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DEUTSCHE

MYTHOLOGIE

IN

GEMEINVERSTÄNDLICHER DARSTELLUNG

VON

PAUL HERRMANN

MIT 11 ABBILDUNGEN IM TEXT.

LEIPZIG

VERLAG VON WILHELM ENGELMANN

1898.

Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung, sind vorbehalten.

Druck der Königl. Universitätsdruckerei von H. Sturtz in Würzburg.

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Dieses Buch versucht in gemeinverständlicher Form, frei von allem kritischen Apparat, ein Bild von den übersinnlichen Vorstellungen unserer Vorfahren zu entwerfen. Obwohl der Verfasser hofft;. von der gesamten fachwissenschaftlichen Litteratur, auch der ausländischen, kein bedeutenderes Werk übersehen zu haben, ist es doch nicht sein Bestreben gewesen, nur für den engen Kreis der Fachgelehrten zu schreiben. Unter den Gebildeten unseres Volkes, denen nichts auf Erden ist süsser zu finden als das Vaterland', vor allem unter den Lehrern und Schülern unserer höheren Lehranstalten will es sich seine Leser suchen. Es soll also kein Nebenbuhler der bekannten Werke von Golther, E. H. Meyer und Mogk sein, es soll nicht nach Art eines Handbuches oder Grundrisses eine Übersicht der verschiedenen Auffassungen geben, sondern die Ansicht, die dem Verfasser am meisten Anspruch auf Wahrscheinlichkeit zu haben schien, ist wiedergegeben und begründet. Daher wird man in dem ganzen Buche auch keinen Namen finden, selbst Heroen der Forschung werden namentlich nicht erwähnt. Die Leser, die das Buch sich wünscht, werden vor allem nach dem Was und Wie, nicht nach dem Wer und Woher fragen. Daher hielt es der Verfasser nach berühmten Mustern auch für ganz folgerecht, um den frischen, fröhlichen Genuss beim Lesen nicht zu stören, wenn er die wenigen Stellen, die er den

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bewährtesten Gelehrten wörtlich entnahin, nicht besonders kenntlich machte; sie sind Gemeingut der Wissenschaft geworden, und der Fachmann weiss ohne weiteres, wo er sie zu suchen hat. Wer das urkundliche Material nachprüfen will, findet in den Klammern die Belege angegeben. Ausdrücklich aber sei betont, dass der Verfasser in keiner Weise sklavisch die neuesten Darstellungen der germanischen Mythologie als Vorlage benutzt hat, und dass er die sehr umfangreiche Litteratur selbständig zusammengestellt hat. Die Kapitularien, Koncilbeschlüsse und Beichtbücher, die Lebensbeschreibungen der Bekehrer und die Geschichtsschreiber unserer Vorzeit sowie die Gedichte des Mittelalters sind gründlich durchgearbeitet. Um jede falsche Analogie zu vermeiden, ist auf die nordische Mythologie nicht eingegangen. Es ist also der erste Versuch, ein Buch von den übersinnlichen Vorstellungen der festländischen Germanen zu schreiben, ohne Rücksicht auf die Mythologie der Nordgermanen.

Dass bei einem Buche, das auch den Bedürfnissen der Schule dienen will, die Germania des Tacitus in den Vordergrund tritt, wird schwerlich Widerspruch begegnen; einige Teile sind wiederholt vom Verfasser beim Unterrichte in der Prima besprochen und danach eingerichtet. Verfasser hofft, ein Hilfsmittel zu geben, durch das die Behandlung der Germania wenigstens nach einer Seite hin fruchtbar werden kann ; für diesen Zweck ist auch das Register eingerichtet, das eine genaue Zusammenstellung der erläuterten Stellen aus Caesar und Tacitus, dem Nibelungen- und Gudrunliede, dem Indiculus, den Deutschen Sagen und den Kinder- und Hausmärchen enthält. Die beiden letzten unvergleichlichen Schriften sind öfter herangezogen, als es selbst von J. Grimm geschehen ist; denn es kommt hoffentlich bald eine Zeit, wo sie als Lesebücher in jedem deutschen Hause zu finden sind. Der Schule gelten vor allem auch die Parallelen aus dem klassischen Altertum.

Der Verfasser hat Jahre unverdrossener Arbeit auf dieses bescheidene Büchlein verwandt, er darf sagen, dass er es an Fleiss und gutem Willen, an Begeisterung für unsere Vorzeit und Liebe zu unserer Schule

unserer Schule nicht hat fehlen lassen. Sollte ihm bestätigt werden, dass der Weg, den er eiugeschlagen, kein Irrweg gewesen ist, so hofft er in nicht zu ferner Zeit eine Darstellung der nordischen Mythologie vorzulegen und gewissermassen als Vorarbeit dazu eine Übersetzung und Erklärung von Saxo Grammaticus.

Torgau, den 14. Februar 1898.

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