Gesammelte Schriften und Schicksale: Sämmtliche Gedichte

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˹ 319 - Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.
˹ 73 - Wütrich hier erwacht ! Hier klatsche nicht des armen Landmanns Peitsche, Die nachts das Wild vom Acker scheucht! An diesem Gitter weile nicht der Deutsche, Der siech vorüberkeucht! Hier heule nicht der bleiche Waisenknabe, Dem ein Tyrann den Vater nahm; Nie fluche hier der Krüppel an dem Stabe, Von fremdem Solde lahm. Damit die Quäler nicht zu früh erwachen, Seid menschlicher, erweckt sie nicht. Ha ! früh genug wird über ihnen krachen Der Donner am Gericht.
˹ 286 - Brite, sprichst uns Hohn? Da nimm uns unser Gold! Es kämpft kein Bürger von Boston um sklavischen Sold! Da seht Europens Sklaven an, in Ketten rasseln sie, sie braucht ein Treiber, ein Tyrann für würgbares Vieh.
˹ 119 - Die Forelle In einem Bächlein helle, Da schoß in froher Eil' Die launige Forelle Vorüber wie ein Pfeil. Ich stand an dem Gestade, Und sah in süßer Ruh' Des muntern Fisches Bade Im klaren Bächlein zu. Ein Fischer mit der Rute Wohl an dem Ufer stand, Und sah's mit kaltem Blute, Wie sich das Fischlein wand. Solang dem Wasser Helle, So dacht' ich, nicht gebricht, So fängt er die Forelle Mit seiner Angel nicht.
˹ 66 - Und die - und die", mit stierem Vorgequollnem Auge rast's der Jude: „Und die - und die - sind meine Weiber - Ha!" Noch immer rollten Schädel. „Die und die", Brüllt Ahasver, „sind meine Kinder, ha! Sie konnten sterben! - Aber ich Verworfner, Ich kann nicht sterben - Ach! das furchtbarste Gericht Hängt schreckenbrüllend ewig über mir. Jerusalem sank. Ich knirschte den Säugling, Ich rannt in die Flamme.
˹ 114 - Himmelstränen hangen. Gefangner Mann, ein armer Mann! Fern von den Lieben allen, Muß ich des Lebens Dornenbahn In Schauernächten wallen. Es gähnt mich an die Einsamkeit, Ich wälze mich auf Nesseln; Und selbst mein Beten wird entweiht Vom Klirren meiner Fesseln. Mich drängt der hohen Freiheit...
˹ 121 - Kopf, der ostwärts schaut, Scharf sieht und mit dem Schnabel haut, Ist Friederich, der Donnergott der Preußen. Warum sie aber uneins sind, Begreift beinah ein kleines Kind; Sie sind entzweit in dem gemeinen Falle : Was eine Kralle packt, packt auch die andre Kralle; Drum zerren sie so jämmerlich O Vaterland, wie daurst du mich...
˹ 68 - Das gähnende Ungeheuer Einerlei! Und die geile, hungrige Zeit, Immer Kinder gebärend, immer Kinder verschlingend! Ha! nicht sterben können! nicht sterben können! Schrecklicher Zürner im Himmel, Hast du in deinem Rüsthause Noch ein schrecklicheres Gericht? Ha! so laß es niederdonnern aus mich! Mich wälz' ein Wettersturm Von Karmels Rücken hinunter, Daß ich an seinem Fuße Ausgestreckt lieg' Und keuch' und zuck
˹ 121 - Zwei Köpfe«, sprecht ihr oft im Feuer, »Sind ja ein wahres Ungeheuer, Und Köpfe noch dazu, wie die, Voll bissiger Antipathie.« O laßt doch einmal nach, mit Forschen euch zu plagen, Ein Novellist sogar kann euch die Wahrheit sagen. Der eine Kopf, der westwärts blickt, Sanft scheint und desto schärfer pickt, Ist Kaiser Josephs Kopf, des toleranten Weisen! Der andre Kopf, der ostwärts schaut, Scharf sieht und mit dem Schnabel haut, Ist Friederich, der Donnergott der Preußen.
˹ 85 - Milchstraß' gleich am Himmel, blinkt. Und der Neckar blau vorüberziehend. In dem Gold der Abendsonne glühend, Ist dem Späherblicke Himmelslust; Und den Wein, des siechen Wandrers Leben, Wachsen sehn an mütterlichen Reben, Ist Entzücken für des Dichters Brust. Aber, armer Mann, du bist gefangen; Kannst du trunken an der Schönheit hangen?

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