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FÜHRER

durch die Strömungen auf dem Gebiete der

Pädagogik und ihrer Hilfswissenschaften,

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Alle Rechte vom Verlage vorbehalten.

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er „Führer durch die Strömungen auf dem Gebiete

der Pädagogik und ihrer Hilfswissenschaften“ soll über die Entwicklung der Wissenschaften, sofern sie mit der Pädagogik in Beziehung stehen, und der Methodik im 19. Jahrhundert soweit orientieren, als es zum Verständnis des heutigen Standpunktes nötig ist; der sich daran anschließende „Ratgeber“ soll den Leser mit denjenigen Werken durch Angabe von Titel usw. und Inhalt, sowie einer kurzen Charakteristik bekannt machen, welche Z. Z. als die besten und für den Lehrer und Schulbeamten zum Studium geeignetsten angesehen werden.

Verleger und Herausgeber wollen mit dem in Heften erscheinenden „Führer und Ratgeber“ dem Pädagogen ein Hilfsmittel zur Fortbildung geben und zugleich zur Verbreitung der besten Werke beitragen. Jedes Heft wird sich eingehend nur mit einem Gegenstande beschäftigen.

Die Zukunft des deutschen Volksschullehrers ruht in seiner Bildung; deshalb geht auch das Streben des Lehrerstandes auf Hebung derselben hinaus. Für den gegenwärtigen Lehrerstand kann jedoch die Hebung der Bildung durch die Verbesserung der Lehrerbildungsanstalten nicht erfolgen; sie muß durch die Fortbildung geschehen. Aber auch für den zukünftigen Lehrerstand, der, hoffen wir es, aus verbesserten Lehrerbildungsanstalten hervorgehen wird, ist die Fortbildung nötig; denn das Kultur- und Geistesleben, die Wissenschaft, Philosophie und Kunst, sie schreiten in ihrer Entwicklung fort; und diesem Fortschritt muß der Lehrer

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folgen, wenn er an der Fortentwicklung der Volksbildung mitarbeiten will.

Es ist in den letzten Jahrzehnten viel über die Bildung und Forbildung des Volksschullehrers geredet und geschrieben worden; aber ein Punkt ist dabei fast unbeachtet geblieben, der nach unserer Ansicht der Kernpunkt der ganzen Lehrerbildungsfrage ist. Das Wissen des Lehrers soll vergrößert werden; darauf geht fast alles hinaus. Aber auf die Aneignung der Befähigung zum Erwerb des Wissens achtet man nicht; das ist aber bei der Lehrerbildung die Hauptsache. In der Neuzeit ist das Buch zu einem Bildungsmittel ersten Ranges geworden; durch dasselbe wurde die Bildung Gemeingut. Deshalb muß der Schüler lesen lernen; es müssen ihm Sinn und Fähigkeit, wirklich Bücher zu lesen, übermittelt werden. „Die Schule“, sagt der bekannte Schriftsteller W. Bölsche in seinem Weltblick“, „soll die Augen langsam dafür öffnen, soll die Bahn aufschließen. Sie soll ernst lesen lehren. Sie soll eine Kenntnis des Materials geben. Statt den Schüler sein Gedächtnis zu Schanden ochsen zu lassen, soll sie ihm zeigen, wo das große, stets bereite Gedächtnis der Menschheit zu finden, wie es zu benutzen, wie man darin nachschlägt, wie man sein Gehirn langsam, durch Öfterlesen, auch auf diesem Wege zu gewissem Selbstaneignen bringt, wie aber die Hauptsache die Übersicht ist, die Kenntnis, wo jeder Zeit etwas wieder zu finden ist.“ Wer das Seminar verläßt, der muß geschult sein, wissenschaftliche Werke größeren Stils lesen zu können; das wird die Basis seines Bildungslebens, seiner „Fortbildung“ fortan sein.

Dieser Fortbildung des Lehrerstandes soll der „Führer und Ratgeber“ dienen; er soll den Weg zu derselben zeigen und die Mittel, die zum Ziele hinführen, angeben. Wohl gibt es bereits solche Führer und Ratgeber; sie haben aber besondere Zwecke im Auge. Sie geben teils Anweisungen, wie man sich auf besondere Prüfungen (Mittelschullehrerund Rektorenprüfung) vorbereiten soll und kann; sie seien neben unserem „Führer und Ratgeber“ allen denen empfohlen, welche solche Prüfungen ablegen wollen. Der „Pädagogische Jahresbericht“ (Leipzig, Brandstetter) macht mit den Strömungen auf dem Gebiete der Pädagogik und ihrer Hilfswissenschaften bekannt, welche innerhalb eines Jahres stattfinden und gibt eine Charakteristik der diesbezüglichen Literatur; er sei allen denen empfohlen, welche sich eingehend mit diesen Strömungen bekannt machen wollen. Der hier vorliegende „Führer und Ratgeber hat die Fortbildung der Lehrer im allgemeinen, ohne Rücksicht auf einen besonderen Zweck, auf eine Prüfung im Auge; er stellt die Strömungen auf dem Gebiete der Pädagogik und ihrer Hilfswissenschaften in den letzten Jahrzehnten dar, soweit sie für die Fortentwicklung der Pädagogik und ihrer Hilfswissenschaften von wesentlicher Bedeutung gewesen sind, und gibt eine Auswahl aus den besten, der Fortbildung der Lehrer dienenden Werken mit kurzer Charakteristik. Der Lehrer soll aus dem „Führer« ersehen, mit welchen Fragen sich die Pädagogik und die mit ihr in Beziehung stehenden Wissenschaften beschäftigen und beschäftigen müssen und welche Teile dieser Wissenschaften von Bedeutung sind; er soll ihm auch zeigen, welche Richtlinien für die Pädagogik als Kunst, für die praktische Pädagogik, namentlich die Methodik, gewonnen werden. Der „Ratgeber“ soll ihn mit den Werken bekannt machen, die diese Fragen eingehend behandeln; er soll ihm die Richtlinien, Mittel und Wege für seine Fortbildung angeben.

Büdingen in Oberhessen, Ende Juli 1906

H. Scherer.

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