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8 Eins reiht sich an das andre, kein Lüftchen dringt zwischen sie ein.
9 Jedes hängt am andern fest; sie schließen sich zusammen unzertrennlich.
10 Sein Niesen läßt Licht erglänzen, und seine Augen gleichen der Morgenröte Wimpern.
11 Seinem Rachen entfahren Fadeln, entsprühen Feuerfunken.
12 Aus seinen Nüstern dringt Dampf hervor wie von einem siedenden Topf mit Binsen-

(feuerung).
13 Sein Odem entzündet Kohlen, und Flammen entfahren seinem Rachen.
14 Auf seinem Halse wohnt die Kraft, und vor ihm her tanzt Verzagen.
15 Die Wampen seines Leibes haften fest, ihm angegossen unbeweglich.
16 Sein Herz ist fest gegossen wie Stein, ja fest gegossen wie ein unterer Mühlstein.
17 Wenn es auffährt, fo fürchten sich Helden, geraten vor Schreden in Verwirrung.
18 Greift man es an mit dem Schwert – so hält das nicht Stand, nicht Lanze, Pfeil

und Panzer.
19 Es achtet das Eisen für Stroh, für wurmstichig Holz das Erz.
20 Der Sohn des Bogens verjagt es nicht, in Strohhalme verwandeln sich ihm

Schleudersteine.
21 Wie Strohhalme gelten ihm Keulen, und es lacht des Sausens der Lanze.
22 Unten an ihm find spißeste Scherben; einen Drehschlitten breitet es aus auf dem

Schlamm.
28 Es macht die Tiefe sieden wie einen Topf, macht das Wasser einem Salbenkessel gleich.

Hinter ihm leuchtet ein Pfad auf; man hält die Flut für Silberhaar.
25 Nichts kommt ihm gleich auf Erden, ihm, das geschaffen ist, sich nie zu fürchten.
26 Auf alles Hohe sieht es (herab} – ein König ist es über alle Stolzen!

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1 Da antwortete Hiob Jahwe und sprach :
2 Ich weiß, daß du alles vermagst, und kein Gedanke dir vermehrt ist.
„Wer da verhüllt (tiefen] Ratschluß ohne Einsicht" ? Darum sprach ich es aus in Un-

verstand, Dinge, zu wunderbar für mich, die ich nicht begriff!
4 „So höre denn und laß mich reden; ich will dich fragen, und du belehre mich.“
5 Von Hörensagen hatte ich von dir gehört, nun aber hat mein Auge dich gesehn!
6 Drum widerrufe und bereue ich in Staub und Asche!

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Der Zorn Jahwes über die Freunde Siobs wird durch deren Opfer und die Fürbitte Hiobs

beldwigtigt, und der Glückstand Siobs völlig wieder hergestellt.
7 Nachdem Jahwe diefe Worte mit Hiob geredet hatte, sprach Jahwe zu Eliphas von
Theman: Mein Zorn ist entbrannt gegen dich und gegen deine beiden Freunde, denn ihr habt
nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Hiob. So nehmt euch nun sieben Farren und
sieben Widder und geht hin zu meinem Knechte Hiob und bringt ein Brandopfer für euch dar;
und mein Knecht Hiob möge für euch beten, denn nur die Rücksicht auf ihn wird mich ab-
halten, eine Übereilung an euch zu begehn*, da ihr nicht recht von mir geredet habt wie mein
Knecht Hiob!

9 Da gingen Eliphas von Theman, Bildad von Suah und Zophar von Naama hin und
thaten, wie Jahwe ihnen geheißen hatte; und Jahwe nahm Rüdsicht auf Hiob.

• Und Jahwe wendete das Geschic Hiobs, als er für seine Freunde betete; denn Jahwe gab Hiob alles, was er beseffen hatte, doppelt zurüc. 11 Da kamen zu ihm alle seine Brüder

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Nach anderer Deutung: „euch [eure) Thorheit entgelten zu lassen".

und alle seine Schwestern und alle seine Bekannten von ehedem und aßen mit ihm in seinem Hause, bezeugten ihm ihr Beileid und trösteten ihn wegen all des Unglüds, das Jahwe über ihn gebracht hatte; auch schenkten sie ihm jeder eine Resita * und jeder einen goldenen Ring.

12 Jahwe aber segnete die nachfolgende Lebenszeit Hiobs noch mehr als seine frühere : denn er gelangte zu 14 000 Schafen, 6000 Kamelen, 1000 Joch Rindern und 1000 Efelinnen. 18 Auch wurden ihm sieben Söhne und drei Töchter geboren ; 14 die eine nannte er Täubchen, die zweite Kassia und die dritte Schminkbüchschen. 15 Und im ganzen Lande fand man keine 15 so schönen Frauen wie Hiobs Töchter; und ihr Vater gab ihnen Erbteil unter ihren Brüdern.

16 Darnach lebte Hiob noch hundert und vierzig Jahre und sah seine Kinder und Rindes kinder, vier Geschlechter. 17 Sodann starb Hiob alt und lebenssatt.

Das Hohelied.

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1 Das Lied der Lieder, von Salomo. 2 Er küsse mich seines Mundes Küssen; denn lieblicher als Wein ist deine Liebe. 3 Lieblich duften deine Salben ; [wie) ausgegossenes Öl ist dein Name, darum haben dich

Jungfrauen lieb.

* Zieh mich dir nach; o, laß uns eilen! – mich führte der König in seine Gemächer Wir wollen jubeln und uns deiner freun, deine Liebe preisen mehr als den Wein; mit

Recht lieben sie dich!

5 Schwarz bin ich, doch lieblich, ihr Töchter Jerusalems! mie Kedars Gezelte, wie 5

Salomos Zeltdecken. 6 Seht mich nicht an, daß ich so schwärzlich bin, daß die Sonne mich verbrannt hat. Die Söhne meiner Mutter zürnten auf mich; sie bestellten mich zur Weinbergshüterin

meinen eigenen Weinberg habe ich nicht gehütet!

7 Thu' mir kund, o du, den meine Seele liebt: Wo weidest du? wo lagerst du am Mittag ?

Denn warum soll ich wie eine .....** sein bei den Herden deiner Genossen?
8 Wenn du's nicht weißt, o du schönste unter den Frauen,
so geh' doch hinaus den Spuren der Herde nach und weide deine Zidlein bei den

Hütten der Hirten.

9 Meiner Stute am Pharaowagen vergleiche ich dich, meine Freundin.
10 Lieblich stehn deinen Wangen die Gehänge, deinem Halse die Schnüre.
11 Gehänge von Gold wollen wir dir machen mit filbernen Punkten.

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* Eine Münze oder richtiger ein Stück Edelmetall von einem bestimmten Gewicht; vergl. 1 Mos. 33, 19.

** Das übergangene Wort kann bedeuten: „wie eine [sich] verhüllende“. Dies deutet man entweder auf eine Trauernde oder (nach 1 Mos. 38, 15) auf eine Buhldirne.

12 So lange der König auf seinem Ruhepolster * [weilte), hat meine Narde ihren

Duft gegeben.
13 Mein Geliebter ist mir das Myrrhenbündel, das an meinem Busen ruht.
14 Die Cyprusdolde in den Weinbergen Engedis ist mein Geliebter mir.

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15 Wie schön bist du, meine Freundin; wie schön bist du! Deine Augen sind Taubensaugen).
16 Wie schön bist du, mein Geliebter, ja holdselig; ja unser Lager ist (immer] grün.
17 Die Balfen unserer Häuser sind Cedern, unser Getäfel [besteht aus] Cypressen.

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1 Ich bin die Narcisse der Saronsflur, die Lilie der Thäler.

2 Wie eine Lilie unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Mädchen.

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8 Wie ein Apfelbaum unter des Waldes Bäumen, so ist mein Geliebter unter den Knaben.

In seinem Schatten saß ich so gern, und seine Frucht war meinem Gaumen süß.
* Er führte mich zum Weinhause hin, und seine Fahne über mir war Liebe.

Ostärkt mich mit Traubenkuchen, erquiďt mich mit Äpfeln, denn ich bin liebeskrank.
6 Seine Linke (sei] unter meinem Haupt, und seine Rechte herze mich.
Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hinden auf

der Flur:
Dwedt nicht auf, erweckt nicht die Liebe, bis ihr's gefällt!

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8 Horch! mein Geliebter! Sieh, da kommt er, springt über die Berge, hüpft über die öügel.
9 Mein Geliebter gleicht einem Reh oder dem jungen Hirsche.

Schon steht er hinter unserer Mauer, späht durch das Fenster, blidt durch das Gitter.
10 Mein Geliebter hebt an und spricht zu mir: Mache dich auf, meine Freundin, meine

Schöne, komme doch!
11 Denn der Winter ist ja vorüber, der Regen vorbei, vergangen.
12 Die Blumen zeigen sich im Lande, die Zeit ist gekommen, den Weinstock zu beschneiden,

und der Turteltaube Ruf läßt sich in unserem Lande hören. 13 Der Feigenbaum – schon reifen ** seine Früchte, und die Reben, in Blüte, ver

breiten Duft.
Mache dich auf, meine Freundin, meine Schöne, fomme doch!
14 Meine Taube in den Felsjpalten, im Versted der Klippen,

laß mich deinen Anblick genießen, laß mich deine Stimme hören!
Denn deine Stimme ist süß, und dein Anblid lieblich.

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15 Fangt uns Füchse, kleine Füchse, die Weinbergsverderber, denn unsere Weinberge

stehn in Blüte.

16 Mein Geliebter ist mein und ich bin sein, der in den Lilien weidet.
17 Bis der Tag sich verfühlt, und die Schatten fliehn,
kehre um, mein Geliebter, und gleiche dem Reh, oder dem jungen Hirsch auf den

Malobathronbergen ***.

* Nach anderer Deutung: „in seiner Tafelrunde". ** Nach anderer Erklärung: „schon röten sich“.

*** d. 5. den Malobathron (eine Pflanze, aus der man kostbares Salböl bereitete) tragenden Bergen. Nach anderer Deutung: „den Bergen der Zerklüftung (wörtlich: Zerschneidung)“.

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Auf meinem Lager suchte ich nächtens, den meine Seele liebt; ich suchte ihn und 3

fand ihn nicht. 2 So will ich aufstehn und die Stadt durchstreifen, auf den Märkten und Straßen will ich suchen, den meine Seele liebt; ich suchte ihn

und fand ihn nicht. 3 Mich fanden die Wächter, die in der Stadt umgehn: ,,Den meine Seele liebt, habt

ihr ihn gesehn?" * Raum baß ich an ihnen vorüber war, da fand ich ihn, den meine Seele liebt. Ich faßte ihn und will ihn nicht lassen, bis ich ihn in meiner Mutter Haus gebracht

und in die Kammer derer, die mich gebar. Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hinden 5

auf der Flur: Dwedt nicht auf, ermedt nicht die Liebe, bis ihr's gefällt!

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6 Was ist's, das dort heraufkommt aus der Trift wie Rauches Säulen, umduftet von Myrrhen und Weihrauch, von allerlei Würze des Krämers ?

Das ist ja Salomos Sänfte! Sechzig Mannen um sie herum aus Israels Mannen. 8 Sie alle mit der Hand am Schwert, im Kampf erfahren; jeder mit dem Schwert an der

Hüfte wegen nächtlichen Grauens. 9 Einen Tragstuhl ließ sich der König Salomo fertigen aus Holz vom Libanon. 10 Seine Säulen ließ er aus Silber fertigen, seine Lehne aus Gold,

seinen Siß von Purpur[zeug), sein Inneres (mit Polstern] bedeckt * 11 Kommt heraus, ihr Töchter Zions, und weidet euch am Anblic des Königs Salomo, an dem Kranz, mit dem ihn seine Mutter bekränzt hat an seinem Vermählungstage

und am Tage seiner Herzensfreude!

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1 Ja, du bist schön, meine Freundin, ja du bist schön: deine Augen sind Taubensaugen] 4

zwischen deinem Schleier hervor. Dein Haar gleicht der Ziegenherde, die am Berge Gilead herab sich lagert. 2 Deine Zähne sind wie eine Herde (frisch] geschorener (Schafe), die aus der Schwemme

gestiegen, die allzumal Zwillinge tragen, und deren keines unfruchtbar. 8 Wie ein Scharlachfaden sind deine Lippen und lieblich dein Mund.

Wie eine Granatapfelscheibe (leuchtet) deine Schläfe hinter deinem Schleier hervor. 4 Wie Davids Turm ist dein Hals, erbaut ..

Tausend Schilde hängen daran, alle Tartschen der Helben.
5 Deine Brüste gleichen zwei Rehkälbchen, Gazellenzwillingen, die in den Lilien weiden. 5
6 Bis der Tag sich verkühlt und die Schatten fliehn,

will ich zum Myrrhenberge gehn und zum Weihrauchhügel.
* Alles ist schön an dir, meine Freundin, und kein Makel ist an dir !

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Nach anderer Deutung „[init bunten Stüden) ausgelegt“ oder „verziert“. ** Die Schlußworte: „aus Liebe von den Töchtern Jerusalems“, müssen aus anderem Zus sammenhang hierher versprengt sein.

*** Als Bedeutung des gänzlich unbekannten Wortes hat man „für Waffen (Trophäen)" oder mmit Terrassen“ u. a. geraten.

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8 Mit mir, vom Libanon, o Braut, komm mit mir vom Libanon!
Schaue herab von Amanas Gipfel, vom Gipfel des Senir und Hermon,
von den Löwenwohnungen, von den Pantherbergen.
9 Du hast mich des Verstandes beraubt, meine Schwester Braut, du hast mich des Ver-

standes beraubt durch einen deiner Blide, durch .... von deinem Halsgeschmeide.
10 Wie süß ist deine Liebe, meine Schwester Braut!
Wie viel köstlicher ist deine Liebe als Wein, und deiner Salben Duft als alle Wohl-

gerüche! 11 Honigseim träufeln deine Lippen, Braut, Honig und Milch birgt deine Zunge, und

der Duft deiner Kleider gleicht dem Dufte des Libanon. 12 Ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut, ein verschlossener Born, ein ver

fiegelter Quell. 13 Deine Schößlinge sind ein Granatenhain mit köstlichen Früchten, Cyprusblumen samt

Narden, 14 Narde und Krokus, Kalmus und Zimt samt allerlei Weihrauchsträuchern, Myrrhen

und Aloe samt allerlei besten Balsamen. 15 Eine Gartenquelle [bist du], ein Brunnen lebendigen Wassers und vom Libanon

rinnende (Bäche]. 16 Erwache, Nord, und komm, o Süd, durchwehe meinen Garten, daß sein Balsam

duft ströme!

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Es komme mein Geliebter in seinen Garten und genieße seine köftlichen Früchte.

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Ich fam in meinen Garten, meine Schwester Braut; ich pflü&te meine Myrrhe samt

meinem Balsam, ich aß meine Wabe samt meinem Honig, ich trant meinen Wein samt meiner Milch : Effet, Freunde, trinkt und berauscht euch, Geliebte!

2 Ich schlafe, aber mein Herz ist wach. Horch, da klopft mein Geliebter !
Thu mir auf meine Schwester, meine Freundin, meine Taube, meine Meine!
Denn mein Haupt ist voll Tau's, meine Loden voll nächtlicher Tropfen.

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3 Ich habe mein Kleid ausgezogen, wie sollt' ich's (wieder) anziehn ?

Habe meine Füße gewaschen, wie sollt' ich sie (wieder] beschmußen ?
4 Mein Geliebter stredte seine Hand durch das Fenster, da walte mein Innerstes auf

über ihn.
5 Ich stand auf, meinem Geliebten zu öffnen, während meine Hände von Myrrhe troffen

und meine Finger von fließender Myrrhe auf die Griffe des Riegels. 6 Ich that meinem Geliebten auf, doch mein Geliebter war entwichen, verschwunden. Mir

stodte der Atem, als er sprach. Ich suchte ihn, aber ich fand ihn nicht; ich rief ihn, aber er gab mir keine Antwort. ? Mich fanden die Wächter, die in der Stadt umgehn: fie schlugen mich, verwundeten

mich; meinen Schleier nahmen mir weg die Wächter der Mauern. 8 Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems: Wenn ihr meinen Geliebten findet, was

wollt ihr ihm melden? - daß ich vor Liebe krank bin!

Wörtlich: „durch einen der Halskette“ (die übliche Deutung durch einen Stein“ oder durch ein Kettchen von d. H.“ ist sprachlich unzulässig); der Text ist offenbar verderbt.

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