Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub
[merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small]

Stadts Diafon und Senior des geiftlichen Minifterit in Plauena

3oh. 6, 63.
Det Geift ift es, der lebendig macht.

Vierte, vermehrte und verbesserte Uuflage.

Plauen im Königl. Såchr. Voigtlande 1826.
Bei dem Verfager und in allen Buchhandlungen,

fladenpreis 12 Grofden.)

1

BS 554

93

[ocr errors]

Spruch von der Bibe t.
W. Felne Bibel ist im Raus,
Da fiebt's gar öd' und traurig aus;
Da fehrt der böse Feind gern ein,
Da mag der liebe Gott nicht seyn.
Drum Menschenfind, - drum Menschenkind,
Daß nicht der Böse Raum gewinnt,
Gib deinen blanfften Thaler aus,
Und kauf ein Bibelbuch ins Haus,
Schlag's mit dem ersten Ladeln auf,
Hab' all dein Sehn und Binnen drauf,
Fang drin die ABCschul an,
Und budystablet' und lies sodann,
Und ließ dich immer mehr hinein,
Aufschlag' darin dein Kåmmerlein,
und Iles dich immer mehr heraus,
Mad' dir ein wahres Bolwerk draus,
Und pflanze ftid hoch oben drauf
Die aller schönsten Sprüchlein auf;
Sed laß fie flattern, muthig wehn,
Åls deinen Banner laß fie fehn
216 deinen Schild drůd's an dein Berg,
Und halt' dich dran in Freud' und Schmerz.

du mein liebes Menschenkind!
Hast du noch keins : so fauf's geschwind,
Únd ging dein lekteb Gröschel drauf,
Geb'eile, flieg' und schlag' es aus,
Und lies dich fromm, und schlag? es du
Nur mit des Sarges Dedel zu.
Des Lerens und des Lebens Lauf

Beginn' und höre mit ihm auf. Für allen Dingen sollt’ in den hohen und niedern Schulen die fürs nehmste und gemeinste Lection seyn die 5. Schrift. Sollt nicht billig ein jeglid Christenmenso bei seinem neunt und zehnten Jahre wissen das ganze h. Evangelium, ba fein Namen und Leben innen tehet? Die Bücher aber mußte man wenigern, und erleren die besten. Denn viel Bücher maden nicht gelehrt, viel Leren auch nicht; sondern gut Ding und oft Teren, wie wenig sein ist, das macht gelehrt in der S drift, und fromm dažu.

D. Martin Luther in der Schrift an den chriftlichen Udel deutroper Nation,

von des christliden Standes Besserung 1520, .

[ocr errors][ocr errors]
[merged small][ocr errors][merged small][merged small]

S. flehte id ju Gott am Schluffe der den 2. Januar 1824 zur ersten Auflage dieser, aus redlichfter abfidt für Gottes Sort und dessen Segenstpirksamkeit bearbeiteten Sdrift nies dergeldriebenen Vorrede, und daß dem Helligen und Guten

droben das Unternehmen nicht mißfallen haben müsse, bes weist der Segen, womit Er es gefront hat. Ohne Unters fügung von Seiten irgend einer Bibelgerealidaft, wofür Ride dod so viele Stimmen laut und offentlich aussprachen, ja felbft nidt ohne siderspruch und Widerstreben von da und dort her, toman nidt weiß oder mag, was unsrer Zeit in Beziebung, auf die Bibel nöthig und nůßlich ist, bat fic diese mit Hinweglassung alles für Jugend und Volf Bedents liden, Unberftåndliden und Außerwesentlichen, und auf eine leicht überschauliche Zusammenstellung deffen, was Bes lehrung, Besserung und Beruhigung wirft, fich besdråns tende Bibel .Uus wabl eine weite Laufbahn selbst in sehr ferne Gegenden geöffnet i ro, daß binnen zwei gabren von welchen jedoch aud noch über ein halbes Jahr abs

geht, als so lange das Bud zu zweien Malen gang fehlte dret rebr starfe Oluflagen davon vergriffen, und soon diese vlerté nothig geworden, welder id ang Dankbarkeit gegen Sott und Welt einige Verbefferung und Vermehrung zu get beg mid um so mehr verpflichtet adtete, als dabei der forts gebrauch der frühern Auflagen in den Spulen nicht aufges hoben wird.

[ocr errors][ocr errors]

Darf id übrigens der allerhooft buldvollen Anerkennung eines frommen evangelischen Königes und mehrer anderer Hochsten Personen, den zahlreichen Versicherungen bodders Dienter und berühmter Månner niat nur aus dem Predigers und Soulstande, sondern aude aus vielen andern Stånden, daß meine Schrift ifren poden Beifall erhalten und auch in Gdulen und Häusern foon vielen Segen gestiftet babe i ro wie den günstigen Beurtheilungen in so vielen allgemein und mit Redt geadteten fritiden Blåttern trauen und wars um fodte id das nicht? - fo fann id mir wohl romeideln, nidts Ueberflüffiges und Unnůbes, geld weige denn etwas Unjulafsiges und Sådlides – wie etwa die Myftit wåbs nen módote - geliefert zu haben, und in diesem beruhigens den Bewußtseyn llegt mein raonster Lohn für viele und reds liche Arbeit, so wie meine fich erste Hoffnung auf ferneres und Immer weiteres glüdlides Gedeihen.

Da übrigens das erleuchtete und unbefangene Publikum dber Bedürfniß und Zweckmåßigkeit einer solden Darstellung des reinen Geiftes der Bibel idon durd Wort und Shat ro günftig catsdieden hat: fo glaubte ich die Gründe, durd welche io mein Unternehmen in den Borreden zu den frühern Auflagen zu redatfertigen bemüht war, hier um so eher wegs lassen zu dürfen, als sie bei Solden, melde die Zeit und was ihr Noth thut, nicht begriffen, oder über Schidfal und Gebrauch der Bibel in Sdulen und Kåusern nåbere Rennts niß zu erhalten nidt Gelegenheit gehabt haben, ohnehin von teiner Wirkung seyn würden, und daher der ihnen vergönnte Raum zu etwas Befferm mehr aus der Bibel selbst besser bes nugt werden konnte und mußte.

Nur meine Anfidt über den rechten Gebraud dieses Sdrift in den Soulen aus der Vorrede zur zweiten Auflage finde hier noch ihren Platı da viele wacere febrer daraus wenigstens mit Freude ersehen werden, daß wir auf einem, and id denke, auf dem redten Wege find. Es hieß dort also:

„Ob nun schon jeder dentende und erfabrne Lehrer am beften tiffen wird, wie er diese Schrift in seiner Scule aud am besten zu benußen babe: so fühle id mid dod gedrungen, noo meine individuelle Ansicht über den zwed gemäßesten und

woblthårig wirksamsten Gebrauch derselben beim Unterrichte bler mitzutheilen."

„Bei allem, was in der Scule in Beziehung auf Relis glon gelesen wird, findet eine dreifache Abfat Statt: es roll nåmlio vom Verstande begriffen , zu Herzen gefaßt, und im Gedächtnisse behalten werden. Dies gilt besonders aud vom Lesen der Bibel, der ganzen oder auch meines Wertes, und bei diesem legtern ganz besonders und durd aus. Sämtliche Zwecke werden aber dadurd erreicht werden, wenn man theils curforird, thells ftatarir lieft.' Auf erstere Art würde id das Buc in folden Stunden gebrauden, die vors zuglio der Uebung und Vervollkommnung im Refen bestimmt find. Und warum sollte denn das Bibliide, besonders das Historische der Bibel, nidt eben so gut, ja nod beffer, zum Lesebuche taugen, als manches andere ? Da würde id denn blos nad einander weg, und zwar erst ohne die erläuternden Einschaltungen leren lassen, doch nicht in der Reibe fort, fons dern mit Aufrufen bald dieses, bald jenes Kindes, damit alle fein aufmerksam mitlesen; dabei sorgfältig nidt nur auf rido. tiges, sondern auch auf gutes lesen seben (weßhalb id aud in der Jnterpunction freigebiger gewesen bin, als man es jeßt gewohnlich mehr zu feyn pflegt); aud endlid das Refent durch Erklärungen nur dußerst seiten unterbrechen. Die fols genden Kinder mußten mir nun dasselbe Lefeftúc nochmals lesen, und zwar so, daß anstatt des eigentliden Wortes das erlåuternde allein gebrauót würde, als welches zugleto pohon eine Uebung des Berftandes abgåbe. Nachdem dies geldes ben, würde id endlid von einem der größern Kinder mir den Jubalt des Gelefenen mit wenigen eigenen Worten wieders bolen und besonders die darin liegende Lehre darlegen lassen. Und so ginge es fort von Stück zu Stúd, bis die Lefeftande zu Ende ift. Auf diese Art, dådte id, würde Aufmerffams feit und Fertigkeit im Lesen zugleid mit Berdåftigung des Nachdenkens, aber aud Elapragung des Gelesenen ins Ges dåqtniß gewonnen. Und wer fann hier mehr begehren oder leisten ?

„Das ftatariro e Lesen dagegen verwellt långer bei dem Gegenstande, dringt tiefer in denselben ein, suot alles doch deutlicher zu erklären, als es in den fargen Einsdaltungen geschehen konnte, und es vorzüglio dem Herzen mehr nabe

66

« ͹˹Թõ
 »