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11 Sie sollen Staub leden wie die Schlangen, wie die, die am Boden kriechen;
zitternd sollen sie aus ihren Schlupfwinkeln hervorkommen, angstvoll auf Jahwe, unseren

Gott, blicken und sich vor dir fürchten!
18 Wer ist ein Gott wie du, der dem Überreste seines Erbteils [seine] Sünde vergiebt und

(seinen] Abfall übersieht, der nicht für immer im Zorne verharrt, sondern sich freut, Gnade zu üben? 19 Er wird fich unserer wieder erbarmen, wird unsere Verschuldungen niederschlagen. Ja, du wirst alle ‘unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen! 20 Du wirst an Jakob die Treue erweisen, an Abraham die Gnade, die du unseren Vätern von [längst]vergangenen Tagen her zugeschworen hast.

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Der Prophet Nahum.

1 Ausspruch über Nineve. Das Buch der Offenbarung Nahums, des Elkofiters.

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Die Bollftredung der Kache Fahwes an Nineve rüdt heran (um 660 v. Chr.?).
Ein eifersüchtiger Gott und ein Rächer ist Jahwe; ein Mächer ist Jahwe und voller

Grimm.
Ein Rächer ist Jahwe gegenüber seinen Widersachern und trägt seinen Feinden [ihre Ver-

schuldung) nach.
Jahwe ist langsam zum Zorn und von großer Kraft, aber er läßt nicht ganz ungestraft.
Im Sturmwind und Wetter schreitet Jahwe einher, und Gewölk ist der Staub unter

seinen Füßen. *Er bedroht das Meer und trodnet es aus und läßt alle Ströme versiegen. Es verwelft Basan und Karmel und die Blüte des Libanon verwelft. 5 Berge erbeben vor ihm und die Hügel zerschmelzen; vor ihm bäumt sich die Erde auf, der Erbkreis und alle, die darauf wohnen. Wer kann Stand halten vor seinem Groll und wer bestehn bei seiner Zornesglut? Sein Grimm ergießt sich wie Feuer und die Felsen zerspringen vor ihm. Gütig ist Jahwe, ein Schuß in Drangsalszeit; er kennet (wohl), die bei ihm Zuflucht

suchen. 8 Aber mit überströmender Flut macht er den Garaus "denen, die sich wider ihn auf

lehnen', und Finsternis verfolgt seine Feinde!
9 Was erfinnt ihr wider Jahwe? Den Garaus macht er — nicht zweimal wird fidh

Drangsal erheben!
werden sie [doch] wie völlig dürre Stoppeln verzehrt.

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* Der offenbar verderbte Text lautet wörtlich: „wenn bis [zu den] Dornen derflochten und wie ihr Hauschtrank trunken". Dies deutet man: wwären sie auch wie Dornen verflochten und wie ihr Trant durchtränkt" (also durch und durch naß). Allenfalls möglich, aber gleichfalls sehr fünstlich wäre die Fassung: und wie von ihrem Trant durchtränkt“.

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11 Aus dir* ging hervor, der Böses wider Jahwe ersann, der Heillofes plante.
12 So spricht Jahwe: .
Habe ich dich *** gedemütigt, so werde ich dich [doch] nicht nochmals demütigen.

18 Und nun will ich sein Joch, das auf dir liegt, zerbrechen und deine Fesseln zerreißen. 14 Wider dich aber † wird Jahwe Befehl thun: dein Name foll fortan durch keine Aussaat mehr erhalten bleiben! Aus dem Tempel deines Gottes will ich Sdnißbilder und Gußbilder vertilgen, will dir dein Grab herrichten, denn du bist verworfen!

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Die Freudenbotschaft von der Eroberung und Blünderung Nineve. 1 Schon erscheinen auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der Frieden verkündigt. Feiere, Juda, deine Feste, bezahle deine Gelübde, denn fortan wird der Heillose dich nicht mehr durchziehn - er ist gänzlich hinweggetilgt! 2 Es rüđt der Zerstörer gegen dich it heran: Wahre die Festung! Spähe aus auf die Straße, raffe dich zusammen, rüste dich gewaltig! 8 Denn Jahwe stellt die Hoheit Jakobs wieder her, wie die Hoheit Jsraels; denn Räuber haben sie beraubt und ihre Ranken zu Grunde gerichtet. 4 Die Schilde feiner Helden sind gerötet, [feine] Krieger in Scharlach gekleidet. Im Feuer der ....ttt [funkeln) die Wagen, wenn er sie zurüstet, und geschwungen

werden die Lanzen. 5 Auf den Gassen rasen die Wagen, rennen hin und her auf den Pläßen; wie Fackeln sind sie anzusehn, sie fahren einher wie die Bliße. 6 Er besinnt sich auf seine Eblen: fie straucheln auf ihrem Gange; fie eilen auf seine

(Nineves) Mauern - doch (schon) wird das Schußbach hergerichtet **. Die Flutthore werden aufgethan und der Palast vergeht (vor Furcht).

**t, während ihre Mägde seufzen, so wie Tauben girren, [und] sich auf die

Brüste schlagen. 9 Nineve aber [war) wie ein Wasserteich ....** Sie aber fliehen. „Halt, halt!" aber keiner wendet sich um.

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* Anrede an Nineve.

** Wörtlich: „wenn unversehrt (oder wohlgemut“, nach anderen „vollzählig“ oder „in voller Macht“) und so viele (b. i. nach üblicher Deutung: mögen sie auch zahlreich und noch so viele sein), so werden sie eben so vertilgt (oder „umgehauen“, „abgemäht“) und er fährt dahin". Vergl. jedoch die textkritische Anmerkung, nach welcher der Schluß ursprünglich gelautet haben dürfte: „und werden bahinfahren".

*** Anrede an Juda.

† Anrede an Assur oder den Großkönig. # Anrede an Nineve.

H1 Die übliche, aber keineswegs sichere Deutung des übergangenen Wortes ift: der stählernen Beschläge".

** Die Überseßung des Schlußaßes ist unsicher; jedenfalls aber dürfte es sich um Maßregeln der anstürmenden Feinde handeln, gegen die jede Abwehr zu spät kommt.

*** Der offenbar verderbte Text lautet nach der üblichen Deutung: „und es ist bestimmt: sie wird in Gefangenschaft geführt (oder „entblößt“) und hinaufgebracht“ (?). Dhne Zweifel stedt in dem ersten der drei Worte ein Şauptwort mit dem Artikel, und zwar irgend eine Bezeichnung der Königin. Denn die Fortseßung zeigt, daß nur von ihr, nicht etwa der Stadt Nineve, die Rede sein kann.

** Nach der üblichen, aber sprachlich sehr zweifelhaften Erklärung bedeuten die beiden übergangenen Worte: „don jeher“ (eigentlich: „von den Tagen an [wo] sie [stand]"). Soll dies heißen: obwohl n., weil rings von Wasser umflutet, unzugänglich ist, fliehen sie dennoch"?

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10 [So) raubt (denn] Silber, raubt Gold!
Denn endlos ist der Vorrat; [da ist] eine Masse von allerlei kostbarem Gerät.
11 Öde und Leere und Wüstenei verzagte Herzen, schlotternde kniee und Krampf in

allen Hüften,
und aller Angesicht erblaßt!

2 Wo ist [nun] die Lagerstatt des Löwen, der Drt, wo die Jungleuen aufgezogen wurden, wo der Löwe einherschritt, wo die Löwin (und) das Löwenjunge, ohne daß sie jemand

aufschreckte? Der Löwe raubte, bis seine Jungen genug hatten, und würgte für seine Löwinnen; er füllte mit Raub seine Höhlen und seine Lagerstätten mit Geraubtem. 14 Fürwahr, ich will an dich — ist der Spruch Jahwes [, des Gottes] der Heerscharen und will “deine Wagen in Rauch aufgehen lassen, und deine Jungleuen soll das Schwert

fressen. Und ich will deinen Raub von der Erde vertilgen und der Ruf deiner Boten soll fortan

nicht mehr vernommen werden!

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Erneute Bedrohung des rudlosen Nineve mit Jahwes Strafgericht. 1 Ha, Stadt der Blutschuld, ganz angefüllt mit Lug (und] Gewaltthat, [bei der] des

Raubens kein Ende ist. Horch, Peitschenknall! Horch, Rädergerassel, jagende Rosse und rollende Wagen, 3 anstürmende Reiter, funkelnde Schwerter und blißende Lanzen! Zahllos sind die Erschlagenen und massenhaft die Leichen; kein Ende ist der Leichname, so daß fie über ihre Leichname hinstürzen. *[Solches geschieht] ob der zahllosen Hurereien der Hure, der holdseligen, zauberkundigen, die (ganze] Völker mit ihrer Hurerei berückte * und Nationen mit ihren Zauberkünsten. 5 Fürwahr, ich will an dich ist der Spruch Jahwes [, des Gottes der Heerscharen] und will dir vorne die Schleppe aufdeden und den Völkern deine Blöße zeigen und

Königreichen deine Schande. 6 Ich will Unrat auf dich schleudern und dich schänden und ein Schauspiel aus dir machen, daß alle, die dich erblicken, vor dir fliehen und sprechen sollen: Verheert ist Nineve! Wer könnte Mitleid mit ihr haben? Wo soll ich Tröster für dich

auftreiben? 8 Bist du etwa besser, als No Ammon, die an den Nilarmen thronte, rings von Wassern

umgeben, der der Strom ** als Bollwerk, der Strom als Mauer diente ? ' [Leute von] Rusch und Ägypter ohne Zahl waren ihre Stärke ; [Leute von] Put und

Libyer bildeten deine Helferschaft. °[Aber) auch sie wanderte in die Verbannung, in die Gefangenschaft; auch ihre Kindlein

wurden an allen Straßenecken zerschmettert. Über ihre Angesehenen warf man das Los, und alle ihre Großen wurden in Fesseln

gelegt. 11 Auch du sollst trunken werden, sollst umnachtet sein; auch du sollst Zuflucht vor dem

Feinde suchen!

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* Nach anderer Deutung: „verkaufte“.

** Wörtlich: das Meer“; das Wort dient jedoch hier (wie Jes. 19, 5) zur Bezeichnung des Nils. Auch der jeßt in Ägypten übliche Name des Nils (el- bachr) bedeutet eigentlich das Meer. Übrigens ist die Überseßung von V. 86 sprachlich nicht ohne Bedenken.

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12 Alle deine Bollwerke find (wie] Feigenbäume mit Frühfeigen: Wenn sie geschüttelt

werden, fallen sie dem, der essen will, in den Mund! 18 Fürwahr, deine Krieger sind Weiber in dir -- weit thun fich die Thore deines Landes

auf, Feuer verzehrt deine Riegel! Schöpfe dir Wasser [für die Zeit] der Belagerung! Tritt in den Thon und stampfe Lehm! Greife zur Ziegelform! 15 Dort wird dich Feuer verzehren, das Schwert dich vertilgen; gleich einem Käferschwarm * wird es sich aufzehren, magst du dich auch mehren wie die

Räfer, dich mehren wie die geuschrecken. 16 Deine Händler sind zahlreicher, als die Sterne am Himmel ; [boch] die Räfer häuten

sich und fliegen davon ! 17 Deine Fürsten ** gleichen den Heuschreden, deine ....*** einem Schwarm von

Heuschreden, die sich in falter Zeit an den Mauern lagern; wenn die Sonne aufgeht, fliegen sie da

von, und niemand weiß, wohin. 18 Deine Hirten schlummern, o König von Assyrien, deine Edlen liegen (im Schlafe]; deine Leute sind auf den Bergen zerstreut, ohne daß fie jemand sammelt! 19 Reine Linderung giebt's für deinen Schaden, unheilbar ist deine Verwundung! Ade, die die Kunde von dir vernehmen, klatschen deinetwegen in die Hände; denn über

wen wäre nicht beständig deine Bosheit ergangen!

Der Prophet Habakuk 7.

1 Der Ausspruch, den der Prophet Habakuk empfing.

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Die Beidwerbe des Bropheten vor Fahwe. 2 Wie lange [schon] schreie ich um Hilfe, Jahwe, ohne daß du hörst; (wie lange schon]

rufe ich dir zu ,,Gewalt!" ohne daß du Hilfe schaffst! Warum läsfest du mich Unheil erleben und siehst Gewaltthaten mit an? Drud und Gewaltthat sind vor meinen Augen; daher ist Streit entstanden und immer

aufs neue hebt Zwietracht an. So kommt es, daß die Rechtsprechung erlahmt und das Recht niemals mehr ans Licht tritt. Denn die Gottlosen umgarnen die Frommen; darum tritt das Recht verdreht ans Licht. 577 Seht auf, ihr "Treulofen, und blickt umher! "Stieret und staunet!

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* Vergl. die Bemerkung zu Joel 1, 4.
** Nach anderer Deutung: „deine auserlesene Mannschaft“.

*** Vergl. zu dem übergangenen Worte (nach der üblichen Erklärung: deine Tafelschreiber“) S. 560, erste Note.

† Nach der herkömmlichen Annahme ist die Weissagung Habakuks um 600 v. Chr., richtiger aber wohl bereits um 615 anzuseßen. Vergl. hierüber die tertkritische Anmerkung zu V. 5—11.

# Vergl. über den Abschnitt V. 5-11 die tertkritischen Anmerkungen.

Denn er wirkt in euren Tagen ein Werk ihr würdet es nicht glauben, wenn es er

zählt würde! 6 Denn fürwahr, ich lasse die Chaldäer erstehn, das grimmige und behende Volt, das die Breiten der Erde durchzieht, um fremde Wohnsiße zu erobern. Schredlich und furchtbar ist es, ihm selbst entstammt sein Recht und seine Hoheit. 8 Seine Rosse sind schneller als Parder und fühner als Wölfe am Abend; seine Reiter sprengen stolz einher cund seine Meiter tommen auß weiter Ferner; sie fliegen dahin

gleich einem Adler, der sich auf den Fraß stürzt. 'Sie alle gehen auf Gewaltthaten los .... * und bringť Gefangene auf wie Sand. 10 Und er ** - er macht sich über Könige lustig und Würdenträger dienen ihm zum Gespött. Er lacht über jedwede Festung; er "schüttet Erde auf und erobert sie'.

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12 Bist nicht du, Jahwe, von Urzeit her mein Gott, mein Heiliger, der nimmer stirbť? Jahwe, zu[r Vollstreckung des] Gericht[s] hast du ihn bestimmt und

zum Strafen ihn verordnet 8 du, dessen Augen zu rein sind, als daß du Böses anschauen könntest, und der du Ge

waltthaten nicht mit anzusehen vermagst warum siehst du [doch] die Treulofen mit an, schweigst [bazu), wenn der Gottlose den, der

im Rechte gegen ihn ist, zu Grunde richtet ? 14 Du ließest ja die Menschen werden wie die Fische im Meer, wie das Gewürm, das

keinen Herren hat! 15 Sie alle zog er mit der Angel empor, zerrt sie fort in seinem Garn und rafft sie ein

in sein Neß.
Darum freut er fich und frohlodt; 16 darum schlachtet er seinem Garn und opfert

seinem Neße.
Denn sie verschaffen ihm üppige Beute und fette Speise.

Darum züdt er "beständig sein Schwert, um schonungslos Völker zu morden.

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Die Antwort Zahwes und Weherufe des Bropheten.

2 1 Ich will mich auf meine Warte stellen und auf den Wall treten, um auszuspähen, damit ich erfahre, was er mit mir reden und was 'er' mir auf meine Beschwerde er

widern wird. 2 Da antwortete mir Jahwe und sprach: Schreibe das Gesicht nieder und bringe es deutlich auf die Tafeln, damit man es ge

läufig lesen könne. 8 Denn noch ist dem Gesicht eine Frist bestimmt; aber es eilt f dem Ende zu und trügt nicht. Wenn es verzieht, so harre seiner; denn es kommt gewiß und bleibt nicht aus !

* Die übergangenen drei Wörter sind unverständlich. Man pflegt zu überseßen entweder : „Das Streben ihrer Gesichter ist vorwärts gerichtet“ oder „ihres Angesichts Streben ist nach Sturm“ oder „die Richtung ihrer Gesichter ist ostwärts“. Der Text ist ohne Zweifel verderbt und zwar scheinen zwei Versglieder verloren gegangen zu sein.

** Wohl ein Hinweis auf den König der Chaldäer.

Der Sinn des offenbar verderbten Textes ist völlig unsicher. Die nächstliegende Überseßung ift: „damals brauste ein Sturm daher und zog vorüber, und er wird sich verschulden, er, dem seine [eigene] Kraft als Gott gilt".

+ Vergl. zu dieser ziemlich fraglichen Überseßung die textkritischen Anmerkungen.

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