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erhalten resp. wieder aufrichten. Diese Gährungsperiode werden wir uns in der Zeit Sumu-abis und Sumu-lails zu denken haben, also im ersten halben Jahrhundert nach der Begründung der Dynastie durch Sumu-abi. Vielleicht bot auch der Tod Sumu-abis Gelegenheit zu „Aufständen“ in Sippar (vgl. auch Pinches a. a. O.). Zur Zeit Zabums hingegen wird Sippar schon ganz zum Reiche Babylons gehört haben, da Zabum den Tempel der Anunit in Sippar neu bauen konnte (vgl. Winckler a. a. 0. S. 32 und 59 und King p. 220 2. 8). Einer dieser Prätendenten oder Usurpatoren wird nun Immerum gewesen sein. Dass Immerum nicht der einzige war, ist jetzt hinlänglich bekannt. In einem von Pinches a. a. 0. S. 158-163 behandelten Kontrakttäfelchen wird der König Manamaltel genannt. King p. 220 n. 16 zitiert eine noch unveröffentlichte) Tafel (Bu. 91-5-9, 2184), die nach einem König Bu-ungu(?)-un-i-la datiert ist. In der Schwurformel sind da Sumu-lail und Bungunila genannt. S. über diese beiden Könige unten (Nr. 4). 2

Z. 19. Wie bereits bemerkt, war Kanikrum Bruder des Verkäufers. Auch in der neubabylonischen Zeit konnten die allernächsten Verwandten als Zeugen fungieren. Strassm. Nbn. 13 legen Söhne für ihre Mutter vor Gericht Zeugnis ab. Camb. 233 ist der Mann der Verkäuferin mit als Zeuge (Z. 41-42).

Z. 20. Akbahunium. ni über um geschrieben. Vgl. zu diesem Namen Ranke, Personenn. S. 37.

Z. 22. In einer von Pinches in PSBA XXI, 1899, p. 164-167 behandelten altbabylonischen Tafel, die Namen von Tempelaufsehern enthält, wird Z. 14 ein Tempel des Babi erwähnt. Der hier vorliegende Babi ist mit jenem Babi zweifellos identisch.1 Dass Babi trotz des fehlenden Determinativs AN eine Gottheit ist, zeigt das Ê. Dafür sprechen auch Namen wie Apil-Babi, KA-šá-Babi 2 (IV 45-681 Z. 2); vgl. Pinches a. a. O. p. 166 f.

1) Es wird doch wohl bis dahin Stadtkönige in Sippar gegeben haben, wie in den anderen Städten Babyloniens. Sargon und Naram-Sin (nach Lehmann a. a. 0. S. 175ff. erst um 2750; vgl. dagegen Radau, Early Babylon. History p. 32—43) waren ja Stadtkönige von Agade, „an dessen Stelle ,Sippar von Anunit getreten war“ (Winckler a. a. 0. S. 32). Nach Tiele, Bab.-ass. Geschichte S. 83 ist sogar Agade mit Sippar identisch. Leider wissen wir von der Zwischenzeit noch nichts. Vgl. in gewisser Beziehung auch Lindl a. a. 0. S. 362.

2) Wie mir Mr. L. W. King freundlichst mitteilt, lautet die Schwurformel auf der inneren Tafel MU an Šamaš an Marduk Sa-mu-la-il à Bu-un-gu (?)un-i-la IN-PAD-DE-EŠ. Auf der äusseren Tafel steht vor Marduk noch ù und vor Samu- lail noch MU. Über das dritte Zeichen in dem Namen Bun

gunila schreibt mir King :

The third sign in Bungunila's name is T

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which possibly has the value gu.“ Das MU GAR Bungunila LUGAL-È (so lautet das Datum auf dieser Tafel) kann sich natürlich nur auf Sippar beziehen. 1) Die Lesung Ba ist dann hier auch gesichert. Das Zeichen hätte ku oder ma gelesen werden können.

Z. 24. Nannar geschrb. an SIS-UD. Dass SIS-UD Nannar zu lesen ist, geht aus II 37-381 (Nr. 5) Z. 22 und 28 hervor, wo der in Z. 9 an SIS-KI geschriebene Name an SIS-UD geschrieben wird. Darf man an eine Bezeichnung für den Mond als „Bruder der Sonne" denken? Dann wäre SIS-UD, worauf auch SIS-UDKI (a. a. 0. Z. 31 und 33) hinzuweisen scheint, die ursprüngliche Schreibung für Nannar. Später wurde SIS-UD zu SIS („Bruder“ xat' ÈŠOZÝV) verkürzt. KI ist bekanntlich das Determinativ für die Stadt Ur, das wegen der gleichen Schreibung auch dem Namen des Gottes hinzugefügt wurde.

Z. 29. Ludaer. Wohl so zu lesen; vgl. Ranke, Personenn. S. 10, WO

Y unter den Zeichen aufgezählt ist, die sich phonetisch nicht im Gebrauch finden. - DU-GAB ist ein Titel und muss einen dem NI-GAB ähnlichen Beruf bezeichnen. S. auch Meissner, APR S. 155 und Nagel in BA IV S. 482.

Z. 30. Das Zeichen hinter an Šamaš ist doch wohl=KAM, . Dass DUB-SAR als Ideogramm aufzufassen ist, lehrt der Umstand, dass Frauen als SAL-DUB-SAR oder DUB-SAR-SAL bezeichnet werden (s. u.). Vgl. dagegen APR Nr. 1 Z. 15 u. ö. Der Tafelschreiber war stets mit unterschrieben. Auch in der neubabylonischen Zeit fehlt er nie auf dem Kontrakt. Beachtenswert scheint mir, dass während in den sonstigen sämtlichen neubabylonischen Verträgen (über Miete, Darlehen u. s. w.) der Tafelschreiber amelŠIT heisst, er in den Kaufverträgen nur DUB-SAR genannt wird (so in sämtlichen oben – Nr. 1 – zitierten Texten).3 Auch in den Prozessurkunden der neubabylonischen Zeit folgt in der Unterschrift auf die Richter ein DUB-SAR (Nbn. 13, 64, 356, 1128). Wir würden dann in der neubabylonischen Zeit Rangunterschiede unter den dupšarrē zu konstatieren haben. DUB-SAR würde dann die höhere Stufe darstellen, sodass der DUB-SAR zum amelŠIT sich wie etwa der „Notar“ zum „(Kanzlei-) Schreiber“ verhalten würde. Andererseits sehen wir wiederum, dass auch in der neubabylonischen Zeit der Abschluss eines Kaufvertrages viel feierlicher vor sich ging als der anderer Verträge (s. auch oben).

2) Vgl. KA-ša-an Šamaš, KA-ša-ilu.

3) In den Schenkungsurkunden wird er bald amel ŠIT (Nbn. 258, Cyr. 277), bald DUB-SAR genannt (Dar. 522). Dar. 522 ist allerdings eine Mitgiftsurkunde. Vielleicht unterschieden sich die Mitgiftsurkunden von den anderen Schenkungsurkunden?

Z. 31. Für Nabri als Bezeichnung eines Monats s. King a. a. 0. p. XXXV n. 3; vgl. auch Meissner, APR S. 135.

Z. 32 f. Für die Lesung und Übersetzung der Unterschrift s. Lindl a. a. 0. S. 362. Das Jahr ist noch unbestimmbar. Vgl. auch King p. 220 n. 16.

Z. 35. -šá-Šá. Alle Nainen mit -šá haben als zweites Kompositionsglied einen Gottesnamen. Wir werden infolgedessen in Šă den Namen eines Gottes zu erblicken haben. Ebenso ist in Nr. 3 Z. 4 u. Z. 19 Ikubi-Šá, Nr. 4 Z. 3 Ibku-Šá, Nr. 8 Z. 31 Ibku-Šá, Nr. 12 Z. 13 Ikunka-Šá und Nr. 6 Z. 7 wohl auch Iluka-Šá zu lesen, wie die Šá enthaltenden Namen in unserer Sammlung überhaupt ziemlich zahlreich vertreten sind. Ob Nr. 6 Z. 29 statt Šá-ilíšu (wozu Ranke S. 34) Šá-ilúšu zu lesen ist, vermag ich nicht zu entscheiden. Das Determinativ AN fehlt allerdings, soweit ich sehe, überall. Vgl. aber zu einem Gotte Šá Zimmern, Beitr., Šurpu VIII Z. 21 u. s. daselbst S. 60. – In der Götterliste bei Ranke S. 16–18 fehlt Šá.

Aus der Zeit Immerums.

Nr. 3: Bu. 91-5-9, 2439A (CT VIII 47). Duppum. 10 GAN eqlim i-na Ib-li-e 2 i-ta Di-nam-ilí 3 ù i-ta an Sin-se-mi 4 mår I-ku-bi-Šá 5 itti an Sin-e-ri-ba-am -šá-Nu-nu bu I-ki--an Sín märäni I-din-an I-šum ?y an Sin-i-ki-šá-am mär Rai-bu-um 8 IN-ŠI-ŠAM ŠAM-TIL-LA-NI-ŠU 9 kas pam] NI-LAL-E 10G/-GAN]-NA IB-TA-BAL 11 M[ULU-M]ULU-RA NU-MUUN-GI-GI-DAM 12 MU an Šamaš ù Im-me-ru-um IN-PAD-DE.

13 mahar an Sín-i-din-nam mār l-lu-ma 14 mahar KA-an Nannar mahar an Sin-MA-AN-SUM 15 mārāni Amel-an Nin-šah-KA 16 mahar an Sin-še-mi mår Ilú-tu-ra-am 17 mahar E-ri-ib-an Sin mār A-alum 18 mahar Nu-ri-ia mār A-ha-am-ar-ši 19mahar I-ku-bi-Šá mahar Ahu-magir 20 märāni Amel-an Nannar 21mahar -šáan Sin mar an Sin-a-bu-šú 22 mahar Im-gur-an Sin mār A-bu-um-vaqar 23 mahar I-din-an Šamaš măr Zu-ka-li 24 mahar an Šamaš-ellatzu măr -šá-an Šamaš 25 mahar 1-b[i]-ik-an Rammān 26[mahar Ma-an-n]u-um-ki-ma-an Sin.

Übersetzung:

Tafel. 10 GAN Feldes in Ible (gelegen) neben dem des Dinamili und neben dem des Sin-semi, des Sohnes des Ikubi-Ša, 5hat von Sin-eribam, KA-ša-Nunu und Ikiš-Sin, den Söhnen des Idin-Išum, Sinikišam, der Sohn des Raibum, gekauft. Seinen vollen Preis in Geld wird er bezahlen. 10Den ... -Stab hat man hinübergehen lassen. Niemals wird einer mit dem anderen prozessieren. Bei Šamaš und Immerum schwuren sie.

Vor Sin-idinnam, dem Sohne des Iluma. Vor KA-Nannar, vor Sin-idinna, 15 den Söhnen des Amel-Ninšah. Vor Sin-šemi, dem Sohne des Ilu-turam. Vor Erib-Sin, dem Sohne des Aialum. Vor Nuriia, dem Sohne des Aham-arši. Vor Ikubi-Ša, vor Ahu-magir, 20den Söhnen des Amel-Nannar. Vor KA-ša-Sin, dem Sohne des Sin-abušu. Vor Imgur-Sin, dem Sohne des Abum-vaqar. Vor Idin-Šamaš, dem Sohne des Zukali. Vor Šamaš-ellatzu, dem Sobne des KA-ša-Samaš. 25 Vor Ibik-Rammān. Vor Mannum-kima-Sin.

Bemerkungen:
Urkunde über Kauf eines Feldes. Preis nicht angegeben.

Z. 1. In den Kaufverträgen findet sich sehr selten duppu am Anfang. In den Prozessurkunden kommt es häufiger vor. Ible ist mehrmals als Name eines Terrains belegt (s. u.).

Z. 9. Zu NI-LAL-E s. Einleitung S. 7f..

Z. 10. IB in IB-TA-BAL HY geschrieben. Die Lesung IB ist also gesichert. Vgl. auch unten.

Z. 11. UKUR-ŠU fehlt. In den älteren Texten wird häufig bald dieser bald jener Ausdruck innerhalb dieser Phrase weggelassen; vgl. oben Nr. 1.

Z. 14. Zu KA in KA-Nannar s. u. die Note zu Nr. 19 Z. 29.

2. 15. Statt Nin-šah findet sich auch die Schreibung Nin-šahKA (so II 46-2181 Z. 31, IV 35-587 Z. 22). Vgl. auch z. B. den

Wechsel von Nin-gir-su und Nin-gir-su-KA in den Gudea-Texten. Zu der Postposition KA vgl. Amiaud in ZK I 236—243. Für Ninšah s. Ranke, Personenn, S. 16.

Z. 17. Ranke a. a. 0. S. 39 zählt den Namen Aialu zu den Hypokoristika und vergleicht den Namen Nabu-aialu (Delitzsch, HW 48h). Diese Erklärung des Namens will mir nicht einleuchten. Bei ēțirum (s. Ranke S. 40) konnte man wohl den Gottesnamen weglassen, weil der Gott gewöhnlich derjenige ist, der den Schutz gewährt. Wo es sich aber um eine blosse Aussage handelt (wie „Nebo ist männlich, mächtig“), würde man doch kaum den Gottesnamen fortlassen. Aialum dürfte vielmehr zu den von Ranke S. 45 aufgezählten Namen nimrum „Panther“, șabitum „Gazelle“, šelibum „Fuchs“ u. s. w. gehören, Vgl. auch den jüdischen Namen Hirsch“.

Z. 19. SIS-ŠE-GA ist wohl als eine ideographische Schreibung für Ahu-magir aufzufassen. Vgl. in gewisser Beziehung Ranke a. a. 0. S. 50 Anm. 2.

Z. 23. Zukali wohl für sukali sukallu ,,Aufseher“. Vgl. . Ranke S. 40.

Z. 26. Nach den Spuren sicher so zu ergänzen; vgl. auch Namen wie Mannum-giri-an Šamaš, Mannum-kima-Nabium, Mannum-balu-ilišu.

Aus der Zeit Anmanilas.

Nr. 4: Bu. 91-5-9, 2378 (CT VIII 38). 1 Duppum. 5 GAN eqlim i-na ta-ve-(ir-)tim 2 šá Da-am-ma-aktim 32-ta eqli A-mu-ri-im itti Bu-lu-la-um mär l-zi-ba-ni-im 5 Hu-nu-ub-tum DAM A-mu-ri-im 6i-šá-am-ma bu-ga-na šú-tu-ug Ta-na ši-mi-šú ga-am-ri-im Skaspam NI-NA-LAL kaspam li-bašú tu-ub 9li-mu-un an Šamaš ú An-ma-ni-la 10 šá a-na a-va-ti-šú 2-tu-ru.

11 mahar Su-mu-en-te-il 12 mār Ja-ta-ri-im 13 mahar l-ku-bian Sin 14 mär Su-mu-ni-šú-a 15 mahar Ja-ar-ši-ilu 16 mär Li-bi-itIštár 17 mahar an Rammăn-ra-bi mār E-te-el-bi-an Sin 18 mahar an Sin-ma-lik 19 mār Pa-ha-ar-še-en 20 mahar Bi-lu-um 21 mahar Sa-bi-ru-um märāni Bu-la-lum 22 mahar an Sin-se-me mär BurNu-nu.

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