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Bibung als eiligen, zuverlässigen Boten. Dietrichs Gesellen Wolfhart zeigt ein Zwerg einen hohlen Berg, wo viele Zwerge hausen, die alle der Virginal untertänig sind. Der Zwerg, den Dietrich vor dem wilden Manne rettet, nennt sich Baldung, Alberichs Sohn. Vor seinem Kampfe mit Vasolt kehrt Dietrich bei einem Zwergkönig Albrian ein und übernachtet in dessen Burg. Dem Alberich gehorchen im Ortnit viele Berge und Täler, im N. L. ist er ein Dienstmann der Könige Schilbung und Nibelung. Im Ruodlieb begegnen als Zwergkönige Immunch und Hartung, in Ulrichs Alexander Antilois, in dem Artusromane des Pleiers Garel, Albewin, im Tandarois desselben Verfassers eine Zwergkönigin Albiun, im Seyfriedsliede Eugel und seine beiden Brüder, die Söhne Königs Nibling. Laurin ist König in Tirol, nach seiner Besiegung durch Dietrich schickt der Zwerg Sintram Botschaft zu König Alberich, uvd dieser sendet sie weiter in andrer Zwerge Land, fernhin über das Meer zu einem großen Herrn, der gewaltig über alle Zwerge war, die jenseits des Meeres in den Bergen hausen. Walberan heißt dieser Zwergkönig und ist Laurins Oheim. Mit einem gewaltigen unsichtbaren Heere fährt er von Asien nach Italien und bekriegt Dietrich; wenn nicht Laurin und Hildebrand vermittelt hätten, wäre es dem Berner übel ergangen. Sinnels ist Laurins Bruder, sein Land und Berg liegt bei dem Lebermeer, aber er genießt wenig Freuden; denn wilde Würmer verzehren ihm sein Heer, und in seiner Not bittet er Laurin um Hilfe (Wartburgkrieg; S. 112). Dem Zwergkönig Goldemar entreißt Dietrich eine geraubte Jungfrau. Auf Schloß Hardenberg an der Ruhr hält sich König Goldemar als Hausgeist auf, spielt wunderschön Harfe, ist des Brettspieles kundig und teilt mit dem Grafen das Bett. Sein dreijähriger Aufenthalt auf dem Schlosse gilt eigentlich der schönen Schwester des Grafen, der den Zwergkönig Schwager nennt. Die Volkssage nennt ihn vielleicht König Volmar; als ein neugieriger Küchenjunge ihm einmal Erbsen und Asche streute, damit er beim Fallen seine Gestalt in der Asche abdrückte, fand man den Küchenjungen am andern Morgen am Bratspieße stecken. Der Zwergenherzog Eggerich rettet durch seine List Dietrich aus der Wurmhöhle, in die ihn Sigenot geworfen hat. Daß die Zwergkönige nach schönen Mädchen trachten und sie in den Berg entführen, ist durchaus mythisch; umgekehrt locken die Nibelungen, Kriemhild, Hagen und Gunther, dessen räuberischer und doch feiger Charakter nur im Mythus seine Erklärung findet, Siegfried in ihr Nebel- und Totenreich. Reich ist auch die Volkssage an Zwergkönigen. Die Gemsen und Steinböcke gehören einem mächtigen Zwerge, der nicht duldet, daß seine Herde von den Menschen gelichtet wird. Als trotz seines Versprechens ein Gemsjäger auf einen stolzen Leitbock anlegen will, reißt ihn der Zwerg am Knöchel des Fußes nieder, daß er zerschmettert in den Abgrund sinkt (D. S. Nr. 300, 301). Gibich (der Freigebige, Gütige) ist König der Zwerge im Harz, gebietet über Regen und herrscht in einem unterirdischen Reiche, das nicht minder glänzend ausgestattet ist als das Laurins; Gibichenstein bei Halle und Hübichenstein

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im Harz sind nach ihm benannt. Zwischen Walkenried und Neuhof hatten einst die Zwerge zwei Königreiche (D. S. Nr. 152). Der Zwerg, der dem Scherfenberger erscheint, hat eine goldene Krone auf dem Häuptlein, und seine Geberden sind die eines Königs; er teilt ihm mit, daß ein gewaltiger König sein Genosse sei um ein großes Land: darum führten sie Krieg, und sein Nebenbuhler wolle es ihm mit List abgewinnen (D. S. Nr. 29). In einem roten scharlachfarbenen Mantel wird der König der Bergmännlein einem Manne sichtbar, der die Kunst verstand, Geister zu beschwören (D. S. Nr. 38). Ein alter Mann, des Namens Heiling (Nebelsohn ?), herrscht als Fürst über die kleinen Zwerglein in Deutschböhmen (D. S. Nr. 151, 328). Eine Reihe deutscher Sagen erzählt von dem Tode des Zwergkönigs, der den Genossen durch eine Botschaft mitgeteilt wird und sie zum Aufbruche ruft: König Knoblauch ist tot! König Pingel ist tot! die alte Mutter Pumpe ist tot! Fehmöhme ist tot! (S. 78).

Wie die gefangene Mahrte die Frau des Hauses wird oder als Magd und Haushälterin Dienste leistet, bis sie den Weg durchs Schlüsselloch wieder frei findet und entflieht, so stellt sich um Mitternacht ein Schwarm Zwerge ein und macht sich eifrig an die unvollendet gebliebene Arbeit. Kommt man aber plötzlich mit Licht oder streut Asche, um ihre Spur zu entdecken, so ziehen sie ab und kehren nimmer wieder. Sie verschwinden auch mit herzzerreißendem Weinen und Wehklagen, wenn man ihnen statt der alten abgetragenen Kleider neue hinlegt. In norddeutschen Sagen pflegen die Zwerge beim Abzug zu klagen: Ausgelohnt! Selten nur singen sie tanzend und hüpfend:

Sind wir nicht Knaben glatt und fein,

Was sollen wir länger Schuster sein? (K. H. M. Nr. 39). Nicht weil er ausgelohnt wird, sondern weil er sich entdeckt weiß, zieht der Zwerg und Hausgeist -ab: in den Alpsagen kehrt dasselbe Motiv unzählige Male wieder (vgl. D. S. Nr. 76).

In der Volkssage haben die Zwerge ein vollkommenes Familienleben und geordneten Hausstand. Sie haben Frauen und Kinder, aber sie müssen auch sterben.

Bei der Geburt ihrer Kinder bedürfen sie menschlicher Hilfe (D. S. Nr. 41, 68), bitten die Menschen zu Gevattern; sie feiern Hochzeiten, besuchen auch menschliche Hochzeiten (D. S. 39), verleihen und leihen Kessel, Töpfe, Teller und Schüsseln (D. S. 33, 36, 154, 302), auch Brot (34), backen Brot und Kuchen (298) und trinken Bier (43). Aber das stille Volk wird durch die Errichtung der Hämmer und Pochwerke vertrieben; wenn die Hämmer abgingen, wollten sie wiederkommen (36). Auch das Schwören und Fluchen der Menschen, sowie deren Treulosigkeit beunruhigt sie und verjagt sie aus den geliebten Sitzen (34). Noch mehr als das Pochen der Hämmer und Mühlen, das Getöse der Trommeln, das Knallen der Peitschen und das laute Schreien ist ihnen das Glockengeläut verhaßt. Bei dem Abzuge müssen sie oft Geld erlegen (D. S. Nr. 153), unsichtbar wie Walberans Schar überschreiten sie die Brücke (152), lassen sich vom Fährmann gegen gute Belohnung übersetzen und lassen sich nie wieder sehen, oft haben sie auch Wohlstand und Gedeihen der Gegend mitgenommen.

Aber neben den erwähnten Mitteln, die Zwerge abzu. wehren, kennt die Volkssage auch eine Elbenpflege.

In Idria stellten ihnen die Bergleute täglich ein Töpflein mit Speise an einen besonderen Ort. Auch kauften sie jährlich zu gewissen Zeiten ein rotes Röcklein, der Länge nach einem Knaben gerecht, und machten ihnen ein Geschenk damit. Unterließen sie es, so wurden die Kleinen zornig und ungnädig (D. S. Nr. 38). Will man den Bergmännlein Fragen vorlegen, so muß man ihnen ein neues Tischlein hinsetzen, ein weißes Tuch daraufdecken und Schüsseln mit Milch und Honig, sowie Tellerchen und Messerchen vorlegen (D. S. Nr. 38). Eine Beichtfrage bei Burchard von Worms lautet: „H du kleine ki iche Bogen und Kinderstiefelchen gemacht und sie in deine Kammer oder Scheune gelegt, damit die Zwerge, Kobolde oder Schrate mit ihnen spielen, dafür Hab und Gut von andern dorthin tragen und du dadurch reicher werdest?“ Der wohlbekannte Brauch, den Wichtelmännchen Spielzeug hinzulegen (z. B. Kugeln zum Rollen oder auch kleine Schuhe) oder Milch und Essen vorzusetzen, war also im 10. Jhd. ebenso lebendig wie noch heute und muß in das höchste Altertum zurückreichen (vgl. K. H. M. Nr. 39). Der Mönch von St. Gallen erzählt im Leben Karls des Großen von einem Schrat, der das Haus eines Schmiedes besuchte und sich nachts mit Hammer und Amboß erlustigte (130).

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3. Hausgeister. Da die elbischen Wesen sich überall in der Natur aufhalten und den Verkehr mit den Menschen lieben, dringen die Luft-, Feld- und Erdelbe auch in das Innere des Hauses ein und lassen sich am Herde, in der Holzkammer, auf dem Boden, im Gebälk, in Küche und Keller, in Stall und Scheune nieder. Sie wirken segensreich auf das Gedeihen des Hausstandes ein und helfen den Menschen bei der Arbeit, erschrecken aber auch durch ihr nächtliches Poltern und Pochen

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die Bewohner. Daher gehen sie leicht in die Schutzgeister
des Hauses über, in die Seelen des Ahnherrn und der Ahn-
frau des Geschlechtes, die nach dem Tode hilfreich im Hause
weilen, und es wird in den Sagen geradezu ausgesprochen,
daß die Kobolde Seelen der im Hause Verstorbenen sind
(D. S. Nr. 71). Daher rührt auch die Verwandlungsfähig-
keit des Koboldes; er nimmt die Gestalt einer Feder, eines
Marders, einer Schlange (D. S. Nr. 78) und eines Eichhörn-
chens an (D. S. Nr. 75). Auf der andern Seite aber begegnen
Züge, die den reinen Elfenglauben zeigen. Unverkennbar ist
die Ähnlichkeit mit den Zwergen. In der Eifel sind die
Heinzelmänner soviel wie Erdwichter, Erdgeister. Im Heinze-
mannskopf bei Viermünden (Hessen) wohnen die Wichtel-
männchen oder Heinzemännchen, kommen auch in die Häuser
und halten ihre Tänze. Der Kobold trägt ein graues Käpp-
chen, hat graues Haar und ein verschrumpftes erdfarbenes
Gesicht, zuweilen ist sein Rock und seine Mütze rot. Er ist
wie der Zwerg geschäftig, neckisch, gutmütig, aber auch bös-
artig. Zuweilen trägt der Hausgeist auch grünės Gewand,
hat ein grünes Gesicht und grüne Hände, sein Antlitz ist ver-
schrumpelt wie die Rinde eines Baumes, und in der Mark
heißt er darum der grüne Junge: er gleicht also ganz einem
Baum- oder Waldgeist und hat auch seine Wohnung bald im
Hause, bald im Baume. Die hölzernen Nußknacker und die
aus Hollundermark geschnitzten Stehaufmännchen sind volks-
tümliche Nachbildungen des Koboldes. Mit den Luftelben
teilt er die Liebe zur Musik.

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Der in einem Weinkeller spukende Geist wird in eine Linde verbannt und haust dort im Astloche. Nachts sitzt er oft auf einem Aste und geigt, und je schärfer im Winter die Schneeflocken stöbern, desto schöner und schärfer geigt er drauf los. Ein Tagelöhner im Werratale spaltet unter seinem Fenster vor dem neuen Tore Holz. Da sieht er aus dem Stubben ein kleines graues Männlein heraus und durch die Türe in das Haus schlüpfen, und ehe er sich noch von seinem Schrecken erholt hat, guckt der kleine Mann auch schon rch die runden Scheiben der Wohnstube, schneidet allerlei Gesichter und treibt Unfug. Diese Sage zeigt deutlich, auf welche Weise die elfischen Geister zu Hausgeistern wurden.

Herrmann, Deutsche Mythologie. 2. Aufl.

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Der Kobold ist der Hauswalter“ (Koben, Kofen = Stall, urspr. Hütte, und walten) oder der „Hausholde“. Neben der allgemeinen Bezeichnung trägt der Hausgeist besondere Namen. Die Wolterken sind verstümmelte Kobolderchen, kleine Kobwalte und haben nichts mit dem menschlichen Eigennamen Walther zu tun. Chimke (Joachimchen), Heinz, Hinze, Heinzelmann sind Kosenamen. Hödeke, Hütchen, Stiefel heißt er nach seiner Tracht (D. S. Nr. 74, 77); auch der gestiefelte Kater im Märchen spielt ganz die Rolle eines gutartigen, hilfreichen Koboids. Andere Benennungen sind vom Geräusche hergenommen, das der Hausgeist verursacht; man hört ihn leisę springen, an den Wänden klopfen, auf Treppen und Boden poltern oder rumpeln: Rumpelstilz (K. H. M. Nr. 55), Poltergeist, Klopfer (D. S. Nr. 76). Der Butzemann ist der plötzlich daherfahrende und durch sein jähes Erscheinen erschreckende Geist (Wurzel bheuk, biugan = jäh dahinfahren,

jäher Windstoß); auch Puk gehört zu derselben Wurzel. Notker verdeutscht penates durch ingesîde (Eingesinde), hûsing oder stetigot (K. 50, 51).

Eine von den Erzählungen, die man im 10. Jhd. zur Erheiterung der geistlichen und höfischen Welt in lateinischer Sprache verfaßte, lautet:

vgl. Bö

In Altfranken lebte ein überaus geiziger Bischof, der Vorräte auf Vorräte häufte. Als einmal Mißwachs und Hungersnot eintrat, öffnete er seine Speicher, um zu hohen Preisen zu verkaufen. In demselben Orte war ein Schmied, dessen Haus nachts von einem Schrat beunruhigt wurde; er suchte den Schrat, der allnächtlich mit dem Hammer und Ambos spielte, durch das Zeichen des Kreuzes zu vertreiben. Der aber sagte: Gevatter, laß mich ruhig in deiner Werkstätte mein Wesen treiben, stelle dafür deine Flasche hin, und du wirst sie täglich frisch gefüllt wieder finden. Dem Schmiede war dieses Anerbieten nicht unwillkommen; der Schrat füllte die große Flasche täglich im Keller jenes Wucherers. Unglücklicherweise vergaß er mehrmals hintereinander den Hahn des angezapften Fasses wieder zuzudrehen, so daß ein Faß nach dem andern auslief. Da merkte der Bischof den Spuk, besprengte den Keller mit Weihwasser und bezeichnete die Fässer mit dem Kreuze. In der Nacht kommt der Schrat mit der Flasche wieder, aber er darf weder die Fässer anrühren, noch den Keller wieder verlassen. Man findet ihn in menschlicher Gestalt, bindet ihn und stellt ihn als Dieb vor das öffentliche Gericht. Während er

am Schand

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