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Mit Königl. Poln, und Churfl. Sådhs. attery radigter Freyheit.

Syamburg, ben Johann Carl Bobina 1755.

Go 73. 79.600.

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ie Sittenlehre überhaupt ist ein Inbegriff folcher Regeln, welche uns zur Zugend, upd

durch diese zum glúkkseeligen Leben führen follen. Nach dem ißigen Zustande der Wissenschaften wird dieselbige unter uns in die natürliche und christliche eingeteilet. Jene fol fich bloß auf die Wahrheiten der Vernunft; diese aber nebst densela ben auf die Offenbahrung gründen.

Die Absichten Gottes und der Natur zielen von allen Zeiten her unveränderlich auf das Wol aller Geschöpfe ab. Wer anders denken wollte, würde sich gegen beide höchstungerecht bezeigen, oder wes nigstens eine große Unwissenheit der göttlichen Eigenschaften und der Wege dieser Welt verrahten.

Wir können also mit Recht den Schluß machen, daß Gott und die Natur den edelsten Teil der irdis fchen Geschöpfe, worunter wir die Menschen zu bez greifen pflegen, zu allen Zeiten wol und beglüffet se: hen wollen. Ist dieses, so muß es auch den Menschen von je her möglich gewesen senn, den Weg der Glüft: seeligkeit auf einige Art und Weise zu erkennen. Denn wäre dieses nicht, so müßten wir Gott einer Univahrhaftigkeit, so müßten wir ihn in seinen Rahtschlüssen einer Thorheit beschuldigen, weil er sein Geschöpfe nach solchen Maaßregeln hervorgebracht hätte, zu deren Erfüllung es nicht geschikkt wäre.

Der enge Raum, die Kürze der Zeit, mit welcher ich umschrånket bin, erlauben mir nicht, diese Gedan: ten voriko deutlicher zu entwikkeln. Dennoch aber

glaube

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glaube ich bereits so viel gesaget zu haben, daß ein ver: nünftiger Leser von selbst die Frage wird-beantwor ten können: Ob es göttlich geeifert fer, wenn man, ausser dem kleinen Haufen der Christen atlen Men: schen, und insbesondere den so genannten

Heiben, von je her alle Erkentniß der wahrenGlükfreeligkeit, oder, welches einerlei ist, alle Begriffe der wahren Tugend und einer gottgefälligen Sittenlehre absprechen will?

Ich meines Teils kann niemahls die Lehren der 6 göttlichen Schriftsteller, und besonders die Lebensre- at geln Christus lesen, ohnevon ihrer Stärke u. Schonheit gerühret zu werden. Wie gründlich, feurig, sauft und redlich weiset, reizet, leitet und führet nicht der Heiland seine Schüler zum Guten an? Und wie vollkommen und vollståndig zeiget er ihnen nicht den geöffneten Weg zur wahren und ewigen Glükkseeliga keit? Ich bin daher gezivungen das Bekenntniß abzulegen, und sage es ohne Heuchelei, daß nach meiner Einsicht keine Sittenlehre jemahls so gut, und noch viel weniger besser, als diese, seyn könne.

Man erlaube mir aber bei dem allen die freie Erinnerung zu machen, daß man dennoch auch bei andern, die nicht von Christus belehret sind, zum Teil unverwerfliche Lebensregeln finden könne, ob fic gleich nicht wie jene das Merkmahl der größten Vollkommenheit haben mögten. Ja mich důnket, daß ich, vermöge der obigen Såke, nicht zu viel behaupte, wenn ich einen Heiden und jeden Menschen nicht weniger, als einen Christen, für fåhig halte, die Tugend zu erkennen, und auch, da es ihm nicht an Wik, Fleiß, Nachdenken und Wolredenheit fehlet, einevernimf:

tige

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