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Herkules; Vulcanus Ziu-Ramman', entsprechend Ninib-Mars bez. Venus als malkat šamaim = Luzifer (Höllenfürst).

Mit dem System wird die Trias dadurch in Verbindung gebracht, dass die drei als Kinder (zwei von ihnen

Geschwistergatten) 3 von Anu, dem ,,Göttervater“ oder von Bel, dem eigentlichen Herrn des Tierkreises (vgl. S. 13f.), gelten:

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1) Auch das von Tacitus erwähnte Schiff mit der Isis-artigen Göttin stimmt dazu. Sie ist identisch mit Nerthus (Mutter Erde) und Tanfana. Das jugendliche Brüderpaar der Alcis entspricht den Zwillingen; Tacitus vergleicht sie selbst mit Kastor und Pollux. Die Bilder von Tieren, die in den heiligen Hainen hängen und im Kriege vorangetragen werden, sind dann wohl ebenfalls astral zu erklären.

3) Zum Verständnis dieser Gleichsetzungen beachte den Wechsel der Trias Sonne-MondVenus mit Sonne-MondRamman S. 14; ferner den Umstand, daß der Nordpunkt als Feuerpunkt Ninib-Mars gehört (S. 28), wie auch der

Himmelskönigin Ištar Abb. 24: Die karthagische Himmelskönigin (Tanit),

männlich Attar, Luzifer), Sonne und Mond in den Händen tragend.

S. 35 f.

3) Zu erschließen aus

den Tammuz - Mythen. Dabei ist dann immer Ištar Mondgöttin. Aus dem Folgenden ergibt sich, daß sie auch Sonnencharakter tragen kann; dann ist ihr Partner (Bruder) Mondgottheit.

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Abb. 26,

Abb. 27.
Kampf der drei großen Einheitsgestirne, s. S. 82, Anm. 1, gegen Kingu und Tiamat

oder entsprechende Gewalten.
Abb. 26 Siegelzylinder im Brit. Museum? (Nach einem Gipsabdruck.)

Abb. 27 aus Lajard, Culte de Mithra.

-) So in den altarabischen Kulten, aber auch z. B. auf dem Relief von Maltaja (Abb. 7), wo Nr. 2 das Weib die Sonne ist. Im Mysterienkult der Minäer im Texte Gl. 232 führen die Frauen dem Attar das Weib zu, das die Šamaš darstellt (nicht etwa Menschenopfer, wie H. Grimme OLZ 1906, Nr. 2 annimmt). Im Kult von Petra ist Attar=Dusares; der schwarze Stein (nagfévos, zaáßa nach Epiphanius, s. MVAG 1901, 276 ff.) ist die Gemahlin-Mutter. Jere mias, A. Test. 2. Aufl.

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Das Verhältnis der Geschwistergatten bez. (was dasselbe ist) das Verhältnis des Sohnes zur Gemahlin-Mutter zeigen am deutlichsten die Tammuz-Attis-Dusares-Mythen und die entsprechenden Göttersagen von der verderbenbringenden Liebe oder von dem Hinabsinken in die Unterwelt und der Errettung. Dabei trägt der Rettende Mondcharakter und der Gerettete Sonnencharakter oder umgekehrt, oder eine der Gestalten repräsentiert den Kreislauf des Naturlebens, wie S. 31 ff. gezeigt wurde.

Noch eine weitere Lehre der esoterischen Religion ist hier hervorzuheben, die zum Teil ebenfalls rückwärts aus den popularisierenden Mythen erschlossen werden muß.

In der Kosmogonie fanden wir den Grundsatz, daß dem neuen Weltäon eine neue Emanation der göttlichen Offenbarung entspricht. Abb. 25 illustriert, wie aus der Trias Hathor Mond Sonne (Hathor trägt die Mondhörner und darin die Sonne auf dem Kopf) Osiris hervorgeht, der die neue Welt hervorbringt 1. Osiris ist identisch mit Marduk 2. Marduk erscheint als die Emanation Eas", der ilu amelu ,,Gott Mensch“ ist (s. S. 97). Als solcher ist er abkallu, Träger der Weisheit, identisch mit dem Urmenschen Adapa, dem zer amelûti (Same des Menschengeschlechts), der ebenfalls abkallu ist (s. Kap. IV) und dem der neue Adapa im neuen Zeitalter entsprechen wird. Marduk aber ist der Vermittler zwischen der Gottheit und den Menschen (s. S. 97 f.). Das ist die Lehre von Eridu, die auf Marduk von Babylon übertragen ist. In Babylon-Borsippa ist in der Zeit vor der Hegemonie eine andere Lehre herrschend gewesen, die Nabû - Nebo als Verkünder des neuen Zeitalters und als Vermittler zwischen der Gottheit und den Menschen gekannt hat (vgl. S. 35)

1) Durch Sieg über den Drachen, wie es die Lehre von Amon darstellt. Als kosmogonische Variante würden wir erwarten Erschaffung der neuen Welt durch Zeugung mit der Mutter, s. S. 7. Das Sonnenkind TammuzOsiris wird zum Geliebten bez. Gemahl der Himmelskönigin und Muttergöttin. Abb. 24 und 25 stellen den Kampf mit Kingu und Tiâmat dar, und dabei ist die Trias Mond Sonne Ištar durch Mondsichel, Lebensbaum (vgl. Selene und Helios im Paradies S. 22) und vagina angedeutet.

2) Als solcher hat er Sonnencharakter, andrerseits ist er auch Mondoffenbarung s. S. 79 und beachte das orientierende Beispiel S. 79, Anm. 1.

3) Die Beziehungen Marduks zu Ištar, die Osiris-Isis entsprechen würden, sind urkundlich noch nicht bezeugt, sie sind aber vorhanden, wie die auf Marduk sich beziehenden Königsberufungssagen zeigen, s. zu 2 Mos 2, i ff.

*) Diese babylonische Mittler-Lehre ist für das Verständnis der verschiedenen Logos-Lehren entscheidend, vgl. dazu die Auffassungen bei Hommel, Geographie und Geschichte 115 Ö., Winckler, F. III, 298 ff. Selbstverständlich liegt in der biblischen Auffassung eine wesentliche Vertiefung Zur Verehrung des „höchsten Gottes“ im Kosmos, ferner zum monarchischen Polytheismus der Volksreligion und zur Thcologie der babylonischen Bußpsalmen s. meine Monotheistischen Strömungen innerhalb der babylonischen Religion, Leipzig, J. C. Hinrichs 1904.

Die Popularisierung der Lehre liegt in den Kalenderfesten, von denen wir auf babylonischem Boden bisher nur wenig Zeugnisse haben, und in der Mythologie.

III. Kalenderfeste. Das Neujahrsfest des babylonischen Zeitalters ist Frühlingsfest. In vorbabylonischer Zeit, z. B. als Fest der Bau zu Gudeas Zeit, muß es Herbstfest gewesen sein (Fest des Nebo), wie der Name Tišri, d. h. ,,Anfang“, noch zeigt. Als höchstes Fest erscheint das Neujahrsfest schon im babylonischen Sintflutbericht 1.

Der Held des Festes, das babylonisch Zagmuk d. h. reš šatti, Jahresanfang, oder Akîtu-Fest heißt, ist im babylonischen Zeitalter ,,der Sonnensohn“ Marduk. Er hat den Winter besiegt, der als Wasserdrache erscheint (entsprechend dem Sieg über Kingu bez. Tiâmat bei dem Beginn des gegenwärtigen Äons). Darum fällt das Fest in die Tag- und Nachtgleiche (šitķulu).

Aus assyrischer Zeit ist die dramatische Feier des Sieges über den Winter bezeugt? Kingu (vgl. Abb. 26 f. S. 81), durch ein Schaf reprä

der Idee vor. Der personifizierte Logos ist der Offenbarer Gottes ganz im Sinne von Nabû, der Verkündiger (im letzten Grunde Verkündigung des neuen Zeitalters, der Erlösung). i Mos i verbirgt sich die Vorstellung in dem „Worte“, das das Licht schafft (vgl. Jo i, iff.: Im Anfang war der Logos, in ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen). Moses war ein Nebo im israelitisch-religiösen Sinne (zum „Nebo“ als Todesberg s. später), vgl. 5 Mos 18, 15: „Einen nebî wie mich etc.“ Ich halte es nicht für unmöglich, daß man z. B. im babylonisierten Samarien noch an solche Beziehungen gedacht hat, vgl. Jo 4, 19: „Herr ich sehe, daß du 100quins (nebî, ohne Artikel) bist." Nebo als Erretter entspricht alt babylonischer Auffassung. Es würde also ein Archaismus vorliegen, wie er zur Zeit der chaldäischen Herrscher beliebt war (s. S. 125). Nach babylonischer Lehre ist Marduk der Bringer der neuen Zeit. Im Äon der Urwelt entspricht dem Sohne Eas Mummu, der Sohn von Apsû und Tiâmat, der mit Tiâmat die neue Welt schafft. Er begegnete uns bereits bei Damascius, der Morus als vonios zoouos, die intelligible Welt erklärt, ferner im Namen der babylonischen Weisheitsschule bît mummu S. 7, er wird uns weiter begegnen im Beinamen Eas als Mummu bân kala, der „alles Gestaltende“,

1) S. 31 vgl. S. 26.

2) K 3476 CT XV, 44 und 43, s. meine Monoth. Strömungen S. 24 nach H. Zimmerns Mitteilung.

sentiert, wird auf brennendem Kohlenbecken verbrannt. Der „Sänger“ rezitiert während des Spiels. Die Austreibung, Ersäufung, Verbrennung des Winters findet sich in der ganzen Welt.

Die gleiche Bedeutung hat das Osiris-Spiel in Ägypten, s. mein BNT 19. In einem Frauengrabe in Antinoe in Oberägypten fand Gayet ein barkenähnliches Marionettentheater auf Holz und Kupferblech, auf dem Szenen aus dem Leben des Osiris dargestellt wurden. Näheres über solche Festspiele entnehmen wir dem Buche Ermans, Die ägyptische Religion und der Veröffentlichung Schäfers, die Mysterien des Osiris in Abydos.

Auf einem Denkstein der Berl. Königl. Sammlung’ erfahren wir, daß ein vornehmer Schatzbeamter, der unter dem König Sesostris III. in Abydos zu tun hatte, in priesterlicher Würde als „Herr über die Geheimnisse“ an den Festen des Osiris teilnahm: Ich veranstaltete den Auszug des Wep-wawet", als er ging, um seinem

Vater (Osiris) zu helfen. Ich schlug die zurück, die sich gegen die Neschemetbarke auflehnten,

und warf die Feinde des Osiris nieder. Ich veranstaltete den „großen Auszug“ - und folgte dem Gott auf seinem

Schritte. Ich ließ das Gottesschiff fahren, und Toth .... die Fahrt. Ich versah die „Er (Osiris) erscheint in Wahrheit“ genannte Barke des

Herrn von Abydos mit einer Kajüte und legte ihm seinen schönen

Schmuck an, damit er sich nach der Stätte Peker begebe. Ich leitete die Wege des Gottes zu seinem Grabe in Peker. Ich rächte den Wenen-nofen (Osiris) an jenem Tage des großen Kampfes

und warf alle seine Feinde nieder auf dem Gewässer von Nedif. Ich ließ ihn einziehen in das Schiff (wrt). Es trug seine Schönheit. Ich machte das Herz der Bewohner des Ostens weit vor Freude und

brachte Jubel in die Bewohner des Westens, als sie die Schönheit der Neschemetbarke sahen. Sie landete in Abydos und brachte Osiris, den ersten derer im Westen, den Herrn von

Abydos zu seinem Palaste. König Ramses IV. zündete in Abydos am Grabe des Osiris Licht an am Tage, wo man seine Mumie balsamierte. Er wehrte den Set von

1) Erman 1. c. sagt wiederholt von den Texten: „deren Sinn uns entgeht“. Der Schlüssel liegt in der Astrallehre, s. meinen Aufsatz „Der Alte Orient und die ägyptische Religion“ in Wiss. Beilage zur Lpzg. Ztg. 1905, Nr. 91. Es handelt sich um Kampf zwischen Oberwelt und Unterwelt (Titanenkampf), um Tod, Auferstehung und Glorifizierung des Osiris, dessen Inkarnation der König ist, der das neue Zeitalter bringen wird.

2) Schäfer in Sethes Untersuchungen IV, 2 Lpz. 1904.

3) Als Schakal dargestellt, zu dessen Füßen sich eine Schlange windet.

*) Vgl. den „Auszug“ beim Marduk-Fest. Sonnenwende oder Tagesgleiche. In der Sommersonnenwende bez. Herbsttagesgleiche stirbt Osiris. Darauf folgt die Totenklage, die Herodot II, 61 beschreibt. Wintersonnenwende bez. Frühjahrstagesgleiche ist Jubelfest. Davon berichtet der Schluß des Textes.

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