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Heerstraße der Touristen, gewonnene Kenntnis des Landes wird manchen Teilen zu Gute gekommen sein: gerade der Mythologe muß sich Goethes Wort vergegenwärtigen:

,Wer den Dichter will verstehen,
Muß in Dichters Lande gehen.“

Für Island mußte er sich auf die Beschreibungen und Reiseerinnerungen von Baumgartner, Heusler, Kahle, Kålund u. a. verlassen.

Die Berechtigung endlich, die Deutsche und die Nordische Mythologie gesondert in zwei gleich starken Bänden darzu. stellen und bei der letzteren zu unterscheiden zwischen dem, was jedem einzelnen der nordischen Stämme zukommt, ohne doch das Gemeinsame aus den Augen zu lassen, ist mir durch Chantepie de la Saussaye ,,Geschiedenis van den Godsdienst der Germanen“ (Haarlem 1900) erbracht worden (vgl. denselben über Herrmann, D. M. im Museum, Maandblad voor Philologie en Geschiedenis VII. Jahrg. No. 10). So grundverschieden unsere Bücher in der Anlage wie in der für ein völlig anderes Publikum berechneten Darstellung sind, so haben wir uns doch beide Müllenhoffs Hauptsatz zur metho. dischen Richtschnur gemacht: die Zeugnisse der Sage und des Mythus nicht von der Stelle zu verrücken, an die die Überlieferung sie setze und nordische und deutsche Gottheiten nur nach

nur nach bestimmten Anzeichen und nicht ohne weiteres zu identifizieren (Müllenhoff bei Mannhardt, Mythologische Forschungen. Straßburg 1884, X, XI). Zugleich stellt der holländische Gelehrte, eine anerkannte Größe auf dem Gebiete der allgemeinen Religionsgeschichte, die Forderung auf, das in der Mythologie nicht nur der Philologe, sondern auch der Religionsforscher, der Ethnologe und Kulturhistoriker, in gewissem Sinne aber auch der Historiker und Literarhistoriker, wie der Naturforscher und Psychologe mit zu reden haben.

So hoffe ich mit dem Wunsche schließen zu dürfen, daß die Anerkennung, die Anton E. Schönbach meiner Deutschen Mythologie gespendet hat, auch dem vorliegenden Teile nicht fehlen möge (Allgemeines Literaturblatt, Wien 1. Mai 1900): „Die deutsche Mythologie darf als eine jener glücklichen Disziplinen gelten, die nicht bloß von innen heraus fortwachsen, sondern denen auch allzeit neues Material zugeführt wird. Es ist dankenswert, wenn Bücher zum Vorschein kommen, die geeignet sind, unter den Gebildeten teilnehmende Begleiter, unter dem Nachwuchs begeisterte Mitarbeiter der Forschung zu werben. Als ein solches darf das vorliegende Werk von Herrmann bezeichnet werden, dem man es wünschen darf, daß es weit verbreitet und reichlich gebraucht werde.“

Torgau, Ostern 1903.

Erläuterungen.

ahd. = althochdeutsch.
as. = altsächsisch.
ags. = angelsächsisch.
mhd. mittelhochdeutsch.
an. = altnordisch.
germ. = germanisch.
urgerm. = urgermanisch.

Ein Stern (*) bedeutet, daß das Wort nicht bezeugt ist, aber auf Grund sprachgeschichtlicher Tatsachen als möglich zu gelten hat.

In den altnordischen Namen ist þ mit th, đ mit d, v mit w, ? mit ö wiedergegeben; die Nominativ-Endungen sind beseitigt (also: Egil, Gretti, Odin); i und e der Endsilben ist beibehalten.

Für die Eddalieder ist die Ausgabe von Sijmons zu grunde gelegt (Halle 1888, 1901), für die Snorra-Edda die von Finnur Jónsson (København 1900); die Zitate sind, dem populären Zwecke des Buches entsprechend, nach der Vers- und Kapitelzählung von Hugo Gerings Edda -Übersetzung gegeben. Für die Skaldenlieder ist Wisén, Carmina Norroena (Lund 1886) benutzt; von Bogen 19 an konnten noch Heusler - Ranisch, Eddica Minora herangezogen werden (Dortmund 1903). Die Abkürzungen für die einzelnen Sögur verstehen sich von selbst. Soweit wie möglich, sind die neuesten Ausgaben zitiert; da der Verfasser aber allein auf seine eigene Bücherei angewiesen war, mußte er sich auch der älteren bedienen: z. B. der Sturlunga Saga 1817–20; der Heimskringla 1868 (nur Bd. I nach der Ausgabe von Finnur Jónsson) u. a.

Isl. =

Bei volkskundlichen Zeugnissen ist D. Dänemark, F. = Färöer,

Island, N. Norwegen, S. = Schweden.
Am. =
Atlamól.

Baldrs dr. = Baldrs draumar,
Atlaky. = Atlakviba.

D.S.= Grimm, Deutsche Sagen 1816.

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Em. = Eiriksmó).
Fáfn. Fáfnismól.
FAS = Fornaldarsogur. Kph. 1829,

1830. 3 Bde. Fjolsv. = Fjølsvinnsmýl. Flt. Flateyjarbók. Kristiania 1860.

3 Bde. FMS Fornmannasogur. Kph. 1820

-1837. 12 Bde.
Germ. Germania des Tacitus.
Gg. Gylfaginning.
Grímn. = Grímnismộl.
Grip. = Gripispá.
Gupr. = Guprúnarkvilla.
Hamp. = Hampismol.
Hárb. = Harbar[sljóp.
Hdr. Húsdrápa.
Helr. Helreip Brynhildar.
H. H. = Helgakvipa Hundingsbana.
H. Hj. = Helgakvila Hjorvaris-

sonar.
Hk Hákonarmol.
Hlg. Haustlong.
Hlt. Háleygjatal.
Høv. = Hývamól. .
Hym. = Hymiskvipa.
Hyndl. = Hyndlaljóp.
Kkm. Krákumól.

K. H. M. = J. u. W. Grimm, Kinder

und Hausmärchen. 1812. Lok. Lokasenna. Mhk. Málsháttakvaedi. Oddr. = Oddrúnargrátr. Rdr. Ragnarsdrápa. Reg. Reginsmól. Saxo = Holder, Saxonis Gramma

tici Gesta Danorum 1886; Übersetzung von Paul Herr

mann, Leipzig 1901. Sigrdr. Sigrdrifumól. Sk. Skáldskaparınál. Skírn. Skírnismộl. Sn. E. Edda Snorra Sturlusonar,

herausg. von der Arnamagnäischen Kommission. Kph.

1848-87. 3 Bde.
Snt. Sonatorrek.
Sól. =

Sólarljóp.
Thdr. = þórsdrápa.
Thrymskv. = prymskvipa.
V. = Vita (Lebensbeschreibung).
Vafpr. = Vafprúfmismól.
Vkl. = Vellekla.
Vol. = Voluspá.
Vols. S. Volsunga Saga.
Vol. = Volundarkvilla.

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