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465ff., die jetzige Reihenfolge aus der Reihenfolge der den Tierkreisbildern entsprechenden Monatsgötter (.,Engel des Tierkreises“ s. Henoch cp. 82; Apk 21, 12) zu erklären, halte ich nicht für geglückt. *

i Mos 49, 23 f., s. S. 363; 49, 25, s. S. 175.

* i Mos 50. Der Trauerzug entspricht einem TammuzBegräbnis. Der Tote wird wiederkommen. Auf dein Heil harre ich, Jahve", hat Jakob gesagt 49, 18! Ich schlage vor 50, 10f. statt 7587 ;* zu lesen 777 ;, „Hadad - Tenne" (absichtliches Verderben des heidnischen Namens). Es ist eine siebentägige (50, 10) Tammuz-Osiris-Klage wie die Klage um Josia Sach 12, II (vgl. 2 Chr 35, 24f.), dessen Wiederkunft als Erretter man erwartete. Zur Ägyptertrauer s. S. 407. *

i Mos 50, 26, s. S. 386.

Achtzehntes Kapitel.
Der Auszug aus Ägypten.

Wie die Geschichte Abrahams mit Babylonien, so ist die Geschichte Jakobs mit Ägypten verbunden. Nach der Erzählung 2 Mos i haben in Gosen im Delta nomadisierende Hebräer allmählich eine Gefahr für Ägypten gebildet, wie die nomadisierenden Aramäer und Chaldäer später für Assyrien?. Darum hat einer der Pharaonen die arbeitsfähigen hebräischen Grenzbewohner unter strenge Aufsicht gestellt 3 und zu Fronarbeiten benutzt, wie wir dergleichen oft von assyrischen Königen erfahren (vgl. Abb. 127 und 128). 2 Mos i ff. erzählt nun, wie die Hebräer unter der Führung Mosis den „Auszug aus Ägypten“ erzwungen und das Joch abgeschüttelt haben.

Die ägyptischen Denkmäler berichten nichts über den Aufenthalt der Israeliten in Ägypten und über den Auszugt Stade sagt: „Wir werden Genaues über Israels Befreiung nur erfahren, wenn die Steine Ägyptens weiter reden wollen.“ In der Tat sind aus der in Betracht kommenden Gegend bisher nur sehr wenig

1) Mitten in den Tierkreis-Motiven. Das ist sehr zu beachten. Der Tierkreis stellt den Kreislauf dar, der den Weltenfrühling bringt, s. S. 23; 27; 385 Anm. 3; 395.

2) Gegen Stades ganz unverständliche Ansicht, in dem dicht besiedelten Ägypten sei für ein fremdes Nomadenvolk mit seinen Herden so wenig Platz gewesen, wie etwa im „deutschen Reiche“, s. Winckler, Krit. Schr. I S. 28 f.

3) S. S. 393 Nr. 2; 407. Zum Frondienst vgl. S. 366 Anm. 2.

*) Das prachtvoll gedruckte Buch eines gewissen Forster, der die Entdeckung von Niederschriften Mosis und der Kinder Israels während

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Abb. 127: Assyrische Fronarbeiter beim Transport eines Stierkolosses.

Relief aus Khorsabad.

Denkmäler zutage getreten. Aber auch wenn zeitgenössische Nachrichten aus dem Delta vorhanden wären, ist es nach allem, was wir von den uns zugänglichen Nachrichten über den alten

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Abb. 128: Kriegsgefangene Asiaten, rechts oben der aufsichtführende Fronvogt

(Aus Spiegelberg, Aufenthalt Israels in Ägypten).

Orient wissen, sehr unwahrscheinlich, daß Ereignisse wie der Exodus Gegenstand eines Berichts sein würden 1.

Die ägyp

ihres Wüstenaufenthaltes in den nabatäischen Inschriften findet, bildet ein fast unglaubliches Beispiel für die reklamehafte Apologetik, durch die die Denkmalforschung in Mißkredit gebracht worden ist.

1) „Die assyrischen Nachrichten sind viel ausführlicher, unendlich viel genauer in ihren Angaben über die politischen Ereignisse ihrer Zeit, Jeremias, A. Test. 2. Aufl.

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tischen Historiographen vermeiden ängstlich, Ereignisse, die für Ägypten demütigend sind, zu berichten. Selbst der gewaltsame Tod des Pharao (der übrigens aus der Erzählung gar nicht unbedingt hervorgeht?), würde nicht erzählt werden? Grade über den Tod der Pharaonen erfahren wir selten etwas.

Aber wenn auch die ägyptischen Staatsurkunden nichts über den ,,Auszug“ berichten, so hat sich doch in sagenhaften Überlieferungen eine Erinnerung an die Hebräer in Ägypten erhalten.

1. Die Austreibung der Aussätzigen. Hekatäus von Abdera (Zeitgenosse Alexanders des Großen) erzählt nach Diodorus Siculus 40, 3: „Es lebten viele Fremde unter den Ägyptern und dienten den Göttern in anderer Weise als diese. Eine Pest, von welcher das Land heimgesucht wurde, war den Ägyptern ein Zeichen dafür, daß die Götter über den Verfall der ägyptischen Gottesverehrung zürnten. Sie vertrieben daher alle Ausländer; ein Teil der letzteren zog unter der Führung Mosis nach Judäa und gründete dort die Stadt Jerusalem.“

Manetho, Priester und Tempelschreiber zu Heliopolis zur Zeit der ersten Ptolemäer, erzählt nach Josephus contra Apionem I, 26f.3: „König Amenophis wünschte, gleich einem seiner Vorfahren, Namens Horos, des Glückes teilhaftig zu werden, die Götter zu schauen. Ein weiser Mann, welchem er sein Verlangen mitteilte, erklärte ihm, daß sein Wunsch nur dann gewährt werden könne, wenn er ganz Ägypten von den Aussätzigen und übrigen Unreinen befreie. Infolgedessen ließ er alle mit Körpergebrechen Behafteten, 80 000 an Zahl, aus dem ganzen Lande zusammenbringen und in die Steinbrüche östlich vom Nil zwischen diesem und dem roten Meer abführen, wo sie schwere Arbeit verrichten mußten. Auf ihre Bitte gestattete er ihnen indes später, sich in der von den Hyksos verlassenen Stadt Avaris anzusiedeln. Hier nun machten sie einen ehemaligen heliopolitanischen Priester Namens Osarsiph zu ihrem Anführer und schwuren ihm unbedingten Gehorsam. Die erste Sorge

aber nicht einmal dort würde man dergleichen erwarten können, geschweige denn in dem Phrasenschwulst der ägyptischen Annalen. Man mache sich nur klar, was das Ereignis immer seine Geschichtlichkeit in den Formen der Exodus-Erzählung vorausgesetzt für Ägypten bedeutet oder besser, was es nicht bedeutet hätte.“ Winckler, Krit. Schriften I, 27.

") Höchstens bei J könnte davon die Rede sein. 15, 4 spricht für das Gegenteil, Ps 136, 15 beweist nichts (s. Hummelauer, Rev. des quest. hist. 1891, 358). Vgl. übrigens S. 345 zu 1 Mos 14.

2) Wir werden sehen, daß Merneptah II. in Betracht kommt. Sein Grab lag in Theben in Biban-el-Moluk, wurde aber schon zu den Zeiten der Griechen geöffnet, s. Miketta, Der Pharao des Auszuges, S. 45. Das Fehlen der Mumie beweist nichts. Nach einem Nilhymnus ist er in hohem Alter gestorben, s. Wiedemann, Ägypt. Gesch. 477.

3) Nach I, 16 stammten diese Erzählungen aus unverbürgten Überlieferungen (αδεσπότως μυθολογούμενα).

Osarsiphs, welcher seinen Namen jetzt in Mose umgewandelt haben soll, ging dahin, einer etwaigen neuen Verschmelzung der Aussätzigen mit den Ägyptern entgegenzuarbeiten. Daher erließ er Gesetze, wonach die Aussätzigen mit keinem außerhalb ihrer Genossenschaft Stehenden Gemeinschaft pflegen, keine Götter anbeten und der von den Ägyptern als heilig verehrten Tiere sich nicht länger enthalten, sondern sie schlachten oder sonst töten sollten. Nachdem er hierauf auch noch die Stadt Avaris stark befestigt hatte, traf er alle Vorbereitungen zu einem Kriege gegen Amenophis und verbündete sich zu dem Ende mit den Hyksos in Jerusalem, von welchen er mit einem Heere von 200000 Mann unterstützt wurde. Auf die Nachricht hiervon sandte Amenophis seinen erst fünfjährigen Sohn Sethos, der auch Ramesses hieß, zu dem ihm befreundeten Könige von Äthiopien, um ihn dort in Sicherheit zu wissen, und trat dann selbst an der Spitze von 300 000 Mann den Aufständischen entgegen, wagte aber schließlich keine Schlacht, sondern zog sich erst nach Memphis, dann nach Äthiopien zurück. Ägypten war hierdurch der Gewalt der verbündeten Aussätzigen und Hyksos preisgegeben, und diese wüteten gegen alles, was den Ägyptern heilig war. Nach Verlauf von 13 Jahren (!)" aber kehrte Amenophis mit seinem Sohne Ramesses an der Spitze zweier großer Heere nach Ägypten zurück, schlug die Verbündeten und trieb sie bis an die syrische Grenze." In diesen Aussätzigen sah Manetho, so fügt Josephus hinzu, die Vorfahren der Israeliten.

Lysimachus von Alexandrien (ca. 70 v. Chr.) berichtet nach Josephus contra Apionem I, 34: Zur Zeit des Königs Bokchoris ? habe das Volk der Juden, welches aus Aussätzigen, Krätzigen und anderweitigen Kranken bestand, in den ägyptischen Tempeln gelagert und gebettelt. Auf Weisung des Gottes Amon habe Bokchoris die Aussätzigen und Krätzigen im Meere ertränkt, die übrigen in die Wüste getrieben. Diese letzteren seien nun unter Führung Mosis nach Judäa gezogen und hätten dort die Stadt Jerusalem gegründet.

2. Die Austreibung der Hyksos. Manetho erzählt nach Josephus contra Apionem I, 14 vgl. Eusebius, praep. evang. X, 13: „Unter der Regierung des ägyptischen Königs Timaos seien Fremde von unberühmtem Geschlecht, welche von einigen für Araber gehalten würden und jedenfalls Hirten oder Nomaden waren, in Ägypten eingefallen. Sie eroberten das Land, zerstörten die Tempel, mißhandelten die Eingeborenen und machten einen aus ihrer Mitte, Namens Salatis, zum Könige. Dieser wählte sich Memphis zur Residenz, forderte in Unter- und Oberägypten Tribut ein und hielt das Land durch Besatzungen, welche er in die wichtigeren Orte legte, in Gehorsam. Die Ostgrenze des Landes befestigte er gegen etwaige Einfälle der Assyrer und baute namentlich eine im saitischen Nomos 3 auf der Ostseite des bubastischen Nilarmes gelegene Stadt, welche nach einer alten Göttersage Avaris hieß, zu einer sehr starken Festung aus, der er eine Besatzung von 240000 Mann gab und welche den Hauptstützpunkt seiner Macht gebildet zu

) Zum Motiv der 13 s. S. 61.
2) S. S. 406.
3) Nach Julius Africanus und Eusebius im sethroitischen Nomos.

haben scheint. Diese eingedrungenen Fremdlinge wurden Hyksos genannt. Nachdem die Hyksos 511 Jahre lang geherrscht hatten, empörten sich die einheimischen Dynastien der Thebais und der übrigen Landesteile und begannen einen großen und langwierigen Krieg gegen sie. Endlich gelang es dem Könige Alisphragmuthosis (Misphragmuthosis), sie zu besiegen und in einem Orte einzuschließen, welcher Avaris hieß und einen Umfang von 10000 Tagwerk hatte. Da sie Avaris zu einer starken Festung ausbauten, so waren sie nicht mit Gewalt daraus zu vertreiben. Nur auf gütlichem Wege konnte sie Thummosis (Tethmosis), der Sohn Alisphragmuthosis zum Abzug bestimmen: 240 000 Mann stark zogen sie mit ihrem Besitztum nach der syrischen Wüste, ließen sich in dem nachmaligen Judäa nieder und gründeten die Stadt Jerusalem."

Ptolemäus Mendesius (Anfang des 1, nachchr. Jahrh.) sagt, daß Israel unter dem Pharao Amosis (Eusebius, praep. ev. 10, 10, 11)' ausgezogen sei. Und Apion bei Josephus contra Apionem II, 2 beruft sich auf ihn mit seiner Angabe, daß Mose aus Heliopolis im 1. Jahre der 7. Olympiade, d. i. 752 v. Chr. 110 000 Aussätzige, Blinde, Lahme und sonstige Kranke innerhalb sechs Tagen nach Judäa geführt habe; diese Ausgewanderten oder Vertriebenen waren die Juden.

Chairemon von Naukratis (1. nachchr. Jahrhundert) berichtet in seinem Werke Aiyvaraná nach Josephus contra Apionem I, 32: Amenophis habe 250 000 Unreine und Bresthafte aus Ägypten vertrieben. Die Ausgetriebenen wandten sich unter Führung der Schriftkundigen Tisiten d. i Moses und Peteseph d. i. Josef nach Pelusium, trafen dort 380 000 Leute, welchen Amenophis ein weiteres Vordringen in Ägypten nicht gestattete, verbündeten sich mit ihnen und nötigten Amenophis zur Flucht nach Äthiopien. Erst sein Sohn Ramesses (andere Lesart Messenes), welcher gerade während der Flucht seines Vaters geboren war, habe, zum Manne herangereift, die Juden, 300000 an Zahl, aus Ägypten vertrieben und bis nach Syrien verfolgt.

Diodorus Siculus 34, i läßt die Juden als Fluchbeladene, mit der weißen Krankheit und dem Aussatz Behaftete aus Ägypten vertrieben worden sein; Tacitus, hist. V, 3-5 bezeichnet dies als die Annahme der meisten und datiert die Vertreibung aus der Zeit des Königs Bokchoris.

In dieser doppelten Überlieferungsreihe verbirgt sich historische Erinnerung an Ereignisse, die uns die Bibel als den Auszug der Josefsleute erzählt?

1) Georgius Syncellus nennt den Auszugspharao „Amosis, der auch Tethmosis heißt".

2) Spiegelberg, Der Aufenthalt der Israeliten in Ägypten S. 13 vgl. 29 und OLZ 1904, 130 setzt die Hyksos-Dynastie 1700---1550 an. Einer der Hyksos-Könige hieß Ja'kob-hel (vgl. aber jetzt Ed. Meyer, Israel und seine Nachbarstämme S. 282), ein andrer trägt einen Namen, der Simeon gelesen werden kann. Zur Tradition des Josephus vgl. auch Lepsius, Chronologie der Ägypter 332. Die Einwanderung der Jakob-Söhne kann sehr wohl mit der Hyksos-Zeit zusammenfallen.

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