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macht den Eindruck, als komme dem Pharao göttliche Verehrung zu.

i Mos 41, 29ff. Die Kornkammern in Ägypten für die Zeit der Teuerung. Ähnliche Vorgänge werden in der ägyptischen Literatur an folgenden Stellen berichtet:

1. An den Abhängen von Beni Hassan findet sich in den Inschriften, die Ameni, ein Beamter des Pharao L'sertesen I., bei Lebzeiten am Eingange seines Grabmals anbringen ließ, folgender Bericht:

„Es entstanden Jahre der Hungersnot. Da pflügte ich alle Äcker des Ziegengaus“ Besitztum des Ameni, bis zu seinen südlichen und nördlichen Grenzen. Ich ernährte seine (des Userteseni l'ntertanen, ich besorgte ihre Speise, so daß kein Hungriger unter ihnen war. Ich gab den Witwen ebenso, wie denen, die keinen Mann besitzen, nicht bevorzugte ich die Großen vor den Kleinen bei allem, was ich gab.

Wenn aber große Nilüberschwemmungen entstanden, die Getreide und Spelt und alle möglichen anderen Sachen bringen, so nahm ich nicht den Rückstand des Ackersmanns ?.“

2. Die Inschrift eines Grabdenkmals in El-kab, die einem gewissen Baba gilt (veröffentlicht bei Lepsius, Denkmäler), sagt:

„Ich sammelte die Ernte ein als ein Freund des Erntegottes. Ich war wachsam in der Zeit des Säens. Als aber eine mehrjährige Hungersnot ausbrach, verteilte ich der Stadt in jedem Hungerjahre Getreide.“

3. Eine ägyptische Hungersnot aus dem Anfang des 13. nachchristlichen Jahrhunderts schildert Abdallatif (de Sacy, Abdallatif S. 360 ff.) mit allen ihren Schrecken. Eine siebenjährige Hungersnot soll zum letzten Male für die Jahre 1064 bis 1071 unsrer Zeitrechnung unter dem Chalifat von El-Mustansir Billah nachzuweisen sein?.

Weitere Beispiele sind S. 393f. aufgeführt.

Josef Janhamu? Wenn Josef im Sinne der spätägyptischen Überlieferung zu Amenophis IV. gehört (vgl. die S. 405 f. besprochene Verwechslung, die Osarsiph-Josef mit Moses zusammenbringt), so erklärt

der von Straße zu Straße geht, um Kunden zu suchen, unter den selbständigen, nicht leibeigenen und nicht im Dienst des Staates stehenden Handwerkern. Die Museen zeigen uns kunstvoll gearbeitete ägyptische Rasiermesser.

1) Veröffentlicht in Egyptian Explor. Found I, 8, Übersetzung nach G. Steindorff.

2; D. h. ich forderte nicht den in den Hungerjahren rückständig gebliebenen Pachtzins ein.

3) S. Sayce, Alte Denkmäler 60.

sich die Rolle, die Heliopolis (On) in der biblischen Josefsgeschichte spielt. Josef ist nach 41, 45 der Schwiegersohn des Hohenpriesters von On. Heliopolis-On aber, der Kultort, an dem der Sonnengott Ra unter dem Bilde der Sonnenscheibe (Aten) verehrt wurde, ist sicher der Ausgangspunkt der monotheistischen Reform gewesen. Auch der Name Potiphar (,,Geschenk des Sonnengottes Ra“), den der Hohepriester von On mit dem Käufer des Josef gemeinsam hat, würde im Sinne des Aten-Kultus zu erklären sein.

Vor allem aber gewinnt dann eine Gestalt hohe Bedeutung, die in den Tell-Amarna-Tafeln als Machthaber bedeutsam hervortritt. Es ist Janhamu, der Resident von Jarimuta. Dem Namen nach ist er ein Semit. Im kosmopolitischen neuen Reiche ist es nichts Seltenes, daß ein Ausländer zu hohen Ehren kommt. Wenn dieser Mann auch nicht identisch ist mit dem Josef der Tradition, wie man vermutet hat, so bietet doch sein Bild eine wichtige Illustration für die biblische Vorstellung von dem ägyptischen Josef und zeigt, daß das Milieu der Geschichte gut ägyptisch ist i

Dieser Janhamu verwaltet in den Briefen des Rib-Addi voi Gobal das Land Jarimuta, das für die Küstenländer des östlichen Mittelmeeres zurzeit die Kornkammer bildet. Nach den Briefen ist das Land vom Hafen von Gobal aus erreichbar, und man mußte sein Gebiet berühren, wenn man zur Hauptstadt Chut-Aten wollte, es liegt also im Nildelta? Möglich, dass es identisch ist mit der Landschaft Gosen 3, jedenfalls lag es in der Nähe. Janhamu ist ein semitischer Name. Er kennt die Verhältnisse in Kanaan, der Statthalter von Jerusalem bittet einmal, Janhamu möchte nach Jerusalem gesendet werden, dort

1) Marquart 1. c. S. 680 hat zuerst mit Nachdruck darauf aufmerksam gemacht. Er zieht freilich Folgerungen, bei denen für den historischen Kern der biblischen Überlieferung nicht viel übrig bleibt. S. ferner H. Winckler KAT: S. 211 und Abraham als Babylonier, Josef als Ägypter.

2) C. Niebuhr MVAG 1896 S. 208 ff. hat die Bedeutung von Jarimuta bestimmt: er identifizierte es mit dem gesamten Vildelta, was natürlich aufzugeben ist.

3) H. Winckler F. III 215 hat es wahrscheinlich gemacht, daß die biblische Überlieferung davon weiß. Jos 10, 41 = 12, 16 nennt das ganze Land Gosen“ unter den Eroberungen Josuas. Das ist natürlich ein Einschub. Aber wie ist er entstanden. Da in Kap. 10 die Eroberung von Jarmut erzählt wird, so könnte das einen Leser, der die Bedeutung des Namens Jarimuta = Gosen gekannt hat, veranlaßt haben, den Zusatz zu machen.

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Ordnung zu schaffen. Im ägyptischen Reiche verfügte er als Bevollmächtigter des Königs über unumschränkte Gewalt. Von ihm hängt es ab, ob die Kornkammern für die Bittenden geöffnet werden. Silber und Holz, ja Knaben und Mädchen müssen gesendet werden, wenn man Getreide aus Jarimuta haben will. Wir geben einige Stellen aus den Briefen wieder, die Janhamu und die Kornkammern von Jarimuta betreffen:

In Nr. 69 (Winckler, Keilinschriftl. Biblioth. V) heißt es: „Janhamu ... nahm für Silber ihre Söhne .... nach dem Lande Jarimuta“. Und vorher: „Was soll ich meinen Bauern zu essen geben? Dahin sind ihre Söhne, Töchter und das Holzwerk ihrer Häuser, weil wir sie nach Jarimuta geben mußten für unsern Lebensbedarf. Ferner höre der König die Worte seines getreuen Knechtes und schicke Getreide in Schiffen zur Erhaltung seines Knechtes und seiner Stadt.“ Nr. 74: .. alles wurde weggegeben nach Jarimuta für meinen Lebensbedarf.“ Nr. 79 (vgl. Nr. 69): „Dahin sind Knaben, Mädchen, das Holz der Häuser, weil sie gegeben wurden nach Jarimuta für Nahrung (Nr. 69: zur Erhaltung ihres Lebens).“ In Nr. 61 wird vorausgesetzt, daß eine Geisel, von Rib-Addi von Gobal dem Pharao gesandt, in dem Hause des mächtigen Janhamu geblieben ist.

Die Züge der Josefsgeschichte, die von den Brüdern berichten, die als Geiseln zurückbleiben sollen, und die Sorge um den Knaben Benjamin stimmen zu dem Inhalt dieser Briefe. i Mos 47, 13 ff. wird die Agrarpolitik Josefs geschildert, die auffällig an die des Janhamu erinnert.

Die Investitur Josefs 41, 42 ff., sowie die i Mos 43, 32 vorausgesetzten Speisesitten sind spezifisch ägyptisch, s. Gunkel z. St., Holzinger 2. St. Die Namen 41, 45 750 PS und nos sind beide gut ägyptisch. Der erste bedeutet nach Steindorff: „Es spricht Gott und er lebt“, der andre bedeutet Ns-nt, d. i. die der Göttin Neit (Lokalgöttin von Sais) gehörige. Nach Spiegelberg l. c. 53 sind die Namen Potiphar und 1939 Tips vor der 20. Dynastie (1200 v. Chr.) nicht nachweisbar, wohl aber der N

אָסְנַת

i Mos 44, 2. 5. 15 erscheint der Becher Josefs als Zauberbecher'. Es ist Josefs gewöhnlicher Trinkbecher. Aber 44, 15 wird vorausgesetzt, daß er sich auf die schwarzen Künste versteht?.

1) S. Dillmann z. St. und vgl. Hunger, Becherwahrsagung bei den Babyloniern in Leipz. Semit. Studien I, 1, S. 4. Die gnostischen Naassener bringen den Becher Anakreons mit dem Becher Josefs in Verbindung, s. Müller, System der Kosmologie 211.

2) Vgl. H. Winckler, Abraham als Babylonier und Josef als Ägypter, der aus der Darstellung Josefs als eines Ägypters weitgehende Schlußfolgerungen für den Sinn der Erzählung zieht.

Die Söhne Jakobs in Ägypten. Von dem lebhaften Verkehr zwischen Syrien und Ägypten war S. 297 ff. die Rede. Die „Fürstenmauer“ diente zur Abwehr ungebetener Gäste? Das Asiaten in Hungerszeiten in Ägypten Hilfe suchten und fanden, wird in den Texten des neuen Reiches nicht selten bezeugt 2:

1. In den Amarna - Texten werden wiederholt ägyptische Kornkammern erwähnt, aus denen kanaanäische Leute Getreide holen, s. oben S. 392. Vgl. i Mos 41, 54: „Es ward eine Teuerung in allen Landen, aber in ganz Ägyptenland war Brot.“

2. Im Fragment einer Ansprache eines hohen Beamten unter Haremheb (um 1360 v. Chr.) ist von Barbaren die Rede, „die nicht zu leben wissen"; sie werden den Unterbeamten übergeben mit der Anweisung, ihnen eine Überschreitung der ihnen angewiesenen Gebiete nicht zu gestatten.

3. Im Papyrus Anastasi VI, 4, 14ff. berichtet ein ägyptischer Beamter: „Wir haben die Beduinenstämme von Edom die Merneptah-Festung nach den Teichen des Merneptah passieren lassen, um sich und ihr Vieh zu ernähren auf dem großen Weideland des Pharao, der schönen Sonne aller Länder 3."

4. Nach dem Abschluß des Staatsvertrags zwischen Ramses II. und den Hettitern (S. 302) schickt Ramses II. bei einer Landeskalamität den Hettitern Schiffe mit Korn, Mar. Karn. 53, 24, s. Erman, Ägypten S. 707.

i Mos 46, 34, s. S. 405 Anm. 1.

i Mos 47, 7f. Die Landschaft, die den syrischen Hirten eingeräumt wird, heißt nach der jahvistischen Quelle Gosen. Sie liegt im Delta. Es war fruchtbares Weideland (47, 6), wohl geeignet für die hebräischen Schafzüchter (46, 34). An zwei Stellen des jahvistischen Berichts sagt die Sept. statt Gosen „Distrikt der Stadt Gosen in Arabien" (1 Mos 45, 10; 46, 34). Diese Stadt Gosen ist durch die Ausgrabung Navilles sicher identifiziert mit der ägyptischen Stadt Gsm an der Stelle des heutigen

1) S. oben S. 297. Vgl. Müller, Asien und Europa 102; ZDPV VIII, 217. Brugsch, Die biblischen sieben Jahre der Hungersnot, meint, daß die ,,Mauerwüste“ (midbar-sûr) 2 Mos 15, 22 nach dieser Mauer benannt war.

2) Zu den Hungersnöten Ägyptens s. S. 390.
3) S. Spiegelberg, Der Aufenthalt Israels in Ägypten, S. 24f.

Es folgen nach einer Lücke „die andern Namen der Stämme, die die Festung des Merneptah passierten'.

Şaft el Henne, östlich vom Nilarme Bubastis, der Hauptstadt der ägyptischen ,,Provinz Arabien", die den religiösen Namen „Gau des Gottes Spt“, „der die Sinaibewohner schlägt“ führt ?.

Allerdings läßt sich nicht beweisen, daß das Gosen des Jahvisten mit dem ägyptischen Gsm identisch ist. Aber der Zusammenhang des jahvistischen Berichts weist auf dieselbe Gegend: eine Landschaft im Osten des Reiches diesseits der auf der Landenge von Suez gelegenen Grenzfestungen; jenseits derselben ist unfruchtbare Wüste?.

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Wenn der Priesterkodex die Gegend das „Land des Ramses“ nennt (1 Mos 47, 11), so ist das ebenso zu beurteilen wie die Angabe der griechischen und memphitischen Übersetzung 1 Mos 46, 28: Pethom, Stadt im Lande des Ramses. Es sind hier Namen aus dem Bereiche der späteren Ereignisse (die bedrückten Hebräer sollen Pithom unter Ramses gebaut haben) in den Bericht später eingetragen worden. Sept. nennt auch den Ort der Begegnung, dort, wo der hebräische Text des Jahvisten einfach Gosen sagt i Mos 46, 28: bei der Stadt Heroon im Lande des Ramses, während die memphitische Übersetzung „nach Pethom, der Stadt im Lande von Ramasse“ und im v. 29 „in die Gegend der Stadt Pethom“ sagt. Durch die Ausgrabungen Ed. Navilles 3 in Tell el Mas

1) Der Name im modern. Saft erhalten, s. Art. Gosen in RPTh3. *) S. zu Jarimuta

Gosen S. 391. 3, Vgl. Naville, The store city of Pithom and the route of Exodus, London 1888; Steindorff, Artikel Gosen in RPTh3.

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