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,,Hat man das Gute dir erwiedert ?!!
Mein Pfeil flog ab, fehr schön befiedert,
Der ganze Himmel stand ihm offen,
Er hat wohl irgendwo getroffen.

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,,Was schnitt dein Freund für ein Gesicht?'
Guter Geselle, das versteh' ich nicht.
Ihin ist wohl rein süß Gesicht verleidet,
Daß er heut faure Gesichter Tchneidet.

Ihr sucht die Menschen zu benennen,
Und glaubt am Namen fie zu kennen,
Wer tiefer sieht gesteht sich frei,
Es ist was Anonpmes dabei.

Mancherlei hast du versäumet;
Statt zu handeln, hast geträumet,
Statt zu denken, hast geschwiegen,
Solltest wandern, bliebest liegen.

Nein ich habe nichts versäumet!
Wißt ihr denn, was ich geträumet?
Nun will ich zum Danke fliegeni,
Nur mein Bündel bleibe liegen.

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Was soll ich viel lieben, was soll ich viel hafien;
Man lebt nur vom leben lassen.

3

Nichts leichter als dem Dürftigen schmeicheln;
Wer mag aber ohne Vortheil heucheln.

„Wie konnte der denn das erlangen ?" Er ist auf Fingerchen gegangen.

Sprichwort bezeichnet Nationen;
Mußt aber erst unter ihnen wohnen.'

Erkenne dich! Was soll das heißen?
Es heißt: rey nur! und sey auch nicht!
Es ist eben ein Spruch der lieben Weisen,
Der sich in der Kürze widerspricht.

Erkenne dich! Was hab' ich då får kohn ?
Erlenn' ich mich, so muß ich gleich davon.

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Als wenn ich auf den Maskenball fåme
Und gleich die Larve vom Angesicht náhme.

Andre zu kennen, da mußt du probiren,
Ihnen zu schmeicheln oder sie zu veriren.

„Warum magst du gewisse Schriften nicht lesen ?“
Das ist auch sonst meine Speise gewesen;
Eilt aber die Raupe sich einzuspinnen
Nicht kann sie mehr Blättern Geschmad abgewinnen.

Was dem Enkel so wie dem Ahn frommt,
Darüber hat man viel geträumet;
Aber worauf eben alles ankommt,
Das wird vom Lehrer gewöhnlich versäumet.

Verweile nicht und fey dir selbst ein Traum,
Und wie du reiseft, danke jedem Raum,
Bequeme dich dem Heißen wie dem Kalten;
Dir wird die Welt, du wirft ihr nie veralten.

Ohne Umschweife
Begreife,
Was dich mit der Welt entzwert;
Nicht will fie Gemüth, will Höflichkeit.

Seinůth muß verschleifen,
Hoflichkeit láßt sich mit Händen greifen.

Was eben wahr ist aller Orten
Das fag' ich mit ungescheuten Worten.

Nichts taugt Ungeduld,
Noch weniger Reue;
Jene vermehrt die Schuld,
Diese schafft neue.

Daß von diesemn wilden Sehnen,
Dieser reichen Saat von Thränen
Götterlust zu hoffen fer,
Mache deine Seele frei!

Der entschließt fich doch gleich,
Den heiß ich brav und kühn !
Er springt in den Teich,
Dem Regen zu entfliehn.

Das Glück ihm günstig reny,
Was hilft's dem Stoffel?
Denn regnet's Brei,
Fehlt ihm der Löffel.

Dichter gleichen Bären,
Die immer an ihren eignen Pfoten gehren.

Die Welt ist nicht aus Brei und Mus geschaffen,
Depwegen baltet euch nicht wie Schlaraffen;
Harte Bisfen gibt es zu fauen:
Wir müsen erwurgen oder sie verbauen.

Ein kluges Volk wohnt nau dabei,
Das immerfort fein Bestes wollte;
Es gab dem niedrigen Kirc;thurm Brei,
Damit er größer werden sollte.

Sechs und zwanzig Groschen gilt mein Chaler !
Was heißt ihr mich denn einen Prahler?
Habt ihr doch andre nicht gescholten,
Deren Groschen einen Chaler gegolten.

Niederträchtigers wird nichts erreicht,
Als wenn der Tag den Tag erzeugt.

Was hat dir das arme Glas gethan?
Sieh deinen Spiegel nicht so häßlich an.

Liebesbrider und Jahrgedichte
Machen bleich und hager!
Frösche plagten, sagt die Gernichte,
Pharaonem auf seinem Lager.

So fließen wir, das in die lang'
Euch nicht die Ohren gellen,
Bernunft ist hoch, Verstand if streng,
Wir rasseln drein mit Sdellen.

Goethe's Gedichte. I. Br.

28

Diese Worte sind nicht alle in Sachsen, Noch auf meinem eignen Wist gewachsen. Doch was für Samen die fremde bringt Erzog ich im Lande gut geduugt.

Und selbst den Leuten du bon ton
st dieses Buchlein lustig erschienen:
Es ist kein Globe de Compression,
Sind lauter Flatterminen.

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