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Noch liegt dieser Nimrod der heutigen Wissenschaft wie ein Stein im Wege, um den ein jeder herumgehen muß. Wellhausen hatte vermutet, daß Marduk durch aramäische Vermittlung den hebräern bekannt geworden und zu Nimrod umgewandelt worden sei. Aber der große Gelehrte hätte uns auch sagen sollen, was Aramäer und Hebräer für einen Gewinn daran hatten, wenn sie aus einem altbabylonischen Gott einen hamitischen Jäger machten? Der umgekehrte Weg hat mehr für sich.

fr. Delißsch 1) ließ Nimrod aus Nu-marad, d. i. Mann von Marada, entstehen. Halévy denkt an Namar-uddu, d. i. Licht des Morgenlandes, hommel weist auf Namrasit hin, das einen ähnlichen Sinn hat. Derselbe läßt Nimrod aus Arabien kommen ?), und A. Jeremias :) folgt ihm darin nach und läßt ähnlich wie Halévy den Namen ursprünglich Namir-uddu lauten. Das ist aber der Name eines Kinäden und gar nicht arabisch.

Andere lassen ihn aus Aegypten kommen, was eher glaublich ist, wenn auch die Radikalen oder Wurzelkonsonanten von Nimrod noch nicht in einem ägyptischen Wort entdeckt wären *).

Wellhausen hat in späterer Zeit den aramäischen Gott Mauri oder Mari herangezogen, andre dagegen den kofsäischen Gott Maradasch, der den assyrischen Minib vertritt. Eine nette Blumenlese. Ich bin aber nicht gewiß, daß meine Sammlung der verschiedenen Meinungen über Nimrod eine vollständige ist.

Die Pateft. Alle Herrscher oder Könige sind nach Unschauung der Babylonier göttlichen Geschlechts, Söhne einer Istar, sei es der „großen Buhlerin" oder der Istar von Urbela. Die ältesten Herrscher in Babylonien und in Assyrien waren zu gleicher Zeit Könige und Priester. Man nennt sie daher Priesterkönige, Datesi und Isakku. Ihre Herrschaft erstreckte sich anfangs nur je über ein kleines Gebiet; aber nach und nach wurden folde kleine Herrschaften vereinigt. Zuerst entstand als größere Herrschaft das alt-babylonische Reich mit der Hauptstadt Ur, wo Semiten bereits um 3000 v. Chr. vermutlich aus Arabien eingewandert waren und Wohnsiße und Einfluß gewonnen hatten "). So mögen diese zuerst hier aufs geführt werden; die wichtigsten aber unter ihnen werden noch eine eingehende Darstellung erfahren.

1) fr. hommel, bab.-aff. G., S. 221. 2) Å. u. u., S. 298. 3) A. T. O., S. 158. 4) Meyer in Stades Zeitschr. für altt. Theol. 1888. 5) Gen. 11, 28.

In U r regierten in vorgeschichtlicher Zeit Igurkapkapu, Samsiramman, Khallu, Jri, Zirlab und später Urbau oder Urgur und Dungi, der Sohn Urgurs, etwa um das Jahr 2850 v. Chr. '). Doch ist zu bemerken, daß die feilschriftlichen Denkmäler dieser ältesten Zeit dem Ultertumsforscher volle Freiheit in der Unordnung der Herrscher lassen.

Uus den folgenden 450 Jahren kennt man als Herren von Ur Jnlil, Tafsigurumas und Ugumkafrime. Auf diesen folgen die Könige der ersten Dynastie, die bei Berosus die zweite heißt, 2300—2076 v. Chr. Zu ihr gehören Sumuabi, der in seinem 5. Regierungsjahr den erhabenen Tempel des Gottes Nannar zu Ur erbaute und im 8. Jahr eine Zedernholztüre an diesem Gebäude machen ließ. Sein Nachfolger Sumulailu erwählte die Stadt B abel zu seiner Residenz und baute eine große Mauer gegen einbrechende Nomaden.

Zabiu oder Zabum baute bereits am Esagila-Tempel zu Babel. Es folgte Upilsin oder Abisin. Sinmuballit schlug die Truppen von Ur mit dem Schwert, nämlich die Nomaden des Meerlandes, die nächsten Stammesverwandten eines Abram. Es folgt Sinmuballits Sohn hammurabi, dessen Sohn Samsi-iluna I. und Ibisum. Amisatana oder Umiditana heißt bereits auf den gefundenen Inschriften „der mächtige König, König von Babel, König von Kiski, König des Landes Sumer und Ükkad, König des weiten Westlandes". Es folgen noch Amisadugga und Samsusatana oder Samsuditana.

Die z w eite Dynastie in Babel beginnt mit Isammi, ihm folgen Kudurbel, Sagasaltias oder Sagaraktias und Sargon I. um 2000 v. Chr.

Naramsin, Sohn Sargons I., gewann einen Sieg über Elam. Die Säule, die diese Tat verherrlichte, wurde durch Schutruk nachunte verstümmelt.

Gulgunu oder Gulkisar (?), Samsi-iluna II.

Betreff der Zeit und folge der einzelnen Patesi herrscht, wie schon oben angedeutet wurde, eine große Unsicherheit, da alle ihre vielen Bauinschriften ohne Zeitangabe sind. Daher wird u. a. Sargon I. von Ugade von einigen Forschern auf 3000 ?), von andern auf 3750 ") v. Chr. angeseßt.

Jn Urban, einer Stadt der Kissati, die später assyrisch wurde, herrschte der Datesi Muses-ninib.

1) Andere Herrscher siehe unter Ur, S. 39. 2) fr. Hommel, Grundriß, S. 299. 324. 3) Bezold, N. u. B., S. 27.

In A s nunna, einer Babylonischen Stadt, sollen auch Patefi geherrscht haben; aber noch ist m. W. kein Name derselben bekannt geworden.

In a sur herrschten im dritten Jahrtausend v. Chr. die folgenden Patesi als unabhängige fürsten: Ulpia, Suuspinisi und sein Sohn

Ilusuma. Erisum I. erbaute einen Tempel des Ajur und einen Palast, in dessen Trümmern Pfeilspißen von Obsidian und Feuerstein gefunden wurden. Es folgten Ikunum, Belkapkapu, Jsmidagan und sein Sohn Samsiramman oder Samsiadad. Er erneuerte den von Erisum I. erbauten Tempel des Asur. Sulilu, hallu und Erisum II. H. Windler nennt noch Adasi und Balbani, die vermutlich zwischen Belkapkapu und Ismidagan anzuseßen sind.

In Gisch u oder Gisuch herrschten als Datesi Ezuab, der mit Enannatum von Sirpurla kämpfte; dann Enakalli und sein Sohn Kalablumma oder Kalabchunna, der auch Herr von Te, der Umgebung von Gischu war. Kursis, auch Papsis oder Nasirachi genannt, war noch selbständig; Urnesu aber war schon Vafall von Urgur, dem Herrn von Ur.

In I skunsin oder Isnunnak (?), einer Stadt nahe bei Nippur, wird ein Patefi haashameir genannt.

Uls Patesi von Kafallu sind bekannt Jahzirilu zur Zeit Sumulailas und Krastubila, gleichzeitig mit Sargon I.

In King i herrschten die Patesi Ensagkusanna und Enbildar, der auch Herr von Kalamma war.

In Kisch werden genannt die fosfäischen Datesi Kalabdunpauddu, Aluujarfid, der Elam und Barehje eroberte und aus der Beute von Elam dem Bel zu Nippur Geschenke machte. Mianistusu nennt sich bereits „König der Welt“ auf einem Gegenstand, den er der Aja von Sippar weiht. Mesillim unterwarf den Patesi Lugalsuggur von Sirpurla, wie die Inschrift auf einem Streitfolben bezeugt.

In Kis churra herrschten Dada und sein Sohn, über die die sog. kuthäische Schöpfungslegende zu vergleichen ist; dann haladu, der auch als Patesi von Sirtella genannt wird, Idinilu und Idursamas.

Von Lamkurr u ist noch kein Datesi mir bekannt geworden.

Jn Larsa oder Carsam, im A. T. ) Ellasar genannt, hečrschten Gaesch und noch zwei semitische Datesi Kurramman und Siniddina. Von diesen ist ein Tonkegel erhalten, beschrieben auf allen Seiten in 38 Zeilen:

,,Siniddina, der starke Held, der Ausschmüder von Ur, König von Carsam, König von Sumer und Akkad, der Ebabbara, das Haus des Sonnengottes, baute; die Satzung des Kiskanu 2) der unterirdischen Gottheiten wiederherstellte, der den Tigriskanal, den breiten Kanal, grub und Wasser in fülle, in Ueberfluß, unversiegbares, seiner Landeshauptstadt verschaffte; Sohn des Nurramman, Königs von Larsam. Sein Land ließ er ruhig wohnen und seine Städte befestigte er. Uuf ewige Zeiten währt der Ruf der Erhabenheit seiner Königsherrschaft Catfräftig ließ er eine große Mauer, die Mauer des Stadtteils der Broncearbeiter von grund aus großartig bauen. Siniddina, der gerechte Hirte, gefiel Samas und Tammuz wohl. Möge seine Regierungszeit unabänderlich bleiben auf ewig )."

1) Gen. 14. 1. 2) Orakeibaum.

Diese Inschrift ist mit altbabylonischen oder sumerischen Schriftzeichen geschrieben.

Es sind auch Briefe von Hammurabi an Siniddina erhalten. Darin wird ein Kudurnu-uhgamar erwähnt und ein Tuudhula, Namen, die in Gen. 14 mit Kedorlaomor und Tideal wiedergegeben sind. Einer dieser Briefe lautet:

„Hammurabi an Siniddina. Ich sende dir 6 mal 60 Arbeitsleute. 3 mal 60 mögen die

don Larsa und 3 mal 60 die .. der Stadt Rahabi machen; daß... erhebe"

Auf Siniddina folgten zwei kassitische Herrscher, Kudurmabuk oder Kudurlagamar. Er bezeichnet sich als adda Emutbal oder adda Martu, d. i. Vater des Westlandes. Sein Sohn Emutbal heißt sonst Eriaku oder Rimsin, der im A. T. Arioch von Ellasar genannt wird. Er vollführt den Spruch des heiligen Baumes von Eridu ?). Inschriftlich hören wir von einem Jahr, da dem König Rimsin die Göttin Ninmach (Minharsag) im Tempel von Kis nebst seinem teanki (ziggurat) das Königreich von Kalamma zum Ueberfluß herrlich erhöht hat; und da fein feind und kein Böser seine Brust gegen die Länder (des Königs) wandte.

Das Erbe dieser Datesi von Carsam wie vieler andrer trat Hammurabi von Babel an.

Uus Nip p u r , das schon früh mit Ur und Nisin verbunden war, werden als Patesi, die zur Zeit Dungis herrschten, genannt Urannandi und sein Sohn kubad-duggal, dann Tabiutulbel und Kalabbel.

Sein erster Passitischer König war Gadda.

In Nisin herrschten die Datesi Sinmagir, Libitnana, Gamilninib (nindar), Libitistar, Isbigirra, Ismidagan. Von ihm ist eine Inschrift erhalten: „Jsmidagan, Nährherr von Nippur, Hauptmann von Ur, uddadu von Eridu, herr von Üruk, der mächtige König, König von Isin, König von Kengi und Altad, Liebling der Göttin Jstar." Ein andermal nennt er sich den „geliebten Gemahl der Rana".

Ismidagan hatte zwei oder drei Söhne. Der ältere von ihnen, Gungunnu, nennt sich König von Ur und Nippur, Sumer und Arkad. Der jüngere, Samsiramman, ist nicht mit dem gleichnamigen Patesi von Ufjur zu verwechseln. Später kam Nisin unter Carsa.

H. Winckler nennt als dritten Sohn Enannadu.

1) fr. Delitzsch, Beitr. zur Affyr. 1889.
2) fr. hommel, Grundriß, S. 368.

Aus Sipp á r werden als Patefi genannt Naramsin, der mit dem von Babel nicht eine Person sein kann, da er um 1000 Jahre älter als dieser ist. Er baute in Sippar den Tempel des Sonnengottes, den Sagasaltias im Zerfall gesehen hat. Den Enmeduranki, der auch unter den Patesi von Sippar genannt wird, haben wir bereits als einen vorsintflutlichen Herrscher und als Evedoranchus des Berosus kennen gelernt.

In Sirp urla oder Sirgulla, das auch Lagasch heißt, herrschten um 3500 v. Chr. Galginna und sein Sohn Urganna, deffen Zeichen auch Engagal oder Belchigalli gelesen wird, nach hommel ") der König Orchamos des Ovid. Eine Inschrift lautet:

„Urganna, König von Sirpurla, Sohn des Galginna, hat den Tempel des Gottes Ningirsu erbaut, einen Palast erbaut... den Tempel der Ninni hat er er. baut, den Tempel Egadda erbaut, seinen Bruder erbaut.“

Hierunter ist wohl ein zum Tempel gehöriger Nebenbau zu verstehn, also ein Stufenturm oder Ziggurat. Engagal aber bedeutet Herr des Ueberflusses“.

Die Anordnung der folgenden Herrscher, außer denen Radau, ein amerikanischer Gelehrte, noch Galukani, Urlama, Erinannar als Zeitgenosse von Urgur bis Inisin, den Patesis von Ur, nennt, bietet keine Gewähr betreff der Zeit und Nachfolge. Es werden genannt Urukagina, der auch König von Girsu war. Cugalsuggur wurde ein Vasall von Kifch. Von Aldu oder Tuddu ist nur der Name bekannt. Urnina oder Kalabgula hat, wie es inschriftlich von ihm heißt, die Mauer von Sirpurla gebaut, den Gott Lugaluru hat er ausgemeißelt“ 2). Noch werden genannt Akurgal und Idingiranagin. Inannatuma oder Enannatu zählt auf einer großen Kieselinschrift seine Städte auf, darunter Erech, Carja, Ur und Bilchu. Intina oder Enteminna. Diese beiden legten Kanäle an wie den von Antasurra bis zum Tempel des Gottes Galdimzuab. Inschriftlich: „Er baute dem Gott Enki, dem König von Runki, den Zuab, den glänzenden Kanal" 3). Ferner werden genannt Namuru und Urba u. Von diesem ist eine Inschrift erhalten auf einer des Kopfes beraubten Bildsäule, die in Tello gefunden wurde:

„Dem Gott Ringirsu, dem mächtigen Krieger des Gottes Enlilla, Urban, der Datesi von Lagasch.“

Er baute auf einer Terrasse den Tempel des Ninnu oder Imikulaglag und der Göttin Ninharsag. Aber der Bau, der guten, der Tochter der Ana, baute er einen Tempel in Uruazaga. Er baute dem Gott Nindar, der Göttin Ninmar, der ältesten Tochter der Göttin Mina, dem Tempelhof von Sagipada gegenüber eine Kapelle. Dem Gott Gudana, dem Herrn der Welt, baute er einen Tempel in Girsu, ebenda dem Gott

1) Grundriß S. 340. 2) Hommel, Grundriß S. 304. 3) fr. hommel, Grundriß S. 366.

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