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Feinden Schuß zu suchen. Man hat nie gehört, was aus ihnen geworden ist.

Daß Ufarhaddon, der Sohn der Miika, schon vor der Empörung seiner beiden älteren Halbbrüder, des Vaters Liebling war, ersieht man fowohl aus dem ihm anvertrauten Befehl eines Heeres, wie auch aus dem Testament Sanheribs, worin es heißt: ,,Ich Sanherib, König der Völker, König von Ussyrien, habe goldne Ketten, Vorräte von Elfenbein, einen goldnen Becher, Kronen und Ketten, außerdem alle Reichtümer, von denen Haufen dasind, Kristall und andre köstliche Steine und Vogelstein ein und ein halb moneh, zwei und ein halb abi je nach ihrem Gewicht dem Asarhaddon, meinem Sohn, gegeben.“

Hier werden andre Söhne gar nicht erwähnt; dagegen wird eines jüngeren Bruders auf einem in Assur gefundenen Steinblod gedacht:

„Ich bin Sanherib, König von Affyrien, der das Bild Ufurs und der großen Götter gemacht hat. Ein Haus machte ich und schenkte es dem Afurilumubalitsu, meinem jüngeren Sohn. Seinen Grundstein legte ich mit Bergquadern fest 1)"

Ein weiterer Sohn wird auf einem Ziegelstein genannt:

„Sanherib, König von Assyrien, baute in den Gärten von Ninive ein Haus und schenkte es seinem Sohn üsursumusabsi.“

Scheil, der diese Inschrift mitteilt ?), ist nicht abgeneigt, in diesem Sohn den Vatermörder zu erkennen.

Man hat auch auf dem Plaß, wo Sanherib ermordet wurde, einen Altar gefunden mit einer Inschrift über seine Bedeutung.

Dem neuen König gaben die Priester der Istar das Orakel 3) : Traue nicht auf Menschenarm! Richte deine Augen auf mich, lafi mich dein Stab sein." Das will sagen: Verdirb es mit diesen Priestern nicht, die dich zum Königsthron erhoben haben.

Afarhaddon assyr. Usurachiddin, 681–667 v. Chr. König von Assyrien, war der dritte Sohn Sanheribs, nach Maspero einer der originellsten und anziehendsten Herrscher des assyrischen Reiches. Tätig und entschlossen wie Üsurnasirbal und Tiglatpilesar zeigte er nicht immer deren Strenge gegenüber Untertanen noch deren Brausamkeit gegen besiegte Feinde. Wenn ein andrer forscher ihn einen wütenden Cöwen gegen alle äußern feinde nennt, jo denkt er vermutlich an des Großkönigs Bluttat an dem gefangenen Übdimilkati und ähnliche Untaten, besonders aus Dursarrukin, zum Teil aufgezählt bei E. Schrader 4); aber viele sind noch später aufgedeckt worden, wie die zahlreichen Orakel des Sonnengottes, dessen Verehrung zu seiner Zeit besonders lebhaft war.

1) Nach fr. Delitzsch. 2) 3. f. U. 1896, S. 425. 3) Tiele a. a. 0. S. 345, Unm. u. S. 107. 4) K. U. T.2, S. 394 2c.

Sehr merkwürdig ist die Stellung, die dieser König sogleich nach seinem Regierungsantritt gegenüber Babylonien und Elam einnahm. Er ließ Babel wieder aufbauen und mit Einwohnern beseßen. Einen Sohn Merodacıbaladans II. Rabusirapistilisir vertrieb er zwar, aber deffen Bruder Nabimarduk sette er als Statthalter des Meerlandes ein, nachdem er ihm in Ninive gehuldigt hatte. Auch gab er Ländereien, die der Stadt früher genommen und an Söldner aus verschiedenen Stämmen gegeben waren, an Babel zurück.

Ueber das Schidsal Babels vor seiner Zeit berichtet die Inschrift auf einem schwarzen Stein:

„Ufarhaddon, der König der Völker, König von Affyrien, Machthaber von Babel, König von Sumer und Ukkad, der große, der erhabene, der Verehrer Rebos und Marduks. Einer vor mir hat unter der Regierung eines früheren Königs an Esagila, den Tempel Marduks in Babylon, hand angelegt und alle seine Schätze als Kaufpreis hingegeben. Darüber ergrimmte Marduk, der Herr der Götter. Eilends beschloß er das Land heimzusuchen und seine Bewohner zu vernichten ... er ließ den Kanal Urachtu über seine Ufer treten, er führte eine zweite Sintflut über Babel herauf, er vernichtete die Stadt.“

Danach hatte Sanherib, der Zerstörer Babels, einen mächtigen Bundesgenossen zur Seite, das ist Bel-Marduk, zwei Gottheiten ,die nun nicht mehr unterschieden werden, der erzärnte Gott, der dem Großkönig, in dessen hand feuer und Schwert zum Zerstören bereit ist, noch das Wasser zu Hilfe schiát. Aber nach elf Jahren wird Asarhaddon „aus dem Kreise seiner Brüder“, deren wir vier kennen (Udramalach, Nergalserusur, Åsarhaddon und Afurilunabalitsu von einem Vater, aber nicht von einer Mutter), ersehen, die Stadt wieder aufzubauen. Sogleich im ersten Jahre seiner Regierung beruft er alle seine Untertanen in Kardunias, gibt ihnen Oel und Honig und Wein die fülle, setzt sich selbst die geflochtene Müße, den Hut der Ziegelmacher und Tonarbeiter, den kuduru, aufs haupt und kann bald berichten:

„Ejagila, den großen Göttertempel, und seine übrigen Tempel, Babel die ewige Stadt, Imgurbel seine Mauer, Nimittibel seinen Wall, ließ ich von ihrem fundament bis zur Spitze neu aufbauen, groß, hoch und gewaltig aufführen. Die Bilder der großen Götter erneuerte ich, in ihrem allerheiligsten ließ ich sie ihre Wohnung nehmen auf ewig."

Wegen dieser Wiederherstellung Babels meint fr. Delitzsch, Asarhaddon verdiene es, der erste Protektor Babels und seines großen Tempels Esagila genannt zu werden; und einen zweiten wird er auch wissen.

Nach den andern Grenzen des weiten Reiches 30g Ufarhaddon als Kriegsmann mit seinen Heeren aus und kämpfte gegen Araber und Elamiter, gegen Phönikien und Aegypten. Die Stadt Sidon ließ er zerstören, ihren König Abdimilkati „angelte er wie einen Fisch aus dem Wasser“ und ließ ihn enthaupten. Zehn Könige von Vatnana waren ihm untertan, dazu Baal König von Tyrus, Manasieh König von Juda, Kausgabri König von Edom, Muzuri König von Moab, Dilbal König von Gaza, Metinti König von Uskalon u. a. m. Auf einer Tafel läßt der Großkönig über diesen Feldzug also berichten:

„Ich der Eroberer der Stadt Sidon, die im Meer liegt, und Dertilger aller ihrer Dörfer, ihre Burg und ihren Palast zerstörte ich und warf sie in's Meer. Die Stätten der Gerechtigkeit vernichtete ich. Abdimilkati, ihren König, der vor meinen Waffen mitten in's Meer geflohen war, fing ich wie einen fisch aus der See und hieb ihm den Kopf ab. Männer und Frauen ohne Zahl, Ochsen und Schafe und Maultiere führte ich alle hinweg nach Uffyrien.“

Demnach mußte der Großkönig für andre Einwohner Sorge tragen; aber Sidon hatte mit dem Tode seines Königs und der Zertrümmerung seiner Richthäuser feine politische Selbständigkeit an Ujjur verloren.

Unter der Beute aus Sidon befand sich auch ein kostbares Gefäß aus Alabaster, das 1903 in Assur gefunden wurde und diese Aufschrift trug: „Unter dem Beistand von Usur, Sin, Samas, Bel, Nebo, Jstar von Minive und Istar von Arbela" ... habe ich dies und das verrichtet. Hier hat der Steinschneider den achten Gott, Pergal, vergessen; denn acht Götter hat Ajarhaddon am Anfang feiner Regierung angerufen. Ueber seinen Feldzug in Phönikien läßt er weiter berichten:

„Ich versammelte die Könige von Syrien und von der Meeresküste; sie alle die Städte die ich zerstört baute ich neu und nannte —Sidon die Stadt Usarhaddons. Männer, die von meinen Waffen gefangen genommen waren, solche die in den Ländern des Ostens geboren waren, brachte ich dorthin, um da zu wohnen; und ich setzte meine Beamte über sie.“

Wie dem König von Sidon erging es auch Sanduarri, dem König von Kundi und Sizu, zweier noch unbekannter Städte. Von Phönikien zog Usarhaddon gegen Uegypten und besiegte Tarku von Kusch, d. i. Thirhaka, König von Aethiopien, eroberte Memphis und das ganze Land bis Ni, d. i. No oder Theben, und fekte über die einzelnen Baue teils assyrische, tiels einheimische Statthalter. Unter diesen war Necho, der Vater Psammetichs. Auf seiner Rückehr aus Aegypten ließ Asarhaddon am Nahr el Kelb bei Beirut eine mächtige Steintafel aufrichten, auf der seine Großtaten aufgezeicinet waren. Seit dieser Zeit nannte Asarhaddon sid König der Könige von Muzur, Paturisi und Kusi, d. i. Mizraim, Dethor und Kusch oder Uegypten, Oberägypten und Aethiopien.

Roch einen Feldzug unternahm der Großkönig in das ferne Land Bazu, das auch die Schrift ) neben hajo und andern in Syrien bez. Riordarabien fennt. Er zog nach der bezüglichen Inschrift

„Durch 140 Meilen Sümpfe und Steine und 20 Meilen Schlangen und Skorpione, von denen der Boden wimmelte wie von heuschrecken, wohin seit Ewigkeit noch keiner meiner Vorfahren gelangt war.“

Die Länder Bazu und Hasu verloren ihre acht Könige, ihre Götter und Schäße. Die Könige wurden umgebracht, die Götter und Schäße nach Ninive geführt. Ein neunter König des Landes, Laila, hatte sich durch die Flucht gerettet, kam nach Ninive, küßte des Königs füße, ward begnadigt und erhielt als zinspflichtiger Vasall seine Götter und sein Land zurük.

1) Gen. 22, 21 20. und Jer. 25, 23.

Dem Bartatua, König der Uschkuza, in der Schrift ") Uschkenas, bei Herodot Protothyos, König der Skythen, genannt, gab Asarhaddon eine feiner Töchter zur Gemahlin, nachdem er bei Samas angefragt, ob diese Hingabe jenen auch in der Treue erhalten werde? Er bedurfte aber der Skythen Hilfe in der Abwehr indogermanischer Völker, der Meder und Kimmerier, die von Norden her immer heftiger drängten. Die Städte von Afi yrien und Babylonien, die in den andauernden Kriegszeiten unter feinen Vorgängern zerstört worden waren, stellte Usarhaddon mit Hilfe seiner Krieger wieder her, „schmückte sie mit Gold und Silber aus und machte sie taghell glänzend“, wie eine Inschrift rühmt.

Seit dieser Zeit kommen neben den geflügelten Löwen und Stierfolossen auch Sphinre als Bauzierrat vor, die man in Uegypten kennen gelernt hatte. Wenn sie, wie ein Gelehrter meint, aus Phönikien gekommen wären, so wäre es zu verwundern, daß sie nicht schon vor Jahrhunderten nachgebildet wurden, da Phönikienden Affyrern fo lange schon bekannt war. Viele beschriebene Platten ließ der Großfönig aus dem Palast Tiglatpilefars entfernen, um dieselben in seinem eignen Palast zu verwenden. Bei diesem Raubzug wurden viele Tafeln zerbrochen, viele Schriften verdorben und der Fluch mißachtet, den die Erbauer der Paläste gegen alle Verderber und Räuber ihrer Werke auszusprechen pflegten. Es ließ sich nämlich Asarhaddon in Kalah einen neuen herrlichen Dalast, der später leider durch feuer sehr gelitten hat, in einem weiten Park erbauen. Dazu lieferten die Könige der Khatti „an und im Meere" Holz und Steine. Tausende von Gefangenen mußten die Ziegel ftreichen. Als der Palast fertig geworden war, und man baute in uffyrien wie in Babylonien sehr schnell, hielt Asarhaddon eine große Versammlung der tributpflichtigen Fürsten ab, von der er berichten läßt:

„Ich versammelte 22 Könige, des Landes Syrien und der Meeresfüsten und Inseln, sie alle, und ich ließ sie an mir vorüberziehn. Große Balten und flöße von übimiholz, Zedern und Zypressen von den Bergen Sirar und Libanon, göttliche Bilder, Basreliefs. von den Steinbrüchen der Berge, dem Ort ihres Ursprungs, brachten sie zur Ausschmückung meines Palastes mit Mühe und Schwierig. feiten nach Ninide mit sich.“

Unter diesen Königen war auch Manasse von Juda; doch ist noch nicht entschieden, wann Asarhaddon oder seine Feldhauptleute den in der Schrift") erwähnten Zug gegen Jerusalem unternommen haben. Damals wurde Manasse gefangen genommen und in Ketten nach Babel gebracht, wo sich der Großkönig gerade aufhielt, bald aber wieder freigelaffen.

1) Gen. 10, 3. H. Windler vermutet ohne Zot hier einen Schreibfehler. 2) Die Namen siehe bei E. Schrader, K. U. C., S. 356.

Das Zeughaus, das Sanherib gebaut hatte, erweiterte Alfarhaddon und führte ihm Wasser für die Rosie und andre Tiere zu. Er nannte es Isgalsidrurua, d. i. Palast, der alles aufbewahrt, wobei zu bemerken, daß der Bauherr hier wieder die sumerische Sprache braucht. Nach Vollendung dieses Baues und seines eignen Palastes „rief der König den Gott Asur, Iftar von Ninive und alle Götter Assyriens an und brachte ihnen reine Opfer dar. Und diese Götter naheten sich in ihrer Großherzigkeit meiner Herrschaft“. Sie nahmen an dem königlichen Feft etwa in der Weise teil, daß ihre Bilder von den Priestern in dem königlichen Palast aufgestellt und Speise und Trank für sie angenommen wurden.

„Aber die Edeln und Bürger meines Volkes sie alle ließ ich auf Sesseln und Polstern dort an den Festtafeln Platz nehmen und ließ sie frohloden. Mit Wein und Most befriedigte ich ihr Herz. Vorzügliches Oel, Gulaöl, goß ich über sie. Nach dem Gebot Ásurs, des Königs der Götter Affyriens, ihrer aller, sollte ich im Wohlbefinden des fleisches, in freude des Herzens, im Glanze des Gemüts, Reich. tum der Nachkommenschaft für immer 9 in ihm Wohnsitz nehmen und mich an seiner fülle sättigen; sollte bei dem Zagmuk, dem ersten Monat, sämtliche Rosse, Maultiere. Esel, Kamele, Speere, das Schlachtgerät von sämtlichen Truppen, die Beute der feinde jährlich und unaufhörlich darin aufbewahren. In jenem Palast möge der gnädige Stier- und Löwengott :), schirmend den Pfand meiner Herrschaft, erfreuend mein Bemüt, immerdar walten."

So geschehen im achten Jahr der Regierung Usarhaddons 673 v. Chr. im Eponymenjahr des Atarilu, des Statthalters von Eahiri.

für seinen Sohn Usurbanipal erbaute Usarhaddon einen Palast in Tarbisi. Darüber läßt der Großkönig inschriftlich berichten:

„Ich Usarhaddon, der mächtige König, der König der Völker, der König des Landes Uffur, Statthalter von Babel, herr von Sumer und Akkad, König der Könige von Musur, Paturusi und Kusi, erbaute den Palast in Carbisi zum Wohnsitz des Asurbanipal, des großfürstlichen Sohnes meines bit riduti, des Sohnes, des Sproffes meines Leibes, und vollendete ihn.“

Häufig war der Großkönig von Krankheit heimgesucht und ward durch solches Leiden offenbar mehr zu friedenswerken als zu Kriegszügen geneigt. Darum legte er auch nach einem Aufstand der assyrischen Großen schon bei Lebzeiten ein in Affyrien wie in Babylonien unerhörtes Ereignis --- sein Szepter nieder und und ernannte am 12. Jjjar 668 v. Chr. seinen Sohn Usurbanipal in Gegenwart der Großen feines Reiches zum Mitregenten und Nachfolger, dessen Zwillingsbruder Samassumukin aber zum Statthalter in Babylonien. Nach assyrischen Gewohnheiten zu urteilen, war der Großkönig nicht zufällig krank gewesen

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1) 2. Chron. 33, 11. 2) Vergl. Dan. 2, 4. 6, 6. 6, 21. 3) Nergal.

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