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far tiffati „Herr der Welt" in Babel, Borsippa und Kutha Stieropfer dar, um sich öffentlich als Oberherr von Babylonien zu erweisen; und dies war der Lohn für seine Hilfe, daß er von allen Fürsten Babyloniens, auch dem des Mieerlandes als Oberherr anerkannt wurde. Dies geschah um 854 v. Chr.

In demselben Jahre unternahm Salmanassar einen Feldzug gegen Biridri oder Benhadad von Damaskus, der auch Rammanidri, Adadidri und Hadadeser genannt wird. Mit ihm hatten sich 12 Könige, unter ihnen Irkallini oder Jechulene, Jochulini von Hamath, König der Hethiter, auch die von Musri, Arabien, Ammon und andre vereinigt; aber in der großen Schlacht von Karkar wurden sie besiegt. Doch behielt Damaskus noch seine Selbständigkeit. Der König läßt berichten:

rend des Eponymats des Dajan-Usur verließ ich am 14. Jjjar Ninive, überschritt den Tigris und zog gegen die Städte Giammus am flusse Kassata. In die Stadt Kitlal und die Stadt Tulsahabalachis) rückte ich ein, meine Götter stellte ich in seinen Palästen auf, tasiltu (?) machte ich in seinen Palästen, seine Schätze führte ich als Beute nach meiner Stadt Assur ab. Don Kitlal brach ich auf nach Karsalmanaffar und überschritt zum zweiten Mal auf Hammelhautschiffen den Euphrat während seines Hochwassers. Den Tribut der Könige vom jenseitigen Ufer des Euphrat, des Sangar von Kartemisd), Kudaspi von Kommagene, Arami Sohnes des Gusi, Lalli don Callid, Chajan Sohnes des Geber, Girparud von Patin. Girparud von Gamgum, Silber, Gold, Blei, Kupfer ... nahm ich für die Stadt ufur. Um jenseitigen Ufer des Euphrat oberhalb des flusses Sagur, was die syrischen Einwohner die Stadt Pathor nennen, nahm ich den Tribut ein ... Von Halman brach ich auf und 30g gegen zwei Städte des Jrkallini von Hamath, Adimu und Barga. Seine Königsstadt Árgana eroberte ich, seine Gefangenen, seine habe, die Schätze seiner Paläste führte ich fort. Karkar verbrannte ich mit feuer. 1200 Wagen, 1200 Reiter, 20000 Mann Dadidris von Damafkus; 700 Wagen 700 Reiter 1ooo Mann Irkallinis von Hamath; 2000 Wagen 10000 Mann des Uhab von Mat Sirlani; 500 Mann des Guäars; 1000 Mann von Land Musri; 10 Wagen, 10000 Mann von Mat Jrkanat; 200 Mann des Matinubaal von Uradus; 2000 Mann vom Land Usanat; 30 Wagen 10000 Mann des Udunubaal von Sizan; 1000 Kamele des Gintibu von Urba; und 10o Mann des Bahsa, Sohnes des Ruhub, von Ummon; diese 12 fürsten kamen zu seiner Hilfe herbei und zogen kampfbereit wider mich heran. Mit der erhabenen Macht, die Ufur mir verliehen, mit den gewaltigen Waffen, die mein Vorkämpfer, der Gott Nergal, mir gewährt, kämpfte ich mit ihnen. Von Karkar bis Gilzan brachte ich ihnen eine Niederlage bei. 14 000 ihrer Krieger überwältigte ich mit Waffen, gleich dem Sturmgott ließ ich Unwetter über sie regnen, ich streckte sie zu Boden und breitete ihre Leichname massenhaft über die Ruinen, mit der Waffe verspritzte ich ihr Blut.“

Einige Forscher ?) wollen in dem Ahab von Sirlaai den König Ahab von Israel erkennen, der 918-897 v. Chr. regierte, also zur Zeit Asurdans II. und Rammanniraris II., unter denen Affyrien ganz darniederlag, sodaß Ahab und sein Cand von Affyrien nichts zu leiden hatte.n. Hat er aber in der Schlacht von Karkar mitgekämpft, so hat er

1) Tulsahabalachi nehme ich gegen E. Schrader als Königsname an, weil so. gleich die Beziehung auf den König folgt.

2) Selbst Hommel hat sich auf diesen Weg begeben K. U. T., S. 247, nachdem er die ersten richtigen Eindrüde überwunden.

noch 854 v. Chr. gelebt, und die biblische Zeitangabe ist falsch. Über dagegen stehn mehrere gewichtige Gründe: 1. Israel und Damaskus waren bis auf eine ganz kurze Spanne Zeit die bittersten Gegner. 2. Israel wird in assyrischen Berichten stets Bit Omri oder Mat Omri genannt; der hier genannte Ahab ist aber ein König von mat sirlaai. Kennen wir dieses Cand noch nicht, so muß es darum nicht grade Israel sein. Wir kennen auch andre Länder nicht, die hier erwähnt werden. 3. Die hebräischen Namen, die mit I anfangen, werden im Affyrischen ebenso wiedergegeben. Es würde Israel assyrisch etwa Jesar-ilu lauten, sicherlich nicht sirlaai. Inschriftlich läßt der König weiter berichten:

„In meinem 10. Jahr ging ich zum 8. mal über den Euphrat."

Es galt die Verbündeten vom Jahr 854 von neuem zu demütigen; demnach war die Niederlage der Verbündeten nicht so schwer gewesen, wie der Bericht der königlichen Schreiber fie darstellte. Sie wurden abermal besiegt und retteten ihr Leben nur durch die Flucht.

„In meinem 11. Jahr zog ich von Ninive weg und zog zum 9. Mal über den Euphrat zur Zeit der Ueberschwemmung.“

Benhadad oder Biridri von Damaskus wurde geschlagen, aber nach 3 Jahren mußte Salamanaffar mit demselben Gegner und seinen Verbündeten zum 3. Mal kämpfen, und die biblischen Berichte sollten alle diese Waffengänge Ahabs gegen Affyrien verschwiegen haben? Das ist nicht gut denkbar. Der Großkönig 30g gegen sie mit 120 000 Mann und gewann den Sieg, wenn man den Inschriften glauben darf; in Wirklichkeit hatte er so schwere Verluste erlitten, daß er umkehrte.

In meinem 18. Jahr zog ich zum 16. Mal über den Euphrat. Hazailu von Damaskus, der den Thron Benhadads an sich gerissen hatte, vertraute auf die Macht seiner Krieger und versammelte sie in ihrer Menge. Saniru (d. i. der Berg hermon), den Berggipfel am Eingang zum Libanon, machte er zu einer festung. Ich kämpfte gegen ihn, seine Niederlage vollzog ich. 16 000 Mann seines Heeres mit ihren Waffen vernichtete ich, 1121 feiner Wagen, 470 seiner Reiter und seine Vorräte nahın ich ihm. Um sein Leben zu retten floh er. Ich verfolgte ihn. In Damaskus, seiner königlichen Burg, schloß ich ihn ein. Seinen Part hieb ich nieder. Nach den Bergen von Hauran ging ich (warum, wird wieder verschwiegen), un. zählige Städte plünderte ich, zerstörte sie, steckte sie in Brand und führte ihre zahl. losen Gefangenen hinweg. Bis zu den Bergen des Bahlrasi, eines Vorgebirges, zog ich und stellte mein Königsbild dort auf. Damals empfing ich den Tribut der Tyrer, der Sidonier und des Jaua, des Sohnes Omris.“

Von Jehu von Israel hatte schon Usurnasirpal Tribut empfangen, nun wieder Salmanassar; und eines Ahab wird gar nicht gedacht!

In seinem 13. Regierungsjahr kämpfte der Großtönig in der babylonischen Landschaft Namri, deren König Marðuksumudamik genannt wird. Er floh, und Salmanassar setzte einen Jauzu an seine Stelle, aber die mannigfaltige Beute nahm er mit sich.

Sonst Gebal, das spätere Byblus. S. Pal. u. Syr., S. 62.

In meinem 21. Jahre ging ich zum 20. Mal über den Euphrat. Ich zog gegen die Städte hajaels von Damaskus. Ich nahm 4 seiner Städte ein. Den Tribut von Cyrus, von Sidon und von Gubal ?) empfing ich.“

Der Großkönig mußte selbst kommen und die Abgaben eintreiben; sonst hatte er das Nachsehen.

In meinem 22. Regierungsjahr überschritt ich den Euphrat zum 21. Mal, stieg nach dem Land Cabal hinab. In jenen Tagen geschah es, daß ich die Ge. schenke von 24 Königen des Landes Tabal in Empfang nahm.“

Diese bestanden hauptsächlich in großen Pferden, wie sie zum Kriegsdienst gebraucht wurden. Einer der Könige wird Mugallu genannt.

Im 24. Jahr seiner Herrschaft zog Salmanassar wieder gegen das Land Namri, nahm den von ihm eingesetzten König Jauzu gefangen und brachte ihn nach Afjur. Von dem Silberberg Tunni und dem Alabasterberg Muli gewann er die Schäße der Erde. Auch in die Länder Kue und Tabal südlich und nördlich vom Taurus, sonst hilakki genannt, d. i. Kilikien und Kataonien, zog der unermüdliche Krieger ; aber nur Geschenke konnte er einziehen, wie die mitgeteilte Inschrift uns kundgibt.

Wahrscheinlich geschah es zu dieser Zeit, daß eine Feuersbrunst den Tempel des Afur mit all seinen kostbaren Schäßen verzehrte.

Vier Jahre vor dem Tode Salmanassars erhob sich sein ältester Sohn Usurdanninpal im Aufruhr gegen den Vater, der dem Sohn zu lange lebte. Er war in den lekten Jahren nicht mehr mit den Heeren in den Krieg gezogen, sondern hatte seinem Tartan Danasur den Oberbefehl anvertraut. Ein Teil des Heeres und 27 Städte schlossen sich dem aufrührerischen Sohn an, unter ihnen die alte Hauptstadt Assur. Es erhob sich ein Bürgerkrieg, der wenigstens 6 Jahre dauerte. In ihm führte ein jüngerer Sohn des Königs, Samsiramiman, den Oberbefehl über das königliche Heer mit gutem Erfolg. Während dieses Krieges starb der alte König und bald danach auch sein ältester Sohn; wir wissen nicht auf welche Weise.

Das Standbild Salmanafjars, aus Basalt gehauen, 272 Meter hoch, wurde am 13. Dezember 1903 bei der Ziggurat von Afur gefunden. Um den Hals hing des Königs Horoskop. Dieses bestand aus einem Henkel, einer Sonnenscheibe mit 8 Strahlen, einem Hörnerhut und einen achtstrahligen Stern. Das 5. Symbol ist abgebrochen ). Die auf dem Standbild befindliche Inschrift berichtet noch aus dem 24. Regierungsjahr des Königs :

„Eben damals baute ich die Mauern meiner Stadt Assur vom Grundstein bis zu ihrer Bekleidung und stellte ein Bild meiner Hoheit im Tor der Metallarbeiter auf.“

1) Mitteil. v. 1904, 21, S. 42 u. 53.

Ihm folgte sein Sohn

Samfirauntan IV. 824-811 v. Chr. König von Affyrien. Ein Monolith mit dem lebensgroßen Bild des Königs erzählt von vier Feldzügen, die er unternommen. Zuerst zog er gegen die Mairi im Norden von Uffyrien, die von seinen Vorgängern trok aller prahlerischen Inschriften keineswegs unterworfen waren. Auch er läßt von sich rühmen: ,,Damals warf ich ganz Nairi wie ein Nek nieder", während er in Wirklichkeit so gut wie keinen Erfolg gehabt hatte). Erst auf seinem dritten Feldzug erreichte er die Demütigung der 27 Könige der Rairi, die ihren Tribut in Wagenpferden ablieferten. Nun fann der König rühmen: ,,Damals brüllte ich wie Ramman der Donnerer über sie vom mächtigen Silargebirg bis zum Mieer des Sonnenuntergangs.“ In der feste Sibar ließ er seine Bildsäule aufstellen.

Von diesem dritten Feldzug gegen die Stadt Masu läßt der König berichten:

„Ein unzugängliches Gebirge besetzten sie, drei Bergspitzen, die gleich einem Gewölk am Himmel schwebten, deren Ort kein beschwingter Vogel erreicht, waiz. delten sie zu einer festung um. Ich zog hinter ihnen her und schloß jene Berg, spitzen ein. Un einem Tage kam ich wie ein Adler über sie und tötete ihre zahl. reichen Kämpfer. Ihre Leute, ihren Besitz, ihre habe, ihre Kinder, ihre Efel, ihr Kleinvieh, ihre Wagenrosse, zweihökrige Dromedare ohne Zahl führte ich vom Gebirg herab. 500 Städte ihrer Umgebung zerstörte ich und ließ sie in feuer aufgehn)."

Den zweiten Feldzug übertrug er dem Rabsag Mutarrisasur. Uus dem dritten ging der König gegen Miedien, auf dem vierten gegen Babylonien vor.

Um diese Zeit waren die Meder noch wenig gefährliche Rachbarn, weil ihre vielen Stämme noch nicht geeinigt waren. Sobald ein assyrisches Heer an ihren Grenzen erschien, kamen ihre hazanati, d. i. Häuptlinge, und zahlten ihren Tribut.

Der König von Babylon, Mardukbalatsuikbi, hatte sich mit Elam und Aram verbündet, auch Kaldi- und Namri-Söldner gemietet, um die Oberhoheit Aji yriens abzuschütteln. Aber als die Verbündeten bei der Stadt Durpapsukal am Kanal Daban mit dem assyrischen Heere zusammenstießen, erlitten sie, wenn der afiyrische Bericht Glauben verdient, eine Niederlage. 5000 Mann waren tot, 2000 wurden gefangen, 100 Wagen samt dem Zelt und Feldbett des Königs von Babel wurden erbeutet; doch war dieser Sieg so wenig entscheidend, daß Samsiramman noch zweimal 813 und 812 gegen Babylonien zu feld ziehn mußte.

Den Tempel der Istar von Ninive verschönte er; aber seine Lieblingsbeschäftigung bildete die Jagd, der er auch auf seinen Feldzügen oblag. So tötete er auf einem Zug gegen Babylonien drei Löwen. Es

1) 3. f. U. 1898, S. 61.
2) Vergl. Strad, 3. f. 3. 1900, S. 297, der sie Samsiramman II zuschreibt.

fchien aber den Leitern der assyrischen Macht nicht vorteilhaft, daß dieser Jäger lange regiere. Er starb und verschwand. Es folgte sein Sohn

Rammannirari III. 811-782 v. Chr., König von Assyrien, der das Reich wieder zu der Machtstellung erhob, die es unter Usurnasirapal und Salmanassar II. eingenommen hatte. Als seine Gemahlin oder Mutter, Herrin oder frau des Palastes, wird auf einer Bildsäule des Nebo Sammuramat, d. i. nach fr. Delişích „Liebhaberin von Wohlgerüchen“, genannt, die Semiramis der. Griechen. Die Widmung der Inschrift lautet:

„Nebo, dem hohen Schirmherrn, dem hehren und allgewaltigen, dem barm herzigen, gnädigen, dem großen Herrn, und zur Verewigung der Sammuramat, der frau des Palaftes, seiner Herrin, hat Beltarziiluna, der Statthalter von Kalah, aufdaß er selbst lebe, lange Tage und Jahre sehe, friede habe für sein Haus und seine Bewohner, frei bleibe von Leid, (diese Bildsäule) machen lassen und als Be. ichent dargebracht."

Am Fuß der Bildsäule steht die einzigartige Mahnung geschrieben:

„Mensch zukünftiger Zeiten, auf Nebo vertraue! Auf einen andern Gott vertraue nicht.“

Eine Erklärung dieses seltsamen Wortes wird später versucht werden.

Mehrere Forscher nehmen an, Sammuramat sei eine babylonische Königstochter gewesen, die Rammannirari geheiratet, um die Babylonier zu gewinnen. für diese Unsicht spricht die Tatsache, daß wir im Laufe der längeren Regierung dieses Königs nur von einem Uufstand der Babylonier hören. Er geschah unter Bauachiiddin, der gefangen geseßt wurde.

Als König des Meerlandes nannte sich Rammannirari Samasiva. Mit ihm schließen die synchronistischen Tafeln oder Unnalen von Babylonien und Asiyrien, die bis heute eine beide Reiche zusammenfassende Darstellung ihrer: Geschichte rechtfertigen.

Auf einer in Kalah gefundenen Tafel zählt der König seine Großtaten auf:

„Palaft Rammaniraris, des großen Königs, des mächtigen Königs ... den Ajur, der König der Götter, zu seinem Sohn rechnete, dessen Hand sie mit der Herr

qaft ohne gleichen füllten, dessen Herrschaft sie für die Bewohner von assyrien jegensreich machten, welchen sie seinen Thron feststellten, des Oberpriesters, des ErHalters von Esarra, der die Vorderseite von Ekura aufführte, der in der Verehrung Àfurs, feines Herrn, wandelt und die fürsten der 4 Himmelsgegenden seinem Joch unterwarf.“

„Vom Berg Siluna im Osten, vom Euphrat, dem Land Khatti, dem Land Umurri bis zu

iner ganzen Uusdehnung, dem Čand Cyrus, dem Land Sidon, dem Land Humri (d. i. Omri), dem Land Edom, dem Land Palastu ") bis zu dem großen Meer des Sonnenuntergangs warf ich sie alle mir zu füßen, legte ihnen Steuern

1) Nicht Palästina, sondern Philistäa; vergl. h. Windler, B. u. 3., S. 204.

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