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IV

Behandlung, da man weder den Verfasser nod; rich allein geben wollen, die zweckmäßigste gewesen sey. Auf diejenigen, welche des åchten biblischen Glaubens nicht sind, oder welche ber sonstiger Rechtglaubigkeit von den Meynungen des Verfaffers entschieden abweiz chen, konnte feine nähere Rücksicht genommen werden; sondern auf Gleichdenkende,

Gleichdenkende, oder die für die vorges tragenen Wahrheiten und Vermuthungen empfänglich find. Möge dieses Werk des erleuchteten Verfassers, der im Ganzen für seinen Stand als Mönch eine merk

würdige Unbefangenheit beweist, auch in vorliegender : Gestalt beytragen, das verheissene und ersehnte Reich

Jesu Christi zu fördern und würdig vorzubereiten.

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Wenn

Senn es jemals nöthig war, aufmerksam zu lesen im Bude des Herrn,' wie ein Prophet, uns dazu ermahnt (Jesaj. 34, 16.) und darin die sichern Vorschriften, die feste Stüke, den gründlichen Trost zu suchen, deren die Kinder Gottes im Laufe der Jahrhunderte bedürfen, so ist dieß vornehmlich der fall in diesen Tagen der Verfinsterung, des Verder. bens und der Zergernisse, auf welche die Vorsehung uns aufgespart hat. In der Sdrift allein finden wir das nöthige Licht für unser Urtheil und Beneh. men bey Ereignissen, wovon die sich selbst überlassene Vernunft weder Ziel noch Bestimmung zu erkennen vermag. Hier öffnet uns der Geist Gottes måchtige Húlfsquellen, für alle Arten von Bedürfnissen und Gefahren. Man wird sich leicht fievon überzeugen, wenn man einen Blick auf die allgemeinsten Herrschenden Verhältnisse der Christenheit werfen will.

Einige, bestürzt über all das Uebel, welches die Religion drückt und entehrt, fragen mit Schrecken,

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was wohl das Ziel und der Erfolg eines so sonders baren Verfalls feyn werde; ob das Edjiff der Kire' che, von so viel Stürmen geld lagen, und leck aller: wärts, bis zum Syafen gelangen, oder endlich von den Wellen verschlungen werden soll.

Sie wissen nicht zu antworten auf die Höhnischen Angriffe der Unglaubigen, die, indem sie uns den heutigen trau. rigen Zustand der Religion unter allen christlichen Völkern zeigen, mit bitterm Scherz, fragen, ob wohl das das große Werk fen, woju Christus in die Welt gekommen? ob alle Frucht der Lehre und des Todes eines Gottmenschen dieses Gespenst vom Christenthum fey, das unter uns übrig geblieben ist, und alle Sage bereit scheint zu verschwinden?

Mögen diejenigen unserer Brüder, die folden åußern Anfechtungen ausgesekt, oder von beunruhi. genden Zweifeln ermüdet sind, welche aus, jenen ents fpringen, mit Vertrauen die Heilige Schrift aufthun: fie werden hier, in den herrlichen Berheiffungen der Kirche für die Zeiten ihrer schwersten Prüfungen, reichlichen Stoff entdecken, um sich selber zu beruhigen, und den Feinden des Glaubens den Mund zu stopfen.

Es gibt Andre, und zwar in noch größerer Menge, die, von tausend Vorurtheilen geblendet, ,

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felne Vorstellung von den Wunden haben, welche die Religion bedecken, noch von den ihr drohenden Ge. fahren, weil sie się nie recht gekannt haben. Sie erflåren alles für teere Uebertreibung, was man von dem schrecklichen Elend in felbiger fagt. Weil fie noch in der Christenheit ihre Kirchen, Altäre und Ges bråuche hat, so meynen sie, fie stehe im Ueberfluß und im Ersprießen. Sie ahnden nicht einmal etwas von den Gegenstånden ihres Schmerzes und ihrer Bekümmerniß. Noch weit weniger denken sie an die derselben wartenden schrecklichen Prüfungen, deren Zeitpunct gleichwohl nicht mehr fern feyn fann. Möchten sie einen Augenblick ihr Ohr leihen jenen Weifsagungen und Drohungen, die, wie gräuliche Donner, unaufgårlich in der Schrift gegen die stolje Hendenwelt grollen: fo würde bado Entsegen ihre un. glückselige Sicherheit verdrången.

Um die Einen zu befestigen und zu trösten, die Andern aus ihrem Schlummer zu wecken und ihnen eine Heilfame Furcht einzufloßen, haben wir diese Ent. wickelung der Verheissungen und Weissagungen der Kirche auf die lekten Zeiten der Heyden unternommen. Hieben muß nachstehende Bemerkung im Auge behalten werden.

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Es ist eine unverlegliche Regel, daß keine reli. gidse Meynung in Widerspruch stehen darf mit den Glaubenswahrheiten, wie sie in der H. Schrift aufges zeichnet sind, und wie sie von einer unverdorbenen Kir. che geleþrt wurden. Dieses legte, nåmlich die Lehre der Våter außer und neben dem Canon der Schrift, begreift man unter dem Namen der Tradition oder Ueberlieferung, und legt ihr, sofern sie einstimmig und rein ist, mit Recht ihre Heiligkeit ben. Wie es nun ein tadelnswürdiger Uebermuth ist, dieser Ueberlieferung Troß zu bieten, so ist es kein geringerer Verrath an der Wahrheit, sie durdy Einmisdjungen zu entweihen, die ihr fremd find, und diesen eine Huldigung darzu. bringen, die nur dem Worte Gottes, den Aposteln ver. traut und bis zu uns herabgekommen, gebühret. *)

Es sind also hier zwey gleich große Fehltritte zu vermeiden: einerseits die Verwegenheit eines offenba. ren Widerspruchs gegen die einstimmige Lehre der Vå. ter, wenn sie als Zeugen und Bewahrer der apostoli. schen Ueberlieferung reden; andrerseits die aberglaubi.

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*) Die einstimmige Lehre der Våter in den ersten Jahre

hunderten, welche dem flaren Buchstaben der h. Schrift
nicht widerspricht, wird mit Recht von allen Confess
fionen in Ehren gehalten.

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