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266, Jesus lehrt beten. Das Bater Unser. Erläuternde Gleichs

niffe. (Matth. 6,5–13. lut. 11,1--23.) Jesus betete (einst); und da er aufgehöret hatte, fprach seiner Jünger einer zu ihm: Herr, lebre uns (a u d) beten! Jesus sprach: Benn du betest, fout du nicht seyn, wie die Heuchler, die da gerne stehen und beten in den Schulen und an den Ecken auf den Gala sen, auf daß fie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich! ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber beteft: so gehe in dein Kåminerlein, und schließ die Thüre zu, und bete za deinem Vater im Verborgenen, und dein Vater, der in das Bet. borgene fiehet, wird dir es vergelten öffentlich. Und wenn ihr bes tet, rollt ihr nicht viel plappern, wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhöret, wenn sie viel Wortt machen. Darum folle ihr ihnen nicht gleichen. Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ebe denn ihr ihn bitret. Shr rollt (aber) also beten: Unser Bater in dem Himmel! Dein Name werde gebelliget! Dein Reich komme! Dein Wide geschehe auf Erden, wie im Himmel! Unser tåglich Brod gib uns heute (immerdar)! Und vergib uns unsere Schulden, wie wir unsern Ochuldigern vergeben! Und führe uns nidit in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Uebel! Denn dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen. Und er spracy (weiter) zu ihnen: Welder ist unter euch, der einen Freund hat, und ginge zu ihm zu Mitternacht, und språche' zu ihm: Lieber Freund, leihe mit drei Brode; denn es ist mein Freund zu mir gefommen von der traße, und ich habe nicht, daß ich ihm vorlege. Und er drinnen würde antwor, ten: Mache mir keine Unruhe! Die Thüre ist schon zugeschloss Ten, und meine Kindlein sind bei mir in der Kammer; ich kann nicht aufstehen, und dir geben. Ich sage euch, und ob er nicht aufstehet, und gibt ihm, darum, daß er rein Freund ift: ro wird er doch um seines unverschämten Gellens (oringenden Bittens) willen aufstehen, und ihm geben, wie viel er bedarf. Und (ro) rage ich euch auch: Bittet: so wird euch gegeben; suchet, so werdet the finden; klopfet an: so wird euch aufgethan! Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um Brod, der ihm einen Stein dafür biete? Und so er um einen Fisch bittet, der ihm eine Schlange für den Fisch biete? Oder so er um ein Ei bittet, der ihm einen Skorpion dafür biete? Bo ihr denn, dle thr arg rend, könnet euren Kindern gute Gaben geben, wie vielmehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geift (Seelengåter) geben denen, die ibn bitten!

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267. gefus Strafpredigt gegen die Sdeinhelligkeit der Phas

rifåer und Geseblehrer. (Matth. 23, 27-39. Luf, 110 37-54.)

Es bat Jesus, ein Pharisåer, daß er mit ihm das Mittags. mahl åße; und er ging hinein, und rekte fiche clofort) zu Tische.

Da das der Pharisåer, sah, verwunderte er sich, daß er sich nicht vor dem Efen gewaden hatte. Der Herr aber sprach: Ihr Pha. risäer haltet die Becher und Sdüsseln auswendig reinlich; aber euer Inwendiges ist von Raub fucht) und Bosheit. Ihr Nar. ren, meinet ihr, daß (a uch) inwendig rein fey, wenn es auswens dig rein ist? Doch gebet (lieber) Almosen von dem, das da ist: To ist dann alles rein. Aber webe euch Pharisäern, daß ihr verzehntet die Minze und Raute, Til (Unis) und Kümmel, und allerlei Kohl (thut gewissenhaft in Kleinigkeiten mehr, als Moses Gesetz verlangt), und gebet vor dem Gerichte (Der Gerechtigkeit) über, und vor der Liebe Gottes, und lasset also dahinten (unerfüllt) das Schwerste im Gesel, nåm. . lich das Geride (Recht handeln), die Barmherzigkeit und den Glauben (oie Treue)! Dies sollte man thun, und jenes nicht lassen. Jhr blinden Leiter (Führer), die ihr (beim Trin, ten der Reinheit wegen) Mücken seiget, und dagegen) Kameele verschluckt (eleine Pflichten streng åbt, große Verbrechen ohne Bedenken begeht)! Wehe euch), daß ihr gerne oben an riget in den Schulen, uni wollt gegrüßt seyn auf dem Markt! Webe euch, ihr Heuchler ! daß ihr rego wie die verdeckten Todtengråber, darüber die Leute laufen (hin. geben), und kennen sie (o em Innern nach) nicht; wie die überründöten Gråber, welche auswendig hübsch scheinen; aber in. wendig find fie voller Todtenbeine und alles Unflaths. 2010 auch ihr; von außen scheinet ihr vor den Menschen fromm ; aber inwendig reyd ihr voller Heuchelei und Untugend. Da antwortete einer von den Schristgelehrten: Meister, mit den Worten schmas best du uns auch! Er aber sprach : lind wehe auch euch Sdrift. gelehrten ; denn ihr beladet die Mensden mit unertråglichen Lasten, und ihr rühret sie nicht mit einem Finger an! Webe euch, Ihr Heuchler! die ihr der Propheten Gråber bauet, und ich můcket der Gerechten Gråber, und sprecher : Waren wir zu unserer Vås ter Zeiten gewesen : so wollten wir nicht theilhaftig seyn mit ihnen an der Propheten Blut! So (aber) gebet ihr zwar ber euch felbft Zeugniß, daß ihr Kinder repo derer, die die Propheten geo

todet

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tödet haben; (uno dod) erfüllet auch ihr das (@unden:) Maß eurer Våter. Ihr Sdlangen, ihr Otterngezüchte ! wie wollt thr der bodischen Verdammniß entrinnen? Darum spricht die Weiss beit Gottes: Jh sende zu euch Propheten und Weise, und dersele bigen werdet ihr etliche tóden und freuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern, auf daß über euch komme alles das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blute an des gerechten Abels bis auf das Blut Zadarias (2 Chron. 24,19-22.), wel. chen ihr gerodet habt (im innern Vorhofe) zwischen dem Teme pel und Altare. Wahrlich! id) lage euch, das solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du todest die Propheten, und steinigeft, die zu dir gefandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen (årtlich und rorg. Tam), wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt! Blehe, euer Haus (Tempel und Staat) soll euch wüste gelassen werden! Denn ich sage euch:

) Jhr werdet mich von jest an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet rev, der da fommt im Namen des Herrn! Da er aber solches zu ihnen fàgte, fingen an die Schriftgelehrten und Pharisåer hart auf ihn zu dringen, und lauerten auf ihn, und suchten, ob sie etwas erlangen tönnten aus seinem Munde, da sie eine Sadje (wirkliche 2nschuldigung) zu ihm båtten, 268. Jesus warnt vor zu großer Unhånglichkeit und ångsts

licher Sorge bei irdisden Gütern. (Matth. 6, 19-34. kut. 12, 13-21.)

Es sprach aber einer aus dem Bolte zu Jesus: Meister, sage meinem Bruder, daß er mit mir das Erbe thelle! Er aber fprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbschichter (Erbtheiler) über euch geregt? Und er sprach zu ihnen: Sebet zu, und båtet euch vor dem Seife; denn Niemand lebet davon, daß er viel Güter hat! Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Es war ein reicher Mensch, deß Feld hatte wohl getragen; und er gebadyte bei sich selbst: Was soll ich thun? Ich habe nicht, da ich meine Früchte hinsammle. Das wil id) thun: Ich wil meine Scheunen abbrechen, und größere bauen, und will darein sammeln alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter, und will sagen zu meiner Seele : Liebe Seele , du hast einen großen Vorrath auf viele Jahre ! Kabe nun Ruhe, 1b, trine und habe gåten

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Muth! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! heute Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und weß wird es seyn, das du bereitet (gesammlet) bast? Also gebet es (jedem), der fich Schåbe sammelt, und ist nicht reich in Gott! Jhr sollt euch (also nicht Schake sammeln auf Erden, da sie die Notten und der Rost fressen, und da die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch aber Schäße im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen, und da die Diebe nicht nadgraben, noch stehlen; denn wo euer Schaß ist, da ist auch euer Berg (was ihr für das höchste Gut baltet, darauf ist alles euer Sin. nen und Streben gerichtet). Niemand kann zwei Herren dienen. Entweder er wird einen hassen, und den andern lieben; oder wird einem anhangen, und den andern verachten. Ihr könnet nicht zugleich) Gott dienen, und dem Mammon (Reichtbume). Darum sage ich euc): Gorget nicht (ångstlid) für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was ihr anzieben werdet! Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise, und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an! Sie såen nid)t, fie ernten nicht, fie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nåhret sie doch! Seyd ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner (Lebens.) Långe eine Elle (Eleinen Theil) zureken möge, ob er gléich darum forget? Und warum sorget ihr für die Kleidung ? Schauet die (Purpurs oder Königs) Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlich. feit nicht bekleidet gewefen ist, als derselben eines. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute ftehet, und morgen in den Ofen geworfen wird; sollte er das nicht vielmehr euch thun ? O ihr Kleingläubigen! Datum rollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns Kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Erachtet am ersten nach dem Reiche Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit (wahrer Weisheit uno Tugend): so wird euch solches alles zufallen (auch fchon zu Theil werden). Darum forget nicht (einmal ångftlich für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Beine sorgen (ohnehin schon auch seine Gorge bringen)! Es ift (alfo) genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage babe.

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269. Jefus urteilt über Sünde und deren Bestrafung , nebst

Gleidnis vom unfruchtbaren Feigenbaume. (luf. 131 1-9.)

Etliche verkündigten Jesus von den Galiléern, welcher Blut Pilatus samnit ihrem Opfer vermischt hatte coie vermuthlich aufrůhrerischer Reden wegen bei der Opfer bandlung getódet worden waren). Jesus sprach: Meinet ihr, daß diese Galilder vor allen Galilåern Sünder gewesen sind, dieweil sie das erlitten haben? Id rage : nein ; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umfommen. Oder meinet thr, daß die achtzehen, auf welche der Thurm in Siloah fiel, und erschlug fie, siyen schuldig gewesen vor allen Menschen, die zu Jerusalem wohnen? Ich sage: nein; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr auch also umkommen. Er sagte ihnen aber dies Gleichniß: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzet in seinem Weinberge, und er fam, und suchte Frucht darauf, und fand sie nicht. Da sprach er zu dem Weingårtner: Siebe, ich bin nun drei Jahre lang alle Jahre gekommen, und habe Frucht gesucht auf diesem Feigenbaume, und finde sie nicht; haue ihn ab! Was hindert er das Land (nimmt er unnütz den Plaß weg)? Er aber sprach: Herr, laß ihn noch dies Jahr, bis daß ich um ihn grabe, und bedinge ihn, ob er molte Frucht bringen; wo nicht: so haue ihn darnach ab.

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270. Jesus heilt ein gidtgelähmtes Weib und einen Wassers

sú origen am Sabbath, nebst Reatfertigung. (Luk. 13, 10-17. 14,1-6.)

Jesus lehrte in einer Schule am Sabbath, und ein Weib war da, das hatte einen Geist der Krankheit (ich weres Gicht übel) į achtzehn Jahre, und sie war krumm, und konnte nicht wohl auf.

reben. Da fie aber Sesus sah, rief er sie zu fich, und sprach: Weib, fey los von deiner Krankheit! und legte die Hände auf sie, und alsobald richtete sie sich auf, und preisete Gott. Da ward der Oberste der Schule unwillig, daß Jesus auf den Sabbath beilete, und sprach zu dem Volke: Es find rechs Tage, darinnen man ar. belten soll; in denselbigen kommt und laffet euch helfen, und nicht am Sabbathrage! Da antwortete ihm der Herr : Du Heuchler, loset nicht ein jeglicher unter euch seinen Doren oder Esel von der Krippe am Sabbathe, und führet ihn zur Erånke?.. Bolte aber

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