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er: Nimm den Überwurf, den du anhast, und halte ihn her! Sie hielt ihn hin. Da maß er jechs (Maß] Gerste ab und lud es ihr auf. "So kam sie in die Stadt. 16 Als sie nun zu ihrer Schwiegermutter kam, fragte diese: Wie steht's mit dir, meine Tochter ? Da erzählte sie ihr alles, was ihr der Mann erwiesen hatte, 17 und sprach: Diese sechs (Maß] Gerste hat er mir gegeben, denn er sagte: Du darfst nicht leer zu deiner Schwiegermutter kommen ! 18 Da sagte sie: Verhalte dich ruhig, meine Tochter, bis du weißt, wie die Sache ausfällt! Denn der Mann wird nicht ruhen, ehe er die Sache heute zu Ende geführt hat.

Boas heiratet Ruth. Geschlechtsregister Davids. 4 1 Boas aber war zum Thor hinaufgegangen und hatte sich niedergeseßt. Als nun gerade

der Löjer, von dem Boas geredet hatte, vorbeiging, sprach er: Komm hierher und seße dich hier nieder, du so und so*! Als er nun herangekommen war und sich geseßt hatte, 2 nahm er zehn Männer von den Vornehmsten und sprach: Seßt euch hier nieder! Als sie sich gejekt hatten, 3 redete er den Löfer an: Das Stüc Land, das unserem Verwandten Elimelech gehörte, hat Naemi, die aus dem Gebiete Moabs zurückgekommen ist, verkauft. 4 Nun dachte ich, ich wolle es dir zu Dhren bringen und sagen: Kaufe [es] in Gegenwart der (hier] Anwesenden und in Gegenwart der Vornehmsten meiner Volfsgenossen. Wenn du als Löfer auf treten willst, so sei Löjer! Willst 'du' aber nicht löser sein, so thue mir's fund, damit ich Bescheid weiß. Es ist nämlich außer dir niemand da, der Löser sein könnte, und ich nach dir ! 5 Er sagte: Ich will löser sein. 5 Da sprach Boas: Gleichzeitig damit, daß du Naemi das Feld abkaufst, hast du 'auch die Moabitin Ruth, des Verstorbenen Witwe, erkauft, um des Verstorbenen Namen auf seinem Erbbesiß wieder erstehen zu lassen. Da erwiderte der Löser : Ich kann [es] nicht für mich einlösen; ich würde sonst mein Erbland verderben. Löse du dir, was ich zu lösen hätte, denn ich kann es nicht lösen! ? Nun war vor Zeiten folgendes in Israel (Brauch] bei der Lösung und dem Tausch, um irgend etwas festzumachen: Einer zog seinen Schuh aus und gab ihn dem andern - das war die (Form der] Bestätigung in Israel. 8 So sagte denn der Löser zu Boas: Kaufe [es] für dich! und zog seinen Schuh aus. Boas aber sprach zu den Vornehmen und zu allem Volf: Ihr seid heute Zeugen, daß ich Naemi den

ganzen Besiß Elimelechs, sowie den ganzen Besitz Kiljons und Machlons abgekauft habe. 10 10 Dazu habe ich die Moabiterin Ruth, Mahlons Witwe, mir zum Weibe erfauft, um des

Verstorbenen Namen auf seinem Erbbesiß wieder erstehen zu lassen, damit des Verstorbenen Name aus dem Kreise seiner Verwandten und aus dem Thore seines (Heimat-]Ortes nicht verschwinde – ihr seid heute Zeugen! 11 Da rief alles Volf, das sich im Thore befand, und die Vornehmen: Zeugen (sind wir]! Möge Jahwe das Weib, das in dein Haus einziehen soll, machen wie Rahel und Lea, welche beiden das Haus Israel erbaut haben! Übe Macht in Ephrata aus und rufe einen (gefeierten] Namen in Bethlehem! 12 Und durch die Nachkommen, die dir Jahwe von diesem jungen Weibe geben wird, gleiche dein Haus dem Hause des Perez, den Thamar dem Juda gebar!

18 So heiratete Boas die Ruth, und sie ward sein Weib. Und als er zu ihr einging, gewährte ihr Jahwe, daß sie schwanger wurde, und sie gebar einen Sohn. 14 Da sagten die

Frauen zu Naemi: Gepriesen sei Jahwe, der dir heute einen Löser nicht versagt hat, so daß 15 sein Name in Israel genannt werden wird! 15 Er wird dir ein Erquicker und ein Versorger

deines Alters werden, denn deine Schwiegertochter, die dich lieb hat, hat ihn geboren -- sie, die für dich mehr wert ist als sieben Söhne! 16 Da nahm Naemi das Kind und legte es auf ihren Schoß und wurde seine Wärterin. 17 Und die Nachbarinnen benannten es, indem sie sprachen: Naemi ist ein Sohn geboren! und benannten es obed - das ist der Vater von Davids Vater Isai. 15

* Der betreffende hebr. Ausdruck wird, wie im Deutschen N. N. gebraucht, wenn man den Namen nicht angeben kann oder will.

18 Das ist der Stammbaum des Perez: Perez erzeugte Hezron, 19 Hezron erzeugte Ram, Ram erzeugte Amminadab, 20 Amminadab erzeugte Nachson, Nachson erzeugte 'Salmon', 20 21 Salmon erzeugte Boas, Boas erzeugte Obed, 22 Obed erzeugte Isai, Ifai erzeugte David.

Die Klagelieder.

1*

1 Ach, wie so einsam liegt die Stadt,

[einst] reich an Volt, wie ist zur Witwe geworden,

die groß war unter den Nationen ; die Fürstin unter den Städten

muß Frondienste leisten! 2 Sie weint und weint in der Nacht,

Thränen neßen ihre Wange.
Reiner ist da, der fie tröste,

von allen ihren Buhlen; alle ihre Freunde haben ihr die Treue gebrochen, find ihre Feinde geworden. 3 Ausgewandert ist Juda vor Elend

und hartem Knechtsdienst

. Es weilt unter den Heiden,

findet keine Ruhestatt. Alle feine Verfolger holten es ein

in den Engen. 4 Die Wege nach Zion trauern,

weil niemand zum Fest kommt. Ade ihre Thore sind verödet,

ihre Priester seufzen; ihre Jungfrauen sind voll Grams,

und ihr selbst ist webe. Ihre Bedränger sind obenauf gekommen, ihre Feinde sind wohlgemut. Denn Jahwe hat sie mit Gram erfült um der Menge ihrer Sünden willen;

ihre Kindlein zogen als Gefangene fort vor dem Bedränger her. 6 So zog von der Tochter Zion aus

all' ihre Herrlichkeit. Ihre Fürsten gleichen den Widdern',

die keine Weide fanden, und zogen fraftlos dahin

vor dem Verfolger.

5

5

7 Jerusalem gedenkt an die Tage ihres Elends und ihrer Jrrsal, can alle ihre Serr.

ligteiten, die feit den Tagen der Urzeit waren, als ihr Volf in die Hand des Bedrängers fiel,

und keiner ihr half; die Bedränger sahen zu,

lachten über ihre Niederlagen ** 8 Schwer hat Jerusalem gesündigt,

drum wurde sie zum Abscheu. Alle ihre Verehrer verachten sie,

weil sie ihre Blöße gefehn, und sie selbst seufzt

und wendet sich ab.

*

Kap. 1–4 sind alphabetische Lieder, und zwar beginnen in Kap. 1. 2. 4 die einzelnen Verse, in Kap. 3 je drei Verse der Reihe nach mit einem der 22 Ronsonanten des hebr. Alphabets (über die Buchstabenfolge pe, ajin in Kap. 2–4 vergl. die Bemerkung zu Pf. 34, 18). Außerdem findet sich in Kap. 144 überall eine besondere Versform (der von Budde entdeckte „Klaglieder-Vers“), die auf ein kurzes erstes Glied ein noch kürzeres zweites Glied folgen läßt. Und zwar besteht in Kap. 1 und 2 jeder unserer Verse aus drei, in Rap. 3 aus einem, in Rap. 4 aus zwei Klagliederversen. In Kap. 5 ist jeder Vers zweigliederig, aber anders gebaut, als in Rap. 1–4.

** Die Bedeutung des leßten Wortes ist unsicher.

10

Ihr Unflat klebt an ihren Säumen,

fie bedachte das Ende nicht. So fiel sie wunderbar tief,

fie hat keinen Tröster. Sieh, Jahwe, mein Elend an,

denn der Feind triumphiert! 10 Der Bedränger streckte seine Hand aus nach allen ihren Schäßen. Fa, sie sah, wie die Heiden

in ihr Heiligtum kamen, von denen du geboten: „sie dürfen nicht kommen in deine Gemeine!" 11 Alle ihre Bewohner seufzen,

suchen nach Brot, geben ihre Schäße für Speise dahin, das Leben zu fristen. Sieh' her, Jahwe, und schaue darein, wie ich mißachtet bin!

12

*

18

ihr alle, die ihr des Wegs vorüberzieht, schaut und seht,
ob es einen Schmerz giebt, wie meinen Schmerz, der mir angethan ward,
mir, die Jahwe mit Gram erfüllt hat am Tage seines glühenden Zorns.
Aus der Höhe sandte er Feuer,

‘ließ es in meine Gebeine herniederfahren, stellte meinen Füßen ein Neß,

trieb mich zurüd, machte mich wüste,

immerbar fiech. 14 Geschirrt ist das Joch meiner Sünden durch seine Hand;

aneinander geknüpft sind sie, auf meinen Nacken gelegt; er brach meine Kraft.

Der Herr hat mich solchen preisgegeben, denen ich nicht standhalten kann. 15 Verworfen hat alle meine Helden

in meiner Mitte der Herr, hat ein Fest gegen mich ausgerufen,

meine Jünglinge zu zermalmen. Der Herr hat die Kelter getreten

der jungfräulichen Tochter Juda. 16 Darüber weine ich, weine;

mein Auge zerfließt in Thränen. Denn fern ist mir der Tröster,

der mein Herz erquiďte: Meine Kinder sind verstört,

denn der Feind ist stark.

15

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17

? Zion streckt ihre Hände aus,

fie findet keinen Tröster. Jahwe entbot gegen Jakob

ringsum seine Bedränger ; Jerusalem ist geworden

zum Abscheu unter ihnen. 18 Jahwe ist gerecht,

denn seinem Worte troßte ich.
Dhört es, all' ihr Völker,

und seht meinen Schmerz.
Meine Jungfrauen und meine Jünglinge zogen gefangen fort.
19 Ich rief meine Buhlen herbei,

sie betrogen mich.
Meine Priester und meine Vornehmen verschmachteten in der Stadt,
als sie sich Speise suchten,

ihr Leben zu fristen. 20 Siehe, Jahwe, wie mir angst ist,

mein Inneres glüht! Das Herz dreht sich mir im Busen um, denn ich war so trokig.

Draußen würgte das Schwert [meine] Kinder, drinnen die Seuche. 21 Sie hörten, wie ich seufzte,

ich hatte keinen Tröster ;
alle meine Feinde hörten von meinem Unglüd, freuten sich, daß du's gethan.

Du bringst den Tag herbei, den du verkündet, dann gleichen sie mir.
22 Laß all' ihre Bosheit vor dich kommen und thue ihnen,
gleich wie du mir gethan

wegen aller meiner Sünden! Denn zahllos sind meine Seufzer,

und mein Herz ist siech.

20

* Die beiden ersten Worte („nicht zu euch“) sind im jeßigen Tert unverständlich. Raufido, Altes Testament.

55

5

1 Ach, wie umwölft der Herr in seinem Zorn die Tochter Zion! Vom Himmel warf er zur Erde

die Herrlichkeit Israels und gedachte nicht an seiner Füße Schemel an seinem Zornestage. 2 Schonungslos vertilgte der Herr

alle Auen Jakobs, riß nieder in seinem Grimm

die Festen der Tochter Juda, warf zu Boden, entweihte

das Reich und seine Fürsten, 3 bieb ab in Zornesglut

jedes Horn Israels, zog seine Rechte zurück

vor dem Feind und schürte in Jakob eine flammende Lohe, die ringsum verzehrte. 4 Er spannte seinen Bogen wie ein Feind, und tötete alle Augenweide

im Zelte der Tochter Zion, goß aus wie Feuer seinen Grimm 5 Der Herr erwies sich als Feind,

vertilgte Järael, vertilgte alle “feine' Paläste,

zerstörte seine Burgen, und häufte in der Tochter Juba

Jammer über Jammer. • Er hat seine Hütte zerwühlt wie einen Garten *** seinen Festort zerstört. Vergessen machte Jahwe in Zion

Fest und Sabbat und verwarf in seinem grimmigen Zorne König und Priester. 7 Verschmäht hat der Herr seinen Altar,

sein Heiligtum verworfen; in Feindes Gewalt hat er ausgeliefert

.+ Geschrei ließen sie ertönen im Tempel Jahwes, als wäre ein Festtag. 8 Beschlossen hatte Jahwe, zu zerstören

die Mauer der Tochter Zion. Er zog die Meßichnur, hinderte nicht seine Hand am Vernichten und verseşte in Trauer Wall und Mauer, miteinander härmten sie sich ab. ' Ihre Thore sind in die Erde gesunken; er vernichtete und zerbrach ihre Riegel. Ihr König und ihre Fürsten sind unter den Heiden, des Gefeßes beraubt; auch ihre Propheten erlangen nicht mehr Offenbarung von Jahwe. 10 Am Boden siken und schweigen

die Vornehmen der Tochter Zion, haben Staub auf ihr Haupt gestreut, sich mit härenen Gewändern umgürtet; zur Erde senkten ihr Haupt

Jerusalems Jungfraun.

10

11

1

In Thränen schwinden meine Augen dahin, mein Inneres glüht, das Herz will mir zerspringen i

über den Untergang der Tochter meines

Volta, da Rind und Säugling verschmachten

auf den Straßen der Stadt. 12 Jhren Müttern rufen sie zu:

Wo ist Korn und Wein ? verschmachtend wie Todeswunde

auf den Straßen der Stadt, indem sie ihr Leben aushauchen

an ihrer Mütter Busen. 13 Was soll ich als Beispiel für dich nennen, womit dich vergleichen,

du Todier Jerusalem?

* Wörtlich: „ fest stand seine Rechte wie ein Bedränger“ (oder nach Weise eines B.“). Der Text ist schon wegen der Länge des Versgliedes verdächtig.

** Das zweite Versglied fehlt im gegenwärtigen Terte.
*** Ursprünglich vielleicht wie ein Dieb"; vergl. die tertkritische Anmerkung.

† Wörtlich: „die Mauern ihrer Paläste“, aber nach dem ganzen Zusammenhang kann nur vill Tempel oder einem Teile desselben die Rede sein. Vergl. die tertkritische Anmerkung.

it Wörtlich: „meine Leber ist ausgegossen zur Erde“, wohl sprichwörtlicher Ausdruck für die tiefste Schmerzempfindung, daher oben durch einen entsprechenden deutschen Ausdruc wiedergegeben.

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Was stell' ich dir gleich, um dich zu trösten, jungfräuliche Tochter Zion?

Ja, groß wie das Meer ist deine Wunde; wer könnte dich heilen? 14 Deine Propheten erschauten dir

Trug und Ungesalzenes
und dedten [dir] deine Schuld nicht auf, dein Geschick zu wenden,
sondern erschauten dir Sprüche

zu Trug und Verstoßung.
15 Über dich schlugen die Hände zusammen alle, die des Wegs vorüberzogen,
zischten und schüttelten das Haupt

über die Tochter Jerusalem:
„Ist das die Stadt, die man nannte der Schönheit Krone,

die Wonne der ganzen

Erde" ?
16 Über dich risjen auf ihren Mund

alle deine Feinde,
zischten und knirschten mit den Zähnen, sprachen: „Wir haben vernichtet !

Ja, das ist der Tag, den wir erhofften; wir haben ihn erlebt, gesehn."
17 Jahwe hat ausgeführt, was er ersonnen, fein Wort vollendet,

das er seit den Tagen der Vorzeit entboten, hat niedergerissen ohne Erbarmen
und deinen Feind über dich fröhlich gemacht, ließ hoch erhoben fein das Horn deiner

Bedränger!

20

18 'Schreie laut zum Herrn,

du “jungfräuliche Tochter Zion!
Laß [deine) Thränen rinnen, wie einen Bach, bei Tage und bei Nacht:
Gönne dir keine Ruhe,

dein Augapfel raste nicht.
19 Auf, jammere laut in der Nacht

beim Beginne der Nachtwachen; schütte aus wie Wasser dein Herz

vor dem Antlik des Herrn, erhebe zu ihm deine Hände

für das Leben deiner Kindlein die vor

Hunger verídmagten an allen Straßeneden'. 20 Sieh darein, o Jahwe, und schaue her, wem du solches angethan!

Sollen Weiber ihre (Leibes Frucht effen, die Kinder ihrer Pflege?
Sol im Heiligtum des Herrn gemordet werden Priester und Prophet?
Auf der Erde liegen in den Straßen

Knabe und Greis.
Meine Jungfraun und meine Jünglinge fielen durchs Schwert;

du hast gemordet am Tage deines Zorns, geschlachtet ohne Erbarmen.
22 Du beriefst wie an einem Fest

meine Schređen ringsum. Da gab's am Tage des Zornes Jahwes feinen, der entrann und entkam: Die ich gepflegt und aufgezogen,

die hat mein Feind vertilgt.

21

3 Ich bin der Mann, der Elend sah

unter der Rute seines Grimms. 2 Mich hat er getrieben und geführt

in Finsternis und tiefes Dunkel. Ja, gegen mich kehrt er immer aufs neue den ganzen Tag seine Hand. 4 Aufgerieben hat er mein Fleisch und meine Haut, meine Gebeine zerbrochen, 5 rings um mich aufgebaut

Gift und Drangjal, 6 mich in Finsternis versekt

wie ewig Tote. ? Er hat mich ummauert ohne Ausweg,

meine Ketten beschwert; 8 ob ich auch schreie und rufe,

er hemmt mein Gebet, vermauerte meine Wege mit Quadern,

verstörte meine Pfade. 10 Ein lauernder Bär war er mir,

ein Löwe im Hinterhalt. 11 Er hat meine Wege in die Irre geführt und mich zerrissen, mid, veröbet gerucht,

hat seinen Bogen gespannt und mich aufgestellt als Ziel für den Pfeil, 13 in meine Nieren gesandt

seines Köchers Söhne.

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