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in Galilæa, die heißer Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet (verlobt) war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids, und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel sprach : Gegrüßer leyft du, Holdselige (Hochbegnadigte), der Herr ist mit dir, du Gebenedeiete (Geregnete) unter den Weibern! Da fie aber ihn sah, erschrab sie über seine Rebe, und gedachte, welch ein Gruß ist das ? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirft schwanger werden, und einen Sohn gebåren , deß Namen souf ou Jesus heißen. Der wird groß, und ein Sohn des Hódysten genennet werden, und Gott wird ihm den Stuhl (Thron) reines Vaters Davids geben; und er wird ein (geistiger) König reya über das Haus Jakobs ewiglich, und seines Königreiches wird kein Ende repn. Da sprach Maria: Wie soll das zugehen, sintemal (da) ich von keinem Manne weiß? Der Engel antwortete: Der bellige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genennet werden. Und siebe, Elisabeth, deine Gefreundte, ist auch schwanger mit einem Sohne in ihrem Alter, die im Geschrei ist, daß fie unfruchtbar rey. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich." Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt haft!

208. Marias Seimsuchung oder Besuch bei Elisabeth.

(Luk. 1, 30-56.) Maria ging auf das Gebirge endelich Ceilig), zu der Stadt Juda (Hebron), und kam in das Haus Zacharias, und grüßte Elisabeth. Und als Elisabeth den Gruß Marias börte, hüpfte das Kind in ihrem Lelbe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll (begeistert), und rief laut: Gebenedeiet bist du unter den Weis bern, und gebenedelet ist die Frucht deines Leibes! Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?, Selig bist du, die du geglaubet hast; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn! Und Maria (prad): Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Seilandes ; denn er bat die Niedrigkeit seiner Mago angesehen, Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle; denn er hat große Dinge an mir gerhan, der da mächtig ist, und deß Name heilig is; und seine Barmherzigkeit währet immer für und får bet

denen,

denen, die ihn fürchten! Erůbet Gewalt mit seinem Arm, und Berftreuet (vereitelt die Anfdlage derer), die boffartig find in ihres Herzens Sinn. Er stößer die Gewaltigen vom Stuhle, und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen (Urmen) fület er mit Gütern, und låsset die Reichent leer (unbefriedigt). Er denket der Barmherzigkeit, und hilft seinem Diener (ibn veres renden Volke) Ssrael auf, wie er geredet hat unsern Våteen. Und Maria blieb bei ihr bei drei Monate; darnach tehrte sie wie. berum heim.

209. Des Johannes Geburt. (fuf, 1,57-80.) Elisabeth gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Ge. freundten hörten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan batte, und freueten sich mit ihr; und sie bießen ihn, nach feinem Vater, Zacharias; aber feine Mutter sprad) : Mit nic ten! sondern er roll Johannes heißen. Sie sprachen: Sft doch Niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winften seinem Vater, wie er ihn wollte beißen lassen? Und er forberte ein Cåflein, schrieb und sprach (ugleich): Er beißer Johannes! Und sie verwunderten sich alle. Und alsobald ward seine Zunge aufgethan , und er redete, und lobte Gott. Und es kam eine Furcht (Erft a unen) über alle, und diese Geschichte ward-ruchtbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es hörten, nahmen es zu Herzen, und sprachen: Was wil (wird Großes) aus dem Kindlein iverden? Denn die Hand des Herrn (Gottes besondere Führung) war mit ihm. Und sein Vater Zacha. rias ward des heiligen Geistes soll, und sprach : Gelobet sey der Herr, der Gott Israels; denn er hat besuchet und erloset (will Wohlthåter und Retter feyn får) rein Volk, und hat uns aufgerichtet ein Horn des Hells (einen måchtigen Helfer) in dem Hause seines Dieners Davids, als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten (Fel. 35, 4. Jer, 23,6. Hof. 1,,7.); daß er uns errettete von unsern Feinden, und dle Barmherzigkeit erzeigte; daß wir ihm dieneten ohne Furcht uns ser Lebenlang in Helligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ift. Und du, Kindlein, wirft ein Prophet des höchsten beißen (reyn); du wirft vor dem Herrn bergehen, daß du feinen Weg bereitest und Erkenntniß des Heils gebeft seinem Wolfe, die da jft in Wer. gebung ihrer Günden durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durdy welche uns besuchet bat der Aufgang aus der Höhe

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(Die Erleuchtung), auf daß erscheine denen, dfe da fiken in Finsterniß und Schatten des Todes (Unwissenheit und e ún. dentelende), und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens coer Glückseligkeit)! lind das Kindlein wuchs, und ward ftark im Geifte, und war in der Wüste (Einsamkeit), bis das er sollte hervortreten vor das Vole Israel.

210. Stimme Gottes an Joseph. (Matth. 1,18-25.)

216 Maria dem Joseph vertrauet (verlobt) war, ehe er sie beimholte Cheirathete), erfand siche, daß sie schwanger war von dem beiligen Geiste (ourd außerordentliche Wire fung Gottes). Joseph aber, ihr (u túnftiger) Mann, war fromm , " und wollte sie nicht rúgen (beschimpfen); gedachte aber , fte heimlich zu verlassen. Indem er aber also gedachte, da erschien ihm ein Engel des Heren im Traume, und fprado: Jor feph, fürchte (bedenke) dich nicht, Maria, dein Gemahl, zu dir zu nehmen; denn das in ihr geboren ist, das ist von dem heiligen Geifte. Und sie wird einen Sohn gebåren, deß Namen sollst du Jesus heißen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Süns den. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesaget hat, der da spricht (Jel: 7, 14.): Siehe, eine Jungfrau wird einen Sohn gebåren, und sie werden seinen Namen Emanuel heißen, das ist: Gott mit uns. Da nun Joseph vom Schlaf erwachte, that er, wie ihm des Herrn Engel befohlen hatte, und nahm sein Gemahl zu fich, bis sie ihrea Sobn gebar.

211. Die Geburt Jesus. (luf. 2, 1-21.) Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kalser Augustus ausging, daß alle Welt (alle Unterthanen) geschaft (aufgezeichnet) würde, und Jedermann ging, daß er sich dåsen ließe, in seine Stadt. Da machte sich auch auf Jofeph aus Nai zareth zur Stadt Davids, Bethlehem, darum, daß er von dem Geschlechte Davids war, auf daß er sich schaßen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dafelbst waren, kam die Zeit, daß sie gebåren sollte; und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde, die butes ten des Nachts ihre Heerde, und siebe, des Herrn Engel trat zu

ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um fte, und sie fürch teten sich sehr; und der Engel sprach zu ihnen: Fårchtet euch nicht! Siebe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volfe widers fahren toird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr in dir Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen : Jhr werdet finden das Kind in Bindeln geridelt, und in einer Krippe liegeno. Und alsobald war da bei dem Engel die Menge der himmlisden Heerschaaren; die lobten Gott, , und spray chen: Egre rey Gott in der Sobe, und Friede (Gludseligkeit) auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander Laffet uns geben gen Bethlehem, und die Geschichte seben, die uns der Herr kund gethan hat! Und sie famen elleno, und fanden belde, Maria und Joseph, daju das Kind in der Kripe pe liegend. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, weldes zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle wunderten fid); Marta abier behielt alle diese Worte, und bewegte (erwagte) sie in ihrem Herzen. iind die Hirten kehrten wieder um, und lobeten Gott um alles, das sie gefehert und gehöret bats ten. Und da acht Tage um waren, ward fein Name genennet Jefus. 212. Jesus erste Darstellung im Tempel. Weifsagung von

ihm. (Luf. 2, 09-40.) Da die Tage nach dem Geseke Moses kamen, brachten fie Jesus gen Serusalem, auf daß sie ihn darstellten dein Herrn; und ein Merild) (Mann) war zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und derselbe war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Troft (rettenden Mellias) Israels, und der Heilige Geift war to ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Gelste (göttliche Offenbarung), er sollte den Tod nicht seben, er båtte denn zuvor der Christ des Sperrn gesehen ; und er kam aus Unregen des Geiftes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, da nahm er thn auf seine Arme, und lobte Gott, und sprach · Herr, nun laftet 04 deinen Diener' in Friede fahren (ruhig terben), wie du ger faget hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, wel chen du bereitet haft vor allen Völkern ein Licht zu erleuchten (einen Lehrer, aufzuflåren) die Heiden, und zum Preise deines Volkes Ifrael! und sein Vater und seine Mutter wunderten

fich deß, das von ihm geredet tard. Uno Simeon regnete fte, und sprach zu Maria: Siehe, dieser wird gesetet zu einem Falle (De. müthigung) und Auferstehen (Erhebung) vieler in Israel, und zu einem ( under» Zeichen, dem (Dennoch) widersprochen wird, und es wird (felbft) ein Schnert (großer Schmers) durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offens bar werden! Und es war eine Prophetin, Hanna, die war eine Wlewe bei vier und achtzig Jahren, kam nimmer vom Tempel, und dienete Gott mit Faften und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und pressete den Bjerrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung war. teten. Und da fie es alles vollendet hatten, nach dem Gefeße des Herrn, kehrten sie wieder zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Rind wuchs, und ward start im Geiste, voller Weisheit, und Sottes Gnade war bei ihm,

213. Die Erscheinung der morgenländischen Weisen. Der

bethlebemitische Kindermord. Flucht und Rúdtegr der bell. Familie. (Matth. 2, 1-23.)

Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königes Herodes, famen Wetse (Magter; natur. und sternkundige Gelehrte) vom Morgenlande (Ura bien, wohin sich die Bage vom nahen Erscheinen eines Meffias oder großen Königs der Juden verbreitet Watte) gen Jerusalem , und spraden: Wo ift der neugeborne Rönig der Juden? Wir haben seinen Stern (wahrsdeinlich einen Kometen, welche als Borboten wichtiger Ereig, nisse betrachtet wurden) gesehen im Morgenlande, und find gekommen, ihn anzubeten (ihm Berehrung zu bezeigen). Da das der König Herodes hörte, erschraf er, und mit thin das ganze Jerusalem; und er ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrte, und forschete von ihnen, wo Chriftus der Meffias) sollte geboren werden? Und sie sagten ihm: zu Beth, lehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben (Mich. 5, 1.): Und du Bethlehem im jüdischen Lande bift mit nichten die Kleinste unter den Fürsten (Stådten) Juda; denn aus dir foll mir kommen der Herzog (Fürst), der über mein Volf 9frael ein Herr rey. Da berief Herodes die Weisen heimlich, und erlernte Cerfragte) mit Fleiß von ihnen, wenn der Stern erschienen

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