen Schimmer vor, der ihnen von andern Seiten her entgegen kommt? Um so nothiger ist es, daß wir uns einmal recht geflissentlich unterrichten, was wir der Offenbarung Gottes durch Christum schuls dig find; daß wir uns die Vorzüge, durch die fie alle übrigen Mittheilungen Gottes übertrift, ausdrücklich vorstellen. Mit einer Art von Bes geisterung åussere fich der Apostel in dem Terte darüber, den ich jezt erklären soll. Aber es wird sich zeigen, M. Z., er hat fich nicht zu start ausgedrůct; die vollkommenste Erkennts niß Gottes ist uns erst durd Christuin mitgetheilt worden. Er aber, das wahrhafeitgetheilt

, das alle Menschen erleuchten roll, fen mit uns, und enthülle die Herrlichkeit feis ner Lehre felbst vor unsern Augen. hen um Djefe Gnade in stiller Andacht.

Sert: Joh. I. 1. 18. Es ist viel, M. 3., ist ausserordent. lido viel, was der Apostel hier von der Offens barung Gottes durd Chriftum rútmt.' Nies

mand

Wir flest

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