Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

den großen Verfall und das Verderben' wohl einsehen und begreifen fönnen, und sind auch im Grund nicht einig mit solchen Drdnungen, Regeln und Haushaltung, wie es gemei: niglich gehet unter der sogenannten Gemeinde, wo der Verfall allzu groß ist, welches ein manches aufrichtiges, getreues Herz traurig und betrübt macht, weil sie wohl sehen, daß sie also nicht vor Gott bestehen können; und auch zum Theil willig mären, in der Armuth dem lieben gekreuzigten Jesum und seinem Evangelium besser zu folgen. Aber sie meinen sie haben keinen Weg, und können auch nicht sehen, wie solches zu verändern ist, weil die große Zahl der Mehrheit es also haben will

, und sehr im Weg stehet, welches sie selbst beklagen; und man es mit betrübten Herzen und Ohren anhören muß, weil ihre Gemeinde allzu viel ein Babel ist.

Ach, ihr liebe Leser, so lieb euch Christus und eure Seligkeit ist, wachet doch einmal recht auf, und werdet nüchtern, und nehmet es recht zu Herzen, und folget doch nicht länger der verkehrten Menschheit nach Babel zu; sondern folger dem lieben Jesum Chriftum nach in die himmlische Stadt Zion. Dihr liebe bedrängte und betrübte Herzen und Seelen, und alle, die ihr die große Ungerechtigkeit, sammt dem Verfall einsehet, höret doch den theuren Rath Gottes und des Propheten und Apostels. Ach eilet, eilet, und fäumet nicht, denn die Zeit ist da; ach folget doch dem Rath Jesu, wann er durch den Geist ruft und spricht: Gehet aus von ihr, mein Volk, daß ihr nicht theilhaftig werdet ihrer Sünden, auf daß ihr nicht empfanget etwas von ihren Plagen; denn ihre Sünden reichen bis in den Himmel, und Gott denfet an ihren Frevel. Offenb. 18, 4. 5. Veichet, weichet, ziehet aus von dannen, und rühret fein Unreines an; gehet aus von ihr, reiniget euch, die ihr des Herrn (Geräthe traget. Jesaia 52, 11, Und der Apostel sagt: Jhr send der Tempel des lebendigen Goties; wie denn Gott spricht: Ich will in ihnen wohnen, und in ihnen wandeln, und will ihr Gott seyn, und sie sollen mein Volk seyn. Darum gehet aus von ihnen, und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret fein Unreines an; so will ich euch annehmen, und euer Vater seyn, und ihr sollt meine Söhne und Töchter seyni

, spricht der allmächtige Gott. 1. Cor. 6, 17. 18. Und has bet feine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsterniß ; strafet sie aber vielmehr. Epheser 5, 11. Gleichwie Menno Simon und Dietrich Philip und noch viele andere gethan haben, die nicht gesehen haben auf die große Zahl der Römischen Gemeinde,

die doch die erste Gemeinde Christi auf Erden war, ist aber von Zeit zu Zeit in den Verfall gefommen, und in den Hodymuth und Abgötterey versunfen, und sie meinen doch nod), sie seyen die rechte Gemeinde Gottes, gleichwie es heutzutage der sogenannten Gemeinde gebet. Aber der alte Menno Simon und noch mehr andere, die haben den größen Jrrthum, Verfall, und das tiefe Verderben lernen einsehen und erkennen, und haben sich durch Gottes Gnade überzeugen lassen, und machten sich auf, und säumeten nicht, und waren gehors sam dem Rath und Befehl Jesu, jeiner Propheten und Apostel

, und gingen von ihnen aus und sonderten fid) ab, und wollten viel lieber um Jesu und desEvangeliums willen mit Jesu Spott, Schmach, Kreuz, Trübfal und Bers folgung leiden, als die Ehre ben Menschen haben, und dadurch das Heil ihrer unsterblichen Seelen versäumen. Und dieser Weg stehet noch offen für alle und jede, die von Gott erleuchtet seyn, und haben durch die Gnade Gottes mit Menno Simon das Abweichen, Verfall und Verderben lernen einsehen. Und der heilige Geist spricht noch: Heute, heute, so ihr die Stimme des Herrn höret, verstocket eure Herzen nicht, gleich wie in der Verbits terung geschah. Ebräer 3, 7. 8. Darum wachet, und seher nicht auf die große Zahl der Menschen, die können euch doch gar nichts helfen zu eurer Seligkeit ; sondern seher auf Jesus Christus und sein Wort allein, der euch warnet und sagt: Sehet zu, daß euch nicht jemand verführet. Matth. 24, 4. Ach prüfet einmal, welche Menschen können eudi dann verführen? Reine andere, als die, auf welde ihr euere Zuflucht und Vertrauen zu viel und fest feket, nemlich eure Vorgeseßte, wenn dies selbigen aus guter Meinung, um Menschen gefällig zu seyn, von der Lehre Jesu und der Upostel abweichen, und ihr folger ihnen alsdann nach. Die mögen euch verführen und die Gemeinde zum Verfall bringen, dieweil sie zu leicht und las in der Haushaltung seyn, und zu viel durch die Finger sehen, wie schon vielfältig erklärt und bewiesen ist.

Darum sucher doch eure Zuflucht nicht länger bey den armen abgewichenen und verirrten Menschen, die euch doch gar nichts helfen können zur Seligkeit am Tage der Ewigkeit, sondern suchet eure Zuflucht allein bey eurem Seelenbräutigam, Jesum Christum unserm Heiland, der alle Gewalt hat im Himmel und auf Erden, (Matth. 28, 18.) der euch rufet und spricht: Kommet her zu mir alle

, die ihr mühselig und beladen send, ich will will euch erquiden; nehmet auf euch mein Ioch und lernet von mir Sanftmuth

und von Herzen Demuth, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Goch ist sanft, und meine Last ist leicht. Matth. 11, 28.

Abermal : Wer da dürftet, der komme zu mir, und trinke; und wer da will, der komme, und nehme daß Wasser des Lebens umsonst. Johannes 7, 37. Dffenbarung 22, 17. Ach, weil wir solche trostreiche Verheißung und Liebenszurufung haben von unserm Jesum, so lasset uns doch nicht länger auf Menschen sehen, und Fleisch für unsern Arm nehmen; denn der Herr sagt durch den Propheten Jeremia : Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt, und hält Fleisch für seinen Arm, und mit seinem Herzen vom Herrn weicht; der wird seyn wie eine Heide in der Wüste, und wird nicht sehen den zus fünftigen Troft. Jeremia 17,5. 6. Und abermals. Denn mein Volf thut eine zwiefache Sünde: Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie, und machen ihnen hier und da ausgehauene Brunnen, die doch löchericht sind und kein Wasser geben. Jeremia 2, 13. O wie ein föstliches Ding ist es, wenn das Herz fest wird an Sott und dem Wort, welches die rechte Liebe ist; denn Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der ist in (Gott, und Gott in ihm. Denn die Liebe ist das Band der vollkommenen Christenheit und bleibets

[ocr errors]
« ͹˹Թõ
 »