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Bald machte mich, die Augen aufzuschlagen,
Ein inn'rer Trieb des Fjerzens wieder fühn,
Ich konnt es nur mit schnellen Vliden wageni,
Denn alles schien 311 breuinen und zu glúlni.
Da schwebte mit den Wolfen hergetragen
Ein göttlich Weib vor meinen Augen hin,
Stein schöner Vild fal' ich in meinem Leben,
Sie fah' mich an und blieb verweilend schweben.

Stennst du mich nicht? sprach sie mit einem Munde,
Dem aller Lieb' und Treue Ton entfloß:
Erkennst du mich, die ich in manche Wunde

Des Lebens dir den reinsten Balsam gos?
© Du kennst mich wohl, an die, zii ew'gem Bunde,

Dein strebend Herz fich fest und fester schloß.
Sah' ich dich nicht mit heißen Herzenstlrånen
Als Knabe schon nach mir dici) eifrig sehnen?

Ja! rief ich aus, indem ich felig nieder
Zur Erde sane, lang’ hab' ich dich gefrihlt;
Du gabst mir Nul', wenn durch die jungen Glieder
Die Leidenschaft fich rastlos durchgewiihlt;
Du hast mir wie mit himmlischein Gefieder
Um heißen Tag die Stirne sanft gekühlt;
Du schenktest mir der Erde beste Gaben,
Und jedes Glücł will ich durch dich inir haben!

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Dich nenn' ich nicht. Zwar hör ich dich von vielen
Gar oft genannt, und jeder heißt dich sein,
Ein jedes Auge glaubt auf dich zu zielen,
Fast jedem Auge wird dein Strahl zur Pein.
Ach, da ich irrte, hatt' ich viel Gespielen,
Da ich dich) kenne, bin ich fast allein;
Ich muß mein Glück nur mit mir selbst genießen,
Dein holdes Licht verseden und verschließen.

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Sie lächelte, fie fpracy: ou liebst, tvíe kius, Wie nöthig war's euch wenig zu enthüllen! Kaum bist du jidher vor dem gróbiten Truy, Kaum bist du Herr vom ersten Kinderwillen, So giaubst du dich schon Uebermensch genug, Versäumst die Pflicht des Mannes zu erfüllen! Wie viel bist du von andern unterschieden? Erkenne dich, leb' mit der Welt in Frieden!

Verzeily' mir, rief id) aus, ich meint es gut; Soll ich umsonst die Augen offen haben? Ein froher Wille lebt in meinem Blut, Ich kenne ganz ben Werth von deinen Gaben! Für andre wichst in mir das edle Gut, Ich kann und will das Pfund nicht mehr vergraben! Warum sucht' ich den Weg fo rehnsuchtsvoll, Wenn ich ihn nicht den Prüdern zeigen soll?

Und wie ich sprach ran inicky das Hohe Wesen
Mit einem Blick mitleid'ger Nachficht an;
Ich konnte mich in ihrem Auge lesen,
Was ich verfehlt und ivas ich recir gethan.
Sie lacheite, da war ich foon genesen,
Zu neuen Freuden stieg mein Geist Heran;
Ich konnte nun mit innigei! Vertrauen
Mich zu ihr nahn und ihre Nibe chaueii.

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Da rečte sie die and cus in die Streifen
Der leichten Wolfen iind des Dufts umber,
Wie sie ihn faste ließ er sich ergreifen,
Er ließ sich ziein, es war fein Nebel mehr.
Mein Mugs konnt iin Chale wieder schweifen,
Gen Himmel blickt' ichy, er war hell und hehr.
Nur fal' ich sie den reinsten Schleier halten,
Er floß um fie und fchwoll in tausend Salten.

Der neue Amadis.

Als ich noch ein Kinabe war,
Sperrte man mich ein;
Und so laß ich manches Jahr
Ueber mir allein,
Wie in Mutterleib.

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Doch du warst mein Zeitvertreib,
Goldne phantasie,
Und ich warð ein warmer Held,
Wie der Prinz Pipi,
und durchzog die Welt.

Baute manch frystallen Schloß,
Und verstört es aus,
20arf mein klinkendes Geschoß
Drachen durch den Bauch,
Ja, ich war ein Mann!

Olitterlich befreit ich dann
Die Prinzeijin Fisch;
Sie war gar zu obligeant,
Führte mich zu Tisch,
Und, ich war galant.

Und ihr Stuß war Götterbrot,
Glühend wie der Wein.
Ach! ich liebte fast mich todt!
Rings mit Sonnenschein
War sie emailírt.

Ach! wer hat sie mir entführt?
Hielt kein Zauberband
Sie zurück vom schnellen Fliehn?
Sagt, wo ist ihr Land?
230 der Beg dabin?

Stirbt der Fuchs, fo gilt der Balg.

Nach Mittage faßen wir
Junges Volk im Kühlen;
Amor fam, und stirbt ber Fuchs
Wollt er mit uns spielen.

Jeder meiner Freunde faß
Froh bei seinem Sperzchen;
Amor blies die Fackel aus,
Sprach: hier ist das Kerzchen!

Und die Fadel, wie sie glomm,
ließ man eilig wandern,
Jeder dructe sie geschwind
In die Hand des andern.

Und mir reichte Dorilis
Sie init Sport und Scherze;
Kaum berührt mein Finger sie,
Hell entflainmt die Sterze.

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S. WEIT

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H e i den rosle i i...

Sah ein Knab' ein Röslein steln,
Nóslein auf der Heiden,
War so jung und morgenschön,
Lief er schnell es nah zu rehn,
Sab's mit vielen Freuden.
Röslein, Róslein, Róslein roth,
Nóslein auf der Heiden.

Knabe fprach: ich breche dich,
Röslein auf der Heiden!
Nöslein sprach: ich steche dich,
Daß du ewig denkst an mich,
Und ich will's nicht leiden.
Nósleiri, Nöslein, Nóslein roth,
Róslein auf der Heiden.

Und der wilde Knabe brach
'8 Nóslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
Half ihr doch kein Weh und Ach,
Mußt es eben leiden.
Röslein, Róslein, Nóslein roth,
Nóslein auf der Heiden.

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