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zukünftigen Menschheitsentwickelung die erhabensten geistigen Ziele eines ewigen Fortschritts in immer höherer Liebe, Erkenntniss und Lebensweisheit stecken und die sich schon längst für viele Millionen als eine frische und unversiegliche Quelle zeitlichen und ewigen Heils erwiesen haben.

Schon im Jahre 1860 war eine erste Kunde meiner Bestrebungen, die harmonisch-philosophischen Werke von A. J. Davis in deutscher Sprache zu veröffentlichen, von Amerika aus bis nach Ihrem damaligen Aufenthaltsorte Paris durch die spiritualistischen Zeitschriften Frankreichs zu Ihnen gedrungen und hatte Sie veranlasst, den verknüpfenden Faden mit mir zu suchen, der uns bald zu gemeinsamem Wirken vereinigen sollte. Mein zehnjähriges, ich darf es Ihrer rücksichtsvollen Freundschaft gegenüber muthig, wenn auch mit Bescheidenheit im Hinblick auf Ihre noch grösseren Verdienste um Vollendung und Veröffentlichung dieses Werkes aussprechen, trotz aller fast unbesieglich scheinenden Hindernisse unermüdliches Weiterschaffen in dieser Richtung, in welche mich einer der geïstvollsten Gelehrten und Denker Europas, nächst Alexander von Humboldt wohl der tiefste wissenschaftliche Naturforscher Deutschlands, der ehemalige Präsident der Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinischen Akademie der Naturforscher, Professor Dr. Christian Gottfried Nees von Esenbeck zu Breslau gelenkt, dessen letzter Schüler und Anhänger ich war, und der sich noch am Abende seines vielseitig ausgebildeten Geisteslebens auf Grund der seit Mesmer's und Goethe's Tagen in ihm angeregten und stets mit einer gewissen Vorliebe von ihm verfolgten Beobachtungen und Betrachtungen auf dem Gebiete des Lebens-Magnetismus oder Vitalismustrotz aller Gegenstrebungen seiner gelehrten Zeitgenossen und Freunde mit vollstem Eifer dem Studium der Lehren der harmonischen Philosophie widmete, welche seine eigene im Bereiche des wissenschaftlichen, philosophischen, wie freireligiösen Lebens längst gewonnene Anschauung vom

absoluten Inhalt und Wesen des Menschen am populärsten und bündigsten auszusprechen schien, so dass er sich 1856 in Gemeinschaft mit mir ent

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schloss, an eine deutsche Uebersetzung derselben heranzugehen, über der ihn aber im Jahre 1858 leider zu früh der Tod von meiner Seite riss, mein langjähriges Streben und Wirken nach dieser Zeit hatte mich bereits die verschiedensten Versuche machen lassen, die Früchte unserer gemeinschaftlichen, wie meiner eigenen fortgesetzten Arbeiten der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen, ohne dass es mir jedoch bei der Ungunst der Zeitverhältnisse und dem in Deutschland noch waltenden Vorurtheile gegen diese neue Richtung der Philosophie gelang, einen geeigneten Hort für dieselben zu finden.

Nach langen vergeblichen Anstrengungen gewann ich im Jahre 1862 einen edelmüthigen, deutschen Freund in Amerika, den Optiker und Verfertiger wissenschaftlicher Instrumente Herrn Hermann Schlarbaum NewYork, der mir die geistige Bruderhand über's Meer herüberreichte und durch den daselbst erscheinenden Herold des Fortschrittsdie Gründung eines Fonds zur Unterstützung der Herausgabe meiner Uebersetzungen" in Gemeinschaft mit amerikanischen Freunden und Vertretern der harmonischen Reform anstrebte. Dieses wackeren und keine Selbstopfer scheuenden Mannes unausgesetzter Bemühung und Vermittelung verdankte ich, wenn auch bei der Ungunst der damaligen Zeitlage in Folge des ausgebrochenen amerikanischen Bürgerkrieges keine ausreichende Hilfe zur sofortigen Veröffentlichung des Ganzen, so doch die vorläufige Erhaltung, Vorbereitung und unterstützende Anregung zur weiteren Fortsetzung des bereits Geschaffenen. Es war und blieb seine wie seiner edlen Freunde ausgesprochene Mission, von dem einmal gesteckten Ziele nicht abzulassen, dem deutschen Volke die ewigen Wahrheiten einer höheren geistigen Philosophie erschliessen zu helfen.

Da sollte es Ihnen, hochverehrtester Herr und Freund! noch vor einer wiederholten neuen Anstrengung Seitens der für die geistige Erziehung der Menschen und Völker besorgten Brüder jenseits des atlantischen Oceans beschieden sein, mich persönlich zu finden, die dort nach der Realisirung auch unserer heissesten Herzenswünsche trachtenden Gemüther ihrer damit verknüpften materiellen Sorgen vollständig zu entlasten und dem Werke durch gütige Zuweisung eines vorurtheilsfreien und wahrem geistigen Fortschritt bereitwilligst entgegenkommenden Verlegers die letzte Weihe der Vollendung zu geben. In den Tagen des russischen Osterkusses, welche ich im Beginn des Frühlings dieses Jahres zu Dresden in Ihrem trauten Familienkreise zu verleben das hohe Glück hatte, vereinigten sich unsere Ansichten dahin, vor allen anderen Werken unseres Autors dasjenige zuerst erscheinen zu lassen, welches am deutlichsten den rein vernünftigen, echt speculativen und zugleich hohen moralischen Character seiner Grundlehren offenbart. Es war nicht unsere Absicht, dem deutschen Publicum etwas von vornherein Unverständliches und seiner gewohnten Anschauung mehr oder weniger Fremdes, sondern etwas seinem durchgebildeten geistigen und sittlichen Standpunkte innig Verwandtes darzubieten. Hierzu schien der Reformator am besten geeignet, weil er das in Deutschland dereinst begonnene Werk einer fortschreitenden Reformation am wiirdigsten fortsetzt und ein Thema behandelt, welches den vollen Keim- und Ausgangspunct für die höhere Menschheits-Entwicklung in den kommenden Jahrhunderten enthält. Sie nannten es Ihr höchstes Glück, wenn Sie dem deutschen Volke, dessen Dichter und Denker Sie als nacheiferungswürdige Vorbilder für Ihr eigenes, einer grossen und reichen Zukunft im allmählichen sicheren Fortschritt entgegengehendes Volk und Vaterland längst studirt und liebgewonnen hatten, wenigstens durch Ihre materielle Mitwirkung und freundschaftliche Förderung des als gut und nützlich Erkannten ein Werk darbieten helfen könnten, das seines eigenen wie eines jeden fortschreitenden Volkes innerstes geistiges Wesensbedürfniss nicht blos ausspricht, sondern auch erfüllt!

Und dessen nicht genug, diesem Werke über die physiologischen Laster und Tugenden und die sieben Phasen der Ehe, welches gleichsam in medias resder harmonischen Philosophie und ihrer erhabenen Tendenz und Mission einführt und in nuceden innersten Kern der neuen geistigen Reform- und Weltanschauung enthält, soll nach der von Ihnen bereits ertheilten gütigen Zusicherung Ihres weiteren Beistandes noch eine Reihe anderer Bände in deutscher Uebersetzung folgen, welche bestimmt sind, dem Denker und Forscher über das Räthsel des Daseins, über des Geistes ewige Bestimmung und die tiefsten Fragen der Menschheit einen bis jetzt noch nirgends so befriedigend ertheilten, wissenschaftlichen Aufschluss zu vermitteln.

Möchten die bisher und im Folgenden ausgesprochenen humanistischen Zwecke und erhabenen geistig und sittlich veredelnden Ziele des harmonischen Reformators unseres Jahrhunderts von Allen eben so freudig erkannt und aufgenommen, als sie ihnen hier dargeboten werden. Dies würde ja Ihr höchster und schönster Lohn sein und nicht minder auch der meinige! Klingt doch unseres beiderseitigen Lehrers und Meisters neue frohe Botschaft wie die endliche Erfüllung des Gesanges der Engel in der Geburtsnacht des Kindes und späteren Flerolds der Liebe: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind!Zur Verwirklichung dieses guten Willens unter den Menschen durch Wort und Beispiel je mehr und mehr zu arbeiten und beizutragen, heisst nach ihm wahre Weisheit lieben und leben! Das war es auch, was Ihnen bisher die schönsten Stunden Ihres Lebens bereitete, wie Sie mir selbst bekannten, und aus welchem Bewusstsein hervor Sie mir jüngst die für alle Menschen beherzigenswerthen herrlichen Worte zuriefen im Hinblick auf den kurz nach Beginn unseres Werkes in meinem deutschen

Vaterlande ausbrechenden Kriegssturm, der auch mir einen geliebten einzigen Bruder dahinraffte und in viele Tausende von Familien Tod und Krankheit, Kummer, Sorge und Verzweiflung säete: Zwar scheint das Schicksal wider uns, der Horizont abschreckend schwarz und finster, und der daherbrausende Gewitterwind fast allzu heftig, um unter ihm ein Glockenspiel des Friedens zu beginnen, durch dessen Harmonien die Echoklänge der Herzen und Geister geweckt werden sollen. Aber es scheint dies nur so: das Bedürfniss nach Harmonie ist zu allen Zeiten gross gewesen unter den Menschen und der Krieg ist nur ein Prüfstein des Besseren. Er wird als ein nothwendiger und wohlthätiger Parocismus so schnell wie ein Gewittersturm vorübergehen und die Seelen und Geister reinigen, wie dieser die Atmosphäre. Und die Geister werden nur das suchen, was rein ist; sie werden nach einer besseren Lehre Verlangen tragen, welche das gegenwärtige Leben mit der Vergangenheit und Zukunft wieder zu versöhnen im Stande ist. Und wenn diese geistige Reaction unter Ihren deutschen Brüdern beginnen wird, dann werden Sie ihnen schon vieles Heilsame und Trostreiche in Ihren Werken darzubieten haben!

Ja, Dank Ihrer im heftigsten Sturme mir gleich sehr bewährten Festigkeit, Ausdauer und unablässigen Freundschaft war ich im Stande, trotz der selbsterlittenen schweren Schicksalsschläge meinen deutschen Brüdern und dem Fortschritte der Menschheit geistig noch weiter zu dienen und den Blick beständig höher zu richten als vielleicht die meisten meiner unglücklichen Leidensgenossen auf das, was unvergänglich und ewig ist!

Mit der Versicherung meiner unwandelbaren tiefsten Verehrung und Dankbarkeit gegen Sie selbst wie gegen Ihre der vollkommensten Hochschätzung und Liebe würdige Frau Gemahlin habe ich die Ehre zu verharren als

Ew. Hochwohlgeboren

treu ergebenster

Gregor Constantin Wittig. Breslau, den 1. Januar 1867.

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