Breslauer beiträge zur Literaturgeschichte, Ѻ 5

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Metzler., 1905
 

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˹ 39 - Und wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
˹ 38 - Im Trauerspiel kann und soll das Schicksal oder, welches einerlei ist, die entschiedne Natur des Menschen, die ihn blind da- oder dorthin führt, walten und herrschen, sie muß ihn niemals zu seinem Zweck, sondern immer von seinem Zweck abführen, der Held darf seines Verstandes nicht mächtig sein, der Verstand darf gar nicht in die Tragödie entrieren als bei Nebenpersonen zur Desavantage des Haupthelden usw.
˹ 27 - Du armes Menschenkind, aus Staub und Asche Geschaffen und vom nächsten Wind zerblasen, Wohl trägst du schwer und magst zum Himmel schrein, Doch schau auf den, der noch viel schwerer trug! In Knechtsgestalt zu uns herabgestiegen, Hat er die Schuld der Welt auf sich genommen Und büßend alle Schmerzen durchempfunden, Die von dem ersten bis zum letzten Tage Die abgefallne Kreatur verfolgen, Auch deinen Schmerz, und tiefer als du selbst!
˹ 35 - Raum und Zeit gestatten, die ich sonst immer als MajestätsRegale betrachtet und gemieden habe. Die schwerste Aufgabe war die Brunhild, die in das Ganze wie eine nur halb ausgeschriebene Hieroglyphe hineinragt; hier mußte ich auf eine Schöpfung rechnen, und sie ist mir, zur Belohnung für meinen Mut, auch zur rechten Zeit gekommen.
˹ 38 - Während der Dichter des Siegfried, den großen Zusammenhang des ganzen Nibelungenmythus vor allem, festhaltend, nur den Untergang des Helden durch die Rache des mit ihm sich aufopfernden Weibes in das Auge fassen konnte, findet der Dichter des Tristan...
˹ 37 - Die völlige Gleichheit dieser besteht aber darin, daß Tristan wie Siegfried das ihm nach dem Urgesetze bestimmte Weib, im Zwange einer Täuschung, welche diese seine Tat zu einer unfreien macht, für einen anderen freit, und aus dem hieraus entstehenden Mißverhältnisse seinen Untergang findet.
˹ 33 - Kulisse, verrichten dort eine monströse Heldentat und kommen dann auf die Bühne zurück, um im geringschätzigen Tone, wie etwa Herr von Münchhausen über seine Abenteuer, darüber zu berichten. Da hier alle mitsprechenden Helden auf den gleichen Ton eingehen, somit sich gegenseitig eigentlich verhöhnen, ersieht man, daß diese Schilderungen und Reden alle nur an das Publikum gerichtet sind, wie als ob jeder diesem sagen wollte, das Ganze sei doch nur eine Lumperei, worunter dann ebensowohl die...
˹ 33 - Ich bin ordentlich stolz auf manches Steife und Ungelenke, z. B. auf Siegfrieds hölzerne Werbung bei Kriemhild, was unleidlich und fehlerhaft seyn würde, wenn es nicht durch den Styl des Ganzen bedingt wäre; aber es war ja eben das Alpha und Omega der Aufgabe, die ungeheuren Gestalten mit Eingeweide zu versehen, ohne ihnen die großartigen Umrisse zu nehmen, und das tonnte, wenn überall, nur durch eine herbe und strenge Behandlung glücken (Lriete, La.
˹ 27 - Wenn du an ihm nicht Rache nehmen willst, Ist's nicht genug, daß ihn sein Richter kennt? KRIEMHILD: Ich möchte dem Unschuldigen nicht fluchen. KAPLAN: So fluche keinem, und du tust es nicht! Du armes Menschenkind, aus Staub und Asche Geschaffen und vom nächsten Wind zerblasen, Wohl trägst du schwer und magst zum Himmel schrein, Doch schau auf den, der noch viel schwerer trug!
˹ 27 - Das Christentum ist mir, was es war, eine Mythologie neben anderen, und wie ich jetzt, nach abermaliger jahrelanger Beschäftigung mit den Akten leider hinzufügen muß, nicht einmal die tiefste.

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