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allem Vorbehalt folgende Vermutung aussprechen. Alle sonstigen, bis jetzt bekannten, mit Sumu zusammengesetzten Namen bestehen aus zwei Kompositionsgliedern: Sumu + irgend einem Worte, das eine Aussage über Sumu enthält; vgl. Sumu-abi, Sumu-ramu, Sumu-atar, Sumu-entel u.s.w. Eine solche einfache Aussage würden wir auch in Sumu-la-ilu erwarten. Darf man nun vielleicht daran denken, dass es hier den Lautwert il hat? Dafür scheint auch die Variante Sumu-li-el zu sprechen. Für Sumu-la-ilu hätte man phonetisch Sumu-la-i-lu-(um) geschrieben, aber kaum Sumu-li-el; vgl. A-bi-i-lu-um (VI 40-976 Z. 2). In der Annahme, dass sit auch in diesen Texten zuweilen il zu lesen ist, bestärkt mich auch die Stelle II 26-332 Z. 5, wo Ga-mi-set am besten zu lesen sein dürfte Ga-mi-il (falls nicht nach mi ein Zeichen ausgelassen ist, was doch schliesslich nicht ohne weiteres anzunehmen. ist). Für die Schreibung ga-mi-il statt des gewöhnlichen ga-mil s. IV 422188 Z. 34 und VIII 28-863 Z. 9. Für not il vgl. die TellAmarna-Briefe, wo ja öfter set mit dem Lautwert il erscheint; ferner z. B. die Schreibung des wortes iltu als '->>7-ti IV R 59 Nr. 2, 12b. Sumu-lail(u) resp. -lel wäre dann ein Name wie Sumu-ramu, Sumu-atar u.s.w. Die Kontraktion lel aus lail wäre dann auch verständlicher. Die Lesung Sumu-lail(u) dürfte eine weitere Bestätigung durch die Zeugennamen Su-mu-li-lu (IV 22685 Z. 14) und Su-mu-li-li (VIII 37-493 Z. 21) erhalten. Dass auch Privatpersonen diesen Namen führten, zeigt VIII 29-349, wo sich Z. 22 der Zeugenname Su-mu-la--(also in derselben Schreibung wie der Name des Königs) findet. Allerdings kann ich für lail keine Erklärung geben. Sumu-entel, Sumu-rah und viele andere Namen aus dieser Zeit sind uns ja ebenfalls ihrer Bedeutung nach noch unklar (s. u.).1

Z. 24. IN-PAD-DE-EŠ (bezw. MEŠ oder ME) itmū; s. Brünnow Nr. 9417. Es findet sich auch häufig die phonetische Schreibung (s. u.).

Z. 25. In den neubabylonischen Kontrakten werden die Namen der Zeugen durch amel mukinnu oder (seltener) ina nazasi eingeführt, zuweilen aber auch durch einmaliges) ŠI (nach vorhergehendem

1) Der babylonische Schreiber scheint diesen fremdländischen Namen auch nicht verstanden zu haben. Daher die eigenartige Schreibweise und die verschiedenen Varianten. Leipz, semitist. Studien I 2.

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ina kanāk duppi šuati). Beachtenswert scheint mir, dass ŠI sich da nur in den Kaufverträgen findet (Strassmaier, Nbk. 4, 135, 164; Nbn. 116, 178, 193, 203, 293, 477, 687; Cyr. 188, 345; Camb. 44, 233; Dar. 26, 37, 152, 194, 227, 245, 321, 323, 325, 367). Auch in Schenkungs- resp. Mitgiftsurkunden, die doch ihrer Bedeutung nach den Kaufverträgen gleichkommen, werden die Zeugen durch ŠI eingeführt (Strassm. Nbn. 258; Cyr. 277; Camb. 349, 375; Dar. 522). Man unterschied also zwischen mukinnu (in Urkunden über Darlehen, Miete u. s. w.) und ŠI (in Kauf- und Schenkungsurkunden). Vgl. Einl. S. 6. In der altbabylonischen Zeit wurden die Zeugen šibi genannt (II 37-318 Z. 21; vgl. auch Briefe Ham. Nr. 2, 13 amel ši-z-bi und Nr. 11, 11 ši-bu). Vgl. dazu Meissner, APR S. 95. – Zu Nunu s. Ranke, Personenn. S. 18. – Auf NUZKU (s. Sb 212) folgen 2 Zeichen, die nach VI 46-2477 A (Nr. 10) Z. 9 und VIII 28-863 Z. 14 wohl SÁL-SUR zu lesen sind. NUZKU-SÁLSUR ist, wie ersichtlich, eine Bezeichnung für eine Priesterwürde (s. u.). SÁL weist auf eine Priesterin hin. Bur-Nunu ist indes ein Name, der sich sonst nur bei Männern findet. Vgl. zu dieser Bezeichnung VIII 35-2196 (Nr. 24) Z. 22 und die Note dazu.

Z. 27. Der Name Darikum (Dariqu) findet sich in den altbabylonischen Urkunden nur vereinzelt. In der neubabylonischen Zeit ist Dariqu ein häufig vorkommender Name.

2. 28. Statt Jakudum könnte auch Jam adum gelesen werden, wozu der Briefe Ham. Nr. 29 Z. 16 vorkommende Stadtname Famadum zu vergleichen wäre (s. Delitzsch in BA IV 494).

Z. 30. Libit-Ištar „Werk Ištars“ ist ein sehr häufig vorkommender Name. libit st. cstr. von liptu Werk, Tätigkeit“ (Delitzsch, HW 383a). Interessant ist die Schreibung LIBIT-Ištar, die sich IV 30-564 Z. 3 findet und die doch nur als eine Variante für Libit angesehen werden kann. Das Ideogramm LIBIT diente also auch zur Wiedergabe von liptu; vgl. Delitzsch, HW 370a und 383b. Zu Ištar als Muttergöttin s. Zimmern, KAT3 S. 428 f.

Z. 32. an Damu-galzu. Der Name Damu-galsu findet sich häufig in den älteren Texten dieser Periode und ist deshalb von Interesse, weil von ihm aus Licht auf den Namen des Kossäerkönigs Kurigalzu fällt. V R 44, 23 ab wird zwar Kur-galsu durch ré'z-biši (oder kašši?) erklärt. Indes kann diese Erklärung ebensowenig Anspruch auf absolute Zuverlässigkeit machen, wie die Erklärung von Hammurabi durch kimta rapaštum. Jedenfalls sehen wir jetzt soviel, dass galzu schon in den Texten aus dem Anfang der ersten Dynastie vorkommt, also nicht ,kossäisch“ ist. Ferner ist es klar, dass galzu ein Appellativum ist, da Damu ein Gott ist. Aber wir erfahren noch mehr.

1) Vgl. auch Ges. Ham. Rect. Col. VI Z. 50, Col. VII Z. 10 u. ö.

Was man

an der Hand dieser Parallele schon vermuten würde, macht ein Text unserer Sammlung zur Gewissheit: Kur ist ein Gott. VI 46-2477 A (Nr. 10) Z. 22 findet sich der Name Ku-ur-ha-lum. Wie halum zeigt (s. u.), ist Ku-ur Name eines schon in der altbabylonischen Zeit verehrten Gottes. Es darf also als sicher gelten, dass Ku-ur-gal-zu ein dem Damu-galzu analoger Name ist. Die wahre Bedeutung von galzu bleibt allerdings leider noch unklar. Es muss eine Aussage über die Gottheit enthalten. Ob nun etwa galzu „ Hirt" bedeutet, mag dahingestellt bleiben. Aller Wahrscheinlichkeit nach bedeutet jedoch galzu nicht „Hirt“, da für „Hirt“ in den Namen dieser Zeit stets SIB geschrieben wird. Ebenso ungewiss ist es, ob galzu ein semitisches oder ein sumerisches Wort (GAL gross? ZU = wissen, weise?) ist. Allein soviel steht fest: Die beiden Bestandteile des Namens Kurigalzu sind schon in der altbabylonischen Zeit vorhanden. Der Kossäerkönig hat also keinen kossäischen Namen geführt, sondern einen altbabylonischen. Ob etwa unter der Annahme einer Verwandtschaft des Kossäischen mit dem Sumerischen (vgl. Delitzsch, Kossäer S. 40) galzu auch kossäisch sein könnte, wage ich nicht zu entscheiden. Die Erklärung in VR 44 wird jedenfalls als unrichtig aufzugeben sein. Ein zufälliges Zusammenfallen des altbabylonischen Gottesnamens Kur mit einem etwaigen kossäischen Worte kur (in der Bedeutung biši bezw. kaššī?) ist auf jeden Fall ausgeschlossen.

Z. 36-37. Fadihatum und Ištar-ummu sind Frauennamen. Zu Ištar-ummu vgl. auch VIII 28-2186 Z. 28–30 und 327 Z. 31 f. Vgl. sonst zu den Zeugennamen dieses Textes II 35-375, IV 47475 und VI 30-421. – In der altbabylonischen Zeit war die Frau eine vollgültige Zeugin. In der neubabylonischen Zeit konnte die Frau als Zeugin nicht auftreten. Wenn sie aus irgend einem Grunde bei dem Abschlusse eines Vertrages zugegen sein musste, wurde nur im Kontrakt verzeichnet, dass sie anwesend war (ina ašābi ša ...). Vgl. V. Marx in BA IV 61.

Aus der Zeit Immerums und Sumu-lails.

Nr. 2: Bu. 91-5-9, 318 (CT IV 50). 11 GAN kiri 2 US-SA-DU Ka-ni-ik-ru-um 3 SIS-A-NI 4N Zi-kar-ka-an Sin 5itti Ha-li-kum mär Ar-pi-um 67 Ta-ku-un-ku(?)tum SÁL an Šamaš 7 märat A-mu-ru-um Ra-ba-tum NIN-ANI 9 IN-ŠI-IN-ŠAM-EŠ 10 ŠAM-TIL-LA-BI-ŠU 11 kaspam INNA-AN-LAL 12GIS-GAN-NA ÍB-TA-AN-BAL 13GU-BI AL-TIL 14 UKUR-ŠU MULU-MULU-ŠU 15 NU-MU-UN-GI-GI-DAM 15a( Rand) mahar...... 16 MU an Šamaš À Im-me-ru-um 17 MU an Marduk u Su-mu-la-illu) 18 IN-PAD-DE-ES. 19 mahar Ka-ni-ik-ru-um Ka-ni-ik-ru-um mār Ar-pi-um

mär Ar-pi-um 20 mahar Ni-birum-tum mär Ak-ba-hu-ni-um 21 mahar A-ab-ba-ni-bu-um mår Aza-ak-na-nu-um 22 mahar A-pil-Ba-bi mãr

an Šamaš-ellat-su 23 mahar Bur-an Rammän mär Ta-ti-im 24 mahar an Nannar-MAAN-SUM 25măr Na-ra-am-an Sin 26 mahar Ilu-ka-an Šamaš šangu 27 mahar Im-lik-an Sin LUL 28 mahar Ilu-mu-šá-lim NI-GAB 29 mahar Lu-da-er DU-GAB 30 mahar an Šamaš-eriš (?) DUB-SAR.

31 arah Na-ab-ri 32 MU? LI-LI-ÉSŠ A-A-BI 33 an Šamaš-RA MU-NA-AN-DIM.

(Linker Rand) 31 mahar an Za-ma-ma-a-bu-um 35 mär -šá-ŠŠá.

Übersetzung:

1 GAN Garten stossend an den des Kanikrum, seines Bruders, und den des Zikarka-Sin 5 haben von Halikum, dem Sohne des Arpium, Takunku(?)tum, die Šamašpriesterin, die Tochter des Amurum, und Rabatum, ihre Schwester, gekauft 10 und seinen vollen Preis in Geld bezahlt. Man hat den ... -Stab hinübergehen lassen; sein Vertrag ist fertig. Niemals werden sie miteinander 15 prozessieren. Bei Samas und Immerum, bei Marduk und Sumu-lail schwu

ren sie.

Vor Kanikrum, dem Sohne des Arpium. 20 Vor Nibirumtum, dem Sohne des Akbahunium. Vor Aabbanibum, dem Sohne des Azaknanum. Vor Apil-Babi, dem Sohne des Šamaš-ellatzu. Vor Bur-Ramman, dem Sobne des Tatim. Vor Nannar-iddin, 25 dem Sohne des Naram-Sin. Vor Iluka-Šamaš, dem Priester. Vor Imlik-Sin, dem Sänger. Vor Ilu-mušalim, dem Pförtner. Vor Ludaer, dem DU-GAB. 30 Vor Šamaš-eriš(?), dem Tafelschreiber.

Im Monat Nabri des Jahres, da ein lilis-a-a-bi dem Gotte Samaš verfertigt worden war.

Vor Zamama-abum, 35 dem Sohne des KA-ša-Sa.

Bemerkungen:

Urkunde über Kauf eines Gartens. Preis nicht angegeben.

Z. 2. Das im neubabylonischen Recht so gewöhnliche UŠ-SADU findet sich in den altbabylonischen Verträgen sehr selten. Oppert, Doc. jur. 99 u. s. w. liest dieses Ideogramm emēdu; vgl. auch Meissner, APR S. 124. Belser in BA II S. 135 hält diese Lesung für unmöglich. Die von ihm vorgeschlagene Lesung ist indes auch nicht befriedigend (s. d.). Als blosse Vermutung möchte ich folgende Erklärung dieses Ideogramms geben. In den Datierungen, so hauptsächlich in der „Chronik der Könige der ersten Dynastie“ (King, Hamm. III pp. 212—253), wird „nach“ stets durch -SA ausgedrückt; s. auch King p. 310.

Vielleicht bedeutet auch hier US-SA „nach“. DU bezw. GUB ist ja das bekannte Ideogramm für nasāzu „stehen“. Das ganze Ideogramm (US-SA + DU) würde dann bedeuten stehen(d) nach“, was bei einer Grenzbestimmung soviel ist wie „neben". Neben“ (ita) ist ja auch sonst der gewöhnliche Ausdruck dafür, was allein schon auf eine entsprechende Bedeutung für UŠ-SA-DU hinweist. Die von Meissner, APR S. 124 erwähnte Schreibung -SA (ohne DU) spricht auch für diese Auffassung. Es konnte sowohl „stehen(d) nach“ wie „nach“ allein gesagt werden. Die Übersetzung „stossend an“ behalte ich indes zum Unterschied von ita bei. Das Ideogr. UŠ-SA=kuttinnu (s. Delitzsch, HW 3236—324a) dürfte wohl auch so zu erklären sein. Was „nach“, „folgend“ ist, das ist auch jünger.

Z. 3. Wie aus Z. 19 hervorgeht, war Kanikrum Bruder des Verkäufers.

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Z. 5. VI 42-2177A Z. 2 und Z. 8 wird derselbe Name A-li-kum geschrieben. Vgl. den Wechsel von h und a im Namen Hammurabi 2

1) Vgl. auch Lindl, Die Datenliste der ersten Dynastie von Babylon (BA IV S. 338—402).

2) Beachte auch den Wechsel von i- i l-ti-šú und e-hi-il-ti-šú in Ges. Ham. (Rect. Col. XII Z. 29 und Z. 37), obgleich einheimisch babylonisch.

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