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313. gefn8 wird zum Ridtplaße geführt. (Matt. 27,31:32,

Mart. 15, 80.21. Euf.23, 26-32. Joh. 19, 16. 17.)

Da nahmen die Kriegsknechte (Soldaten) Jesus , zogen ihm den Mantel aus und seine eigenen Kleider wieder an, und führeten ihn hin, daß ste ihn Ereliylgten. Und er (felbft) trug rein Kreuz. Aber indem sie hinaus gingen, ergriffen sie einen Menschen, der vorúberging, von Cyrene (einer Stadt in Lybien in Afrika gebürtig), mit Namen Simon, der vom Felde fam (und to a hrscheinlich als einer seiner Verehrer bekannt war); den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesus nachtragen mußte. Es folgten ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweinten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen, und sprach: Ihr Tochter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch relbst und über eure Kinder! Denn rehet, es wird die Zeit fommen, in welcher man sagen wird: elig find die Unfruchtbaren und die Lelber, die nicht geboren haben, und die Brüfte, die nicht gesäuget baben! Dann werden sie an. fangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln : Decker uns! Denn so man das tut am grünen Holze, was wid am důrren werden (I ft das der Selfern loos, wie wird 8 den Schlechten erst ergeben!) Es wurden aber auch hinzugeführt zwei andere Hebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden.

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314. Jesus wird gekreuzigt, und bittet für seine Feinde.

(Mattb. 27, 33. 34. Marf, 15, 22. 23. Luf, 23, 33. 34. Joh. 19, 17. 18.)

Sie brachten Jesus endlich an die Stätte, die da heißet echådelståtte, auf Hebräisch Golgatha, und gaben ihm Cut Bet å ubung) Myrrhen in (rauerm) Wein zu trinken. Und da ers schmeckte, wollte ers nicht trinken. Daselbst kreuzigten fle ihn, und mit ihm die zwei Uebelthäter, einen zur Rechten, den andern zur Linken, Jesus aber mitten inne. Da ward die Schrift erfület, welche sagt: Er ift unter die Uebelthäter gerechnet. (Jes. 53, 12.) Jesus aber sprach : Vater, vergib ihnen ; denn sie wissen nicht, was sie thun!

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315. Die römischen Soldaten thellen Jesus Kleider unter fid.

(Matth. 27,35. 36. Marf, 15,24. Joh. 19, 23.24.)

Die Kriegsénechte, da sie Jesus gefreuziget hatten, nahmen fie reine Kleider, und machten vier Theile, einem jeden Kriegse knechte einen Theil, dazu aud) den Rock (das Unterkleio). Der Rock aber war ungendhet, von oben an gewirkt durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht zertheilen, sondern-darum loosen, weß er reyn roll ! auf daß erfüllet würde die drift, die da saget: eie haben meine Kleider unter sich getheilet, und über meinen Rock haben sie das loos geworfen. (Pl. 22, 19.) Und sie saßen alda, und hüteten fein, und das Vole stand und fab zu.

316. -Uebersdrift über Jesus Preuze. (Mattb. 27, 37.

Mark. 16, 26. Luf. 23.38. Job. 19, 19--22.) Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprade, was man Jesus Schuld gab, und lebte fie auf das Kreuz oben zu seinem Haupte, nåmlich: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Uebersdrift laren viele

Juden; denn die Ståtte war nahe bei der Stadt, wo Jesus gekreuziget ward. Da sprachen die Höhenpriester zu Pilatus: Schreib nicht: Der Juden König ; sondern daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben!

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317. Jesus wird am Kreuze nod verspottet. (Matth. 27,

39-43. Mart. 15, 29-32. fuf. 23. 35-37.) Die aber vorůbergingen, tåsterten ihn, und schüttelten ihre Kópfe, und sprachen: Prui dich, der du den Tempel Gottes zers brichst und bauest ihn in drei Tagen (wieder auf)! (Joh. 2, 19.) Hilf dir selber ! Bist du Gottes Sohn: fo steig herab vom Kreuze! Das Volf aber ftand dabel, und fab zu. Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander, mit den Schrift. gelehrten und Aeltesten, rammt dem Volke, und sprachen: Andern bat er geholfen, und kann sich selber nicht helfen! Ist er Chriftus, der König in Ssrael, der Auserwählte Gottes : so steige er nun vom Kreuze : so wollen wir ihm glauben! ' Er hat Gott vertraut, der erlose ton nun, wenn er Lust zu (Gefallen an ihm bat;

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denn er hat (ia) gesagt: Ich bin Gottes Sohn! Auch die Rrlegs, knechte verspotteten ihn, traten zu ihm, brachten ihm Essig, und sprachen: Bist du der Juden König: To hilf dir selber!

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318. Berigiedenes Verhalten der beiden Mitgefreuzigten.

(Natth. 27,44 fuf. 23, 39-43.) Der Uebelthäter einer, die gekreuziget waren, låsterte ihn auch, und sprach: Bist du Christus : fo hilf dir selbst und uns! Der andere (aber) ftrafte ihn, und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist! Und zwar wir sind billig darinnen; denn wir empfahen, was unsre Thaten werth find; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und dann sprach er zu Jesus : Herr , gedenke an mich, wenn du In dein Reich kommst! Uno Jesus (prad zu ihm: Wabrlich! id sage dir, beuke wirst du mit mir im Paradiese (meinem himme lischen Reiche der Seligkeit) seyn!

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319. gefas liebe zu Mutter und Freunden auch noc am Kreuze bewährt. (Foh. 19, 25-27.)

( Es stand aber bei dem Kreuze Jesus seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, Kleophas Wetb, uno Maria Magda. lena, Da nun Jesus seine Mutter fab, und den Jünger (90. hannes) dabei stehen, den er lieb hatte, sprichter zu seiner Mutter : Weib, fiebe, das ist dein Sohn! Darnac spricht er zu dem Jünger: Siebe, das ist deine Mutter! Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich.

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320. Jesus leßte Worte und sanfter Cod. (Matth. 27,45–50. Marf. 15, 33-37. Luf. 33, 44 46. Joh. 19, 28-30.)

Da es um die fechste Stunde (zwólf Uhr Mittags) kam, ward eine Finsterniß Counfelte sich der Himmel) über das ganze Land, bis um die neunte Stunde (Nachmittags drei), und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut, und sprach : Eli, eli, lama, asabthani! Das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! Und etliche, die dabei standen, da sie das höreten, sprachen sie (spö ts tisch): Er rufet den Elias! Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles volbracht war, daß die Schrift erfüdet wurde, spricht

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er: Mid dürftet! Und es stand ein Gefäß mit Effig 0n, und bald lief einer hin, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, hielt ihn Jesus dar zum Munde, und trånfte ihn. Die andern aber sprachen: Halt, last sehen, ob Elias komme und ihn berabnehme? Da nun Jesus den Esfig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und abermal rief er laut, uno spracy: Vater, ich befehle mneinen Geist in deine Hände ! Und als er das gesagt, neigte er das Haupt, und verschied.

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321. Merfrürdige Ereignisse nad Jesus Sode. (Matth.

27. 51–56. Marf, 15, 38-41. Luf. 23, 45–49. Joh. 19, 31-37.)

(Nach Jerus Hincheiden ereignete sich folgen, des:) Der Dichte) Vorhang (jwischen dem Heiligen und Allerheiligsten) im Tempel gecris in zwei Stücke von oben an bis unten aus, und die Erde erbebete, und die Felsen gerrissen, und die Gråber thaten sich auf, und es ftanden auf viele Leiber der Heiligen (frommer Menschen), dle da schliefen, und gingen aus den Gråbern, und tamen nady reiner Auferstehung in die heilige Stadt, und erschienen vielen, aber der Hauptmann, der dabei stand, und die mit ihm waren und Jesus bewahreten, da sie sahen, daß Jesus mit roldem Geschrei (laute'n Ruf) verschied, und sahen das Erdbeben, erstrafen sie sehr, und der Hauptmann preisete Gott, und sprach: Wabrlich dieser ist ein frommer Mensch und Gottes Sohn gewesen! Und alles Volk, das dabei war und zusah, da, fie saben, was da geschaf, schlugen sie an ihre Brust, und wandten wieder um (gingen sie voll Ent. reben hinweg). Alle seine Verwandten aber fianden von ferne, und viel Weiber, die ihm nachgefolget waren, als er in Galilaa war, und (ih m) gedienet batten, unter welchen war Maria Magdas lena, uno Maria, die Mutter Jakobus und Jones, uno Saleme, die Mutter der Kinder Zebedat, und viele andere Weiber, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren, die saben das alles. Die Juden aber, dieweil es der Ruftrag (Freitag als Vorabend des Sabbaths) war, daß nicht die Leidynamé am Kreuze blies ben den Sabbath über (denn desselben Sabbaths Tag war groß), barén Pilatus, daß ihreider Gefreuzigten) Beine gebrochen, und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsénechte, und brachen dem ersten die Beint , und dem andern; der mit ihm

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gefreuziget war. A16 fe aber zu Jesus kamen, da sie faben, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine night, sondern der Rriegsfnechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und als! bald ging Blut und Wasser heraus. Solches ist geschehen, daß Die Schrift erfület tvůrde: Shr sollt ihm fein Bein zerbrechen, (Psalm 34, 21.) Und abermal Tagt eine andere Schrift: Sie werden seben, in welchen sie gestochen haben. (Bachar, 12, 10.)

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329. Jelas Bgråbniß. (Matth. 27, 57-66. Matt. 25

46-47. Kuk. 23,51–56. Joh. 19,38-49.) Am Abend desselbigen Tages kam Joseph, ein reicher Mann von Arimathta, ein ehrbarer Rathsherr (ein angefebenes Mitglied des boben Raths) und ein guter frommer Mann, der nicht gewilligt hatte in ihren Rath und Handel, und auf das Reich Gottes wartete, und ein Jünger Jesus war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, und wagte es, und ging zu Pilatus, und bat, daß er dürfte abnehmen den leichnam Sesus. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Haupts mann, und fragte ihn, ob er långft gestorben wåre? Und als er es erkundet (erfahren) hatte von dem Hauptmanne, befahl er, man sollte ihm den Leichnam Jesus geben. Und Joseph fauste Leinwand, und nahm ihn ab. Es kam aber auch Nitodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesus kommen war, und brachte Myrrhen und Aloe unter einander bei hundert Pfund. Da nahmen sie den Leichnam Jefus, und wickelten ihn in die Leinwand, und banden ihn in leinene Tücher mit den Speeereten, wie die Juden pflegen zu begraben. Es hatte aber Joseph an dem Drte ,-100 Jefus gefreus ziget worden war, einen Garten, und in demselbigen ein neues Grab, welches' er hatte lassen in einen Felsen bauen, und in wels ches Niemand je gelegt worden war; daselbst bin legten fie Jesus, well der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war, und wålzten einen großen Stein vor die Thüre des Grabes, und gingen davon. Es war (aud) alda Maria Magdalena und Maria Joses, auch andere Weiber, die Jesus waren nachgefolget von Galilåa , die fees ten sich gegen das Grab, und sahen zu, wie sein Leib geleget ward. Sie kehrten aber um, und bereiteten Specerei und Salben, und den Sabbath über waren sie stille nach dem Gesebe. Des andern Tages, der da folget nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharifáer fåmmtlid zu Pilatus, und spraden: Herr, wir

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