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am Horeb“ heißt1. Ebenso hat das Deuteronomium den Namen Horeb (zu 5 Mos 33, 2 s. sogleich).

Sinai heißt der Berg in den alten poetischen Stücken 5 Mos 33, 2 (,,Jahve kam vom Sinai her"; Parallelglied: ,,er glänzte auf von Se îr“) und Ri 5,4f.: „Als Jahve auszog aus Seir (Parallelglied: Edom, s. S. 371), da wankte vor ihm der Sinai.“ Vgl. Ps 68. Auch J nennt den Berg Sinai (zu Sinai bei P s. später); 2 Mos 19, II, 18 (Jahve fährt vom Sinai herab), 34, Iff.

Wo suchen diese Überlieferungen den Gottesberg? Es stimmt m. E. alles zu der Gegend von Kadeš Barnea. Hier ist Seir-Edom-Gebiet?. Dazu paßt die Angabe vom midianitischen Gebiet (197077 8 2 Mos 3, 1; Midian zu Mușr gehörig, s. S. 413) und auch die Angabe 2 Mos 3, 18 ,,drei Tagereisen weit“, wobei an gute Heerstraße zu denken ist.

Auch die Reise Elias' nach dem Gottesberge Horeb i Kg 19, 8 bietet keinen Widerspruch. Die 40-Zahl ist MotivZahl, sie ist zu beurteilen, wie die 40 Jahre bei P. Elias ist nach dem 1. Tage der Wanderung totmüde. Die alten Stellen 5 Mos 33, 2 und Ri 5, 2ff. machen es überdies gewiß, daß Elias in die Edom-Se îr-Gegend wandert.

Die späteste Quelle P spricht allein von der Wüste Sinai“. Die Stationenwanderung zum Gottesberg wird hier in die fernere Gegend, in den Süden der Sinai-Halbinsel, verlegt. Daran knüpft dann die spätere Tradition an, die als Sinai den Serbal (seit Eusebius; für das höhere Alter der Tradition sprechen die zahlreichen Inschriften in diesem Berggebiet 3) und den Dschebel Musâ (seit Justinian) bezeichnet. Die Verlegung in fernere Gegend entspricht der Vorliebe der späteren utopistischen Geographie, die aus dem nahal Musri den Nil, aus ‘eber hannahar das Euphratgebiet gemacht hat +.

^) 33, 6 „vom Berge Horeb“ gehört keinesfalls hierher. Die Konjektur, die die Worte in 33, 9 einfügt („So oft Moses zum Zelte kam, senkte sich die Wolkensäule herab vom Berge Horeb“) ist hinfällig, da diese fragmentarische Stelle ursprünglich gar nicht zu den Sinai - Erzählungen gehört, s. S. 442 f. Wir folgen Klostermanns Konjektur Pentateuch II, 448: 7710 : „Sie rissen sich ihren Schmuck ab, eilig machend das Herunterreißen."

2) Ri 1, 16 (4, 11) redet von den Söhnen des Keniters (Stamm Kain!), des Schwagers Mosis (4 Mos 10, 29 Hobab). Die Stelle wird zu J gerechnet. Dann wäre also auch nach J der Wohnsitz Jethro-Reguels nahe am israelitischen Gebiete zu suchen.

3) M. A. Levy in ZDMG 1860, 363 ff.; Lepsius, Denkmäler a. Ägypten u. Äthiopien VI, BI. 14—26. Die Inschr. b. Euting, Sinai-Inschr., Berlin 1891.

*) S. zu dem Thema und auch zum Folgenden Winckler F. III, 360 ff. * Der doppelte Name Sinai und Horeb wird im letzten Grunde auf eine kosmische Idee zurückzuführen sein. Der Gottesberg ist das Abbild des himmlischen Gottessitzes. Und dieser Gottesberg ist, wie wir S. 219. sahen, zweigipflig. Der kosmische Sinn würde mit Winckler l. c. in den Namen zu suchen sein: Sinai, dem Mond entsprechend (Cnterweltspunkt nach ägyptischer Rechnung), Horeb, der Sonnel (Höhepunkt des Kreislaufs in der heißen Region)? Die gleiche kosmische Bedeutung hat Ebal und Garizim (s. S. 23). Sobald diese kosmische Betrachtung in Kraft tritt, wird die geographische Lage gleichgiltig. Vielleicht erklärt sich hieraus die zwiefache Überlieferung. Ebal und Garizim als Berge der Gottesoffenbarung lagen auch nicht für jeden Erzähler bei Sichem, wie 5 Mos 11, 30 zeigt, wo sie bei Gilgal-Bethel, also ebenfalls bei einer Lokalisierung des Gottessitzes (s. S. 374f.) gesucht werden. *

Die Offenbarung aus dem brennenden Dornbusch 3, 2 ff. haben beide Quellschriften. Bei J verkündet Jahve's Engel, daß das Volk befreit werden soll. Bei E ruft Gott aus dem brennenden Dornbusch. Sie sollen ihm als dem Gott der Väter an diesem Berge huldigen. 3, 5:

,Tritt nicht näher herzu! Ziehe deine Schuhe aus, denn die Stätte, auf die du trittst, ist heiliger Boden.Es entspricht das nicht nur arabischer Sitte, die noch heute im Bereich des Islams herrscht. Šemot rabba zu 3, 5 sagt: Ebenso verrichten die Priester barfuß den Tempeldienst. Noch heute hat sich die Sitte beim Versöhnungsfest erhalten?

Der Dornbusch ist der Gottessitz. Er ist vom Gottesberge nicht zu trennen. 5 Mos 33, 16 (Mosessegen) wohnt Gott im Dornbusch. Das lodernde Feuer (labbat-eš mitôk ha-sene) ist dasselbe wie die Waberlohe, die i Mos 3, 24 den Zutritt zum Gottessitz verschließt 4. Das Lebenswasser in diesem Paradies finde ich in dem ,,Wunderfelsen am Horeb“ 2 Mos 17, 6.

.) hrb wie i Mos 3, 24, s. S. 219 „Waberlohe“ (am Nordpunkt des Weltalls); zu hrb Gluthitze vgl. Stellen wie i Mos 31, 40. Zu dem Gegensatz Horeb-Sinai s. auch S. 23, Anm. 1. Oder ist Horeb in der Bedeutung „Trockner“ als abnehmender Mond im Gegensatz zu Sin als zunehmendem Mond zu fassen? Die beiden Mondphasen prägen den gleichen Gegensatz aus, wie Sonne und Mond in Opposition.

2) Vgl. S. 334 Anm. 1. 3) S. Nathanael (Berl. Inst. jud. 1902, S. 79.

4) Vielleicht darf an die Variante vom verlorenen Paradies erinnert werden, wie sie in Märchenform im Dornröschen vorliegt.

5) S. 199f., vgl. den Anfang dieses Abschnitts S. 415 f.

Die Offenbarung des Namens Gottes bezeichnet ihn als Ich will werden, der ich bin", d. h. was Gott an sich ist, soll in den zukünftigen Geschehnissen offenbar werden, zunächst im Sinne der hier angekündigten Rettung. Du sollst zu den Israeliten sagen: ni hat mich zu euch gesandt.

Eine gewisse Analogie bietet die Geschichte der Entstehung des dodonäischen Orakels nach der Deukalion-Flut. Die Taubenpriesterinnen sagen: „Zeus war, Zeus ist, Zeus wird sein, o du großer Zeus“ (Zevs iv, Ζευς έστι, Ζευς εσεται, ώ μεγαλε Ζευς), Paus. Χ, 12, 10. Ähnlich die von Plutarch de Is. et Osir. c. 76 überlieferte Überschrift des Tempels zu Sais: 'Εγω ειμι το παν το γεγονος, και ον, και έσομενον.

2 Mos 3, 16 s. S. 331; 3, 18 s. S. 325.

2 Mos 5, 5. „Es sind viele und ihr wollt sie feiern lassen.“ Winckler, OLZ 1901, 249 verbessert den Text gut in „faul ist das Volk“ (0-97 statt 0937). Es wäre sonst kein Gegensatz. „Durch Arbeiten werden es doch nicht weniger; denn tot arbeitet sich kein Mensch im Orient.“

2 Mos 4, 2 erscheint der Hirtenstab Mosis als Schlangenstab (vgl. 7, 15 ff.). Es ist nicht der Wunderstab, den Moses v. 17 vgl. 20 bekommt (Stab Gottes). Zu dem letzteren vgl. S. 377. Hier zeigt sich zum ersten Male das Schlangensymbol, das als Symbolum der Gottheit in jenen Gegenden (vgl. das Schlangenmonument von Petra, S.458, die aufgerichtete Schlange 4 Mos 21, 8f., nehuštân 2 Kg 18, 4) bezeugt ist. Bedeutet die Verwandlung des Hirtenstabes Inaugurierung?

2 Mos 4, 14 (E) wird Moses „sein Bruder Aaron, der Levit" als Begleiter gegeben (vgl. 7, I und 4, 16: Moses ist Gott 2 und Aaron sein Sprecher, s. S. 410). „Der Levit“ ist hier Amtsname, und es ist sehr zu beachten, daß lawi' eine minäische Priesterklasse bezeichnet (S. 433). „Dein Bruder" (ahîka) mus nicht leibliche Verwandtschaft bezeichnen, an Stellen wie 4 Mos 8, 26 bezeichnet es den Priesterkollegen. Die Annahme, daß Aaron ein irinäischer Priester ist, der Moses begleitet, ist nicht von der Hand zu weisen", wozu auch die Namensform stimmen

2) Wir stimmen Wellhausen zu, der mit Ibn Ezra 1177für liest (s. Procksch 1. c. S. 65). Aber es wird nicht grammatische Form sein (17.707 im Munde Mosis und 1998 im Munde Gottes); vielmehr stammt die Lesung max u. E. aus einer Zeit, in der man bereits eine grammatische Form in dem Namen suchte. Die Aussprache des feierlichen Namens (s. S. 336) wird vielmehr Jehovah von jeher gewesen sein mit den Vokalen von ’Adonai (’Edonai).

2) Für die Bedeutung des „Gott sprach zu Mose“ ist das von Belang. Moses-Orakel sind Gottessprüche.

3) S. Nielsen, S. 138, den freilich die Quellen nicht kümmern. Die vom Redaktor benutzten Quellen vermischten bereits damit die andre Tradition, die bei J ausgeprägt ist, und die Moses und seine Familie mit Jeremias, A. Test. 2. Aufl.

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würde 1. Die Annahme würde weitgehende Konsequenzen haben und die Hypothese stützen, nach der der gesamte Opferkult auf Aaron zurückgeht und zunächst nichts mit der Thora Mosis zu tun hat, deren Charakteristikum Mi 6, 8 angibt 2.

2 Mos 4, 24 ff., s. S. 325 Anm. 2.

2 Mos 5, 1a 3, vgl. 7, 15 ff. (E) treten Moses und Aaron vor Pharao mit dem Spruch des „Gottes der Ebräer". Sie wollen in der Wüste (drei Tagereisen weit, am Horeb, s. S. 414f.) ihrem Gott opfern, damit er sie nicht überfalle mit Pest oder Schwert 3. 8, 25 macht Pharao das Zugeständnis: opfert eurem Gott im Lande (auf ägyptischem Gebiet). Der Gegensatz ist: sie wollen ,,eine Pilgerfahrt machen“ (jahoggû 2 Mos 5, 1)*; das Wort ist in dem arabischen Wort für Pilgerfest (hagg) noch heute lebendig, hebräisch ist es die Bezeichnung für alle drei Wallfahrtsfeste. Bei diesem Wallfahrtsfeste sollen Schlachtopfer und Brandopfer dargebracht werden 10, 25.

2 Mos 7, I S. S. 410. Moses ist Schweiger, Aaron Redner, wie bei den Ismaeliten jeder Mahdi ein şamit (Schweiger) ist und einen nâtiķ (Redner) hat. Es handelt sich auch hier um die das All repräsentierenden Gegensätze, wie wir sie z. B. S. 371 fanden

Die Pesa h-Feier. Was für ein Fest wollte man in der Wüste am Gottesberge feiern? Doch wohl das Pesah-Fest, das dann in der Auszugsnacht gefeiert wurde, nachdem sich die Wallfahrt durch die Weigerung des Pharao verzögert hatte. Die Terminangaben 12, i ff., die im jetzigen Text zu P gehören, werden auch für den Bericht des E anzunehmen sein: Am Vollmondstage des Neujahrmonats ist Pesah-Fest. Pesah heißt ,,Vorübergang“, babyl. nibiru. „Jahve geht vorüber 6“. Der astraltheologische Hintergrund kann von der Sonne oder vom Monde (nibiru

dem Stamme Levi verbindet, wofür die Genealogie 2 Mos 6, 16 ff. geschaffen wurde. Die Bezeichnung aḥ mag zu Hilfe gekommen sein.

1) Der Name ‘Aharon ist mit der Determination ôn (= ân) spezifisch minäisch, vgl. Salhân, “Alahân in den Inschriften ; vielleicht hat er in der Inschrift Euting 25 im Namen Aharón (Hommel) eine direkte Wiedergabe.

2) Erbt, Die Hebräer, S. 82. 3) Zu den Strafgerichten vgl. Ez 14, 21. *) J? der Begriff paßt in dieser Bedeutung sehr gut zur Erzählung von E. 5) S. Winckler, Ex oriente lux II, 1, S. 35.

6) Der Nachweis, daß die Entstehung der mosaischen Religionsformen sich in einer Umgebung vollzieht, die astrale Kultformen hat und zwar unter Hervorhebung des Mondes, ist das Verdienst von Nielsen.

*) Das schließt nicht aus, daß man auch an ein Wortspiel mit pašahu „besänftigen (die erzürnte Gottheit)" dachte, s. Zimmern, Beitr. 92.

der Sonne = Sommersonnenwende, nibiru des Mondes = Vollmond im kritischen Monat der Sonnenwende oder der Tagesgleiche, je nachdem, s. S. 34 f.) hergeleitet sein. Hier handelt es sich um den Mond. Die Neujahrsvollmondnacht ist „die Nacht der now für Jahve", d. i. die Nacht der Mondbeobachtung (massartu)' In dieser Nacht herrscht nach babylonischer Anschauung Ninib - Mars, dem der Nibiru-Punkt gehört; er heißt mušmît bûli, „, der das Vieh tötet“, darum opfert man erstgeborenes Vieh. Dem pesah des Gottes der Hebräer liegt die gleiche Vorstellung zugrunde. Jahve „geht auf“ (jöșe') über Ägypten, kulminiert (abartî) und schlägt die Erstgeburt (alle Erstgeburt, s. 2 Mos 13, 12f.), aber der Würger „zieht vorüber“ an den Häusern der Kinder Israel. Die Strafe, die bei Unterlassung des Opferfestes drohte 5, 3", trifft die Ägypter.

Das Vorüberziehen des Würgers wird 12, 7 durch Bestreichen der Türpfosten mit Blut erreicht.

1972 Türpfosten ist das ass. manzazu. Das Wort bedeutet „Standort“, als Türpfosten ,,Standort“ kat exochen, Standort der Gottheit. Die Obelisken am Tempeltor zu Theben heißen assyrisch manzazu, s. S. 494 Anm. 3. Was beim Tempel die Säulen am Eingang sind, s. zu 1 Kg 7, 15 ff. und vgl. Am. 9, 7, wo Säulen und Schwellen mit Altären in Verbindung gebracht sind, das sind beim Privathaus die Türpfosten. Darum hat zu 21, 6 „und es soll ihn sein Herr zum Gotte führen“ der Glossator hinzugefügt: „und er soll ihn zu der Tür oder zum Türpfosten führen"? Wenn die Israeliten am Hauseingange etwas Heiliges anbrachten (2 Mos 12, 7; 1 Mos 4, 7; 5 Mos 6, 8; Jes 57, 8), so liegt der Gebrauch auf derselben Linie. Die heiligen der späteren Juden, die an der Türpfoste befestigte Scheide, in der die Stelle 5 Mos 6, 4-9 auf Pergament geschrieben steht, hat ihren Namen vom (heiligen) Türpfosten".

Nach arabischer Anschauung liegt im Türpfosten der Schutz gegen feindliche Mächte. Züchtigung eines Kindes auf der Schwelle bringt Unglück. MDPV 1899, 10, Nr. 19. Vgl. Trumbull, The treshold covenant. Zur Schwelle als Sitz der Gottheit s. zu Jos 6, 26. Hufeisen an der Türschwelle deutet auf verwandte germanische Vorstellungen; das Hufeisen ist wohl Wotans Zeichen.

Unser

1) Es kann Mondfinsternis in der Vollmondnacht eintreten; s. hierzu und zu pesah überhaupt Winckler, Krit. Schriften IV, 65 ff.; MVAG 1901, 206; Nielsen S. 144 ff. Die Festschilderung bei P geht auch nach dem Mondkalender: Am 10. Tag (7 Tage nach Neumond) Auswahl des Opfertieres, am Abend des 14. Opferung, in der Vollmondnacht Opferungszeit (am Morgen, wenn der Mond untergeht, muß alles erledigt sein 12, 7 ff.), dann 7 Tage, von Vollmond bis zum letzten Viertel: Essen der mașşot. Der Vollmondstag und der 7. Tag nachher sind Ruhetage! (12, 14-20), s. S. 186f.

2) S. Winckler OLZ 1901, 250. Zur entsprechenden assyrischen Sitte s. Nachträge.

3) Zu den qulazınga (Schutzmittel gegen böse Geister; auch die Mezuza ist ein qułazıngiov) s. BNT, 102.

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