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Hi 38, 14. Das Bild des Lebens, das aus der nächtlichen Erde am Morgen hervortritt, wird mit dem Relief bild verglichen, das der auf Ton abgerollte Siegelzylinder mit seinen Bildern hervorbringt. Ein Bild, für das uns erst die Kenntnis der mannigfaltigen babylonischen Siegelzylinder Verständnis gibt.

Hi 38, 31 ff. Kíma sind kaum die Plejaden. Etwa der Stern Arcturus, der beim großen Bären (als Bärenführer) steht 1. Kesil = Orion, s. S. 266. Sept. 'Qgelov, bei Hi 9, 9 aber "Eonegos. Lösest du die Stränge des Kesil" Der Orion ist als an den Himmel gebundener Riese gedacht, s. zu 1 Mos 10, 9. Sicher handelt es sich um Gestirne oder Sternbilder, an die sich bekannte Mythen knüpfen. – Mazzarôt (s. zu 2 Kg 21, 5, babylonisch manzaltu ,,Standort") sind die Mondstationen bez. die Sonnenhäuser am Tierkreis. - 'Êš (mitsamt ihren Söhnen). s lies so, das freilich nur arabisch bezeugt ist. Es sind die Tierkreisbilder ursprünglich Chaosungeheuer, vgl. S. 133, Anm. ! und Gunkel, Schöpfung und Chaos 140. Die Bahre? (der große Bär, bekanntlich auch als Bahre vorgestellt): Und tröstest du die Totenbahre samt ihren Kindern, vgl. Stucken, Astralmythen 34. Kennst du den mišťår des Himmels", s. S. 44, Anm. 2. Es ist das Buch der Offenbarungen Gottes im Himmel. V. 36 ist Parallelglied: Oder kannst du ihn auf die Erde malen **

Hi 38, 33 (Schrift des Himmels), s. S. 44 ff. Hi 39, 6, s. S. 362. Hi 40, 14 ff, s. S. 396.

Die Psalmen. Zwischen den poetischen Formen der biblischen und babylonischen Lieder besteht enge Verwandtschaft. Das Volk Israel hat auf allen Gebieten des Könnens und Wissens die Kulturvölker Vorderasiens zu Lehrmeistern gehabt. Sobald es schriftstellerisch tätig war, ergab es sich ganz von selbst, daß man sich in alten längst festentwickelten Formen ausdrückte. Andrerseits kann man an der religiösen Lyrik der Psalmen besonders deutlich sehen, daß die religiöse Gedanken- und Empfindungswelt in Israel unendlich viel tiefer ist, als in Babylonien und Ägypten.

Zur vorderasiatischen Instrumentalmusik vgl. die von Fr. Jeremias bearbeitete Einleitung zu den Psalmen in Haupts Sacred Books. Babylonische und assyrische Musikinstrumente illustrieren die Abb. 182 und 183.

') Auch der Sirius (Stern in Geigers jüd. Ztschr. 1865, 258 ff.).

Ps 2, 7, s. S. 357 Anm. 3. Ps II, 6, s. S. 362. Ps I9, ff., s, S. 166. 174 und S. 559. Ps 23, 5, s. S. 168 Anm. 3. Ps 24, 2, s, S. 165 ; I75. Ps 36, 6f., s. S. 175; 176.

Ps 44, 24. „Wache auf, warum schläfst du, Herr?Vgl. IV R 23, col 1, Z. 26 ff.':

„Der Herr, welcher schläft, wie lange wird er schlafen? Der große Berg, der Vater, der Gott Mul-lilla (Bel), welcher schläft, wie lange wird er schlafen? Der Hirte, der Bestimmer der Geschicke, welcher schläft, wie lange wird er schlafen?"

Trommel.

Abb. 183—185: Doppel - Flöte.

Cymbel.
Von Palast - Reliefs aus Asurbanipals Zeit.

Die Umkehrung des Gedankens wäre in Babylonien nicht denkbar: „Hüter Israels, der nicht schläft noch schlummert“, Ps 121, 4.

Ps 51, s. S. 210. Ps Go, s, S. 379. Ps 69, 16, s. S. 383. Ps 72, 10, S. S. 261. Ps 74, 13, s. S. 166 ; 79. Ps 76, 3, s. S. 349.

Ps 8I, 4, S. S. 422.

Ps 87, 4, s. S. 180 Anm. 1. Ps 89, II, s. S. 180. Ps 89, uff., s. S. 178.

Ps 91, 13: auf Drachen treten, s. Abb. 33 und 46, ferner S. 136 und 490 (1 Sa 17, 51) Test. Lev. 18:

Beliar wird gebunden werden und der Priester-Messias wird seinen Kindern Gewalt geben, auf die bösen Geister zu treten. Ps 104, s. S. 160 Anm. 1; 162; 176; 182. Ps 104, 4, 5. S.

373

Anm. 1. Ps 104, 12, s. S. 164 Anm. 3. Ps 10, s. S. 35I.

Für die Erklärung des liturgischen Begriffes šîr hammaʻalót (Ps 120-134, Luther : Stufenpsalmen ist die religiöse Vorstellung vom Hinaufsteigen zum Gottessitz entscheidend. Wie der Babylonier in seiner Weise den Stufenturm emporsteigt, um sich der Gottheit zu nahen (S. 52), so ist die Wanderung

1) S. Hommel, Aufs. und Abh. 229. Jeremias, A. Test. 2. Aufl.

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der Pilger nach dem Zion-Berge eine Wanderung zum Sitz Gottes 12 Mos 34, 24, vgl. auch die Pilgerfahrt zum Sinai S. 421). Die Wanderlieder wurden gewiß auf bestimmter Station beim „Hinaufziehen nach Jerusalem“ gesungen.

Ps 137, 7, 8, S. 38o. - Ps 148, 8, s. S. 373 Anm. I.

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Sprüche Salomonis.

Die Zurückführung der Spruchdichtung als Literaturgattung auf ägyptischen Einfluß, die neuerdings befürwortet worden ist, verkennt die Einheitlichkeit der vorderasiatischen Kultur, in die Ägypten eingeschlossen ist. Es gilt auch hier, was S. 560 zu der Psalmendichtung bemerkt wurde. Alte Mošelîm führt 4 Mos 21, 27 ff. auf. In Israel mag die Literaturgattung in den Zeiten des großen Weltverkehrs, die unter David und Salomo begann, besondere Anregungen empfangen haben. Vielleicht hat auf diesem Gebiete Arabien seinen geistigen Einfluß geltend gemacht. Salomo als Spruchdichter wird ebenso historisch sein, wie die Überlieferung von David dem

Psalmsänger. Die Benennung der Abb. 186:

Spruchsammlung in majorem gloriam Altbabyl. Fragment aus Telloh. Elfsaitige Harfel. des Salomo entspricht allgemeiner

literarischer Gepflogenheit des Orients. Daß die Sprüche sämtlich von Salomo und seiner Umgebung stammen, meint auch der Sammler nicht, wie die Überschriften einzelner Gruppen zeigen.

Die personifizierte Weisheit ist in der Tehom sitzend gedacht, wie im babylonischen Mythus, s. S. 43; 96; 175.

Zu Spr 2, 16-19 hat Peiser OLZ 1900, 450f. die Vermutung aufgestellt, daß die Schilderung der weiblichen Verführerin auf jener babylonischen Dichtung beruht, in der das Hinabsinken Ištars in die Unterwelt geschildert wird:

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1) Ps 12, 1: 8 Saiten; 92, 4: 10 Saiten; Harfe mit 7 Saiten ist z. B. Erachin 13 b bezeugt. Die frühere Annahme, daß die 11 - saitige Harfe griechischen Ursprungs sei, ist durch das Telloh-Denkmal widerlegt.

„Die da verläßt den Freund ihrer Jugend'
[und den Bund ihres Gottes verlassen hat),
denn zum Tode sinkt sie (nämlich ihr Haus),
zu den Rephaim (Todesschatten) führen ihre Pfade,
(zum Hause', von dem niemand, der hineingeht, wiederkehrt,
und nicht erreicht Lebenswege.“
Spr 3, 18, s. S. 191.

5, 3-5 erinnert an die Antwort, mit der Gilgameš die Verführungskünste der Ištar in der VI. Tafel des Gilgameš-Epos zurückweist. Vgl. hierzu auch Spr. 7, 27: ,,Weg der Unterwelt ist ihr (der Huren Haus, der hinabführt zu des Todes Kammern". Die Unterweltsvorstellungen der Sprüche entsprechen der babylonischen Totenwelt; vgl. 9, 18 („Er weiß nicht, daß daselbst Rephaim sind, und ihre Gäste in den Tiefen des Scheol"); 21, 6: „Wer vom Pfade der Weisen abirrt, der wird bleiben in der Gemeinde der Rephaim.“

Spr 8, 22–31, s. S. 173. Spr 9, I, s. S. 184. Spr 11, 30, s. S. 192. - Spr 13, 12, s. S. 192. Spr 30, 7 ff. (Spruch in Rätselform) vgl. S. 495 f.

Das Hohelied. In der vorliegenden Gestalt ist das Hohelied, wie die Überschrift zeigt (šîr haššîrîm), als einheitliches Ganze gemeint ohne Rücksicht auf literarische Entstehung. Die allegorisch- messianische Deutung (in der christlichen Kirche seit Origenes, im Mittelalter ist das Buch Kern und Stern der Mystik), läßt sich literarhistorisch natürlich nicht rechtfertigen, wohl aber würde sie religiös verständlich, wenn sich nachweisen ließe, daß die Synagoge in dem Hochzeitsliede Motive der Erlösererwartung erkannt? (ähnlich verhält es sich mit dem Hochzeitslied Psalm 45) und so die Dichtung als Ausdruck der Messiashoffnung, der Hoffnung inniger Verbindung Gottes mit der Gemeinde aufgefaßt hat. Wie es scheint, gab es in der jüdischen Auffassung zwei Strömungen: den einen galt das Lied als weltliche Dichtung (15wa), den andern als ein überaus heiliges Buch (0-12 077p). Man lese die wertvolle Einleitung zu Fz. Delitzsch's Auslegung des Hohenliedes.

HL 1, 5. Zelte der ķedar (s. S. 371) und Zeltdecken der Salamier (nicht Salomos), das in den nabatäischen Inschriften (Euting, Nab. Inschrift. 2) genannte Brudervolk der Nabatäer, s. Winckler F II, 545 ff.

HL 6, 4. 10 statt 3g ist vielleicht Nergalôt zu lesen, neben Morgenröte, Sonne und Mond bezeichnete es dann die ,,Zwillinge". Das Epitheton „furchtbar" stimmt zu ihrer Verbindung mit Ninib und Nergal 3.

HL 6, 9 s. S. 559.

-) Tammuz heißt hamer șihrutiša, der Gemahl der Jugend der Ištar.

2) Sehr beachtenswert sind in dieser Richtung die Aufstellungen von Erbt, Die Hebräer S. 196 ff.

3) S. Winckler F I 293, Jensen Kosm. 64 und vgl. oben S. 104.

Der Prediger Salomonis repräsentiert in seinen Grundbestandteilen eine pessimistische Schrift, die in Widerspruch zu der Anschauung der JahveReligion steht und die an die S. 210f. charakterisierte pessimistische Stimmung babylonischer Dichter erinnert. Die Schrift unseres Kanon ist eine polemische Überarbeitung jener Schrift im Sinne der prophetischen Religion 1

Eine interessante Parallele zu den epikuräischen Ratschlägen bietet ein Epenfragment aus einem Gilgameš-Epos 2:

„Gilgameš, warum rennst du herum?
Das Leben, das du suchst, wirst du doch nicht finden.
Als die Götter die Menschen schufen,
haben sie den Tod den Menschen auferlegt,
und behielten das Leben in ihren Händen.
Du, Gilgameš, sättige deinen Leib,
Tag und Nacht freu du dich,
täglich mach ein Freudenfest;
Tag und Nacht sei ausgelassen und vergnügt.
Sauber mögen deine Kleider sein,
rein sei dein Kopf und wasche dich mit Wasser.
Schau auf den Kleinen, den deine Hand ergreift,
das Weib freue sich in deinem Schoße.“

Achtundzwanzigstes Kapitel.

Glossen zu den Propheten.

Jes 1, 9, s. S. 324.

Jes 1, II. 16 f. vgl. Ps 51, 19. Die Stelle mag das Verhältnis der israelitischen und babylonischen Religion illustrieren. Hier vergeistigte, dort naturalistische Religion. „Was soll mir die Menge eurer Schlacht-1,0 Ištar) was sollen wir dir

opfer?" spricht Jahve. „Ich bin satt geben? Fette Rinder, feiste der Widderbrandopfer und des Fettes Schafe?“ „Nicht will ich essen der Mastkälber .... Waschet euch, fette Rinder, feiste Schafe; reiniget euch! Schafft mir eure bösen man möge mir geben prächTaten aus den Augen! Höret auf, tiges Aussehen der Frauen, Böses zu tun! Lernet Gutes tun!“ Schönheit der Männer.“

1) S. Paul Haupt, Koheleth oder Weltschmerz in der Bibel, Leipzig 1905. 2) VA. Th. 4105, bespr. von Meißner MVAG 1902, 1 ff.

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