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wohl in Gestalt von Phallen? Das Verhüllen mit dem Gewand gehört allenthalben zu den Zeremonien des Phallus - Kultus.

Ez 19, 4: „Sie führten ihn an Nasenringen nach Ägypten; 19, 9: l'nd sie zogen ihn mit Haken in einen Käfig und brachten ihn in Ketten zum Könige von Babel. Vgl. Abb. 132 (S. 421) und Abb. 182 (S. 547). Die assyrischen Könige haben wirklich gefangene Könige in Käfige? gesperrt. Am östlichen Stadttore von Nineveh befand sich ein Käfig zu diesem Zwecke. Asurbanipal be

richtet (Annalen, Col. 8), er habe einem arabischen König Hundeketten angelegt und habe die Gefangenen am östlichen Stadttor den Käfig bewachen lassen.

Ez 21, 26. Die Leberschau begegnet uns außer in Babylonien auch bei den Etruskern, vgl. S. 155. Abb. 205 zeigt eine Schafsleber mit magischer Eintei

lung und eingeAbb. 205: Wahrsagungs-Leber mit magischen Linien und Orakeln.

grabenenOrakeln Brit. Museum (Cun. Texts VI).

ausCun. Texts VI. Ez 23, 14f. Jänner an die Wand gescichnet, an ihren Hüften mit einem Gürtel umgürtet, ihre Häupter mit Turbanen umwunden. Bilder babylonischer Wandreliefs schweben dem Propheten vor.

Ez 23, 23 (Ich will gegen dich herbeibringen) die Pekód und Schoʻa und koa.

Die Peķod sind die Puķûdu der assyrischen Inschriften, ein allgemeiner Name für die Aramäer. Schoʻa und Koʻa

*) H. Grimme in der kath. Liter. Rundschau 1904, Sp. 347 erinnert an die entsprechenden südarabischen Weihgeschenke s-l-m.

2) Sûgar, assyrisch šigaru, also wohl mit P. Haupt sîgar zu lesen.

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wird als Suti und Kor (Kir) zu erklären sein, s. zu Jes 22, 5--7, wo wir die Kir ebenfalls neben den Aramäern finden 1. Ez 23, 24.

Ich werde ihnen den Rechtsstreit vorlegen und sie werden dich nach ihren Rechtssatsungen richten. Vgl. die Schlußworte Cod. Hammurabi, S. S. 356. Es ist an geschriebene Rechtssatzungen gedacht, nach denen Babylonier und Assyrer in dem Rechtsstreit zwischen Jahve und seinem Volke richten werden. Ez 23, 29.

Es wird aufgedeckt werden deine Scham. Das Bild ist der zu Jes 47, 2f. (S. 574f.) erwähnten orientalischen Kriegssitte entnommen.

Ez 23, 40 ff. Erotische Feier genau so, wie sie hundertfach in 1001 Nacht geschildert wird, mit Mahlzeit und Liederklang verbunden. Noch heute sind Schmucksachen fast die einzige Freude der Weiber im Orient.

Ez 26, 20. Bild der Unterwelt. Tehôm, die Urflut (s. S. 161 und vgl. 31, 15) wird Tyrus aus dem „Lande der Lebendigen" in die Se'ol hinabschwemmen, zu den in die Grube Hinabgefahrenen, zum Volke der Urzeit („Riesen der Urzeit“ Ez 32, 27.) Die Unterwelt als Wohnplatz der Männer der Urzeit schildert Eabani im Gilgames-Epos, wie er sie im Traume () gesehen hat. Zu den „Riesen“ s. S. 223.

Ez 27, 6ff. Zu den Kittim, Elisa, Simyra, Lyder, Put, Tarsis, Tibarener, Moscher, Thogarma, Javan, Saba, Ra'ma s. zu I Mos 10. Zu Eden s. S. 188f., zu Harran s. S. 330, zu Medien S. 254 f. Der Wein von Helbon v. 18 ist im orientalischen Altertum wohlbekannt. Die assyrische Weinliste II R 44 erwähnt ihn auch und der Bellinozylinder Nebukadnezars I R 65 nennt Hilbunum als eines der Länder, von denen der König Wein bezieht. Strabo XV, 735 erzählt, daß die Perserkönige ihn ausschließlich tranken. Helbon ist das heutige Halbûn nordwestlich von Damaskus ?.

Kilmad v. 23 wurde von G. Smith dem heutigen Kalwâdha bei Bagdad gleichgesetzt, wo Bronzeringe gefunden wurden mit der Inschrift: „Palast Hammurabis des Königs“, s. Delitzsch, Paradies 206. Aber die Erklärung ist nicht richtig. Es steht neben Eden und Assur. Mez, Harran 33f. vermutet, daß kol-madaj zu lesen ist: „ganz Medien“, Winckler (schriftliche Mitteilung) liest 925, d. i. Kullimeri, die Hauptstadt von Lubdi (S. 276).

Ez 27, 7, s. S. 260.

1) Vgl. auch meinen Artikel Kir in RPTh”.
2) S. Wetzstein ZDMG XI, 490 f.

Ez 27, 30f. Die Trauergesten bei den Hebräern sind zum größten Teil allgemein orientalisch und speziell den babylonischen Trauergebräuchen sehr verwandt. Das charakteristische Wort für „trauern" ist biblisch wie assyrisch sapad. Der Schmerzlaut wird hebräisch hôi oder hó wiedergegeben,

s. Am 5, 16, assyrisch ûa und a. Das Haarscheren, bei

den Männern auf Haupthaar und Bart sich beziehend, vgl. Ez 5, I, ist 3 Vos 19, 27 f.; 21, 58.; 5 Mos 14, I ff. als heidnische Trauersitte verboten. Das Anziehen des saķ (assyr. šakku) ?, des zerrissenen Gewandes bei Trauer und Buße, vgl. Jon 3, 6ff. (wohl mit Schlitz an der Brust) ist verwandt mit dem Kleider zerreißen, das nach Joel 3, I im übertragenen Sinne die innere Zerrissenheit andeutet; das Ideogramm für „Kleiderzerreisung" wird assyrisch durch „überströmende Bekümmernis" und „überschäumende Wut“ erklärt. Zum Ritzen mit Messern S. zu i kg 18, 28. Klagemänner und Klagefrauen werden 2 Chr 35, 25 vgl. Am 5, 16 genannt; nach Jer 48, 36 vgl. Mc 5, 38

(Jairus) begleitet „Flötenspiel Abb. 206: Gudea - Statue mit Bauplan auf die Trauerzeremonie. Sach 12, dem Schoß. Telloh. S. 583 Anm. 1. II – 12 redet

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von

gesängen zwischen Männern und Frauen, vgl. Mt 11, 17. Bei einem assyrischen Königsbegräbnis wird gesagt, daß der Musikmeister mit seinen Sängerinnen nach der Trauerversammlung Musik machen wird, und an anderer Stelle heißt es: „Es wehklagten die Gattinnen, es antworteten die Freunde“ (K 7856)2. Klagegesänge erwähnt auch 3 Mak 6, 32. Es seien in diesem Zusammenhange noch zwei apokry

1) Vgl. Winckler F II, 44.

2) Vgl. Meißner in Wiener Zeitschr. für die Kunde des Morgenl. XII, 59 ff.; mein Hölle und Paradies AO I, 32, 1off.

phische Stellen erwähnt, die die lärmende orientalische Trauersitte illustrieren, und die zugleich zeigen, daß die Einschließung der Frau im Frauenhause in nachexilischer Zeit bei den Juden ebenso Sitte war, wie im übrigen Orient:

2 Mak 3, 19ff. (bei Gefährdung des Tempelschatzes): „Die Weiber erschienen mit Trauergewändern angetan, unter der Brust gegürtet, in Menge auf den Straßen. Die Jungfrauen, die sonst nicht unter die Leute gingen, liefen, die einen an die Tore, andre auf die Mauer; einige lugten durch die Fenster."

3 Mak 1, 18 ff.: „Die in den Gemächern verschlossenen Jungfrauen stürmten samt den Müttern heran, bestreuten das Haar mit Asche und Staub und

Abb. 207: Bauplan auf dem Schoße

einer Gudea - Statue. erfüllten die Straßen mit Wehklagen und Seufzen. Ja auch die, die sich ganz zurückgezogen hatten, verließen die zur Beiwohnung hergerichteten Gemächer und setzten die Scham beiseite und verführten in der Stadt ein unordentliches Laufen ?."

Ez 28, 2 ff. Ein Gott bin ich, einen Göttersitz bewohne ich im Herzen der Meere. Es ist die Residenz in Tyrus gemeint; aber zugleich enthält das stolze Wort eine mythologische An

spielung auf Ea, der in dem kosmischen Eridu im Ozean thront, s. S.96f. Auch das spricht dafür, daß bei den Sprüchen Ezechiels, die vom Gottesgarten sprechen, an Eridu zu denken ist, s. S. 189 f. und Nachtrag zu S. 190.

Zu Ez 28, 13f. (Eden,

der Garten Gottes) s. S. 192; Maßstab auf dem Schoße einer Gudea-Statue.

197. Ez 31, 3 ff. Die Wunderzeder s. S. 194; 197.

Ez 36, 25 Und ich werde reines Wasser über euch sprengen, daß ihr rein werdet. Anklänge an den Ea-Kult, vgl. S. 200. Ez 38, 1 ff. Gog (Magog) s. zu S. 254. Ez 38, 6, s. S. 253.

Ez 40 ff. Der Prophet sieht in der Vision den Plan des neuen Tempels. Ähnliche Vorgänge kennt auch die babylonische Literatur. Sie entsprechen ja der altorientalischen

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Abb. 208:

1) Die Stellung der Frau im israelitischen Orient darf nicht einseitig danach beurteilt werden, vgl. hierzu S. 536.

Jeremias, A. Test. 2. Aufl.

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Grundanschauung, nach der alles Irdische himmlischen Vorbildern entspricht, vgl. S. 48ff. Eine der Inschriften Gudeas (Cyl. A) erzählt ein Traumgesicht: Gudea sieht eine göttliche Gestalt, zu deren Rechten der göttliche Vogel IM-GIG sitzt, während 2 Löwen zur Rechten und Linken lagern (vgl. i Kg 10, 18 ff.). Sie befiehlt ihm, ein Haus zu bauen. Unter Lichterscheinungen treten himmlische Gestalten herzu mit Griffel und Tafel, die ihm den Bauplan zeigen. Vgl. die Statue Gudeas Abb. 206 f. Vgl. auch S. 235. Zur Stiftshütte nach himmlischem Vorbild s. S. 435. 444 Anm. 3.

Ez 47, i ff. (Paradies mit Lebensbaum und Lebenswasser), S. S. 200.

Daniel. Das Prophetenbuch ist wiederholt umgearbeitet worden. Der Grundstock in seiner ursprünglichen Form gehört in die Zeit des Exils 1; der hebräische Kanon stellt deshalb das Buch richtig hinter Ezechiel und Sept. vor Esra. Der Gegenstand der Weissagung ist die Erwartung der „Endzeit“, d. h. des goldenen Zeitalters für Israel. In den Formen und Bildern der altorientalischen Weltzeitalterlehre wird der Anbruch der neuen Zeit verkündigt. Die gegenwärtige Gestalt zeigt die Übertragung der Prophetie auf die Zeit des Antiochus Epiphanes und dient, zeitgeschichtlich angesehen, dem Nachweis, daß die Makkabäer-Zeit den Anbruch der Erlösung bedeutet (zu Judas Makkab als Erretter s. S. 474). Die Apokalypse des Neuen Testaments nimmt die danielischen Bilder auf in den Visionen, die die Errettung durch den erhöhten Christus in der Endzeit verkündigen.

Da 1, 7 Belțšaşar Beiname Daniels, bab. Balâțašu-ușur, d. h. „schütze sein Leben“ 2. Da 4, 5 heißt es, der Name sei „nach dem Namen des Gottes Nebukadnezars" gegeben. Das beruht auf einer Verwechslung mit Belsasar, d. h. Bel-sar-uşur, ,,Bel (Merodach), schütze den König“. Sadrak ist vielleicht verstümmelt aus Marduk 3, Abednego aus Abednebo ,,Knecht Nebos“. Misael

Misael – Mešak ist vielleicht künstlich angefügt; es ist sehr wahrscheinlich, dass Daniel ursprünglich in der Dreizahl inbegriffen war..

Da i, 20 vgl. 2, 2 aššâpim hängt mit babyl. ašipu Beschwörer zusammen; vgl. âšap bez. âšep Da 2, 10.

1) S. Winckler F. II, 435 ff., KAT3 334.
2) G. Hoffmann ZA II, 237: Balat-ša(r)-uşur.
3) Kohler ZA IV, 150.
4) S. Winckler F III, 47.

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