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B r a ut'n a ch t.

im Schlafgemach, entfernt vom Feste,
Sikt Amor dir getreu und bebt,
Daß nicht die List muthwill'ger Gåste
Des Brautbetts Frieden untergråbt.
Es blinkt mit mystisch beilgem Schimmer
Vor ihm der Flammen blasses Gold;
Ein Weihrauchswirbel füllt das Zimmer,
Damit ihr recht genießen sollt.

Wie schlägt dein Herz beim Schlag der Stunde,
Der deiner Såste Lárm verjagt;
Wie glühst du nach dem schönen Munde;
Der bald verstummt und nichts versagt.
Du eilst um alles zu vollenden,
Mit ihr ins Beiligthum hinein ;
Das Feuer in des Wachters Handen
Wird wie ein Nachtlicht still und klein.

Wie bebt von deiner Stüffe Menge
Ihr Busen und ihr voll Gesicht;
Zum Zittern wird nün ihre Strenge,
Denn deine Kühnheit wird zur Pflicht.
Schnell hilft dir Amor fie entfleiden,
Und ist nicht halb so schnell als du ;
Dann halt er schalkhaft und bescheiden
Sich fest die beiden Augen zu.

Schadenfreude.

In des Papillons Gestalt
Flattr' ich, nad den leßten Zügen,
Zu den vielgeliebten Stellen,
Zeugen himmlischer Vergnügen,
Ueber Wiesen, an die Quellen,

Um den Kugel, durch den Wald.
Goethe's Gedichte. I.

3

1

Id belausch ein zärtlich Paar;
Bon des schönen Mädchens Haupte
Aus den Kranzen schau id nieder;
Alles was der Tod mir raubte
Seb' ich hier im Bilde wieder,
Bin so glüdlich wie ich war.

Sie umarmt ihn lächelnd stumm,
Und sein Mund genießt der Stunde,
Die ihm gütige Götter renden,
Hüpft vom Busen zu dem Munde,
Von dem Munde zu den Händen,
und ich hüpf um ihn berum.

Und sie sieht mich Schmetterling,
Bitternd vor des Freunds Berlangen
Springt sie auf, da flieg' ich ferne.
,,Liebster, fomm, ihn einzufangen!
Komm! ich hått es gar zu gerne,
Gern das kleine bunte' Ding.“

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un rc u. I o.

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Schönste Tugend einer Seele
Reinster Quell der Zärtlichkeit!
Mehr als Byron, als pamele
Ideal und Seltenheit!
Wenn ein andres Feuer brennet,
Flieht dein zärtlich schwaches Licht;
Dich fühlt nur wer dich nicht kennet,
Wer dich tennt, der fühlt dich nicht,

Göttin! in dem Paradiese
Lebtest du mit uns vereint;
Noch erscheinst du mancher Wiese
Morgens, en die Sonne scheint.
Nur der fanfte Dichter fiehet
Dich im Nebelkleide ziehn;
Phóbus kommt, der Nebel fliebet,
Und im Nebel bist du hin.

S ch é i n tod.

Weint, Mädchen, hier bei Amors Grabe; hier Sant er von nichts, von ohugefähr danieder. Doch ist er wirklich todt? Ich schwóre nicht dafür: Ein Nichts, ein Ohngefahr erweckt ihn öfters wieder.

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Dem Schüßen, doch dem alten nicht,
Zu dem die Sonne flieht,
Der uns ihr fernes Angesicht
Mit Wolten überzieht;

Dem Knaben rey dieß Lied geweiht,
Der zwischen Rosen spielt,
Uns höret und zur rechten Zeit
Nach schonen Herzen zielt.

36

Durch ihn hat uns des Winters Nacht,
So haßlich sonst und raub,
Gar manden werthen Freund gebracht
Und manche liebe Frau.

1

Von nun an fon fein schönes Bild
Am Sternenhimmel stehn,
Und er fou ewig hold und mild
Uns auf und unter gehn.

?

An die E r w & h I te.

Hand in Hand! und lipp auf Lippe!
Liebes Mädchen, bleibe treu!
Lebe wohl! und manche Filippe
Fährt dein Liebster noch vorbei;
Aber wenn er einst den Hafen,
Nad dem Sturme, wieder grüßt,
Mogen ihn die Götter strafen,
Wenn er ohne dich genießt.

Frisch gewagt ist schon gewonnen,
Halb ist schon mein Werk volbracht!
Sterne leuchten mir wie Sonnen,
Nur dem Feigen ist es Nacht.
år' ich mußig dir zur Seite,
Dructe noch der Kummer mich);
Doch in aller dieser Weite
Wirt' id rasch und nur für dich.

Schon ist mir das Thal gefunden,
Wo wir einst zusammen gehn,
Und den Strom in Abendstunden
Sanft hinunter gleiten fehn.
Diese Pappeln auf den Wiesen,
Diese Buchen in dem Hain!
Ach, und hinter allen diesen
Wird doch auch ein Hüttchen feyn.

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E r ft er Verl u ft.

Ach wer bringt die schönen Tage,
gene Tage der ersten Liebe,
Ach wer bringt nur eine Stunde
Jener holden Zeit zurúd!

Cinsam náhr' ich meine Wunde, und mit stets erneuter Klage' Traur' ich um's verlorne Olúa.

Ach, wer bringt die schönen Tage, Jene holde Zeit zurüd!

N a ch gef û h I.

Wenn die Nicven wieder blühen,
Ruyret sich der Wein im Falle;
Wenn die Noren rieder glühen,
Beiß ich nicht, wie mir geschieht.

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