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Auf einmal schien die Sonne durchzubringen,
Im Nebel ließ fich eine Klarheit sehn.
Hier fant er leise fick hinabzuschwingen;
Hier theilt er steigend sich um Wald und Sohn.
Wie hofft' ich ihr den ersten Gruß zu bringen!
Sie hofft' ich nach der Trúbe doppelt schön.
Der luft ge Kampf war lange nicht vollendet,
Ein Glanz umgab mich und ich stand geblendet.

Bald machte mich, die Augen aufzuschlagen,
Ein inn'rer Trieb des Herzens wieder fühn,
Ich konnt es nur mit schnellen Bliden wagen,
Denn alles schien zu brennen und zu glühn.
Da fchwebte mit den Wolfen hergetragen
Ein göttlich Weib vor meinen Augen hin,
Stein schöner Bild fab' ich in meinem Leben,
Sie fah' mich an und blieb verweilend fchweben.

Stennst du mich nicht? sprach sie mit einem unde,
Dem aller Lieb' und Treue Ton entfloß:
Erkennst du mich, die ich in manche Wunbe
Des Lebens dir den reinsten Balsam goß?
Du kennst mich wohl, an die, zu ew'gem Bunde,
Dein strebend Herz fich fest und fester schloß.
Sab' ich dich nicht mit heißen Herzensthránen
Als Knabe schon nach mir dich eifrig fehnen?

Ja! rief ich aus, indem id felig nieder
Zur Erbe fant, lang' hab' ich dich gefühlt;
Du gabst mir Ruh', wenn durch die jungen Glieder
Die Leidenschaft sich rastlos durchgewühlt;
Du hast mir wie mit himmlischem Gefieder
Am heißen Tag die Stirne fanft gekühlt;
Du schenkteft mit der Erde beste Gaben,
Und jedes Glúct will ich durch dich nur haben!

Dich nenn' ich nicht. Zwar hör ich dich von vielen
Sar oft genannt, und jeder heißt dich rein,
Ein jebes Auge glaubt auf dich zu zielen,
Fast jebem Auge wird dein Strahl zur Pein.
AQ, da ich irrte, hatt' ich viel Gespielen,
Da ich dich tenne, bin ich fast allein;
Ich muß mein Glück nur mit mir felbst genießen,
Dein holdes Licht verbetten und verschließen.

Sie lächelte, sie sprach: du siehst, wie klug,
Wie nöthig war's euch wenig zu enthüllen!
Kaum bist du ficher vor dem grobsten Crug,
Kaum bist du Herr vom ersten Kinderwillen,
So glaubst du dich schon Uebermensch genug,
Bersáumst die Pflicht des Mannes zu erfüllen!
Wie viel bist du von andern unterschieden?
Erlenne bid, leb? mit der Welt in Frieben!

Berzeih' mir, rief ich aus, ich meint es gut;
Soll ich umsonst die Augen offen haben?
Ein froher Wille lebt in meinem Blut,
Ich kenne ganz den Werth von deinen Saben!
Für andre wachpt in mir das eble Gut,
Ich kann und will das Pfund nicht mehr vergraben!
Warum sucht' ich den Weg ro rehnsuchtsvoll,
Wenn ich ihn nicht den Brüdern zeigen soll?

Und wie ich sprach fah mich das hohe Wefen
Mit einem Blid mitleid'ger Nachricht an;
Ich konnte mic in ihrem Auge lesen,
Was ich verfehlt und was ich recht gethan.
Sie lächelte, da war ich schon genesen,
Zu neuen Freuden stieg mein Geist heran;
Ich konnte nun mit innigem Vertrauen
Mich zu ihr nahn und ihre Náhe fhauen.

Da redte sie die Hand aus in die Streifen
Der leichten Wolken und des Dufts umher,
Wie sie ihn faßte ließ er sich ergreifen,
Er ließ sich ziehn, es war kein Nebel mehr. -
Mein Auge konnt im Thale wieder schweifen,
Gen Himmel blidt id, et war hell und hehr.
Nur fab' ich file ben reinsten Caleler Balten,
er from um fie und fchwoll in tausend Falten.

kenne dich, ich kenne deine Schwachen, Ich weiß was Gutes in dir lebt und glimmt!

- So sagte sie, ich hör' sie ewig sprechen, Empfange hier was ich dir lang' bestimmt, Dem Glücklichen kann es an nichts gebrechen, Der die Geschenk mit stiller Seele nimmt; Aus Morgenduft gewebt und Sonnenklarheit, Der Dichtung Schleier aus der Hand der Wahrheit.

Und wenn es dir und deinen Freunden schwule
Am Mittag wird, so wirf ihn in die Luft!
Sogleich umsäuselt Abendwindeskühle,
Umhaucht euch Blumen - Würzgeruch und Duft.
Es schweigt das Wehen banger Erdgefühle,
Zum Wolfenbette wandelt sich die Gruft, .
Besänftiget wird jede Lebenswelle,
Der Tag wird lieblich und die Nacht wird helle.

So kommt denn, Freunde, wenn auf euren Wegen
Des Lebens Búrde schwer und schwerer brugt,
Wenn eure Bahn ein frischerneuter Segen
Mit Blumen ziert, mit goldnen Früchten schmückt,
Wir gehn vereint dem nächsten Tag entgegen!
So leben wir, fo wandeln wir beglückt.
und dann auch soll, wenn Enkel um uns trauern,
Du ihrer Lust noch unsre Liebe dauern.

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