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lingsmärchen finden! Im Jahresmythus wird zuweilen dem Riesen, der die fünf Zusatztage vor Beginn des Frühlings verkörpert, ein Kleiner gegenübergestellt, der dem Bruchteil entspricht, der bei Berechnung des ausgeglichenen Sonnen-Mondjahres dem Frühling vorangeht: % das zu fünf hinzukommt (s. oben). Die fünf glatten Steine 17, 40 entsprechen übrigens ebenfalls dem zu überwindenden Winterriesen.

4. Der Sieger tritt auf (nicht „neben“, wie bei Kautzsch übersetzt ist) den erschlagenen Riesen 17, 51. Das ist ständiges Motiv des

Drachenkampfes, s. S. 136 u. 561; vgl.
Abb. 33 u. 46.

5. Er hängt das Schwert Goliaths als Trophäe im Heiligtum auf, s. S. 491.

6. David schlägt dem Riesen den Kopf ab (und trägt ihn als Triumphstück)?

7. Nach dem Sieg wird im Lobgesang der Erretter gepriesen.

Daß es sich hier um eine feststehende Motiv - Erzählung handelt, der natürlich ein faktisches Erlebnis aus Davids Leben zugrunde liegen kann, die aber ebensogut in die Biographie Davidsfrei eingefügt sein kann, zeigt 2 Sa 21, 19, wo nicht David, sondern Elhanan, der Sohn Jairs aus Bethlehem, „der Goliath und Gath erschlug, dessen Speerschaft einem Weberbaum glich“, und 21, 16,

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Jonathan einen Riesen erlegte, der Abb. 167:

je sechs Finger und sechs Zehen Relief von den Toren von Sendschirli.

hatte und Israel verhöhnte (vgl. die Variante i Chr 21 (20), 4 ff.); ferner 2 Sa 23, 21, wo Benaja als Löwentöter und Riesenbesieger geschildert wird: er ging einem der Riesen mit einem Stock entgegen (wie David 1 Sa 17, 40. 43), entriß ihm den Speer und tötete

1) Daß unsre Märchen voll von astralmythologischen Motiven sind, wird man auf die Dauer nicht bestreiten können (zu Dornröschen s. S.416, zu Blaubart S. 381, es sind nur zufällige Beispiele). Die Übereinstimmung vieler Märchen mit 1001 Nacht ist ja längst aufgefallen. Viele Stoffe kamen aus dem Orient zur Zeit der Kreuzzüge und durch die Araber, die nach Europa Bildung vermittelten.

2) Dem Leichnam wird der Kopf abgeschlagen. Das heben beide Erzählungstypen hervor (I: 17, 46 und 54; II: 17, 51 und 57; zur Quellenscheidung 17, 50 und 51 s. Klostermann S. 73), vgl. das Bild vom Tore von Sendschirli Abb. 167, das einen Triumphator mit dem Kopfe des Feindes zeigt. Der abgeschlagene Kopf ist Motiv des Mondkampfes, wie S. 485 besprochen wurde. Neben den Motiven des Kampfes zwischen Wintermacht und Frühling (vgl. oben zu den vierzig Tagen) wurde auch das des Sonne-Mondkampfes angeschlagen. Goliath erscheint auch als besiegter Schwarzmond - Drache.

ihn mit dem Speere'. Man sieht, daß jedem Helden dergleichen „Drachenkämpfe" nachgesagt wurden.

Aber wir sind der Geschichte bereits auf ganz anderm Gebiete begegnet, nämlich in der aus der Zeit um 2000 stammenden SinuheGeschichte S. 299, wo der ägyptische Held in Kanaan den riesigen Feind tötet unter ganz verwandten Umständen.

i Sa 15, 3ff. Vollstreckung des Bannes ist zunächst durchaus nicht ein heiliger Vorgang. Er konnte nur im theokratischen Sinne so gedeutet werden. Als rigorosen Kriegsgebrauch finden wir die Verhängung des Bannes oft in den assyrischen Kriegsannalen.

i Sa 15, 32 ff. vgl. Ri 8, 21. Man beachte die antike Todesverachtung

I Sa 16, 14 ff. Saul wird durch einen von Jahve ausgesandten bösen Geist gequält“. Das ist als Resultat ärztlicher Diagnose zu verstehen, vgl. auch 18, 10; 19, 9 im Sinne der Weltanschauung, die Dämonen als Krankheitserreger ansah. 2 Sa 24, 13 ff. ist die „Pest" ein Engel Jahve's. Als Heilmittel wird gegen den Melancholie-Dämon Musik empfohlen.

i Sa 19, 12 – 16 (Teraphîm), s. S. 376. i Sa 19, 13, s. S. 372. i Sa 20, 6, s. S. 430. i Sa 26, 19f. (Riechen), s. S. 246.

1 Sa 21, 9 das Schwert Goliaths wird als Trophäe im Heiligtum aufgehängt: Im Gilgameš-Epos wird das gleiche berichtet: Gilgameš hängt die Siegestrophäe im Heiligtum auf. Ebenso wird die Rüstung Sauls im Ištar-Tempel der Philister i Sa 31, 10 aufgehängt, s. S. 485. Das Schwert Goliaths „eingehüllt in das Gewand“ im Heiligtum finden wir dann 21, 9 wieder.

i Sa 28, 7ff. Saul bei der Totenbeschwörerin? zu Endor. Eine verwandte Erzählung kennt die babylonische Literatur in dem Epos von Gilgameš, der den Geist seines Freundes Eabani aus der Totenwelt beschwört?. Eabani „fährt aus dem Loch der Unterwelt wie ein Wind empor“; Samuel ist ein „aus der Erde emporsteigender elohim“. Auch an den Besuch des Odysseus in der Unterwelt zur Befragung des Teiresias ist mit Recht erinnert worden 4. Stellen wie 2 Mos

1) S. Winckler, Gesch. Isr. II, 172.

2) išša ba'alat ôb; in meinem Bab. - assyr. Vorst. vom Leben nach dem Tode S. 102 (1887) wies ich auf den babylonischen Syllabar Sb 36 1 hin, dessen Ideogramm, als abûtu gedeutet, mit dem Personen-Determinativ élû (= mušêlû êkimmu, „der den Totengeist heraufführt"), Totenbeschwörer bedeutet. Babylonien und Kanaan haben Wort und Sache gemeinsam.

3) S. mein Hölle und Paradies? AO I, 3?, S. 27 ff.
*) Winckler, Geschichte Isr. II, 168.

22, 18, wo von der Ausrottung der Hexen die Rede ist, geben aber der Geschichte realen Boden.

i Sa 31, 10, S. S. 381 Anm. 1.

2 Sa 5, 21 Fortführung fremder Götterstatuen durch David. Das ist die Form der Eroberung wie in Assyrien, s. S. 268 u. 496.

2 Sa 5, 24 Das Rauschen in den Wipfeln der Baka-Hölzer ist Zeichen Jahve's 1.

2 Sa 21, 9ff. Sieben Söhne Sauls werden vor Jahve aufgehängt (vgl. S. 470) „in den ersten Tagen der Ernte“. Rispa lagert im Trauergewand auf dem Felsen „vom Beginn der Ernte bis zum ersten Regenfall“ und verscheucht die Raubtiere von den Leichen. Eine israelitische Niobe 2.

Salomo. Salomos eigentlicher Name ist nach 2 Sa 12, 25 Jedidja 3. Die Überlieferung stellt ihn als Friedensfürsten dem Kriegsherrn David gegenüber und betont seine Bautätigkeit über das Verhältnis zu Hiram von Tyrus s. S. 508) und seine Weisheit.

1 Kg 2, 46. Die Bergwerke Salomos. Die duvaoteúuara der Septuaginta sind falsche Übersetzung eines zu supponierenden hebräischen ist. Es sind die Bergwerke Salomos • im Libanongebiet gemeint, die i Kg 4, 16 in Ba'alat stecken: Besana war Statthalter in Ašer und (gesetzt über die Bergwerke. Wirklicher Statthalter kann er nur in einer Provinz sein. Auch die Metallgießereien, die Salomo 1 Kg 7, 46 hat, sind wohl hier zu suchen.

i Kg 3, 16 ff. Das salomonische l'rteil. Die gleiche Geschichte ist auf einem pompejanischen Wandgemälde dargestellt, s. Abb. 168. Dass es sich um eine biblische Abbildung etwa in einem jüdischen Hause handelt, ist ganz ausgeschlossen durch die Darstellung der Figuren als Karrikaturen (Pyg

1) S. Öttli, Geschichte Israels S. 284.

2) S. Winckler, Gesch. Isr. II, 241 f. und vgl. zu Niobe Roscher Lexikon III, 372 ss.

3, Der Name entspricht auch in der Form dem arabisch bezeugten Salâmâ. Auch der tyrische Gottesname Šalmajâti ist verwandt: Abimilki von Tyrus in den Amarna-Briefen ist Diener Šalmajâti's und Tyrus ist die Stadt Šalmajâti's, s. Winckler KAT 3 236, Erbt, Die Hebräer S. 74, 152.

* In den sabäischen Inschriften Glasers vom Dammbruch zu Mareb bedeutet sro ,,den Felsen durchbrechen".

) S. Winckler, Gesch. Isr. II, 261 Anm. 2.

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mäen). Das pompejanische Bild zeigt vielmehr, daß es sich um einen traditionellen Zug sagenhafter Ausschmükkung des,,weisen Königs“ handelt 1.

i Kg 4, 7 ff., s. S. 41.

I Kg 5, 9ff. schildert die Weisheit Salomos: größer als die Weisheit aller, die im Osten wohnen und alle Weisheit Ägyptens. Und sie kamen aus allen l'ölkern, um die Weisheit Salomos hören?. S. 508 werden wir

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1) Winckler, Geschichte Israels II, 248: „Das ,Salomonische Urteil“ im Streit der beiden Weiber ist natürlich als eine Erzählung anzusehen, deren Erfindung nicht judäischem Geiste gebührt, sondern in allen Ländern des Orients seit Jahrtausenden in Umlauf war, wenn wir sie auch noch nicht anderweitig belegen können.“ Unser Bild bietet den gesuchten Beleg. Zu dem Bilde selbst vgl. Overbeck, Pompeji 581. 652. Für die von den italienischen Gelehrten mit Recht angezweifelte biblische Erklärung sei erwähnt Victor Schultzes Aufsatz im „Daheim“ 1883, Nr. 5, S. 72.

2) Nach dem Bericht 1o, 23 ff. brachten sie Huldigungsgeschenke: Man denkt an Mt 2, wo die Magier ihre Gaben dem neuen Könige bringen. Der Sinn der SalomoErzählungen ist: Salomo ist

Abb. 168: Wandgemälde aus Pompeji, Pygmäen-Szene. „Salomonisches Urteil.“

wir die tyrische Überlieferung finden, die im Widerspruch hierzu zeigen will, daß Hiram weiser war als Salomo. Die Spruchdichtkunst und Fabeldichtkunst ist Gemeingut des alten Orients. Leider bietet die Keilschriftliteratur bisher wenig Material auf diesem Gebiete. Auch die Edomiter waren durch Dichtkunst berühmt, vgl. Jer 49, 7; Ob 8.

i Kg 5, 13. Libanon. Das Gebirge Libanon (assyrisch Lab-na-na) war den Babyloniern seit den ältesten Zeiten vertraut. Von den Gebirgszügen des „Westlandes“, die Gudea erwähnt: Sub-sal-la (KB III, I S. 35), Ti-da-num (ib. S. 37) bezeichnet das letztere (vgl. II R 48, 12: Tidanu, Tidnu = Amurru) wohl den nördlichen Libanon. Seit der Libanon unter Tiglatpileser (vgl. S. 500 f.) zum assyrischen Machtbereiche gehörte, holte man von hier das Bauholz, wie es zuvor schon die Ägypter getan hatten (s. Abb. 104, S. 302). Nebukadnezar hat im Wadi Brissa im Libanon eine Straße bauen lassen, die Zedern herabzubringen. Felsenreliefs im Wadi Brissa und am Nahr el Kelb stellen ihn dar, wie er ,,mit reinen Händen die Zedern bricht" 1. Der Amanus (Am-a-num) war damals wohl schon ziemlich abgeholzt. Er wird auch schon von Gudea als das Gebirge, von dem er die Zedern holt, erwähnt, und er gilt als šad erini, Zederngebirge, in der Eponymenchronik bis ins 8. Jahrhundert ?.

i Kg 6, 29, s. S. 196.

i Kg 7, 15. 21. Die beiden Säulen entsprechen den Obelisken an den außerisraelitischen Tempeleingängen. Insofern der Tempel den Gottessitz widerspiegelt, stellen sie die beiden Wendepunkte des Tierkreises dar 3. Die beiden Säulen heißen Jakin (rechts) und Boas (links).

i Kg 7, 23. Das eherne Meer, von zwölf Rindern getragen, diente nach 2 Chr 4, 6 vgl. 2 Mos 30, 18f. zur Waschung

der erwartete Erretter, und er wird als solcher begrüßt (vgl. Ps 72). Mt 2 hat dieselbe Tendenz im Sinne der Erfüllungsgeschichte. Der große Erretter-König im Westlande ist erschienen, s. BNT 50 ff.

1) Vgl. zu dieser Abholzung S. 515 Anm. 2. Die Nebukadnezar-Inschriften samt den Bildnissen jetzt veröffentlicht von F. H. Weißbach, Die Felseninschriften Nebukadnezars II., Leipzig 1906.

2) Vgl. Winckler KAT : 190.

3) Ost und West oder Nord und Süd, je nach der Orientierung, s. S. 23 ff. Asurb. Rm. II, 41 f. bezeichnet der assyrische König die beiden Obelisken des Tempels in Theben als manzaz bâb E-kur, Pfosten des Tempeltores. manzaz hebr. 1a 2 Mos 12, 7 (Standort der Gottheit) für die Türpfosten, die religiös dasselbe bedeuten, s. S. 419. Vgl. auch S. 419 die Masseben.

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