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Baruch 27 (ib. S. 421); die 4 Etappen der Endzeit Apk 6, i ff., 8, 6ff. gehören hierher'.

Mit besonderer Vorliebe hat die spätere jüdische Literatur die alte Lehre von den Weltzeitaltern aufgegriffen. In dem Buch der Jubiläen, das man neuerdings in die Makkabäerzeit verlegt und das dem Priesterkodex nahe verwandt ist, rechnet man nach Jahrwochen und Weltjahren. I, 29 redet von Tafeln (!), auf die die Weltjahre bis zur Welterneuerung eingezeichnet sind. Im Buche Henoch 2 scheinen sieben Perioden von Adam an gezählt zu sein. Wie tief diese Spekulationen bis in spate christliche Zeiten gewirkt haben, zeigt der Sachsenspiegel ?, der die Streitfrage, ob es sechs oder sieben Heerschilde (ebenbürtige Ritterklassen) gibt, dahin entscheidet: es stehe damit wie mit dem 7. Weltzeitalter. Man wisse nicht, ob es sieben oder sechs gebe. Er selbst tritt für sieben Heerschilde und Weltzeitalter ein und beruft sich auf ,,Origenes“4, wo sechs Zeitalter bis zur Menschwerdung Gottes gezählt werden; das 7. ist dann das, in dem der Ritter Eike von Repgau den Sachsenspiegel schreibt".

Am Beginn jedes Weltzeitalters steht der Lehrer". So scheint bei Berosus' Urvätern eine viermalige Offenbarung je an der Wende der vier Quartale des Weltjahres gedacht zu sein 6. Die Gottesoffenbarungen in der priesterlichen Erzählung von Adam, Noah, Abraham, Mose entsprechen dieser Spekulation ?

Spätere jüdische Spekulationen nennen als Lehrer: 1. Seth, unter dem man den Namen Jahve zuerst anrief; 2. Noah, der die sieben Gebote lehrte; 3. Moses, der Gesetzgeber; als 4. gilt

) Die 10 Wochen der Endzeit bei Henoch 93 wie die 10 „Tage" Endzeit Apk 2, 10 gehören demselben Motiv an wie iom kippor als 10. Tag (Befreiungstag) nach dem jüdischen Herbst-Neujahr, das Gerichtszeit bedeutet, vgl. BNT 70 f.

2) 85 ff. (Kautzsch, Pseudepigr. 289 ff.).
3) Ausgabe von Homeyer, 3. Aufl. 1861.

4) Gemeint ist Isidorus von Sevilla in seinem Werke Etymologiarum seu originum libri XX (V, 38, s. Migne SL 83, 1017 ff.). Aber es stimmt nicht ganz zu Isidor. Dieser nennt Adam, Noah, Abraham, David, Auswanderung nach Babylon, Menschwerdung als Anfänge der sechs Zeitalter; der Sachsenspiegel: Adam, Noah, Abraham, Mose, David, Menschwerdung.

5) Die orientalischen Geschichtsdarstellungen haben die Tendenz, den Eintritt eines neuen Zeitalters nachzuweisen. Berosus zeigt, daß die Seleuciden (Alexander) das neue Zeitalter brachten, s. KAT 3 317.

6) Zimmern KAT : 542.

7) Gunkel, Genesis ? 241 ff. Jeremias, A. Test. 2. Aufl.

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der erwartete David. Mit dieser Lehre verbindet sich eine Art Seelenwanderungs-Theorie (Gilgul): die Seele Seths geht in Noah über, die Seele Noahs in Moses.

Auch die Zweiteilung in das gegenwärtige und zukünftige Weltzeitalter (n und xan) geht im letzten Grunde auf die astrale Weltanschauung zurück. Aber hier zeigt sich ein wesentlicher Unterschied zwischen der babylonischen und biblischen Weltanschauung. Die babylonischen „wissenschaftlichen“ Berechnungen wissen nichts von einer Segenszeit jenseits des Weltuntergangs. Eine Apokatastasis und Palingenesie findet sich nur in der Theologie Zoroasters, dessen theologische Anwendung der „Lehre" eine Parallele zur biblischen Theologie bildet.

Neuntes Kapitel.

Außerbiblische Traditionen über die Sintflut1.

Babylonien. Daß die biblische Erzählung mit einer babylonischen Sintfluttradition verwandt ist, wußte man längst vor Entdeckung der Keilinschriften. Abydenus und Alexander Polyhistor hatten die Erzählung des babylonischen Priesters Berosus von der großen Flut (uéyas xatarhvouós) übermittelt.

Die Überlieferung nach Berosus?. „Alexander (Polyhistor) erzählt nach der chaldäischen Schrift ferner

folgendermaßen: Nach dem Tode des Ardatos regierte sein Sohn Xisuthros 18 Saren. Unter diesem habe eine große Überflutung statt

") Eine Flutüberlieferung im größern Stile kann fast an allen Enden der Welt nachgewiesen werden. Andrée, „Die Flutsagen ethnographisch betrachtet“ (1891) hat 60 Flutsagen gesammelt. Er kommt zu dem Resultat, daß 40 davon genuin seien, während 20 mit der babylonischen Sage durch Zusätze oder als Nachbildungen zusammenhängen. Das ist keinesfalls richtig. Vgl. S. 239. Literarische Abhängigkeit spielt auch hier nicht die Hauptrolle. Es handelt sich wie bei der Kosmogonie um Überlieferungen, die durch die Welt wandern, deren Ursitz vielleicht das Euphratland ist.

2) Syncellus 53, 19—56, 3; Euseb. chron. I, 19 ff. Fragm. hist. Graec. II, 501f. Vgl. Abydenus, Fragm. hist. Graec. IV, 281. Der Bericht weicht vielfach von der uns bekannten keilschriftlichen Rezension ab. Die eigentliche Vorlage des Berosus, die auf Babylon zugeschnitten war, ist noch nicht gefunden.

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gefunden. Die Erzählung darüber laute folgendermaßen: Kronos' sei ihm im Traum erschienen und habe ihm gesagt, daß am 15. Daisios? die Menschheit durch eine Überflutung vernichtet werden solle. Er habe ihm daher befohlen, mit Schriftzeichen alle Dinge nach Anfang, Mitte und Ende einzugraben und in der Stadt Sippar niederzulegen, dann ein Fahrzeug zu bauen und mit den Verwandten und Nahestehenden hineinzugehen. Auch Vorräte sollten sie hineintun und geflügelte und vierfüßige Tiere hineinbringen, und losfahren, wenn alles versorgt sei. Wenn man ihn aber frage, wohin er fahre, solle er antworten: „zu den Göttern, um für das Wohlergehen der Menschen zu bitten“. Xisuthros habe gehorcht und ein Fahrzeug von fünf (Var. des Armenius: 15) Stadien Länge und zwei Stadien Breite gebaut. Dann habe er alles Angeordnete ausgeführt und Weib und Kind, sowie die ihm Nahestehenden hineingebracht.

Als aber die Überflutung geschehen sei, habe er sofort nach ihrem Aufhören einige der Vögel losgelassen. Diese hätten aber keinen Ort gefunden, wo sie sich niederlassen konnten, und seien deshalb in das Schiff zurückgekommen. Darauf habe er nach einigen Tagen sie wieder losgelassen, und sie seien zurückgekommen mit von Erde Abb. 74: Altbabylonischer Siegelzylinder.' beschmutzten Füssen. Als er

Zur Sintflut gehörig? sie dann zum drittenmal losgelassen habe, seien sie nicht mehr in das Schiff zurückgekommen. Daraus habe Xisuthros entnommen, daß die Erde wieder emporgetaucht sei. Er habe deshalb ein Stück von den Fugen des Schiffes auseinandergetan und gesehen, daß das Schiff an einen Berg getrieben sei. Darauf sei er mit Weib und Tochter und dem Steuermann herausgegangen, habe sich anbetend auf die Erde niedergeworfen und einen Altar errichtet. Nachdem er auf diesem den Göttern geopfert habe, sei er mit den aus dem Schiffe Gegangenen verschwunden. Die im Schiffe Zurückgebliebenen seien, als Xisuthros mit jenen nicht wieder zurückkam, ebenfalls herausgetreten und hätten ihn gesucht, indem sie ihn mit Namen riefen. Er selbst sei ihnen dabei zwar nicht wieder sichtbar geworden, es sei aber eine Stimme vom Himmel gekommen, welche ihnen zurief, gottesfürchtig zu sein, denn auch er selbst sei wegen seiner Gottesfurcht dazu gekommen, mit den Göttern zu wohnen. Derselben Ehre seien aber auch seine Frau und Tochter und der Steuermann teilhaftig geworden. Er befahl ihnen aber auch, daß sie wieder nach Babylon zurückkehren sollten und daß es ihnen bestimmt sei, die Schriften aus Sippar, zu entnehmen und unter den Menschen zu breiten. Die Stelle, wo sie seien, sei in Armenien.

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ver

1) Wohl Bel.
2) In der Vollmondnacht des Monats Sivan.

) S. 47. In Sippar liegt Wortspiel mit sepher (šipru) Offenbarungsbuch (vgl. das biblische Kirjat-sepher), s. S. 43 und vgl. S. 241 Anm. 2.

Als jene das gehört, hätten sie den Göttern geopfert und seien zu Fuß zu Lande) nach Babylon (!) gezogen. Von dem Schiffe, das sich dort niedergelassen, sei aber noch etwas in den Bergen der Gor

dyaier in Armenien übrig, und manche schabten Asphalt davon ab und brauchten ihn als Schutzmittel gegen Krankheiten.

So seien jene nach Babylonien gekommen, hätten die Schriften aus Sippar entnommen, viele Städte

und Heiligtümer geAbb. 75: Altbabylonischer Siegelzylinder.

gründet und Babylonien besiedelt.

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Der keilinschriftliche Sintflutbericht 1. Gilgameš ist jenseits der Gewässer des Todes auf der ,,Insel der Seligen“ bei seinem Urahn Ut-napištima. Der erzählt ihm die Geschichte:

Ut-napištim sagte zu ihm, zu Gilgameš:

Ich will dir eröffnen, o Gilgameš, die verborgene Sache, 10 und ein Geheimnis der Götter will ich dir ansagen.

Šurippak, die Stadt, die du kennst, [die am Ufer) des Euphrat gelegen ist, jene Stadt besteht seit alters, die Götter in ihr einen Flutsturm zu machen trieb ihr Herz an die großen Götter. (Es war) ihr Vater drinnen Anu, ihr Berater der Held Bel, ihr Herold Ninib, ihr Führer En-nu-gi.

„Der Herr der Weisheit", Ea, .... (?) mit ihnen 20 und erzählte ihre Rede einem kikkišu (Rohrzaun?) 3 :

„O kikkišu, kikkišu, o igaru, igaru (Wand),

1) Eingearbeitet in die XI. Tafel des Gilgameš-Epos (Bibliothek Asurbanipals; literarische Spuren lassen sich bis in die Hammurabi-Epoche verfolgen; wir haben ein verwandtes Fragment aus der Zeit Ammizadugas, ca. 2100). Übersetzt zuletzt KT ? 84 ff., vgl. Jensen KB VI, 230 ff.; die Literatur Nikel, Genesis und Keilschrift f. 176.

2) So definitiv zu lesen; ein altbabylonisches Fragment des Epos MVAG 1902, iff. schreibt U-ta-na-pi - iš - tim; der Name bedeutet wahrscheinlich: „er sah das Leben“ (Jensen). Die beiden Abb. 74 und 75 sollen hier lediglich als Material beigegeben werden. Man hat sie von jeher mit dem altbabylonischen Gilgameš-Mythenkreis in Zusammenhang gebracht.

3) Nach Z. 196 sendet er eine Traumvision.

30...

kikkišu, höre, igaru merke auf!!
O Mann von Šurippak, Sohn des Ubaratutu,
reiß ein (?) das Haus, baue ein Schiff,
laß Hab und Gut, sorge für das Leben
gib preis die Habe, rette das Leben;
bringe hinein lebende Wesen aller Art in das Schiff.
Das Schiff, das du bauen sollst,
. . Ellen (?) werden gemessen seine Maße,

Ellen (?) werden entworfen (?) seine Breite und seine Länge.

auf den Ozean laß es herab (?) ?." Ich verstand es und sprach zu Ea, meinem Herrn: „reiß ein (?), mein Herr; was du so befahlst, beachtete ich und werde es ausführen. Aber was (?) soll ich sagen der Stadt, dem Volke und den Ältesten?" Ea tat den Mund auf, indem er sprach, er sagte zu mir, seinem Knecht: „Du sollst so zu ihnen sagen:

,,„Weil Bel mich haßt, 40 will ich in eurer Stadt nicht wohnen,

auf der Erde Bels nicht (länger) weilen, zum Ozean will ich hinabgehen, bei Ea, meinem Herrn zu wohnen. Über euch werden sie (die Götter) regnen lassen Fülle. [...

.] Vögeln, Beute an Fischen, [..

.) Ernte [Einen Zeitpunkt hat Ea (Šamaš:) festgesetzt (?) 3,) „die den kukku

regieren (werden an einem Abend regnen lassen) über euch einen ..... Regen.“

[Sobald etwas vom Morgenrot) erschien

ca. 7 Zeilen verstümmelt. der Starke ... ... brachte das zum Bau Nötige. Am fünften Tage entwarf ich seine Gestalt.

Nach dem Entwurf (??) waren 120 Ellen hoch seine Wände

140 Ellen erreichte der Rand seines Daches. 60 Ich warf hin (zeichnete) seinen .... (das Schiff) selbst zeichnete ich.

Ich baute es () in 6 Stockwerken ),
teilte es in 7 Abteilungen.
Sein Inneres teilte ich in 9 Abteilungen.
Die šikkat (7) begoß ich mit Wasser in seinem Innern.
Ich verfertigte (?) mir ein Ruder und legte die Geräte hin.

1) Nach Z. 195 hängt die rätselhafte Stelle mit Traumvisionen zusammen, die Ea dem babylonischen Noah zuteil werden läßt. Berosus sagt: Kronos sei ihm im Schlafe erschienen und habe ihm die Flut offenbart.

2) Nach Berosus bekam er noch den Befehl, Tafeln mit Aufzeichnung des Anfanges, der Mitte und des Endes aller Dinge in Sippar zu vergraben, s. S. 227. 241.

3) Nach Berosus Vollmondsnacht des Sivan, s. S. 227.

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