Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

für die Priester. Man hat mit Recht darauf aufmerksam gemacht, daß die zum Waschen unbequeme Konstruktion auf eine ursprünglich symbolische Deutung weist. Das Gerät wird wie der eherne Altar, den die Chronik 2 Chr 4, 2 an dieser Stelle hat, im Auslande gegossen (Hiram von Tyrus) und wie andere Tempelgeräte nach ,,babylonischem" Muster. In den babylonischen Tempeln werden ebenfalls „Ozeane" aufgestellt.

i Kg 7, 27 ff., vgl. Jer 52, 17 ff. Mekônah, ein kultisches Gerät zur Aufnahme des Weihkessels. Sie ist mit Löwen, Rindern und Palmen verziert. Hommel vergleicht damit ein auf Cypern gefundenes Bronzegerät, das acht geflügelte Sphinxe als Zierrat zeigte 3 und weist die Verwandtschaft mit dem minäischen Kultusgerät makânat nach. Auch an den Mi 1, 13 erwähnten heidnischen Kultuswagen von Lakiš ist zu erinnern.

1 Kg 7, 29, S. S. 196. i Kg 9, Tb 12 ff. Salomo als Vasall Hirams, s. S. 507 ff. - 1 Kg 9, 16, s. S. 314. 1 Kg 9, 24, s. 1 kg 10, 10. 1 Kg 9, 26, s. S. 380.

i Kg 1o, iff. Königin von Saba. Die Geschichte illustriert das 5, 9ff. Gesagte an einem Beispiel. Sie ist sagenhaft ausgeschmückt mit Farben des späteren südarabischen sabäischen Reiches, das Juda weit entrückt war, Ps 72, 104, und im Rufe märchenhafter Pracht stand, Ps 72, 15. Aber auch für später sind südarabische Königinnen nicht bezeugt. Für die salomonische Zeit könnte eine der Königinnen des nordarabischen Reiches Aribi in Betracht kommen, wie sie von Tiglatpileser III. und seinen Nachfolgern erwähnt werden

Winckler KAT 3 150. 237 ist geneigt, den historischen Kern in der ägyptischen Königstochter (nach Winckler von Mușri, s. oben S. 263) zu suchen, deren Palast i Kg 9, 24 erwähnt wird und die eine wichtige Rolle im Leben Salomos gespielt hat. Vgl. auch Weber MVAG 1901, 23f.

Das Rätselraten fügt 2 Chr 9, i ff. hinzu. Das Rätselraten ist dem ganzen vorderen Orient eigentümlich. Daß nach den

1) Benzinger, Könige S. 48.

2) Z. B. von Urnina KB III, 1, 13, von Agum - kakrimi KB III, 1, 43 vgl. I R 3, Nr. XII, 1, 17, das sind Wasserbecken, in denen gewiß Weihwasser zu Waschungen aufbewahrt wurde, s. S: 200 und S. 196 den Weihwasser-Brunnen im Marduk-Tempel. Der Ritualtext IV R 23 redet von einem bronzenen Becken mit zwölf bronzenen Göttern (vgl. hierzu Hommel, Aufs. u. Abh. II, 229).

3) Abb. 180 S. 535. Hommel, Aufs. und Abh. II, 222 ff. Das Bronzegerät zuerst veröffentlicht und besprochen von Furtwängler, Münchener Ak. der Wiss. II, 1899, S. 411.

*) Mt 12, 42: „vom Ende der Welt“.
5) Vgl. Winckler KAT° 57. 150.

Quellen des Menander von Ephesus Hiram on Tyrus weiser im Rätselraten war, erwähnten wir schon in andrem Zusammenhange. Das verrät deutlich den Sinn dieser Arabeske der Gestalt Salomos. Die Semiramis der jüdischen Sage ist auch Rätselraterin 1.

i Kg 10, 15. Die pahót sind ,,Statthalter“ ?, assyrisch pahâtu, Provinzpräfekt (abgekürzt aus bel pahâti ,,Herr der Provinz“).

i Kg 10, 18 ff. Salomo's Thron) s. Nachträge. 1 Kg 10, 28, s. zu Ez 40 ff. – 1 Kg 10, 28 vgl. 2 Chr 1, 16 f., s. S. 260. – 1 Kg 11, 4 ff., s. S. 379; 409. 1 Kg 11, 5 und 23 vgl. 2 Mos 23, 13, S. zu 1 Mos 38, 14 ff. S. 381.

i Kg 11,7. Salomo baut in der Nähe Jerusalems (nach 11, 7 auf dem Ölberg) Kultstätten für die Götter der Moabiter und Ammoniter. Diese Paganisierung ist eine Folge der politischen Ereignisse. Eroberungen werden durch Wegführung der fremden Götterstatuen und Kultstücke besiegelt. 2 Sa 5, 21 wurde ein solches Vorgehen von David berichtet. Die Jahve-Volksreligion sah im Widerspruch zur reinen Jahve-Religion, die das mosaische Bundesbuch fordert und die Jahve's Herrschaft über die ganze Welt und über alle Völker feststellt, in den Göttern der Heiden reale Mächte, Landesgötter, die mit dem Geschick ihrer Territorien untrennbar verbunden sind. Salomo wird in Zeiten, in denen sein religiöses Leben nicht auf der Höhe stand, dieser Volksreligion nahe genug gestanden haben (der Deuteronomiker sagt: „als Salomo alt geworden war").

Ähnlich verhält es sich mit der durch die ausländischen Haremsfrauen vermittelten Paganisierung, die der ,,Deuteronomiker" 11, i ff. tadelt. Politische Bündnisse wurden im alten Orient allenthalben mit Heiraten bez. Sendung fremder Prinzessinnen in den Harem des befreundeten Herrschers verbunden. Daraus erklärt sich z. B. die Heirat Salomos mit der ägyptischen, die Verheiratung Ahabs mit der tyrischen Prinzessin. Den fremden Frauen aber mußten Kapellen und Altäre für ihre Götter errichtet werden. Man kann sich denken, wie verwüstend dieser Umstand auf die religiösen Zustände Jerusalems eingewirkt hat.

i Kg 11, 29 ff. Der Mantel des Propheten wird in 12 Stücke zerrissen. Die Handlung stimmt zur kosmischen

1) Vgl. Fz. Delitzsch, Die Blumenrätsel der Königin von Saba in Iris, Farbenstudien und Blumenstücke, S. 115 ff. Zur babylonischen Rätselliteratur s. Jäger BA II, 274 ff.

2) Bei Jesaias, s. zu 41, 25, und bei Ezechiel 23, 6. 12. 23 finden wir daneben als höheren Rang die seganîm assyrisch šaknûti.

Symbolik, die mit den heiligen Gewändern verbunden ist und die S. 162 und 449 besprochen wurde 1. Der Mantel bedeutet den Kosmos bez. den Mikrokosmos des Königreichs oder, was in der Idee dasselbe ist, das Wissen und die Macht betreffs der Geschicke. Mit dem Mantel des Elias hat es die gleiche Bewandtnis.

Die Berufung Elisa's erfolgt dadurch, daß Elias seinen Mantel auf Elisa wirft. Was es damit auf sich hat, folgt aus der obigen Bemerkung zum Mantel des Propheten von Siloh. 2 Kg 2, 8. 14 teilt der zusammengerollte Mantel den Jordan (Motiv der Drachenspaltung), 2, 13 nimmt Elisa den Mantel des Elias auf, natürlich, um ihn künftig an Elias' Stelle zu tragen.

i Kg 12, 11. Salomo hat mit Peitschen gezüchtigt, Rehabeam will mit Skorpionen züchtigen. In der bildlichen, wohl sprichwörtlichen Redensart steckt ein Motiv. Xerxes peitscht den Hellespont, treibt das Heer mit Peitschen in den Kampf; läßt es unter Peitschenhieben arbeiten, und läßt die bekränzten Soldaten unter Peitschenhieben über die Brücken des Hellespont ziehen. Her. VII, 35, 22. 56. 223, s. Mücke, Vom Euphrat zum Tiber S. 95; Ktesias 23 erzählt dasselbe. Was ist der Sinn? Zur Sache S. 509 Anm. 3.

Fünfundzwanzigstes Kapitel.

Die politische Geschichte der Staaten Israel und Juda

im Lichte der Denkmäler.

Die Quellen. Der Staat Israel hat seine Geschichte inmitten des lebhaften Verkehrs der großen altorientalischen Kulturstaaten erlebt. Die biblische Überlieferung selbst bringt diese Beziehungen lebhaft zum Ausdruck. Die sog. Geschichtsbücher zeigen in ihrem jetzigen Zustande nicht mehr viel davon, da die Annalen (vor allem ,,das Buch der Kriege Jahve's“), die den Verfassern unsrer Königsbücher vorgelegen haben, zum größten Teil verloren gegangen sind? Den Verfassern unsrer Königsbücher kommt es

1) Zu Ps 104, 2 (Himmel als Kleid Gottes) finde ich bei Gunkel, Ausgewählte Psalmen S. 258 aus dem Persischen zitiert: Yašt 13, 3 „Jenen Himmel .... den Mazda um sich nimmt als ein Gewand, ein sternengesticktes, gottgewobenes.“

2) Auch die Bücher der Chronik enthalten einen geschichtlichen Kern und sind für die Historie durchaus nicht wertlos. Wir werden wiederholt auf wertvolle Angaben der Chronik stoßen. Benzingers Kommentar hat das richtig erkannt. Jeremias, A. Test. 2. Aufl.

32

nicht auf Geschichtserzählung an, sondern auf die religiösen Vorgänge, weshalb ja auch die Geschichtsbücher in der jüdischen Tradition die früheren Propheten“ heißen. Bruchstücke wie 2 Kg 8 zeigen, wie genau die älteren Quellen über die Beziehungen zur umgebenden Welt orientiert waren, und die Völkertafel i Mos 10 setzt eine erstaunlich gute Kenntnis der politischen Geographie und der Völkerbewegungen im 8. Jahrhundert voraus 1. Elias ist mit den Verhältnissen in Tyrus so gut vertraut, wie mit den Verhältnissen Israels. Er erscheint geradezu als Untertan von Tyrus. Und Elisa unterhält lebhafte Beziehungen zu Damaskus. Vor allem aber zeigen die Orakel der sog. Schriftpropheten?, daß die führenden Männer in Israel und Juda sich auf das lebhafteste mit der Politik ihrer Zeit beschäftigten und daß sie in engem Verkehr mit der Völkerwelt standen.

Ehe die Keilschriftmonumente entziffert wurden, die aus den Palästen von Niniveh und teilweise auch aus babylonischen Trümmerhügeln zutage gefördert wurden, boten die handschriftlichen Quellen für die Geschichte Assyriens und Babyloniens für die Zeit von der Mitte des 8. Jahrhunderts bis 538, d. h. für die Periode der politischen Abhängigkeit Israel - Judas von den Reichen am Tigris und Euphrat ein sonderbares Bild. Es gab Punkte in der Chronologie, die mit voller Sicherheit bestimmt werden konnten. Aber die Nachrichten über die Begebenheiten selbst waren überaus dürftig.

Als ganz unbrauchbar erwiesen sich die erhaltenen Exzerpte aus Diodor und die Erzählungen des Ktesias über die Geschichte Ninivehs und des medischen Reiches, die 2000 Jahre lang die Geschichte Assyriens in Verwirrung gebracht haben.

Es kamen in Betracht:

a) Der astronomische „Kanon des Ptolemäus“ in seinem ersten Abschnitt bis Cyrus. Er enthält astronomische Termin-Kalender von Nabonassar an, die bei jedem Königsjahr angeben, was sich astronomisch ereignet hat. Die babylonischen Aufzeichnungen kamen nach Ägypten, wurden hier fortgesetzt, (von Hipparch?) mit Zahlen versehen, und bis mehrere Jahrhunderte n. Chr. weiter geführt. Claudius Ptolemäus gebührt die Ehre der Namengebung, weil er die Listen gesammelt und unverfälscht überliefert hat. Für 747–538 sind Mondfinsternisse angegeben,

1) S. S. 252 ff. und Karte I.

2) Daß in der erhaltenen Literatur Amos als erster Schriftprophet erscheint, ist rein zufällig. Auch die frühere Zeit hat gewiß schriftliche Aufzeichnungen ihrer Propheten besessen.

3) S. S. 68 f. und vgl. noch Syncellus, Chronogr. 267: èrò Nafaraodgov τους χρόνους της των αστέρων κινήσεως Χαλδαίοι ηκρίβωσαν.

.

die später kontrolliert und dem julianischen Kalender entsprechend gefunden wurden.

b) Fragmente und Notizen aus Berosus' chaldäischer Geschichte. Er war Zeitgenosse Alexanders und schrieb im Dienste der Seleuciden seine drei Bücher Χαλδαϊκά und Βαβυλωνιακά. Da er Priester im MardukTempel von Babylon war, standen ihm reichlich Urkunden zur Verfügung. Die Keilschriftmonumente haben seine Zuverlässigkeit glänzend bezeugt.

c) Notizen aus Abydenus, soweit sie Babylon betreffen. Er ist jünger als Berosus, schrieb nach Moses von Chorene „Ursprünge" (wahrscheinlich Agyaloloyızá), nach Eusebius chaldäische, assyrische und medische Geschichte.

d) Herodots Notizen über die Geschichte der Meder, Lyder, Babylonier, Ägypter, wie er sie gutgläubig von Einheimischen gehört hat.

e) Für die Geschichte von Tyrus drei Bruchstücke der Schriften des Menander von Ephesus bei Josephus, Apion. I, 117 (113!) bis 125 (Ant. 8, 144); I, 158 (Ant. 9, 283).

Josephus selbst konnte nur herangezogen werden, wenn es sich darum handelte, einen anderweit geführten Beweis zu verstärken. Chronographen wie Eusebius und Syncellus waren unbrauchbar. Ihre Schriften ruhten nicht auf guten Quellen. Das Wenige, was sie wußten, zwängten sie gewaltsam in ihr System, und Echtes war von Falschem nicht zu unterscheiden.

Reiches Quellenmaterial für die Beurteilung der mittlern Königszeit brachten die assyrischen Inschriften. Es verdient, hervorgehoben zu werden, daß in den ersten Zeiten der Entzifferung die Angaben der Bibel viel zur Aufhellung der assyrischen Annalen beigetragen haben. Die Übereinstimmung beider Quellen war so verblüffend, daß ein bekannter, bibelunfreundlicher Kritiker schrieb: schon die Behauptung dieser Übereinstimmung sei Beweis genug, daß die Entzifferung nicht als zuverlässig gelten dürfe!

Seit der Mitte des 10. Jahrhunderts besitzen wir Urkunden assyrischer Könige, die nicht mehr abbrechen; nur für die Zeit 781—754 versagen die Königsinschriften.

Mit 893 setzt die limu-Liste ein', in die später babylonische Listen und Chroniken eingreifen. Sie ist für die mittlere israelitische Königszeit nahezu vollständig. Nach einer bis jetzt nur für Assyrien (nicht für Babylonien) nachweisbaren Sitte sind die Regierungsjahre der Könige der Reihe nach durch je einen limu bezeichnet. Was die Archontenverzeichnisse für das Studium der hellenischen Geschichte und die Konsularfasten für die römische Geschichte, sind die nach griechischem Vorbilde benannten assyrischen Eponymenlisten für die Geschichte Vorderasiens. Das uns erhaltene Exemplar hat mit Adadnirari II., dem Sohne des uns nur dem Namen nach bekannten Tiglatpileser II. begonnen. Er hat bis 890 (891) regiert. Unser Bruchstück beginnt mit 893. Wahrscheinlich begann die Liste mit 911. Mit diesem Jahre scheint ein neuer saros (=600 Jahre) begonnen zu haben. Der nächste saros - Beginn fällt 312/11 und eröffnet die Seleuciden-Ära. Die Bruchstücke reichen bis 666, ergänzen also den ptolemäischen Kanon der Jahre 747-555 bez. 538.

1) KB I, 204 ff.

« ͹˹Թõ
 »