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und wurden nach und nach in der chrifl. Kirche eingeführt. An ibne wurden in den gottesdienstlichen Versammlungen gewisse übfonitte der 6. Sdrift vorgelesen und erklärt, die spáterhin, man glaubt unter Karl dem Großen von Paul Winfried oder Paulus Diatonus im adten Jahrhunderte, fest bestimmt und Peri fopen genannt wurden, und aus den noch bis ießt beibehaltenen Ed anges lien und Episteln bestehen. Die Sonntage fangen mit dem Kir: denjahre an. Wie nämlid die Juden ein doppeltes Jahr batten, das bürgerlide, das in der Mitte Septembers anfängt, und das tirchlide, welches feit dem Uudjuge aus degopten zum Dankbaren Andenken mit dem ersten Neumond im Frühlinge beginnt (2. Mol

. 12,2. Bgl. Bibl. Gefd. N:38.): fo blieb es auch bei den Christen, und der Anfang des bürgerlichen Jahres wurde auf das Fest der Be: formeldung Jesus oder den 1. Januar, der des tiroliden aber vier Wochen vor Weihnachten bestimmt, in England jedod auf das Feft Maria Perfundigung. Die Reibefolge der Sonn- und Festtage if nun diese. Die vier Sonntage vor Weihnachten, an deren erstem der Anfang des Kirdeniabro gefeiert wird, heißen die ud: ventsfonntage, weil diese Zeit zu einer Vorbereitung auf die Butunft ober Menschwerdung Jesus dienen soll. Nach ihnen fáat das fel der Geburt Jefus, oder Weihnachten (von der ges weihten oder heiligen Nacht, worin Jesus geboren wurde), dessen Ursprung ins vierte Jahrhundert fájlt, und weldes, da der eigentliche Lag dieser merkwürdigen Seburt nicht bekannt war, von den mors genländisden Christen am 6. Januar, spåterhin aber mit den abende ländisden am 25. December gefeiert wurde. Man wählte diese Zeit wahrscheinlich um der Heiden widen, welche da ihre Saturn alien begingen, d. 6. Feste zu Ehren Saturn 6 oder des Gottes det Seit, und zum Andenken des goldnen Zeitalters, welded unter der fen Regierung auf Erben geblübet baben soll, und in weldem noch kein Untersdied zwischen freien und Stlàven war, daher an einem dieser Lage aud die Sklaver von ihren Herren nicht nur festlich bewirthet, fondern aud personlid bedient wurden, so wie an demselben Tage die Zurüctehr oder das Geburtsfest der Sonne gefeiert wurde, wels des beides den Christen willkommene Symbole aud für die Geburt debienigen feon mußten, duro dessen Religion Licht und Freiheit für die Geister in die Welt gekommen war. So wie nun die beiden side an diesen und andern frohen Festen Geschente pusdidten, so ging dies fer Oxbrand and en die chriftliche Kirche áber, und es warben besons

bers den Kindern und Dienenden Chrift: oder Weihnachtsgeschenke gegeben.

Soon die Römer unter den Kaisern begannen das Jabo mit dem 1. Januar, und feierten dies fest mit Darbringung von Wuns fden und Geschenken in üppiger Freude. uls Dctave oder achter Tag nade Jesus Geburtsfest, und als Gedächtniffeit an die Besdoneidung Jesus behielt man diesen Jahresanfang bei, und feierte den 1. Januar als Fest der-Berdaeidung Jesus zugleich als Neujahrsa feft. - Die morgenlandisden Christen feierten früher Jefus Ges burtsfest am 6. Januar und hatten ihm den Namen Epiphania gex geben, d. 1. Erdeinung, nämlich die von Christns auf der Ers de, daher früher aud Theopbania, b.i. Gottes erdeinung genannt, womit zugleid die Erinnerung an die Erscheinung jenes wundervollen Sterns, und die der drei Magier oder Weisen, die auch Könige genannt wurden, daber Dreifönigsfelt, verbuns den war. Besonders aber wurde dieses Feft auch als Gedächtniß: fest der Taufe Jesus begangen und zum Untersdied vom búra gerliden Neujahrsanfange aud der große oder hobe Neuja br 65 tag genannt. Die Sonntage bis zur Fastenzeit hießen daher Sonntage nach dem Fefte) Epiphanias, und ihre höchstens bis 6 steigende zahl riøret sich nad dem frühern oder spátern Fallen des Dsterfestes, und die ausfallenden werden dann durch eben so viel Trinitatissonntage erlebt. - Das Fest der Darstellung Berus oder auch Maria Reinigung (S. bibl. Gesc 212.) fiel auf den 2. Februar als den 40sten Eag nach Jesus Geburt (3. Mos 12, 2 u. f.) als Undeafen an deffer erste Feierlide Darbringung in den Tempel, welches die griech. Kirche aus das Feit Simeons oder der Begega, nung nennt. Da in der kathol. Kirche alle das ganze Jahr bindurch zu gebraudende Kerzen an diesem Tage geweihet werden, weil Sis meon sagte, Jesus würde werden ein lidt, zu erleuchten die Heis den: so führt das Feft auch den Namen lidt in eß.."

Von den, vor Ostern fallenden Sonntagen beißen, rútwärts gezahlt, und in runder zahl, der entfernteste Septuagefima oder der Siebenzigter dann Seragefima oder der Seo8zigste, und Quinquage: fima oder der Funfzigste Tag vor Oilern, welcher lettere auch Fastnachtsfonntag genannt wird, weil er der leßte vor der 40tågigen Fastenzeit ist. Der Dienstag nach ihm beißt Fast nad t. weil von Nachis 12 Uhr an die Fasten eintrat, und auf ibn folgt 'die, udermittwoch, wo den Bußenden, juin Zeichen der Trauer ibu ibre Sünden, ude auf das Haupt gestreuet wurde. - Mebe

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tere Sonntage haben ihre Ramen von den lateinirden Anfangs wor. ten der biblifden útjánitte erhalten', mit welchen man den Kirchen: dienst begann, und so heißt der Sonntag Quinquagefim a aud Ortomini nad Pfalm 31, 3. Sey mit 16. Die 6 Fastenfone. tage beißen dahet 1) Quadragefima oder invocavit, nad Pralm 91,15. Er hat gerufen 16. 2) Reminiscere, 0. i. Gedenle 2.4 nad Pr. 25,6. 3) Oculi, d. i. Meine Augen sc. nach Pf. 25, 15. 4) Edtare, nach Jef. 54, I. Freue dio a. 5) Judica, nad Pralm

dich 43, 1. Ridste fmid 16. 6) Palmarum oder Palmsonntag, nad Matth. 21, 8. ogl. m. 906. 12, 13, Nad Oculi fådt auf den 25. sárgi das Feft Maria Bertindigung. (nach Euc. I, 26 - 38. S. bibl. Gesch. 207.) welches, wenn es in die Charwoche oder Osters feiertage fáat, auf Palmarum verlegt wird. Die Bode vor Ditern heißt die heilige, große, fille Woche, Charmos (com altteutsden charen d. 1. leiden, búßen, auch Paffious. oder beiden 8 wode. Der Gründonnerstag, zum Anden: ken an Jesus leßte Osterlammsmahlfeier und Einsetung des beil. übendmabls, wahrscheinlich fo genannt, weil an ihm unter andern Oblationen oder Spenden aus die Erftlinge der Feld: und Gartens früchte gebradt wurden. - Der Ebarfreitag ist der Gedächtnis: tag an Jesus Leiben und Tod am Kreuze. Das Osterfest ift dem Unbenken an die Auferstehung Jesus (Bibl. Gefd. 323.) geweihet, und in frühern Zeiten ging ihm auch das Pafda oder die Ostet Ia mm $ mabifeier noch voraus. In der Kirchenversammlung zu Micáa 325 wurbe allgemein bestimmt, daß es immer auf einen Sonntag gefeiert werden sollte, und zwar denjenigen, welder auf den Vollmond nach Frühlingsanfang folgt, wenn aber der Vollmond und also auch das Osterfest der Juden auf einen Sonntag falle, folte es bei den Christen acht Tage fpåter begangen werden. Da durch die verschiedenheit des vom Papst Gregor XIII. 1582 eingeführten und nad thm benannten Gregorianifden oder verbesserten Kalenders Ostern zuweilen von Katholiken und Protestanten zu vers, fchiebenen Zeiten gefeiert wurde, welches auch bei mehrern folgenden Berpegliden Sesten Abweichung bervorbradte: To tamen auf Anregen des Königs von Preußen Friedrido $ II. die evangelischen Reidos ftande 1775 überein, diese Ungleidheit zu beseitigen und seit 177T wwurde die vollige-Uebereinstimmung burd, den Reidstalender wiederhergestellt. Die Benennung Ostern fann entweder von dem als tett Bort to Dieu, Urfen, welches Aufgeben oder Aufstehen bedeus

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gef, obet aud von dem daher entstandenen Namen Ostera (@after), der Osttin der Liebe, der zu Ehren von den beidnischen Nord-Teutschen ein Feft auch zur Zeit der Frühlingsnachtgleide gefeiert wurde, abe Mammen. Das Fest selbst febr und als ein Haupts fest stets init größter Feierlichkeit begangen. Gefangene wurden loda gelaffen, Búbende in die Kirchengemeinschaft wieder aufgenommette Neubelehrte getauft u. f. w. Der feierliche frobe Gruß war: „Der Herr ift auferstanden!“ worauf erwidert wurde: „Er ist wahrvaftig auferstanden ! " wie noch ießt in der griechischen Kirche gebrándolid.

Die 6 Sonntage von Ostern bis Pfingsten haben ihre Namen ebens falls von den Anfangsworten der bibl. Stellen beim anfange des Soto tesbienftes erhalten, und beißen daher 1) Quasimodogenitt, nada 2. Petr. 2, 2. uls die jeßt gebornen Kindlein 16. 2) Misericot: dias Domini, nad Pralm 89, 2. Ich wia singen von der Gnade des Herrn .c. (23, 6.) 3) Jubilate, nach Pfalm 66 2.. Loblinget 2c. 4) Santate, nach Pfalm 98. 1. Singet 16. 5) Rogäte oder der Betfonntag, nach dem Evangelium Joh. 16, 23. 2. Die darauf folgende Woche heißt daher bei den Statholiten die Betto o che, weil barin viele Processionen und Betfahrten gebalten werden. Er beißt auch vocem jucunditatis nad 3er. 48, 20: Werkündiget u. 6) Eraudi, nach Pralm 270 7. Herr, höre ic. Auf den Donners: tag zwischen den beiden teßtern Sonntagen fådt das Fest von Jefus Himmelfahrt, der vierzigste Etag nach Dstern (Bibl. Gesch. 329.)

Das Pfing it feit faut auf den funfzigsten Eag nad Ostern, her es auch seinen Namen hat, nåmlid vom griechischen Worte pe pe telofte d. i. Funfzig, und wird zum Andenken der Ausgießung des 1. Geistes oder der Mittheilung der außerordentlichen Geistes, gaben an die Apostel (Bibl. Gesch. 331.) gefeiert. Aud dieses Fest war früher ein Haupttauffest. Die Gewohnbeit, an demselben Kir's den und Häufer mit jungen Birhen oder Maien zu fomúden, grüns det sich auf Nachahmung einer jüdischen Sitter vielleicht auch des, Gebrauchs der Heiden, die am feste der Göttin Maja unter grünen Zweigen zu tanzen pflegten. Das Erinitatisfest ober das Fest der beil. Dreieinigleit fáat auf den Sonntag nach Pfing, sten und von ihm an werden die Sonntage bis zum Advent: Son na tage nach Trinitatis genannt. Ihrer sind, je nachdem das Dsterfest früher oder spåter fáat, mehr oder weniger, aber hódostens 27, und der leßte ist der Odluß des Kirdeniabrs. - Das 3ohannesfet it dem Andenken der Geburt Jobannes det sån.

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fers geweiht (Bibl. Geso. 209.), und da er 6 Monate früher als jes fuß geboren wurde: To ist dieser Festtag auf, den 24. Junius gelegt worben. - Das Fest Maris Seimfu dung (Bibl. Gesch. 208.), eines der jüngsten, fådt auf den 2. Julius, das Mida elis feft aber, zur Ehre des Ergengels michael und der Engel áberhaupt, auf den 29. September. Das Ríroweibfeft, eigentlich von ersten christi. Kaiser Konstantin dem Großen zum Andenfen der Weihe der Kirde zu Jerusalem auf den 14. Sept. angelegt, wird an vers diedenen Orten zu verschiedener Zeit, das Reformationsfest oder das Fest der Kirdenverbesserung am 31. Okt., Wo file thr 1517 zuerst offentlid gegen die papslichen Irrthümer und miße bräuche auftrat, gefeiert. - Buß: Set: und Fasttage waren schon bei den Heiden und Zuden gewöhnlid, und wurden aud in der christl. Kirche bei bedrängten Beitläuften bie und da angeordnet, find aber nach Zeit und Zahl in den verschiedenen Ländern abweichend. Das Erntefest wird an einem beliebigen Sonntage nach vollendes ter Ernte begangen. . - Neuerlich ist an mehrern Orten und zwar gewöhnlich am leßten Tage des Jahres eine kirchliche Todtenfeier oder ein Erinnerungsfest an die Verstorbenen eingeführt worden, weldes, auf die rechte Art gefeiert, von der wohlthårigftes Wirkung ist, und in allgemeinen Gebrauch zu kommen verdiente. Die Feier des auf den 18. Okt. als den Siegstag der Schlacht bei Leipzig fallenden Befreiungsfeste 8 von der franzólischen Zwingberrschaft ist nicht in allen Ländern eingeführt, in manchen aber wuch auf der nächsten Sonntag verlegt worden. Pehteref geldab auch in mebrern Staaten mit den sogenannten fleinen Festen und denen zu Ehren der Heiligen, die so oft das Volf- uur von nůklicher Thátigkeit abbal: ten und zu unnöthigem Geldaufwand und fittenverberblider wöllerei veranlassen. Die drei boben felte, als weihnachten, Ditern und Pfingsten werden in manden Ländern brei, in andern aber nur zwei Tage lang gefeiert.

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