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Jahvist Priesterschrift 7. Jahve verschließt die 7, 166

Tür 8. Der Anfang der Sint- 7, 4

7, II fut

(40 Tage Regen) (Von der großen

Tehom und vom
Himmel her strömt

Wasser) 9. Die Überschwemmung 7, 17

7, 18—20 (Alles Trockne (Flut bergehoch, der Erde über- 15 Ellen über die schwemmt)

höchsten

Berge

hinaus) 10. Die Dauer

7, 4. 12. 17 und 7,24. 8,1–3. 5. 14 8, 6-12

(150 Tage wächst (40 u. 10 () Tage) das Wasser, im

ganzen dauert die

Flut 365 Tage) II. Ende der Flut

8, 26-34

8, 1-24. 36 — 5.

13a. 14-17 12. Das Verderben der 7, 22. 23

7, 21 Flut 13. Landung auf einem

8, 4 der Berge von Ararat 14. Aussendung der Vögel 8, 6–12 15. Noah und die Seinen

8, 15-19 verlassen die Arche 16. Noah bringt ein Opfer 8, 20. 17. Beschluß Gottes, keine 8, 21. 22

9, 8-11 Sintflut mehr anzu

! richten 18. Segnung der Gerette

:9, 147 ten 19. Aufrichtung des Bo

9, 12-17 gens als Bundeszeichen

i Mos 4 ließ durchblicken, wie die Sünde überhand nimmt. Auch 6, i ff. der „Engelfall“, aus dem Riesengeschlechter entstehen, schildert die Entartung. 6, 3 deutet an, daß Jahve auch andere Züchtigungen erwogen hat (Herabsetzung der Lebensdauer auf 120 Jahre), ehe er zum äußersten schreitet. So hängt die Sintflut mit der Geschichte der Urväter zusammen 1

Zu I.

1) S. 246 Anm. 1.

Ebenso bringt die babylonische Tradition die Sintflut mit den babylonischen Urkönigen zusammen. Die in das GilgamešEpos eingeflochtene Sintflutgeschichte weiß zwar nichts davon. Die Dichtung hat hier den Stoff frei verwendet. Aber aus Berosus konnte man früher bereits schließen, daß auch in Babylonien der Zusammenhang bestand. Xisuthros ist der letzte der zehn Urkönige und die Verbindung mit den Weisen der Urzeit ist dadurch hergestellt, daß nach Berosus Xisuthros vor der Flut Schriften in Sippar? vergrub, die dann von den Angehörigen des babylonischen Noah ausgegraben und unter den Menschen verbreitet wurden.

Als Höhepunkt in einer Reihe von Strafgerichten erscheint die Sintflut in der Seite 233 unter b) erwähnten Gruppe von babylonischen Mythendichtungen. Ein wahrscheinlich aus Sippar stammendes Epenfragment, das laut Unterschrift in die Zeit des Ammizaduga? gehört, eines der Könige der HammurabiDynastie, und in dem der Held der Sintfut Atrahasis „der Erzgescheite“ heißt, läßt erkennen, daß der Sintflut andere Strafen

1) Das Töten der Tiere scheint nach den Worten Gottes am Ende der Flut zu dem Frevel zu gehören. Wir akzeptieren die ansprechende Vermutung Wincklers (F. III, 396 f.), daß das Gericht sich auch auf die Tierwelt bezieht (das Ende alles Fleisches ist gekommen) und finden den Sündenfall der Tiere in 6, 13: „siehe sie ruinieren die (1. hinnenâm mashitîm) Erde“. Vgl. hierzu S. 247 und vgl. Jubil. 5, 2: „Sie alle (auch die Tiere) verderbten ihren Wandel und begannen sich gegenseitig zu verschlingen." 2) S. 227.

In der Verbindung mit Sippar steckt einerseits ein Wortspiel mit šipru (sepher) „Buch“, andrerseits eine noch unbekannte religionsgeschichtliche Beziehung, die in der kultischen Bedeutung der Sonnenstadt Sippar zu suchen sein wird. Ein solches Vergraben der Tafeln kennt auch die jüdische Sage. Im slav. Henoch läßt Gott durch zwei Engel die Handschriften Adams und Seths vergraben, damit sie nicht in der Sintflut umkommen. Ebenso Vita Adae et Evae 49 f. (Kautzsch, Pseudepigr. 506 ff.). Eine persische Sintflutgeschichte bei Albiruni, Chronology (Sachaus Übersetzung S. 28), läßt Tahmûrath vor der Flut alle Bücher von wissenschaftlichem Inhalt verbergen, s. Boeklen 1. c. S. 35.

3) Die Erzählungen von Ea und Atrahasis repräsentieren vielleicht eine literarische Vermischung zweier Mythenstoffe. Die Sintfluterzählung gehört in das eigentliche Babylonien (der Schauplatz das Inundationsgebiet des Euphrat, Bel von Nippur der Herr der Sintflut, Šurippak der Wohnort des babylonischen Noah, Sippar nach Berosus der Aufbewahrungsort der heiligen Bücher, Babylon die Stadt, in die dann die Geretteten zurückkehren), während der Ea-Atrahasis-Mythus nach Eridu gehört. Jeremias, A. Test. 2. Aufl.

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vorhergegangen sind, und daß die Menschen gleichwohl von neuem sich vergangen hatten. Mit diesem Text hat H. Zimmern mit Recht eine andere Erzählung in Verbindung gebracht, die in Abschrift aus der Bibliothek Asurbanipals stammt und ebenfalls Atarhasis 1 zum Helden hat. Hier wie dort redet Atarhasis mit seinem Herrn, d. i. Ea. Er tritt wiederholt für die Menschen ein, angesichts des Jammers, den die Strafen (erst sechs Jahre Hungersnot, Dürre, l'nfruchtbarkeit, dann Fieberseuche, dann wiederum Mißwachs) über die Menschen gebracht haben, und erinnert daran, daß die Menschen doch von den Göttern geschaffen wurden. Die Verwandtschaft dieser Erzählung mit dem vorher erwähnten Fragment läßt mit Sicherheit darauf schließen, daß auch hier die Strafgerichte, die von Bel in der Götterversammlung verhängt werden, „weil [die Sünden) nicht abgenommen, sondern gegen früher sich noch vermehrt haben“, mit der Sintflut schließen. Der Zusammenhang des Flutgerichts mit anderen vorausgegangenen Gerichten, der in i Mos verwischt ist, findet sich also deutlich im babylonischen Mythenkreis.

Zu 2. 6,9: „Noah war ein gerechter und vollkommener Mann in seinen Wegen?, in Gemeinschaft mit Gott wandelte Noah." Die babylonische Erzählung setzt Z. 182 ff. voraus, daß Utnapištim um seiner Frömmigkeit willen gerettet wird. Ebenso setzt Berosus voraus, daß Kronos dem Xisuthros als einem Gottesfürchtigen im Traum erschien. Am Schluß erzählt er, Xisuthros sei entrückt worden und eine Stimme (Xisuthros?) habe aus der Luft den Geretteten befohlen, sie sollten gebührend gottesfürchtig sein, s. S. 227. Noah ,wandelte mit Gott“ wie Henoch 5, 24 S. S. 222. Die Rettung Noahs (= bab. Ut-napištim - Xisuthros) entspricht der Entrückung Henochs (= Enmeduranki). Sollte es eine Überlieferung gegeben haben, nach der auch der biblische Noah (er lebte nach 9, 28 noch 350 Jahre nach der Sintflut!) entrückt worden ist? Der Ausdruck bei J 6, 8 ,er hatte Gnade bei Jahve gefundenist spezifisch israelitisch.

Zu 3. Im babylonischen Bericht und bei Berosus geschieht die Offenbarung im Traum. Auch i Mos 6, 13 kann Traumgesicht gemeint sein. Die spätere jüdische Zeit hat in apokryphischen Dichtungen den Verkehr Gottes mit Noah ausgemalt.

1) Atarhasis ist Variante des Namens Atrahasis. 2) 1977 zu lesen, s. Winckler F. III, 396. 3) Zur Stimme bei der Himmelfahrt vgl. auch Apk 11, 12!

Zu 4.

i Mos 6, 14ff. Die Maße sind im babylonischen Bericht abweichend. Aber wie in der Bibel wird die Arche in Zellen geteilt Z. 63. Sechs Stockwerke Z. 61 könnte zu der biblischen Angabe 30 Ellen hoch stimmen.

Bei der Beschreibung der Arche 6, 14--16 ist der Text nicht in Ordnung. Daraus erklären sich die exegetischen Schwierigkeiten. Winckler hat durch einfache Umstellung der Worte den Sinn m. E. richtig hergestellt:

Mache dir einen Kasten aus gopher-Holz und verpiche ihn von innen und außen mit Erdpech. Und so sollst du ihn machen: 300 Ellen die Länge des Kastens, 50 Ellen seine Breite und 30 Ellen seine Höhe; nach der Elle sollst du ihn vollenden'. Ein Dach sollst du machen in den Kasten oben und eine Tür in seiner Seite anbringen. In Stockwerken ? sollst du den Kasten bauen, unteres, zweites und drittes (Stockwerk) sollst du ihn bauen.

In der babylonischen Erzählung wird Ctnapištim von den Leuten wegen des Baues des Kastens verlacht. Der Zug findet sich auch im Koran 11. Sure, und bei der Rettung Lots aus der Feuerflut i Mos 19, 14. Auch die außerbiblisch - jüdische Überlieferung redet davon, daß Noah verlacht wurde, wie der Talmud - Tractat Sanhedrin 323, Fol. 108 zeigt. Die Leute fragen hier Noah, ob eine Wasserflut oder eine Feuerflut kommen werde.

Zu 5. Die gerettete Menschheit ist in der Bibel (6, 18) auf Noahs Familie beschränkt, wohl im Interesse der Einheit des Menschengeschlechts, die von einem stammen soll, wie die vorsintflutliche Menschheit von einem, dem Adam. Im babylonischen Bericht wird Utnapištim entrückt. Die Menschheit stammt von den andern Geretteten ab, zu denen auch ein Hausverwalter und kunstgeübte Handwerker gehören. Der Jahvist bevorzugt die reinen Tiere 7, 2f. Die Unterscheidung zwischen reinen und unreinen Tieren kennt der gesamte Orient, speziell beim Opfer vgl. 8, 20. Der babylonische Noah nimmt seine ganze Habe mit, vor allem Gold und Silber, die Vorräte bei P beschränken sich auf Nahrungsmittel.

1) So auch bei assyrischen Maßangaben, z. B. XXX ina išten ammat, dreißig zu einer Elle (mit einer Elle gemessen) (Winckler).

2) P „Wohnsitz“. Die Arche ents cht dem dreigeteilten irdischen und himmlischen All, s. S. 8.

3) Sie werden hinter den Tieren aufgezählt; sie gehören zum Besitz, wie bei den Geschenken, die der Pharao i Mos 12, 16 Abraham überläßt: Schafe, Rinder, Esel, Knechte und Mägde.

Zu 7. Utnapištim verschließt das Tor. Die Bibel (J) betont 7, 16 die Fürsorge Gottes: Jahve verschließt die Tür 1.

Zu 8. Von der Schilderung vom Hereinbruch der Flut unterscheidet sich wesentlich die übrigens poetisch wundervolle Schilderung des babylonischen Berichts, die die Naturerscheinungen mythologisch als Götter darstellt: Neben Adad, dem Sturm- und Gewittergott, wirken die vier Planetengötter Nebo, Marduk, Nergal, Ninib und die der Unterwelt angehörigen Anunnaki, die mit ihren Fackeln die Szene beleuchten. Die von P benutzte Quelle hat das Hereinbrechen in ihrer Weise ebenfalls poetisch geschildert. V. ub ist ein Vers (Gunkel 131 f.) und nennt die große Tehom (der Ozean ist gemeint, aber der poetische Ausdruck soll an die Urflut erinnern) als eine der Quellen der Flut.

Zu 9. Die babylonische Flut umfaßt das gesamte geschaffene All bis zum Himmel Anus. Der biblische Bericht denkt in der vorliegenden Gestalt der Erzählung nur an die Erde. Aber es sind Spuren vorhanden, die zeigen, daß seine ,,Vorlage“ die Überflutung des gesamten Kosmos im Sinne hat. Der Ruheort (manoah), auf dem die Taube das Ölblatt entnimmt, ist im letzten Grunde der Gipfel des Weltberges, s. S. 250 u. vgl. S. 236.

Zu 10. Zur Sonnenzahl 365 bei P s. S. 221 Anm. 7. Die Zahlen sind bei J: 40 und 3 X 7. Die 40 ist die Zahl der Plejaden und bezeichnet die Regen- und Winterzeit, S. S. 62. Winckler F. III, 96 rechnet übrigens statt der 3 x 7 für die ,,alte Quelle“ 2 X 7 heraus, das wäre 2 x 7+ 40 = 54 Tage, die Zeit eines siderischen Doppelmonats, d. h. so lange wie die Sonne in einer der sechs Himmelsabteilungen weilt. Die 2 X 7 würden dann der babylonischen Flutdauer entsprechen; 7 Tage dauert die Flut, 7 Tage geht sie zurück.

Zu 12. Die ergreifende Klage über das Verderben der Flut (bab. Bericht Z. 133ff.) fehlt in der Bibel.

Zu 13. Die Wasser sinken. Die lange Zeit deutet auf den Weltberg dem ursprünglichen Sinne nach, s. S. 250. Die Ursache des šakak, der Beruhigung (nicht Sinken) des Wassers, ist der ruah, das ist derselbe Geist, der 1, 3 über den Wassern ,,brütet“ 2. In der Bibel P: Auf einem der Berggipfel von Ararat.Der

1) Oder ist mit Klostermann, Pentateuch S. 40 Jahve als Glosse aufzufassen, so daß auch hier Noah die Tür verschließt?

2) Winckler F. III, 399. In einer mythologisierten Erzählung würde ein Götterbote kommen.

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