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Länge, neunzig Stadien ihre Breite. Diese Angabe aber stammt aus Ktesias, der auf seiner Reise nach Persien die große Trümmerstätte selbst gefehn haben wird und vollen Glauben verdient.

Das Buch Jona gibt die Größe Ninives in mehrfacher Weise an. Zuerst 1) heißt Minive eine Stadt von drei Tagereisen, sodann ?) waren dort mehr als hundertzwanzigtausend Kinder, die den Unterschied von rechts und links nicht kannten, also Kinder unter vier Jahren. Wenn aber in einer Stadt jährlich gegen dreißigtausend Kinder geboren werden, so muß die Zahl sämtlicher Einwohner mehr als eine Million betragen. Wie aber E. Schrader 3) auf siebenjährige Kinder fällt, ist nicht leicht zu verstehen. Meint er etwa, daß die affyrischen Kinder betr. ihrer Gaben hinter unsern Kindern gestanden wären?

Uußer Birs Nimrud gibt es dort noch andre Trümmerhügel wie Balawat und Riebi Junus. In diesem fand man den Palast des Königs Rammaniraris III., in dem andern zwei Paläste Sanheribs, einen Palaft Ufarhaddons und einen Sardanapals. In dem Hügel Kujundschik entdeckte Layard die Bibliothek Sardanapals.

Anfangs wird Ninive ähnlich den größeren Städten von Babylonien der Mittelpunkt eines kleinen selbständigen Reiches gewesen sein, das im fünfzehnten Jahrhundert v. Chr. von den hethitischen Mitannis unterworfen wurde; denn Dusratta, der König der Mitannis, schickte das Bild der Stadtgöttin Istar, die er Sausbi nennt, nach Vegypten, wie ein Brief aus dem Tell el Amarna bezeugt. Erst um 1400 v. Chr. wurde Ninive assyrisch, noch später von Sanherib ausgebaut. Er hat darüber aufzeichnen lassen:

,,Damals vergrößerte ich den Umfang meiner Residenzstadt Ninive, ihre Straße (?) änderte ich und ließ sie wie den Tag strahlen. Die beiden Mauern baute ich kunstvoll

, indem ich sie berghoch machte. Ihren Graben machte ich hundert große Eilen breit. Damit in fünftigen Tagen die Straße des Königs nicht verkleinert werde, ließ ich Tafeln fertigen: Wer an jener Seite in der Bauflucht Abmessungen vornimmt, (der möge beachten): als zweihundertsechzig große Ellen habe ich die Breite der Königstraße gemessen. Wenn irgend einer von den Bewohnern der Stadt sein altes Haus einreißt und ein neues baut, dessen Grundstein in die Königstraße hineinreicht, den soll man auf seinem Hause auf einen Pfahl aufhängen *).

Der Prophet Mahum 5) vergleicht Ninive mit einem Teich voll Wassers von jeher, weil man sie feit alter Zeit als eine sehr volfreiche Stadt kennt, die mehr Händler hat, als Sterne am Himmel sind. Aber wie der Prophet Jesaja ) schon vor ihm geweissagt hat, verkündigt auch Nahum den Untergang von Minive. Doch sou die große Stadt nicht durch das Schwert eines Mannes fallen. Die Weissagung Nahums nimmt Zephanja ^) wieder auf, und Nabopolassar von Babylonien und Cyareres pon Medien ernten die Früchte des furchtbaren Gerichtes, das zwischen 608 und 606 v. Chr. über Ninive kam. In welcher Weise sich dieses Gericht vollzogen hat, kann uns bis heute auch die Geschichte nicht darlegen.

1) Jon. 3, 3. 2) Jon. 4, !!. 3) K. u. T.', S. 448. 4) Nach H. Windler, B. u. U., S. 146. 5) 2, 9. 3, 16. 6) 10, 16–19. 30, 27—33. 31, 8.

Ninive diente besonders dem Ramman, Bel, Jstar und Misroch. Istars Tempel heißt bald Emischmisch, bald Dimgalkalama, bald Kidmuru. Ueber die religiöse sogen. Reformation zur Zeit Rammanniraris III, vergleiche die Geschichte dieses Königs.

Ninuaři oder Ninaa ist eine sonst unbekannte babylon. Stadt, vielleicht nur ein Teil von Lagasch oder Sirpurla. Aber in den Tempelliften aus Telloh wird berichtet, daß Gudea, der Datesi von Cagasch, der Istar in Minuaki einen Tempel baute.

Nipp u r, sumero-akkad. Enlilki, d. i. Stadt des Enlil oder Bel, h. Luffer oder Niffer, war eine alte Residenz der chaldäischen Könige und lag südöstlich von Babel in Kardunias. Vermutlich war Nippur schon vor der großen flut gebaut. Der dortige Tempel des Bel hieß Ekura, d. i. Haus der Götter oder Egignan, d. i. Haus der Gräber, ein andrer Enamtilla. Den zugehörigen Stufenturm erbaute Urbagas, Datesi pon Uru, wie er auch den in Carsa sechshundert Jahre vor Hammurabi erbaut hat. Hier wurden auch Ninlil oder Beltis und Minib verehrt, der Gott von Pippur heißt?). Auf dem Stufenturm Durenki oder Ejagasch wurden astronomische Beobachtungen gemacht. In der Nähe von Pippur befand sich der Kanal Kabar, wo verbannte Juden, denen es dort sehr gut ging, angesiedelt waren *). In einem alten fumero-akkad. Gedicht heißt es:

„Nippur war noch nicht gebaut, Ekura noch nicht gegründet, Erech war noch nicht gebaut, Eanna noch nicht gegründet.“

Nird u n war eine assyrische Stadt an der Grenze des Rairilandes. Der frühere einheimische fürst war ein Lapturi aus dem Hause Tabusi.

Nisins. Isin.
Nitut, eine babylon. Stadt, lag an der Grenze des Reiches.
Nunfis. Eridu.
Opis . Upi.
Paddir a war eine assyrische Stadt an des Reiches Nordgrenze.

Pallukatu oder Pallakottas h. Kalat feludja, lag an einem Kanal des östlichen Euphrat. Diese Stadt hatte übgaben an den Samastempel zu Sippar zu entrichten. Vielleicht ist Bulukku derselbe Ort, der femit. Bitchari heißt. Der Kanal trug denselben Namen wie die Stadt.

1) 2, 13. 2) fr. Hommel, Sem. V. u. Spr. I, S. 233. 3) Ezech. 1, 3.

Pafa, eine nordbabylon. Stadt, wird in Tempellisten erwähnt.
Passitu . Baz.

Pautibilla bei Berosus eine alte chaldäische Stadt, dermutlich gleich Sippar.

Pillatu, eine babylon. Stadt, wurde unter Phul zu Affyrien geschlagen, aber nach einem Aufstand von Sanherib erobert und zerstört.

Pitru, im U. T. ) Pathor genannt, lag an der Mündung des Sajur in den Euphrat, wenige Meilen südlich von Karkemisch der hauptstadt der Hethiter. Hier wohnten diese neben den Uramäern, wie die Inschriften aus der Zeit Salmanassars II. bezeugen. Uus Pathor ftammte Bileam, der Magier von Beruf und Prophet des lebendigen Gottes wider eignen Willen. Später nach der Einverleibung in das assyrische Reich wurde Pathor Anaasurutirasbat genannt.

Purjirlas. Cagaich.

Ragiti, eine babylon. Stadt im Mieerland, war der Rüdzugsort des Königs Merodachbaladan II.

Rahabi wird neben Carsa erwähnt, lag also auch vermutlich in Südbabylonien.

Rapił u , eine babylon. Stadt in der Nähe des heutigen Bagdad, aber westlich vom Euphrat, wurde von Tiglatpilesar III. geplündert.

Reja, eine assyrische Stadt, wurde zur Zeit Sargons II, don Elam befekt; Sanherib aber gewann sie auf seinem siebten Feldzug zurüd. Hierher wird auch Resapi zu ziehen sein.

Refens. Ninive.

Rezeph oder Resappa war eine Stadt im Land der Laki oder des ostsyrischen Palmyrene, später zu Affyrien geschlagen.

Risnis. Resen.
Ritu 1. Eridu.
Saalla, eine babylon. Stadt, war von Phul erobert.
Sabar aim, eine babylon. Stadt, wurde 727 v. Chr. assyrisch.

Sagbat, eine assyrische Stadt an der Grenze von Elam, ließ Sargon II. durch Nabudamkailani befestigen.

Sagiillu, eine nordsyrische Stadt, eroberte Tiglatpilesar III.

Sagipada, eine altbabylon. Stadt, wo Urbau, der Patesi von Lagasch, Tempel baute.

Saxli, eine babylon. Stadt in der Nähe von Upi, wird schon zur Zeit Sargons I. erwähnt.

Saluluni war eine babylon. Stadt am Königsfluß.

Saluri erbaute Salmanassar II. im Lande Enzi und stellte seine Bildsäule daselbst auf.

'S a mal wird als eine Stadt im Land der Kui genannt, gegen die Salmanassar II. und Tiglatpilefar III. kämpften. In Zindschirli ist die

11 Num. 22, 5. Deut. 23, 5.

Bauinschrift eines Königs von Samal aus der Mitte des achten Jahrh. v. Chr. gefunden worden. Salmanassar II. schlug die Bewohner von Samal bei dem Dorf Saluara im Quellgebiet des Karasu.

Samirina oder Samaria 1. Pal. u. Syr.
Sangiputi, eine babylon. Stadt, eroberte Tiglatpilesar II.

Sapia, eine babylon. Stadt, war die Stätte, da Ulinzir voit Babylonien dem siegreichen Tiglatpilesar III. huldigte. Derselbe Eroberer führte aus einer Stadt Sapazza die Götterbilder hinweg. Ob wir hier eine oder zwei Städte vor uns haben, ist noch nicht ausgemacht.

Sariptam oder Sarepta s. Pal. u. Syr.
Sarrabani, eine babylon. Stadt, zerstörte Phul.

Schusch an, in K. S. auch Schuschin und Schuschun, h. Sus oder Schus, in der Nähe ein Ort Schuschtur, war die Hauptstadt von Elam, die einer Inschrift zufolge Artarerres II. Menmon erbaute, die aber in Wirklichkeit viel älter ist. Von Affyrien nur zeitweilig beseßt, wurde Susa hauptstadt des persischen Reiches, dann der Provinz Sufiana, die von den Griechen Elymais genannt wurde. Eine dort gefundene Inschrift lautet:

Es sagt Urtarerres, des Sohnes des Königs Xerres, des Sohnes des Königs Darius, des Sohnes des Hystaspes, des Uchämeniden: Dieser Palast

, Darius, mein Ahnherr, baute ihn. Zur Zeit des Urtarerres, meines Großvaters, brannte er nieder. Durch die Gnade von Ormuzd, Unahite und Mithra machte ich diesen Palast von neuem. Mögen Ormuzd, Unahite und Mithra mich vor allem Uebel beschützen und mögen sie mein Werk nicht angreifen noch zerstören.“

Dieser Palaft der Perserkönige zeichnete sich durch eine große Säulenhalle aus, die apadamon oder apadana, im Buche Esther bithan genannt ist. Sie war von Gärten umgeben und diente als Empfangsraum oder Thronsaal. Die Haupthalle bestand aus 36 gewaltigen Säulen, alle aus Marmor. Das Pflaster des fußbodens war aus grünen, weißen, gelben und schwarzen Marmelstüden 1) zusammengesetzt, wie noch heute zu sehen ist. Von diesem Susa, das bira Burg genannt wurde 2) und mehrere Paläste enthielt, find ansehnliche Reste aufgedect; aber noch sind nicht alle hier gefundenen Keilschriften entziffert worden. Hier fand man auch 1901 die Gesekessäule des Königs Hammurabi von Babylon und die fünfzig Zentner fchwere Bronzebtldsäule einer elamitischen Königin. Hier wohnten Daniel %), Esther 4) und Nehemia"). Von dieser Burg wohl zu unterscheiden ist die Stadt Susa zwischen den flüssen Choaspes und Euläus, der in der Bibel wie in den K. Š. Ulai heißt. Beide Flüffe fallen vereinigt in den persischen Meerbusen. Die Stadt Susa hatte hundertzwanzig Stadien oder drei deutsche Meilen im

1° Esth. 1, 6. 2) Esth. 1, 2 2c. 3) Dan. 8, 2. 4) Esth. 1, 2. 5) Neh. 1, 1.

Umfang. Wie in Babel waren auch hier die Privathäuser meist aus ungebrannten Ziegelsteinen gebaut, während Érdpech die Stelle des Mörtels vertrat.

Alexander d. Gr. überkam Burg und Stadt Susa noch in ihrem pollen Glanz und Reichtum. 226 v. Chr. wurden sie von den Parthern erobert, 640 v. Chr. kamen sie in die Gewalt des halbmondes, und nicht lange darnach zogen alle ihre Einwohner in andre Städte. Williams und Loftus fanden hier nur unbewohnte Trümmer.

Sentereh . Carsa.
Sian nu und Sibanita wurden unter Tiglatpilesar III. assyrisch.

Sibar a in der Landschaft Gizilbunda war eine Stadt der Nairi, die Samsiramman IV, durch Aufstellung seines Bildes für assyrisch erklärte.

Sibu r und Silhazi, zwei babylon. Städte, wurden von demselben König erobert und durch Aufstellung des Königsbildes assyrisch.

Sidunnu oder Sidon 1. Pal. u. Syr.
Silhazi 1. Sibur.
Simir a oder Jamar f. Pal. u. Syr.

Sinabu eine assyrische Festung an der liairigrenze. Vergl. Kinabu.

Singara, eine mesopotamische Stadt, heißt h. Senghero.

Sippara, akkad. Udkibnunki oder Zimbir, die Euphratstadt, hebr. Sepharvaim ), heißt h. Abu Habba. Die eine Hälfte dieser babylon. Doppelstadt diente dem Sonnengott, daher sie bei Abydenus Heliopolis genannt wird; die andre Hälfte verehrte Anunit, die Göttin des Morgensterns. Beide Städte umschloß eine Mauer Badudulrusa gen., die Samassumukin wieder herstellen ließ. Der Tempel des Samas hieß Ebabbar, oder Ebarra, semit. Bitbarra oder Haus des Lichtes, aber auch Edikudkalama, erbaut, nach himmlischem Vorbild“. Nabuabaliddina schrieb als Ueberschrift einer Urkunde: ,,Bildnis des Sonnengottes, welcher wohnt in Ebabbara in der Stadt Sippara." Auf diesem Bild hält Samas, der einen mit Cherubin verzierten Thron einnimmt, in der einen Hand einen Ring, in der andern einen Stab. Ein langer Bart vervollständigt die Gewißheit, das hier ein alter Herrscher zum Gott erhoben ist.

Der Tempel der Ununit, den Sargon I. erbaute, hieß Eulbar oder Eiddina. Berosus erzählt, vor der großen Flut habe Kronos, d. i. Samas, dem Xisuthros oder Hafifadra angezeigt, daß am 15. Dasius eine Sintflut in das Land brechen werde, und befohlen, in Sippara die Schriften niederzulegen, in die er Anfang, Mitte und Ende aller Dinge niedergeschrieben habe. Eine Inschrift sagt von einem der großen Könige von Sippara:

1) 2. Kön. 17, 24. 31.

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