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Eure kaiserliche Hoheit!

Die fromme Liebe Eurer kaiserlichen Hoheit zu der heiligen Kirche unseres Herrn Jesu Christi hat die Altäre desselben bereits geschmückt mit einem unverwelklichen Kranze hochherziger Wohlthaten. Dankbar verehrt dies das orthodoxe Volk, und das segensreiche Wohlgefallen des dreieinigen Gottes ruht sichtbar auf demselben.

Doch „die Liebe hört nimmer auf“ : mit der Maria sitzt sie zu den Füssen des Heilandes; mit der Martha wartet sie sein und seiner Jünger; mit dem Johannes ruht sie an seiner Brust; weint mit den Frauen unter seinem Kreuze, bringt herbei wohlriechende Gewürze zu seinem Grabe, eilt und verkündigt seinen Sieg über den Tod und heisst seine Jünger auszuführen seine Befehle. So ruht auch nimmer Eurer kaiserlichen Hoheit Sehnsucht nach des Herrn Wort, Lust an seinem Heiligthum, Eifer zu seiner Nachfolge; und Höchstdero Sorge um die Pflege seines heiligen Erbes sucht und ruft Mitarbeiter am Eigenen Werke.

Zu solch einem Werkzeuge haben Eure kaiserliche Hoheit auch mich ausersehen. Gross ist die Ehre dieser Berufung, aber auch gross ist die Aufgabe. Nicht ohne Beklommenheit ging ich an die mir zugewiesene Arbeit; nur die Ueberzeugung, dass Gottes Gnade in den Schwachen oft mächtig wirkend auch unzulängliche Kräfte die erhabensten Zwecke hat erreichen, und aus einem durch Menschen gelegten Senfkorn den seine Zweige weithin ausbreitenden Baum hat entstehen lassen, stärkte meinen Muth, und nur das von Eurer kaiserlichen Hoheit mir allezeit bewiesene Wohlwollen hielt aufrecht meine freudige Zuversicht.

Als ich im Jahre 1849 meine ersten Versuche einer Uebersetzung des grossen Busskanons des heiligen Andreas von Kreta Eurer kaiserlichen Hoheit die Ehre hatte zu widmen, da sagte ich, dass es die Sonnenwärme sei, welche die Früchte zur Reife bringe. Ein neues Zeugniss hiervon ist das gegenwärtige Werk. Nur die Sonnenwärme Eurer kaiserlichen Hoheit glühender Liebe zu der heiligen Kirche und gnädiger Herablassung zu mir hat auch diese Frucht gezeitigt und es mir ermöglicht, dass ich jetzt ein Gebetbuch und dieses Eucho

logion in deutscher Uebersetzung Eurer kaiserlichen Hoheit im Stande bin ehrfurchtsvoll zu Füssen zu legen.

Ob aber diese Frucht mehrjähriger Arbeit der heiligen Absicht Eurer kaiserlichen Hoheit und der grossen Bedeutung der Sache selbst zu entsprechen vermöge, darüber wird vor Allem das hochgeneigte Urtheil Eurer kaiserlichen Hoheit entscheiden. Möge die Huld Eurer kaiserlichen Hoheit die Mängel des Werkes gnädigst zudecken und ihnen gegenüber meine Hingebung in die Wagschale legen.

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