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Das Opfer wird gekocht (vgl. 1 Sa 2, 14) oder verbranntl.

3. Ort, Zeit und Ausrichtung des Opfers.

Opfer werden spontan dargebracht, vor allem bei Staatsaktionen und Festen. Vom jährlichen Opfer wie i Sa 20, 6 spricht Tiglatpil. VII, 16. In den Kontrakten ist oft von täglichen Opfern die Rede. Zu den Opfern am 7. Tage (ein Beispiel S. 180) vgl. 2 Mos 29, 38 ff. Die Ausrichtung des Opfers liegt in Babylon, wenigstens in relativ späterer Zeit, ausschließlich dem Priester ob. Auch der König bedarf ihrer Vermittelung. In Assyrien hingegen ist der König Oberpriester und Opferer2

Abb. 136: Assyr. Opferszene aus Nimrud-Kelah (Palast Asurnașirpals). Links Diwan im Tor?

Über den Anteil des Priesters vgl. J. Jeremias, Kultustafel von Sippar, S. 19. Über die Makellosigkeit des Priesters (vgl. 3 Mos 21, 21) gibt Aufschluß der Enmeduranki-Text, Zimmern, Beitr. 116 ff., übersetzt KAT 3 534.

4. Idee des Opfers.

Der Opferer bringt seinen Tribut dar, ebenso die Erde ihrem Großherrn (vgl. IV R20, Obv. 22 ff.). Die Gottheit wird als die Opferspeise genießend vorgestellt; vgl. Sinti. Z. 151?; i Mos 8, 21; 5 Mos 33, 100 klingt die Vorstellung noch an, s. S. 246.

Neben dem Opferer steht auf den Abbildungen der Beter. Das Opfer soll die Gottheit zugunsten des Gebers beeinflussen, vgl. i Sa 13, 12. „Die Götter freuen sich über die Mahlzeit", heißt es in Asarhaddons Anfragen an den Sonnengott. Vgl. hierzu 5 Mos 12, 7.

4 Mos 15, 27, wo für das Sündopfer des einzelnen eine einjährige weibliche Ziege gefordert wird.

1) Teile des Opfers nennt die Liste II R 44, 1-5 ef; 14-18gh, vgl. J. Jeremias, Die Kultustafel von Sippar.

2) Vgl. S. 180 und die Kontrakte, die häufig die Opfer des Königs und Kronprinzen nennen.

3) „Sie rochen den süßen Duft und scharten sich wie Fliegen um den Opfernden“.

Aber es fehlt auch der Gedanke der Sühne nicht. Der term. t. ist kuppuru ,,sühnen" (hebr. , S. S. 428). In den neubabylonischen Kontrakten ist vom alap taptîri die Rede,

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Abb. 137: Asurbanipal opfert über erbeuteten Löwen. Palastrelief in Kujundjik.

זחטאת und אשם Von

,,Stier der Loslösung (?)", vgl. 3 Mos 4, 3. findet sich im Babylonischen keine Spur. Die Vorstellung von der sakralen Gemeinschaft, die sich im israelitischen wie altarabischen Opfer findet, kennt der Babylonier nicht '.

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5. Reinigungen.

Den Reinigungen liegt der Gedanke zugrunde, daß das Reine sympathetische Kraft hat. Neben Wasser wirkt reinigend Wein, Honig, Butter, Salz, Zedernholz (IV R 16, 32; V R 51, 15

1) Zur Frage des Menschenopfers s. S. 320 und 4:4.

vgl. 3 Mos 14, 4), Cypressenholz, Palmenholz und allerlei Rauchwerk. Dem 3137 173P Jer 6, 20 entspricht genau ķânu țâbu. Der „Sündenbock“ wird in die Wüste geschickt, 3 Mos 16, 8 vgl. Henoch 10, 4! Im Babylonischen heißt die Wüste ašru ellu, ,,reiner Ort", IV R 8, 43b u. ö. Das ist euphemistisch zu verstehen von der Wüste als Ort der Dämonen. Jos. Ant. III, 10, 3 wird der zu verbrennende Bock eis xaðaqoratov geschickt ?. Berührung von Toten und geschlechtlich Unreinen verunreinigt bei den Babyloniern, wie in Israel, vgl. IV R 26, Nr. 53.

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Auch für die Speisen gilt das Gesetz von rein und unrein. V R 48f. verbietet Fisch für den 9. Ijjar, Schweinefleisch für den 30. Ab, Schweinefleisch und Rindfleisch für den 27. Tišri, Datteln für den 10. Marhešvan, Berührung eines Weibes für den 25. Ijjar, 29. Kislev und 6. Tebet.

Im babylonischen Ritual IV R 4, 2b; 59, Nr. 2, Rev. 14 soll ein Vogel die Unreinigkeit forttragen; ebenso 3 Mos 14, 4. Die 3 Mos 14 spezifizierten Vorschriften behufs Reinigung des Aussatzes, die durchgängig nicht religiös, sondern kultisch zu werten sind, stimmen zum babylonischen Ritual: Zedernholz, Wolle und Ysop, ebenso die siebenmalige Besprengung und die den Schluß der Manipulationen bildende Opferung des Lammes.

1) S. zu 3 Mos 16, 8.

?) Wüste als Sitz der Dämonen auch bei den Juden gedacht. To 8, 3 wird Asmodai in die Wüste („nach Ägypten“, s. S. 180) geschickt. Belegstellen aus dem Talmud bei Nork, Rabb. Quellen LXXXIV und 19. Mt 4 ist die Wüste Sitz des Teufels. Vgl. auch Lc 4, 1f.: ,,in der Wüste umgetrieben versucht vom Teufel“. Mc 1, 13: „und war bei den wilden Tieren“, wobei vielleicht an dämonische Ungeheuer zu denken ist.

3) = Cun. Texts XVII, 41 und s. ibid. S. 38.

Minäische Elemente im mosaischen Ritualgesetz.

In dem midianitischen Fürsten Jethro (Reguel)' erkannten wir einen „Minäer aus Mușri"?. Nach 2 Mos 18, 19 ff. hat er entscheidenden Anteil an den von Moses aufgestellten Rechtsgrundsätzen'. Da wir annehmen durften, daß ihr Kult am Sinai mit dem israelitischen irgendwie zusammenhängt, so ist es von Bedeutung, daß die minäischen und sabäischen Inschriften eine Reihe kultischer termini aufweisen, die in dem mosaischen Kultus wiederkehren:

a) aus den minäischen Inschriften im biblischen Midian (el Öla): laui'u und lawi'ât Priester und Priesterin.

Man beachte dazu, daß 2 Mos 4, 14 Aaron, der die erbliche Priesterschaft bekommt, als Levit bezeichnet wird. Übrigens kannte wohl auch der altisraelitische Kultus Levitinnen, die später erst um naheliegender Mißstände willen abgeschafft wurden; Sanherib nennt unter den besonderen Tributgaben an Sanherib aus Jerusalem Musikanten und Musikantinnen, s. S. 527. Das sind doch sicher Tempelmusiker.

Mašlam-Altar Ort des Šalem-Opfer?

baššala weihen (eig. Opferfleisch kochen:) s. unten sabäisch mabšal. Die Jahre werden hier, wie zeitweilig bei den Sabäern, nach Kabiren (kabir), d. h. Oberpriestern gerechnet

bi Aus den sabäischen Inschriften in Harim, das zum ehemaligen minäischen Dschof gehörte:

Hal. 156, vgl. 151 die Sonnengöttin Dât-Himaj, d. i. die „Herrin des heiligen Geheges“ (Hommel, Grundriß 144).

Bronzetafel Gl. 1054 (Wiener Hofmuseum): „Weil ihr am 3. Tage des Festes und noch dazu während sie unrein war, ein Mann genaht war“, vgl. 2 Mos 19, 15 (Hommel, Grundriß 144, der noch die folgenden Parallelen erwähnt):

tannahaja „er brachte Dankopfer" (vgl. hebr. 1779a:), mabšal Heiligtum (eig. Ort, wo das Opferfleisch gekocht wird? vgl. Ez 46, 23).

aḥdâr „Opferhöfe“ (vgl. hebr. ḥaşêr Vorhof), makânat (Opfergerät) (Abb. 179 S. 535 Hal. 485 Gl. 1076), die mekonah von 1 Kg 7, 27 ff. Jer 52, 17 ff. vgl. kên 2 Mos 30, 18 u. ö. das Gestell des Beckens im Vorhofe.

aḥlâj wahrscheinlich die süßen Brote, hebr. hallôt.

') In der jüdischen Legende, Beer, Leben Mosis S. 56, hat er sieben Namen. Minäische Priester haben nach den Inschriften wiederholt zwei Namen, s. Nielsen, Die altarabische Mondreligion. Verwandte Namen kennen die Inschriften der Sabäer, die als Erben der minäischen Kultur zu gelten haben (s. S. 262 f.): -97, 589 u. a.

2) So nennen die südarabischen Texte die nördlichen Minäer: Ma'ân Musrấn.

3) S. MVAG 1901, 29. Schon daraus mußte man schließen, daß es sich nicht um einen „Beduinen“ handeln kann. Von einem solchen hätte sich Moses gewiß nicht dreinreden lassen. Nach der jüdischen Sage (Beer, I. c. S. 60) war Jethro vorher Bilderschriftkundiger und Ratgeber am ägyptischen Hofe. Er ist verbannt vom Hofe wie Sinuhe (S. 298) und wie Moses selbst!

*) Vgl. allerdings hierzu Grimme, Lit. Rundschau 1904, 347.

Jeremias, A. Test. 2. Aufl.

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Zwanzigstes Kapitel.

,,Stiftshütte“ und „Bundeslade“.

2 Mos 25—31.

An die Erlebnisse am Sinai schließt der Redactor des Pentateuch Berichte über das am Sinai begründete Heiligtum an.

Der „Gott der Väter“, zu dessen Offenbarungsstätte am Gottesberge die Hebräer gewandert sind, wird künftig in einem Zeltheiligtum dem Volke gegenwärtig sein und seinen Willen

von

4) Wir geben das Folgende etwas ausführlicher, als es dem Plane des Buches entsprechen würde, da der Gegenstand im Mittelpunkt des Interesses steht. Gegen das Buch von M. Dibelius, Die Lade Jahve's 1906 (dort die Literatur) und die zustimmenden Ausführungen von Gunkel, Ztschr. f. Missionsw. u. Religionsw. 1906, wendet sich Budde's Abhandlung in Theol. Stud. u. Krit. 1906, 489 ff., indem er in seiner klaren und vornehmen Weise Abweichungen von der herrschenden Lehrmeinung zurückweist. Dibelius zeigt einen gesunden Sinn für Ausfindung der alten Elemente. Aber die Schule, der seine Methode angehört, benutzt vorläufig nur Einzelheiten des einheitlichen altorientalischen Weltbildes. Die Übersicht über das gesamte Material wird die Methode umstoßen. Die kritische Voraussetzung bei Dibelius weicht von dem herrschenden (übrigens seinem Verfasser später zurückgezogenen) Urteile Vatkes vom Jahre 1835, daß „wir berechtigt sind, die Nachrichten von der mosaischen Stiftshütte und Bundeslade für Dichtung zu erklären, die erst später nach dem Vorbilde des Tempels, dessen Typus man von Mose und von Jehova selbst herleiten wollte, entworfen wurde“ (Religion des A. T., S. 333) insofern ab, als er die geschichtliche Existenz der Lade und des Zeltes in Israel hinaufrückt. Aber mit dem mosaischen Kultus soll sie nichts zu tun haben. Sie ist in Kanaan angefertigt oder übernommen worden. Dabei wird wenigstens mit der Anschauung gebrochen, nach der die Lade ursprünglich einem fetischistischen Kult gedient haben soll (S. 118).

An der Hypothese einer Fiktion durch den Priesterkodex, gegen die z. B. auch Kittel, Geschichte der Hebräer I, 216 sich ausgesprochen hatte, mußte schon der Umstand irre machen, daß der zweite Tempel, dem die neue Gemeindeordnung gelten sollte, gar keine Lade im Heiligtum gehabt hat, wie auch den geistigen Leitern nach Jer 3, 16 gar nichts an einem Ersatz für dieses Heiligtum gelegen war.

2) S. zum Folgenden Klostermanns entscheidende Untersuchungen Pentateuch II, 1906, 67 ff. Ib. S. 67 (vgl. I, 15 ff. 1883, Gesch. Isr. 76): „Der Pentateuch hat als maßgebendes Gemeindebuch Rezensionen erfahren, die in praktischer Verständigkeit das Mißdeutbare umschrieben und störende Differenzen ausglichen.“

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