Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub
[ocr errors]

feinen Augenblid verlassen. Staunen und Wuth bemächtigte Miofa ward zum Bochgerichte hinan geführt, und fullte, nachsich des Königé. Záhzornig wie er war, stürzte er mit ge dem man dem Wolfe sein Verbrechen, und ihm nochmals sein züdtem Dolche auf die Schlafende los, und drohte sie zu durch. Urtheil bekannt gemacht hatte, den Bodes weg über die Leiter bohren, wofern sie nicht alsogleich geitände, was es mit ihrer hinauf wandeln. 218 er schon hoch oben stand, neigte er sich Abwesenheit für eine Bewandtniß habe.

mit überaus wehmüthigen Bliden gegen den König herab, und Bleich our Schreden, und zitternd vor Angst, fich auf fo frente also: grausame Urt aus dem füßesten aller Iräume gewedt zu sehen,

Verwirkt' id Wermster auch das Leben, gestand fie, es wäre ihr, als hätte sie ein cherner Mann mit Gewalt zu einem Jünglinge gebracht, dessen Bitd ihr erst fürja

Und bin nun da, es hinzugeben, lich im Iraume erschienen war, und fie ganz mit Entzücken

So reut eb mid, doch keinen Augenblid; erfülte.

Genoffen hab' id) all rein höchstes Glüc. Der König drang von Ingrimm in fie, ihm den Namen

Doch eh' ich meinen Geist verhaude, und Aufenthalt jenes Verwegenen anzugeben, der fich folchen

Sei gnädig mir, o König, und gewähre, Frevels an ihr vermäße. Über die Prinzessin wußte diese Frage

Daß id), ju deines Namens Ehre, nicht zu beantworten, denn Beides war ihr fremd geblieben,

Nur noch ein Pfeifchen Tabat (d) maudhe ! und auch das, was sie wirklich eingestanden, schien ihr felbst Alles schwieg und wunderte fich höchlich über diesen felt: nur geträumt zu haben.

samen Wunsch des auf seinem legten Wege begriffenen VerQußer der Residenz des Königs, in einem waldigen Thale, brechers. Da man in jenem lande, einem uralten Geren zu lebte ein frommer lausner, welchen Jung und uit verehrte, Folge, auch Missethätern eine lebte Bitte zu gewähren pflegte, und in allerlei Nöthen um Rath zu fragen, pflegte. Diesen so stand der König nicht an, bei aller seiner Rache, womit er ließ der König rufen, und als er erschien, erzählte er ihm den das Iudesurtheil vollzogen wissen wollte, ihm diese Gnade ju Vorfall und fragte ihn, was in der Sache zu thun wäre. gestatten.

Der fromme Mann gab ihm ein Stück Kreide, über welche Midfa gog sein Pfeifchen und seinen Tabaksbeutel aus er zuvor seinen Segen gesprochen hatte, und versicherte ohne viel der Tasche, stopfte Erstere, und begann mit felsamem Behagen Bedenfen, er werde jenen Frevler leicht auskundschaften, wenn zu schmauchen. Kaum aber hatte er den ersten Zug gethan, fo die Prinzesfin in dem Uugenblide als fie in dessen Zimmer ges ftand sein eherner Kobold neben ihm auf der leiter und fragte, bracht würde, die Thüre desselben mit einem Kreuze bezeichnen, was er befehle, ohne daß ihn sonst Jemand bemerfte. Mi sta der König aber, sobald man sie in ihrem Bette vermissen sollte, befann sitt schnell, und beschwor ihn bei allen Wundern seiner alle 3 hüren in der Stadt besichtigen lassen wollte. "Die Bes Zaubermacht, ihn zu retten. Der Cherne bejahte cs, und verschwand. folgung dieses Raths schien dem Könige eben so zweđmäßig ato Aber in wenig Augenblicken sprengte ein ungeheures Deer chers leicht; daher cilte er sogleich zu seiner Tochter, gab ihr das der Reiter aus dem nächsten Walde heran, und richtete ein lo Stüc Kreide, und wiederholte ihr die Worté des frommen gewaltsames Gemeßel unter der Menge an, daß der König Einsiedlers mit dem nachdrüdlichen Beisaß, daß, wofern fie fammt seinem Geschwader mausetodt auf dem Plaße blieb, und unterließe, dieselben pünktlichst zu befolgen, fie ohne Weiteres das das Vole haufenweise auseinander lief. Und alsobald sah Miss Schidsal der drei Zufen würde theilen müssen. Todtenblaß vor ta fich nicht nur gerettet, sondern , rings von dem schüßenden Entfeßen über den Unblic des unseligen Kleeblatts vor ihrem chernen þcer umgeben, auf die Burg geleitet, wo er noch den: Fenster, persprach fie, treulich seinem Befehle zu gehorchen, und selben Morgen zum Könige aue gerufen, und mit seiner geliebbat vor der band nur um die Gnade, ihre Fenster verhängen ten Prinzessin vermählt wurde. zu dürfen.

Nun ließ er durch þilfe seines Kobolds, welcher ihm forts uis die dritte Nacht herannahte, stellte der König mehrere an ftets getreu blieb, seine beiden Brüder herbei holen, und Bachen vor die Ihüre seiner Tochter, und auch fic reibst muß: betheilte fie mit Würden und reichen Gürern. Durch sein Tas ten Riesen, Zwerge, Pagen und allerlei bufgesinde genau bez bafspfeifchen aber, das er immer bei sich trug, ward er in obachten. Über Mitternacht brach ein, die Argusse wachten Kurzem so reich und machtig, daß ihm alle benachbarten Kös mit gespannten Uugen, und doch war die Prinzessin mit einem nige und Fürsten zinsbar und unterwürfig wurden. Mal aus dem Bette verschwunden, ohne daß man den ehernen Mann oder fie selbst beim Weggehen bemerfte. Der Robold, welcher gleich bei seiner Unfunft die Wachen erblickt hatte, machte

Waldhúter - M á hrchen. sowohl sich selbst, als auch die Schöne unsichtbar, und brachte fie ungefährdet, wie bisher, in ihres Geliebten Arme. Inder: In einem tiefen Gehölze wohnte cinst cin Waldhüler mit sen ermangelte sie nicht, des strengen Befehls eingedent, in feinem lieben Weibe, oblag der Jagd, und lebte zufrieden mit dem Uugenblide, als ihr Träger sie über Mis faó Schwelle dem Ertrage, den loin nie erschlaffier Bogen ihm oun Tag zu brachte, dessen Thüre mit einem Kreuze zu bezeichnen.

Tage gewinnen half. Auf diese Weise brachte or zwei Jahre Froh empfing Miska auch nun den huiden Gegenstand in füßem Ehefrieden hin, aber ohne sich eines holden Kinders feiner Liebe, wie auch ihrer Theils die Prinzesfin, obschon durch segens erfreuen zu können, nach welchem ihm doch gar sehr ihres Vaters Drohung nicht wenig beunruhigt, willig seine Ge verlangte. Indessen tröstete ihn das Sprichwort: seduld fühle theilte. Denn nicht nur die Macht deb Zaubers, womit bringt Rosen, ja es bewährte sich endlich auch so offenbar der Kobold thre Besorgniß zu beschwichtigen wußte, sondern die an ihm, daß man meinen sollte, das Schicksal habe au seine Alles überwindende Liebe selbst besiegte ihre Angst sehr bald und. Macht aufgeboten, dasselbe seinetwillen im Uebermaß zu bestä: um so leichter, da der Zustand, worin fie sich während der zweitigen. Im dritten Jahre ward seine Gattin fchwanger, und kurzen Schäferstündlein befand, doch mehr jenem des Iräumens als sie das Herannahen ihrer Wehestunde immer mehr und mehr als des Wachens ähnlich war.

fühlte, da bedurfte sie einer Hebamare. Der Waldhüter, gleichs Indessen geschah was geschehen sollte; die geweihte Kreide wohl besorgt für das Heil seiner Ehehälfte, aber unbekümmert entsprach ihrer Bestimmung. leicht gelang es den Häschern, um die Dinge, die derlei Vorfalle zu begleiten pflegen, machte das Kreuz an Midfa's Thüre zu erspähen, und mit wildem fich schleunig auf den Weg nach dem nächsten Dorfe, und brachte Ungestüm stürzten fie in dessen Gemach und überraschten die die ersehnte Wehemutter so schnell er fonnte. Bald aber ems Liebenden sehr unsanft in ihren schönsten Träumen. Thn führ: pfahl er die beiden Weiber dem guten Glüđe, nahm Pfeil und ten sie sogleich in schweren Feleln ins Gefängniß, die Prinzes: Bugen, und begab sich auf die Jagd in sein Gehölze. fin aber zurück in ihre Schlafkammer.

Kaum hatte er seine ýütte verlassen, so rúdte der entscheid Obgleich Misfa über diese gewaltsame Erscheinung nicht dende Hugenblick heran, und das Drib gebar, ohne alle Gis wenig erschraf, so behielt er doch ro viel Besinnung, sogleich fahr , nicht weniger als zwölf rustige , gefunde Knäblein. nach dem Kobolde zu rufen. Aber wie groß war seine Bestűrs Die Wehemutter wusch jedes Perselben aufs Reinlichste, zung, als er weder diesen, noch seine Kerze erblicken fonnte! und reşte sie alle zusammen in die Mitte der Stube in einen Da lektere nur aus einem unrollkommenen Stűđe bestanden, Kreis herum. Da schlugen die wacfern Kleinen lebhaft um rich und durch den bisherigen Gebrauch verzehrt war, so hatte auch her, und erhuben ihre ersten Lebenslaute zu einem fraftvollen der Talismann, womit er den chernen Mann zu bannen vår: Tutti. mochte, nun mit einem Mal fein Ende.

Während dieser Begebenheit war der Lag geschieden, und Bald befand sich der unglüdliche liebesritter im tiefsten der Abend rüdte mit seinen Schatten allmälich über Feld und Kerfer, und durch den ausspruch des Königs, der seiner Rache Gebirge. Der surglose Scüße dachte an sein Ubendbrot, und kaum mehr einen Tag Uufschub zu geben vermochte, verur: fehrte, mit einigen basen beladen, zurüc in seine bütte. theilt, schon den nächsten Morgen gehangen, sodann gerädert aber welch ein Unfall traf hier den Unbefangenen, wo der und endlich gespießt zu werden.

Segen des Himmels in To zahlreichen Gestalten seiner wartete Schon vor Iages Unbruch versammelte fich Jung und alt Er fam, lah, und verlor gleich beim ersten Unblick seiner Beauf dem Richtplagi, und bald erschien auch der König selbst scherung' den Verstand, daß er alsobald rasend zur Thüre hins an der Spige eines Geschwaders und von seinen þöflingen be: aus stürzte, gıraden Wegs wieder ins Dunkel der Wälder eilte, gleitet, um Zeuge der Boustredung seines Befehls zu fein und von der Stunde an nimmermehr zurück fam.

Das arme Weib blieb nun mit ihren zwölf Knäblein ver: schnellen Sättigung eines langen Hungers, genug, der Bater lassen in ihrer Hütte, und wünschte, da sie außer dem Beis lag todt in seiner Söhne Urmen. ftande der Wehemutter, welche gleichwohl nach Möglichkeit für Bestürzt umstanden nun die Unglüdlichen den theuren Beichs fie forgte, keine Hilfe zu hoffen hatte, nichts sehnlicher, als nam, und begruben ihn sodann unter Reuethránen und manbald ihr lager meiden, und Nahrung füc ihre Kinder suchen chem Borwurf, womit fie ihr thörichtes Unternehmen beschule ju tönnen.

digten, unfern ihrer þűtte unter einer Eiche. 21s nun nach langem schmerzlichem Warten diese Zeit ends Nach diesem Ereignisse blieben fie noch einige Zeit beisama lich gefommen war, verfertigte sie sich Pfeil und Bogen, durch: men; endlich aber sehnten sie sich in die Fremde, beschlossen, ihr ftrich Wälder und Gebirge, und brachte täglich so viel Wild bisheriges Verhältniß aufzugeben, und auf verschiedenen Wegen nach pause, alb sie und die Ihrigen zum unterhalt bedurften. ihr Glück zu suchen. Also verlebte sie fünfzehn Jahre; die Kleinen wuchsen vol Ge: Nachdem sie einen Tag festgefekt hatten, fich zu trennen, sundheit und Kraft heran, und lernten bald auf dieselbe art begaben sie sich nochmals mit einander auf die Jagd, um sich ihre Bedürfnisse befriedigen.

im Voraus so viel Wild zu verschaffen, als sie wenigstens für Ehe fie aber noch ihr fechzehntes Jahr erreicht hatten, gee die ersten Tage ihrer Wanderung beðurften. 216 nun aber jes fiel es dem þimmel, die Mutter zu sich zu rufen, und Toner Tag gekommen war, gingen sie zur Eiche, die das Grab blieben die Knaben nun, ohne elterliche Pflege und Aufsicht, ihres Vaters beschattete, schworen sich ewige Bruderliebe, und fich und ihrem Schidsale überlassen. Indessen lebten fie, wie gingen sodann mit herzlichem Abschiede auseinander. bisher, von der Jagd, theilten den Ertrag brüderlich unter fich, Wie weit jeder dieser zwölf Brüder auf seiner Wanderung und blieben beisammen in Eintracht und Frieden.

gefommen, wo und auf welchem Brge er feine Bestimmung Der wahnsinnige Vater hingegen irrte immer noch unauf: gefunden, dies zu erzählen wäre eine um so weitläufigere haltsam in den Wäldern umher. Seine Kleider waren längst Uufgabe, da das Schicksal des legtgebornen allein merkwürdig jerritsen, und seine Gestalt (chredte Joden, der ihn erblidte. genug ist, um demselben unsre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Obgleich andere Waldhüter ihm zuweilen begegneten, und fei: Dieser Junge hatte von Kindheit auf eine Abneigung vor Den Söhnen Nachricht von seinem Schidsale brachten, To konnte jeder mühsamen Urbeit und Beschäftigung; daher verließ er sich seiner doch Niemand hadhaft werden, da er Jedermanns Nähe in allen Nöthen auf die Gunst des Glücs, um so mehr, da er permied, und bei dem bloßen Unblid rines Menschen gleich ei: fich schon mehrmals überzeugt zu haben glaubte, daß dasselbe nem scheuen Wilde sich in das tiefite Dunkel der Wildnis zu ver: ihm besonders gewogen sei. Während die andern bei allem bergen eilte. Indosjen ging aber das Schidsal des Unglüdlichen Ungemach der Zeit, der Witterung und der Wege einem Wilde den perzen seiner Söhne mit jedem Tage näher. Einst traten zuweilen mit aller Műhe nachseßten, legte dieser sich mit seinem fie zusammen, und beriethen fich sehr ernst und angelegentlich, Geschüße behaglich auf den nächsten grasigen Hügel hin, und cin Mittel zu erfunden, denselben in ihre Hände zu bekommen, ließ sich im Schatten der Bäume wohl geschehen. Und meistens um ihn sodann nach Möglichkeit zu pflegen und zu Berstand zu geschah es, daß, während seine Brüder die Fährte eines basen bringen.

im Schweiße ihres Ungesichts verfolgten, ihm, wie gerufen, ein Sie kamen überein, sich mit einer gebratenen Gans, einem Rehbod uder wohl gar ein pirsch so nahe vor Augen fam, daß Kruge Branntwein, und einem großen Stiefel in den Wald, und er inn ohne Mühe erlegen fonnte. Dafür hatte er aber auch jwar zu einem daselbst befindlichen Brunnen zu begeben, bei gar manche Nederei von seinen Brüdern zu erdulden; denn sein welchem ihr Vater schon oftmals von den Waldhütern gesehen Glück wedte ihren Neid, und sie nannten ihn schlechtweg den ward. Mit diesen Dingen machten sie sich eines Tags auf den Faulpelz. Weg, und stellten, als sie an besagtem Orte angefommen waren, Das Bertrauen auf die Huld der blinden Göttin geleitete das Mitgebrachte' vor den Brunnen hin, jugen jich rodann ins ihn treulich auf seinen Wegen. Bei Tage erlegte er allerlei Gebüsch zurüc , und lauerten verstohlen auf seine Untunft. Wild, das ihm in großer Menge aufließ, machte sich Feuer

Geraume Zeit hatten sie hier bereits gewartet, als sie ploß: an, briet und derzehrte es ; des Nachts bettete er sich auf weis lich ein Geräusch nahender Iritte hörten, und eine dunkle Ge- chem Grase, und schlief getrust dem kommenden Morgen ents fialt erblidten, welche sich nach dem Brunnen hin bewegte. Mit gegen. gespannter Neugier gudten sie aus ihrem Þinterhalt hervor, und

Nachdem er seine Wanderung auf diese Weise fechs Sage etiahen endlich mit Staunen und Entsoßen den Nahenden, der fortgelegt hatte, gelangte er in eine ihm ganz unbekannte Remehr einem Gespenste, als einem Menjihen ähnlict schien, mit fidenzstadt eines Königs. Hier sprach er im ersten besten Gastder Beschreibung aber, welche ihnen die Walchüter dun ihrem hofe ein, und bot dem Wirthe einen Hasen für einen Irunt Bater gemacht hatten, vollfommen übereinfam.

Wein, um sich nach seinen Reisebeschwerden behaglich zu erquicen. Kaum war er dem Brunnen genaht, seinen Durst zu löschen, Der Wirth fredenzte ihm mehr als er trinken und essen mochte, als er beim Anblid der ungewöhnlichen Dinge, die sich vor dem bot ihm auch ein Nachtlager, und beföstigte ihn aufs Bils selben befanden, stubig zusammenfuhr, Tugleich nach allen Sei: ligste. ten hinblidte, und sich dabei gar cilfertig anstellte, um bei der

Kaum hatte er sich zu Dische gesett, als eine Menge Leute ersten Entdeckung einer Menschengestalt hinweg zu laufen. Da sich in der Gaststube versammelten, und mit großer Bedeutenaber die Jünglinge sich sehr behutsam verborgen hielten, und heit oon einem unerhörten Vorfalle, der sich so eben zugetragen auch sonst sich nirgends ein laut vernehmen ließ, To legte sich hätte, einander Kunde gaben. Die Sache war auch in der seine Besorgniß nach und nach und er wagte es, aus dein Brun That von nicht geringem Bilang, denn sie vetraf das Interesse Den zu trinfen.

des Königs. Dieser hatte neun und neunzig Sauhirten in seis Nachdem er sich exquidt hatte, Trhien der Gänsebraten, das nem Dienste, welche fämmtlich in Berlust gerathen, und aller Krüglein und der große Stiefel seine Aufmerksamkeit von Neuem Wahrscheinlichkeit nach auf immer unsichtbar geworden waren. auf sich zu ziehen, und er fonnte es seiner lüsternheit nicht versagen, Der neun und neunzigste derselben wurde nun erst seit der legt: fich dieser Dinge zu bemächtigen. Ganz gemächlich legte er sich verflossenen Nacht vermißt, und doch zweifelte man allgemein, am Brunnen hin, verzehrte mit sichtbarem Heißhunger die Gans, daß der König je wieder einen finden würde, der den gefähr: und leerte mit faunenhaften Zügen das Krüglein.

lichen Dienst desselben auf sich zu nehmen wagte. Denn so Der Trant schien bald zu wirken; denn kaum hatte er ihn reichlichen Cohn man auch Jidem versprach, der sich entschlosse, ausgeschlütft, als er fein Bebagen durch muthwillige Sprünge jo meldete sich durch Niemand iin ganzen Reiche, und der erhabne

die fönigliche Schweincheerde nur einen einzigen Tag zu húten, und allerlei possierliche Geberden zu erfennen gab. Bald ergriff er auch den Stiefel, betrachtete ihn von allen Seiten, und nidte Eigenthümer lief (Sefahr, seine beerde zu verlieren. ftohlodend mit dem Kopfe, als winkte er fich selbst Beifall, den derung an, fonnte sich aber die Sitwierigkeit nicht denken, die

Der junge Fremdling hörte diese Erzählung mit VerwunGebrauch desselben errathen zu haben.

mit dem Sauhirtendienste verbunden wäre. Da der Wirth es Also in fich vergnügt, segte er sich wieder auf die Erde, und fich schon seit geraumer Zeit angelegen sein lassen, þitten für kríuhle den Stiefel über beide Füße zugleich anzuziehen. Ob die Heerde des Königs zu werben, To fragte er seinen jungen iton dieser weit genug war, den Fuß eines Dalbriefen zu beklet: Gast, ob er sich nitt herbeiließe, diesen Dienst anzutreten, inden, so fostete es dem Verirrten doch ungemeine Anstrengung, dem er zugleich hinzulegte, der König bezahle für jeden einzel; seine absicht zu erreich, en. Von Mühe und dem Giste des ge

nen Tagediinst ein ganzjähriges Dienstlohn. Warum nicht? nojienen Irantes überwältigt, sant er allgemach am Brunnen antwortete Pista, (io hieß der junge Abenteurer,) und zeigte bia, und entschlief in behaglichem Taumel.

fich ganz entschlossen, den Untrag einzugehen, da er durchaus 2016 seine Söhne dies bemerkten, eilten sie zugleich mit aller nicht glauben wollte, das zum Dienste eines Sauhüters mehr Behutsamkeit aus dem Gebüsch hervor, huben den Schlaftrun. Kenntniß und Mühe nöthig sei, als er aufzubieten gewohnt fonen von der Erde auf, und trugen ihn nach Hause. '!ber war. Seine Zusage ward angenommen, und der Wirth führte next waren sie nicht auf halbem Wege, als sie mit Entsegen ihn sogleich mit vieler Freude zum Könige, und rühmte in der bemetften, daß die Bürde, welche tinen bei jedem Schritte gangen Stadt die muthvolle Entschlossenheit seines Gastes. strerer geschienen hatte, eine leiche war. War es Wirfung Der øerrscher empfing Beide mit großer buld, und besta: Stó ju hasiig vorí hlungenen geisingen Getränkis, vier der zu tigte dem Jünglinge nicht nur die ihm schon durch den Wirth

gemachte Zusage, sondern auch ein Ehrengeschenk noch oben: die Kehle ab; ehe er aber seine Operation noch ganz vollbrachte, drein, wenn er seinem Dienste mit Eifer und Standhaftigkeit sah er aus dem Rachen desselben einen fupfernen Schlüssel her: obläge. Er ließ ihm sogleich ein reichlich bestelltes Nachtiahl ausfallen; diesen hob er sogleich auf, und stedte ihn in seine auftischen und beschied ihn auf morgen mit den huldvollsten Tasche. Glücwünschen auf die baide hinaus zu seiner Schweinheerde. Indessen hatte die Schweineheerde fich allgemach waldein.

Ehe der Tag ju grauen begann, hatte Pista sich schon wärts gezogen, und zwar nach einer Gegend zu, die ziemlich am bestimmten Orte eingefunden. Die Haide lag in einer an: weit von der Stelle entlegen schien, wo das ungeheuer seinen muthigen Gegend, welche von der einen Seite Gebirge, von Tod gefunden. Pista, besorgend seine Pfleglinge zu verlieren, der andern ein dichter Wald begrenzten. Bei seiner Ankunft beschloß sogleich, die Krümmung des Forstes abzuschneiden, und war alles ruhig, und darum fonnte er nicht begreifen, welche in gerader Richtung und zwar auf eben dem Wege, welchen Gefahr hier zu befürchten wäre.

der hervorstürzende Drache genommen hatte, denselben zu bilfe Unter mancher Erwartung verging ihm der Tag, und auch zu eilen. der Abend nahte eben so friedlich heran, wie der Abend geschies Kaum war er eine Strecke weit gekommen, als cine ncue den war, Mond und Sterne erleuchteten die Gegend weit umher, überraschende Erscheinung all seine Besorgniß zerstreute. Ein und die wohlthätige Kühle der Luft lud den sorglosen pirten ungeheures, ganz von Kupfer gebautes Schloß stand vor thm zur Ruhe. Er legte sich getrost in die Nähe seiner beerde hin, da, dessen Pracht die Residenz seines Königs bei Weitem über: empfahl sich und seine Pfleglinge dem Glüde, und schlief in traf, und das um su mehr Einladendes für ihn zu haben schien, Frieden ein.

da nirgends, so weit sein Zuge spähte, ihm eine Wache den Noch hatte er aber kaum ein Stündchen geschlafen, als ihn Zugang wehrte. Still und einsam war unes um ihn her, auch die seltsamste aller Nachterscheinungen aus seinen Träumen wedte. nicht eines Vogels Stimme unterbrach das Schweigen seiner Der oberälteste Eber seiner Beerde stand vor ihm und redete ihn“ Umgebung. Er eilte daher ohne Bedenken zur Burg hinan, also an: ,, Fürchte dich nicht, denn ich bin dir freundlich gewo: fand aber alle Thore derselben fest verschlossen. Sugleich erina gen, und fomme nun alb wohlmeinender Rathgeber zu dir, nerte er sich des Schlüssels in seiner Tasche; er 30g denselben um dich vor den Gefahren zu warnen, welche dir bevorstehen. hervor, versuchte ihn am nächsten Schlosse, und sah mit froher Da ich dich einmal zu meinem Günstlinge ausersehen habe, so verwunderung, daß sich ihm alle Riegel und Thore aufthaten. will ich dir meinen Beistand bestens angedeihen lassen. Wenn Bald befand er sich in dem herrlichsten Palaste, den er je ge: du uns morgen Abends heim treibst. To sorge sogleich, daß der fehen. Die Zahl der Prachtgemächer, die sich rings um ihn her König dir einen lait Brot, und eine Flasche Wein für den öffneten, war so groß, daß er nicht gleich mit sich einig werden nächsten Tag mitgebe. Diese zwei Dinge werden dich vur jedem fonnte, welches er zuerst betrete. Getrost ging er durch die erste Unglück schüßen. Ein großer Drache, der diesen Wald beherrscht, Borhalle, und kam von Gemach zu Gemach, bis er endlich mit wird dich überwältigen und verschlingen wollen; gibst du ihm verblendetem Gesichte in einen Spiegelsaal gelangte, wo ihm aber diese Geschenke, so wirst du ihm nicht nur widerstehen, allerlei goldenes und silbernes Geräthe entgegen glänzte. In sondern, wenn er den Wein wird getrunfen haben, ihn auch der Mitte des Saalo stand ein silberner Tisch, auf welchem eine ermorden können.

goldene Gerte lag. Ohne eigentlich zu wissen warum, nahm Pista erstaunte nicht wenig über diese Erscheinung; er er die Gerte, und machte einen Schlag auf die Tafel, worauf rieb sich die Augen, spikte die Ohren, und nahm alle seine sogleich ein junger Drache vor ihm erschien, und mit unbeschreib: Sinne zusammen, um sich zu überzeugen, ob er träumte oder licher Höflichkeit fragte, was thm zu Befehle stände. wachte. Da er aber den Eber leibhaft vor fich fah, und jedes Pista fafte fich, und äußerte den Wunsch, das ganze Infeiner Worte ganz deutlich vernahm, dankte er endlich demselnere des Palastes, sammt den dazu gehörigen Gärten in Xu: selben für die so günstige Weisung, und versprach ihm, folche genschein zu nehmen, worauf der dienstbare Drache sich sehr pünktlich zu befolgen.

bereitwillig erwies, und seinen Gast bat, ihm zu folgen. Er 218 der zweite Abend gefommen war, trieb er die Seerde führte ihn durch alle Gemächer und Säle des Schlosses, deren heim. Der König sah ihm nicht ohne Berwunderung entgegen, jedes allein die Schäße eines ganzen Königreichs zu enthalten ließ ihm alsobald den verheißenen ganzen Jahreslohn bezahlen, schien; sodann ging er in die Stallungen, wo herrliche Hengste und erlaubte ihm noch obendrein, sich eine besondere Gnade goldenen þafer aus silbernen Krippen speisten, und den Ein: auszubitten, Pista strich sein Geld frohlodend in die Tasche, fretenden voli Muth entgegen wieherten. Endlich aber famen und verlangte vor der band nichts weiter, al. Brot und Wein Beide in einen Garten, der doll wunderschöner Blumen und für den nächsten Tag.

fóstlicher Früchte prangte, und den Fremdling wie ein zweites Kaum hatte noch der Bahn der ersten Frühstunde entge: Paradies mit allen Reizen der Natur umsing. Pista fonnte gengefräht, so war unser pirt mit seiner þeerde schon wieder sich nicht enthalten, eine Rose zu pflücken, und sie auf seinen put zum Thor der Stadt hinausgezogen. Er begab sich auf dieselbe zu stecken, paide, wo er die vorige Nacht zugebracht, und jenes seltsame Nachdem er alles besehen hatte, fragte er den Drachen nach tête à tête mit dem Schweinbären gehalten hatte. Sobald er dem Herrn dieses Palastes; dieser aber büdte sich mit tiefer Ehr: an Ort und Stelle antam, trat sein burstiger Mentor wieder erbietung vor dem Fremdlinge, und bat ihn, als den nunmeh: zu ihm und sprach:

rigen Eigenthümer aller dieser Schäße, seine şuldigung in Gnas

don anzunehmen, indem er ihm zugleich versprach, genau über Flink und ohne Zagen

Alles und jedes wachen und dessen hohe Zufriedenheit aufs Wür: Seße dich auf meinen Rüden,

digste verdienen zu wollen. Pista erstaunte nicht wenig über Und in wenig Augenbliden Siehlt du dich an’s Ziel getragen.

diese Begegnung; da er aber wohl merkte, daß alle die Erscheis

rungen, welche ihm seit Kurzem vorgekommen waren, niihts Der Junge bestieg den Eber, und im Nu sah er fich zu weniger als natürlich seien, ließ er sich die Huldigung des Dra: dem nahen Walde gebracht, und unter einer ungeheuern Eiche chen gefallen, und spielte seine Rolle so gut er fonnte. Nachdem abgelegt. Sier wiederholte der Eber nuchmals, was er seinem er legterm Beifall zugewinkt hatte, ging er mit stolzer Gravität Günstlinge schon Tags zudpr an’s ger; gelegt hatte, und eilte aus dem Schlosse. Rasch donnerten hinter ihm von selbst die alsobald zurück zu seiner Beerde.

Thore zu, er aber versperrte Schlösser und Riegel mit seinem Pista hielt sich bereit, seinem Abenteuer zu begegnen, und Schlüssel, und begab sich nun weiter in den Wald, um feine che er fich noch genau nach dem Jummelplaže umgesehen, drang Schweine aufzusuchen. ihm mit einem Mal aus der Innern des Waldes ein To ge- Es währte nicht lange, so begegnete ihm die ganze Deerde waltiges Geräusch zu Ohren, daß alle Bäume um ihn her, wie in bester Ordnung. Schon war der Tag in Westen verglüht, bei einem Sturme, rauschten. Dieses Getöse fam immer näher, und die Schatten der Berge breiteten sich allgemach über das und bald erblidte er einen ungeheuern Drachen, welcher gerade Gefilde Nun schien es ihm Zeit, seinen Rüdweg anzutreten; auf ihn heran eilte, in seinein laufe eine Menge Bäume und er pfiff, feine øeerde Teste fich in Bewegung, und ehe noch der Gesträuche erschütterte und manche auch sogar zu Boden riß, Ubendstern am pimmel glänzte, war sie daheim in ihren Hürden. und ihn schon von ferne zu verschlingen drohte. Wohl einges Pista hatte nicht so bald seine Pfleglinge versorgt, als dent der Worte seines Mentors, faste pista fich cin berz, ihm die Töchter des Königs mit ungemeiner Freundlichkeit ents bot dem Drachen Brot und Wein, und flehte um Schonung gegen eilten. Schon von ferne hatte die Jüngste derselben dic seines Lebens.

schöne Rose auf seinem gute bemerkt, und konnte dem Wunsche Diese liberale Begegnung überraschte das Ungeheuer mehr, nicht widerstehen, sie zu besigen; schnell kam sie daher mit ihren als es der Widerstand einer ganzen Schaar Schweinehirten ver: Schwestern herbei gelaufen, und forderte die schöne Blume. Der mocht hätte. Ruhig empfing der Drache die Gaben de Jűng- Sauhirt überreichte sie der Prinzessin alsogleich, und fand fich lings, verzehrte sie mit großem Behagen, und taumelte, da der sehr hochgeehrt, seine Gabe an dem Busen der liebenswürdiga Irant seine Wirkung Tehr bald begonnen hatte, schläfrig zu sten Königstochter zu sehen. Boden hin. Pista säumte nicht, seinen Vortheil zu nugen. Der König aber, der sich indessen über die eben so glüct: Bie er bemerkte, daß der Drache eingeschlafen war, zog er liche als pünktliche Zurückunft seines Hirten höchlich verwuns fein Taschenmeffer hervor, und schnitt dem trunkenen Ungeheuer derte, ließ denselben fogleich zu sich berufen, und fragte ihn

angelegentlich um alles, was ihm auf seiner Gaide begegnet Pferde, im schnellsten Lauf einen dieser Wepfel mit seiner lanze wäre . Allein pista wich diesen Fragen sehr behutsam aus; herab stieße

, dem sollte mit der Guldfrucht auch die Prinzessin, er antwortete sehr kurz, und vermied jede Erklärung, die seiné deren Name darauf geschrieben stand, zu Theil werden. Da To feltjamen und glüdlichen Abenteuer hätte verrathen können. die drei Schwestern eben so ungemein schön als reich waren, so ,, Diese Rose," sprach er, ,, die ich schon abgepflückt auf einem läßt sich leicht erachten, daß die Anzahl ihrer Freier nicht geBaumstrunfe liegen gefunden, ist alles, was mir unterweges ring sein mochte. Eine zahllose Menge Prinzen aus nahen dorgekommen; ich stedte sie auf meinen þut, um sie nicht ganz und fernen Ländern war um die Königsburg versammelt, und ungenussen verwelfen zu lassen."

auch des König. Bruder mit seinen neun Töchtern war zuges Der König bewies ihm neuerdings seine hohe Zufriedenheit gen. Das ganze Reich nahm Antheil an dieser Feier, und und Gnade, indem er ihm auch für die fünftigen Tage densel: Jung und uit freute sich auf ihren Anfang. alles was fönigben reichlichen lohn zusicherte, den er bis jegt genossen. Der licher Reichthum an Schäßen aufzubringen vermag, war hier birt dankte seinem Gebieter und begab sich zu seinen Schwei- beisammen zu sehen, und alle Reichen und vornehmen strömten nen, um in der Nähe derselben die Nacht über auf seinem Stroh herbei, durch Schimmer und Aufwand das schon längst erwars lager ausjuruhen.

tete Fest zu verherrlichen. Kaum war es Mitternacht, so weckte ihn der vertrauliche Da sich wohl vermuthen lick, Pista werde einer so großen Eber so wie gestern, und sagte : Pista wolle sich auch für den Feierlichkeit seine Gegenwart nicht versagen, so lud die jüngste kommenien Tag mit Brot und Wein verschen, da er es mit Prinzessin, aus Dankbarkeit für die ihr gegebenen drei Rosen, einem zweiten, noch größern Drachen, als der erste war, würde den Jüngling zum Zuschauer, indem sie ihm rieth, ja nicht ju thun haben. Er rieth ihm, den Mundvorrath zu verdop: wegzubleiben, wenn er anders das perrlichste, was ihres Vaveln, fügte aber hinzu, daß er auch diesmal nichts zu befürch: ters Reich an Menschen, Pferden, Kleidern und Edelsteinen ten hatte, wenn er dem Ungeheuer eben so muthig wie dem besäße, zu sehen nicht verschmänte. gestrigen begegnete.

Aber zu nicht geringem Erstaunen der Prinzessin dankte det Shon vor Tages Unbruch ließ Pista fich zwei Brote und Hirt für ihre Einladung: er wolle lieber vei seines Gleichen zwei Flaschen Wein reichen, und begab sich mit seinen Schwei- bleiben, und fich, wie bisher, zu seiner Schweinheerde auf die nen abermals hinaus auf die Haide. Dort angelangt trat der øaide bøgeven. Goer sogleich wieder zu ihm hin und sprach :

216 der Morgen kam, und sich in und außer der Burg Pifta, flint und ohne Zagen

schon alles regte und bewegte, die Straßen von zahllosem volte Sebe dich auf meinen Rüden;

wimmelten, ja selbst die mühseligsten Krüppel sich schaulustig Bit did heut nod weiter tragen,

herbci schleppten, trieb Pista ganz gleichgiltig seine Beerde Und noch Größer's rou dir glüten.

aus, und ließ sich nicht den geringsten Anschein von Neubea

gierde merken. Der Jüngling that nach des Ebers Willen, und rascher Wer hätte aber vermuthet, was der verschmigte Sunge ges als auf eines Renners Rüden

sah er sich zu einem Gehege ge- heim bei sich beschlossen, und welch gewaltiger Streich er alle tragen, das eine gute Strece Weges von dem gestrigen entfernt den fürstlichen Freiern zu spielen vorhatte? Kaum war er war. Der Eber septe ihn auch hier unter einer Eiche ab, wies auf der paide angelangt, Tocilte er sogleich in jenen Wald, derholte ihm nochmals was er ihm zum ersten Mal empfohlen wo er ohntängst sein erstes Abenteuer bestanden. Hier begab hatte, und überließ ihn seinem Schidsale.

er sich gerade in den fupfernen Palast, trat in den Saal, und Pista wartete nicht lange; bald hörte er ein furchtbares befahl durch einen Schlag mit der goldenen Gerte dem dienstGeräusch von den Wipfeln der Bäuine herab; atigemach schien baren Drachen, ihm das fuftbarste Prachtgewand, wie auch es dunkler um ihn her zu werden, und mit einemmal fam in das herrlichste Reitpferd herbei zu schaffen. Der Drache bes der luft ein ungeheurer Drache heran, der, noch weit größer als folgte den Befehl seines Gebieters aufs Schleunigste; er kleis der erste, die ganze Gegend, wie eine finstere Gewitterwoike, dete denselben so geschickt und flint, als es je ein Kammerdiener mit seinen Flügeln überschattete, und mit gräßlicher Fast auf vermocht hätte, und führte ihm eben so bald ein prächtig ges den Hirten hernieder zu stürzen drohte. Uber eben so schnell zäumtes Roß herbei, das schon im Serannahen vor Kampfbes reichte Pista ihm die zwei Brote und Flaschen hin, und begű: gier Funken zu sprühen schien. tigte das Ungethüm so glücklich, daß es alsobald sich ruhig nie: Kaum hatte Pista den Renner bestiegen, so donnerten von derftredte, die Pictualien mit vielem Behagen verzehrte, und dessen Aufschlage die Hallen des Schlosses hinter ihm ; er flog, sodann mit brausendem Geschnarche einschlief. Pista nahm auch wie auf Schwingen des Blißes getragen, über Haide und Straße, diesmal den günstigen Augenblict wahr, und schnitt dem und erschien, ehe man sichs versah, in den Schranfen der töDrachen die Kehle ab, wobei demselben ein silberner Schlüssel niglichen Kämpfer. Der Schimmer seines Gewandes, die Kraft aus dem Rachen fiel, den Jener sogleich in die Tasche schob. und Schnelle seines Pferdes, und alle die fostbaren Edelsteine,

Nun ging er, so wie gestern, ins Innere des Waldes und die ihn schmückten, verblendeten aller Augen, und Niemand hätte etblidte bald ein Schloß, das, ganz von Silber gebaut, seinen sich beifommen lassen, den Schweinehirten in ihm zu suchen. Zugen schon von fern mit blendendem Schimmer entgegen strahlte. 2des wich bei seiner Unfunft von der Stelle, und verneigte fich Bas er in der kupfernen Burg gethan und gesehen hatte, dasz wie vor einem Gotte. Der König selbst hielt ihn wenigstens felbe that und sah er auch hier, nur war die Pracht der innern für seines Gleichen, und bot ihm vor allen anwesenden Tugleich Einrichtung hier noch weit größer, weßhalb er auch bei Betrache die Ehre des Vortritis an. Ulein Pista lehnte diese Uuszeichs tung derselben länger als dort verweilte. Nachdem ihm auch nung bescheiden ab, und bat vielmehr, der lebte unter den hier ein dienstbarer Drache alle Schäße und Kustbarkeiten gezeigt, Freiern sein zu dürfen. und ihn endlich in den Garten geleitet hatte, pflügte er sich eine Endlich ward das Zeichen gegeben. Udes drängte fich zu filberne Rose, dergleichen unzählige an den Sträuchern prang den Schranfen, und der Wettlauf nahm seinen Unfang. Reiten, und stegte sie auf seinen Hut, Hierauf verschloß er die ter und Pferdé flogen mit heißer Kampfbogier nach dem Ziele, zbore des schönen Schlosses mit seinem filbernen Schlüssel, be aber Keinem gelang es, auch nur einen der drei Zepfel mit der gab fich wieder zu seiner Heerde, und trieb sie, als der Iag fich fanze zu berühren. ju neigen anfing, ruhig nach pause.

Uuf einmal aber sprengte der unbekannte Gast wie ein Pfeil Sobald er an Ort und Stelle war, sprangen die drei Kö: über die Bahn dahin , und traf aliobald den Ersten der drei nigstöchter ihm wieder freundlich entgegen, und die Jüngste Wepfel so glüdlich, daß derselbe sammt der goldnen Schnur, hastre ihm die filberne Ruse vom Hute weg, und lief mit der: waran er befestigt 'mar, an seiner lange hängen blieb. Uller selben frohlodend zu ihrem Bater. Der König ließ, wie gestern, Blide starrten ihm verwundert nach, er aber flog mit feiner den Hirten zu fich berufen, fragte ihn nach uliem, was ihm den Siegesbeute unverwandt, und in gerader Richtung über alle Tag über begegnet wäre, und äußerte, da Jenec thm befriedis Schranken hinweg, und entschwand endlich in der Ferne. gend geantwortet, seine volle Zufriedenheit.

Dieser unerwartete Borfall bewirfte allgemeine Verlegen: Dieses Abenteuer wiederholte fich auch den dritten Tag, heit unter den Freiern und bestimmte den König, die Fortseßung jedoch mit dem Unterschiede, daß der Bitte in einen goldenen der Feier auf den kommenden Tag zu verschieben. Indelsen Palast tam, und aus dem Garten desselben eine goldene Rofe schidte er sogleich einige feiner besten Reiter dem seltsamen Flüchts mit nach þause brachte, welche die schöne Königstochter, so wie linge nach, um dessen Uufenthalt zu erkunden; aber ehe diese die vorigen, fich zueignete.

sich auf den Weg machten, war unser Ritter bereits unsichtbar Zufälligerweise fiel gerade in diese Zeit die Feier eines geworden, und hatte sich in seiner ýirtentracht wieder bei seinet Festes, das der König den Freiern seiner drei Jöchter zu geben Heerde eingefunden. foon längst beschlossen hatte. Er ließ drei goldene Wepfel pun. Abends fam er, wie gewöhnlich, mit derselben nach Hause; gleider Größe verfertigen, deren jeder mit dem Namen einer und bestelíte seine Geschäfte. Ehe er sich aber zur Ruhe begab, det Prinzessinnen bezeichnet, und im Vorhofe seiner Burg an ersah thn auch dieomal die Jüngste der Prinzessinnen, eilte ju geltnen Schnüren hangend, das Ziel eines Wetifampfs werden ihm herbei, und erzählte ihm mit großer Bestürzung den uner: follte, wobei den Siegern die Hände der Königstöchter zum wünschten Vorfall, wodurch ihr heute der ihr bestimmte Upfel, Pchn juetfannt würden. Wer nämlich von den Kämpfern, zu und mit ihm zugleich der Bräutigam entrissen worden. Der

[ocr errors][ocr errors][ocr errors]

Hirt 'tröstete fie mit vieler Theilnahme, indem er sagte, man zurüdließe, entwendet werden, unter seinem Sute, und behielt könnte noch nicht wissen, ob der Unfall, der sie getroffen, ihr diesen , gleichwohl im Ungesichte seines Gebieters, auf dem Kopfe. nicht noch zum Glüde gereichen werde.

Der König bemerfte dieses gröbliche Benehmen seines Saus Tags darauf, ehe die Feier des Festes von Neuem begonnen hirten nicht ohne Befremden; da er ihm aber wegen seiner wicha hatte, war Pista mit seiner Beerde wieder auf der Weide. Nun tigen Dienste überaus gewogen war, so fragte er ihn mit Nach: ging er aber in den filbernen Palast, fleidete sich in ein noch sicht, was er verlangte. Pifta hatte sich noch kaum gesammelt

, schöneres Prachtgewand als das gestrige war, und wählte sich friné Bitte vorzubringen, als die jüngste nun ohnehin mislau: auch ein noch weit herrlicheres Pferd, als das vorige. Sihnell nige Prinzessin hastig herbei eilte, und ihm, mit der Miene höch: wie der Wind, und leuchtend wie Gold und Juwelen, sprengte lich beleidigten Stolzes, den şut vom Haupte ri. Sogleich er nun abermals auf den Kampfplag heran. Alles erstaunte über fielen die drei Guldäpfel heraus, und routen vor des Königs diese neue Erscheinung, alles neigte sich vor ihm, und Niemand Füße hin. erkannte ihn für denselben Gast, welcher sich gestern auf eine so Wilches Staunen ergriff nicht den ganzen Hof! Die Kiseltsame Weise hervorgethan hatte.

nigstöchter erkannten Tugleich ihre Namen, und konnten faum Aber eben so, wie gestern, gab er, als aller Augen auf ihn Wurte finden, ihre Freude über ihre wiedergefundenen Wepfel gerichtet waren, seinem Rulle die Sporen, sprengte mit verhäng: auszudrüden. Der König drang aufs þuldvoliste in den Jüngtem Zügel auf das Ziel los, und flug, wie ein Pfeil, mit dem ling, um zu erfahren, wie er zu denselben gekommen wäre. zweiten goldenen Avfel hinaus über die Schranfen, und gar bald Dieser aber crwiederte mit ungemeiner Freimüthigkeit, er selbst auch weit aus dem Gesichtsfreis der erstaunten Menge.

sei der Eroberer der fostbaren Beute, und glaube daher, auf Der König und seine hohen Gäsie geriethen nun schon in Eine der drei schönen Bräute vollkommnes Recht zu haben. Besorgniß, es walte irgend ein übernatürliches Wesen über die: Da nun der König, wohl eingedenf jener beispiellosen Pracht sem Þorfalle, und entschlossen sich beinahe, das Kampfspiel erst und Herrlichkeit, wie auch des so seltsamen Siegesglücks, wo: nach einem Jahre wieder erneuern zu wollen. Da nun aber durih der Fremdling sich bei jedem Kampfspiele ausgezeichnet schon zwei Goldäpfel verloren waren, so wollte man sich doch hatté, noch gar manchen erheblichen Vortheil hinter dem Dunfel auch vom Schidsale des dritten und legten überzeugen. Der dieses ráthselhaften Ereignisses vermuthete, so wiligte er ohne König bestimmte daher die Beendigung des Festes auf den näch- langes Bedenken in des pirten Anspruch. Die Jüngste der fiten Morgen, und suchte sich indessen zu beruhigen so gut er Prinzessinnen fühlte sich mit einem Mal erheitert, und so lice fonnte.

bevoll zu dem metamorphosirten Sauhirten hingezogen, daß fie, Die bisher, geschah es auch zum dritten Mal. Der Hirt ungeachtet seines zweideutigen Geruche, ihm um den Hals fiel. war in aller Frühe auf die baide gezogen, und erschien nun auf Der König aber bestimmte ihn sogleich zum Gatten seiner Toch: einem noch weit herrlichern Rosse, und in einem noch viel präch: ter, und den nächsten Morgen ward die pochzeit im Angesichte tigern Gewande als vormals in den Schranken.. Er sprengte des ganzen 5of6 auf der goldenen Waldburg, welche Pista heran, erhaschte auch den dritten Goldapfel, und iagte zu Uller fich sogleich zur Residenz ersehen, aufs Glänzendste vollzogen. Erstaunen, schnell wie der Dind, ins Weite.

Nach geendigtem Mahle befahl der Bräutigam seinem dienstDas Fest war nun zu Ende; die Versammlung der Freier baren Drachen, welcher schon Tags vorher ein zahlreiches Dies ging auseinander, und der König beklagte das lous seiner lie: nerpersonal aus seinem geflügelten Geschlechte geworben hatte, ben Töchter. Diese zerflussen beinahe in Thränen, und bejam- unverzüglich seine eilf Brüder herbei zu holen, indem er dem merten ihr Schidsal als eine Fügung des Himmels, welcher zu: selben ihre Namen angab, und ihre Gestalten nach Möglichkeit folge Keiner von ihnen je cin Bräutigam zu Theil werden sollte. bezeichnete.

Da der König schon über den ersten dieser bedenklichen Bor: Ehe die Sonne gesunfen war, sahe man diese eilf Brüder fälle vergessen hatte, dem Hirten sein Taglohn auszuzahlen, und im gestreďten Galopp zur Goldburg herein sprengen. Alle waren dieser nun schon dreitägigen Gehalt zu Gute hatte, so bediente auf Unstalt des dienstbaren Zauberdrachen überaus herrlich ges Pista fich der Befugniß, sein Dienstlohn zu fordern, als einer schid: ziert, und fie freuten und verwunderten sich nicht wenig über lichen Gelegenheit, zu erfahren, welche Wirfung bei Hofe feine drei die so unerwartete Verwandlung ihres Schidsals. Zwei von Abenteuer hervorgebracht hätten. Noch denselben Abend, nach: denselben heiratheten die Schwestern ihrer königlichen Schwäge: dem er seine øverde nach Hause getrieben hatte, verfügte er sich rin, die Undern aber die neun Töchter des andern Königs. zu dem Könige, verbarg aber feine drei gultnen Wepfel, aus Be: Baid eroberten sie eben so viele Königreiche, und lebten alle sorgniß, diesben möchten ihm, wenn er die im Schweinstalle zusammen glüdlich bis an ihr Ende.

Hans Christoph Ernst Freiherr von Gagern.

Dieser geistreiche Staatsmann, der sich nach vielfachen Soben bei Frankfurt als Privatmann. Er ist Ritter des
Richtungen hin auszeichnete, ward am 25. Januar 1766 zu hefrischen Löwenordens, des belgischen Civilverdienstordens
Klein Niedesheim in der Unterpfalz geboren, und begann, 4. A. 2. m.
noch sehr jung, seine politische Laufbahn vor der französischen Pon ihm erschien im Drug;
Occupation, in fürstlich Nassau - Weilburgischen Diensten. Ueber Religion Deutschland, 1798.
Nach dem Frieden von Luneville ging er als Gesandter seis

Die Resultate der Sittengeschichte. Frankfurt a.

M., 1808 - 1822. 6 Thle. nes Hofes nach Paris, und verstand es, nicht allein mit fels

Die Nationalgeschichte der Deutschen. Wien, 1813. tener Gewandtheit für denselben zu unterhandeln, sondern I. », 2. Frankfurt 1823. II. 1826. Sr. 4. auch sich die besondere Hochachtung Talleyrands zu erwer- Berichtigung einiger politischen Ideen. Am Rhein, ben. – Durch ein Decret Napoleons genothigt, seinen

1813. 4. Posten niederzulegen, begab er sich nach Wien, und half

Beiträge zur Zeitgeschichte. Am Rhein, 1814. 4.

Ueber die U us wanderungen der Deutschen. Frantdurch kraftige Mitwirkung eine beffere Zeit für Deutschland furt 1817, vorbereiten. Dadurch fah er sich aber gezwungen, diese Ueber Deutschlands 3 ust a nd und Bundesvers Stadt wieder zu verlassen, um den Verfolgungen der Franz faffung. Stuttgart, 1818. 30sen zu entgehen. Nachdem er eine Zeit lang im preußische

Mein Untheil an der Politit. 4. Bde. Stuttgart,

1823 – 1883 russischen Hauptquartier verweitt, schiffte er nach England

Mas v. G. als Patriot und. Staatsmann Großes und über, kehrte jedoch 1814 bereits zurück, um die Verwal Bedeutendes vollbracht, ist uns hier nicht gestattet zu würs tung der oranischen Fürstenthümer zu leiten, und nahm digen, da dieses Werk nut literårischen Leistungen gewidmet 1815 als Gesandter des Königs der Niederlande Antheil an ift. 218 Schriftsteller zeichnet er sich durch tiefe und grúnddem Wiener Congresse. Von dort begab er sich nach Pas liche Kenntnisse, feltenen Scharfsinn, Feinheit und Ges tis, und ward dann 1818 Königl. Niederländischer Ges wandtheit, außerordentliche Kraft der Rede und einen eben fandter bei dem Bundestage und der freien Stadt Frank- io blühenden als gewandten Styl hochft rühmlich aus, und furt, 1820 aber Mitglied der Hessen-Darmstädtischen Stån- fann namentlich Politikern als ein musterhaftes Vorbild deversammlung. Ju demselben Jahre von seinem Könige

dienen. ehrenvoll pensionirt, lebt er seitdem auf seinem Gute

« ͹˹Թõ
 »