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1१।। at.3 bd.

Die Schriften
des Alten Testaments

in Auswahl neu übersekt und für die Gegenwart erklärt

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hugo Greßmann, Hermann Guntel,

m. haller, Hans Schmidt, W. Stärt und Paul Volz.

Dritte Abteilung:
Lyrik und Weisheit

Erster Band

Göttingen - Vandenhoed & Ruprecht . 1911

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Vorwort.

Die Überlegungen in diesem Bande und die Erklärung der Psalmenpoesie die den größten Teil desselben fült, bedürfen einer kurzen Rechtfertigung.

Ich habe mich bemüht, die Psalmen nach ihrem ästhetischen und religiösen Wert zu würdigen und dabei vielleicht Manchem zu viel des Guten getan. Die Einen werden die stilistischen Erörterungen für überflüssig halten, Andere der Meinung sein, daß ich die Religiosität der Psalmenlänger überschäßt habe. Beide Dorwürfe halte ich für unberechtigt. Zum geschichtlichen Derständnis der Schriften des A. T.'s dessen Förderung ja ein Hauptzwed dieser neuen überseßung und Erklärung ist, gehört auch das literaturhistorische, und im besondern das formal-ästhetische. Wird es außer Acht gelassen, so muß die Auslegung unfehlbar wieder in die alten Fehler der einseitigen literartritischen Betrachtungsweise, die in den wissenschaftlichen Kommentaren immer noch dominiert, verfallen. Es ist H. Gunkels Derdienst, darauf hingewiesen zu haben. Meine Arbeit geht also bewußt in den Bahnen, die er in seinem ausgezeichneten Buche „Ausgewählte Psalmen“ (3. Auflage 1911) eingeschlagen hat.

Aber über diesen stilistischen Beobachtungen und dem Religionsgeschichtlichen darf doch die eigentliche religiöse Erklärung nicht zu kurz kommen. Ich habe deshalb überall den Nachdrud darauf gelegt, dem modernen Leser zu zeigen, was für eine Frömmigkeit in der Psalmenpoesie Ausdrud gefunden hat und was sie für uns Christen von heute bedeutet. Das lettere halte ich für das Wichtigste. Die bloße religions- und zeitgeschichtliche Erklärung ist immer in Gefahr, über dem Dergänglichen in diesen Zeugnissen des vorchristlichen religiös-sittlichen Monotheismus das Bleibende und Ewige darin zu kurz kommen zu lassen. Um dem zu seinem Rechte zu verhelfen, habe ich auch mit Absicht überall Jahwe durch Gott oder der Herr wiedergegeben. Erst so haben die Psalmen den rechten Klang, denn damit ist nichts in sie hineingetragen worden, sondern im Gegenteil ihr innerstes Wesen enthüllt. Der Jahwe der Sänger und Beter dieser Lieder ist ja der eine und ewige Gott gewesen.

Was sodann die Übersetungen betrifft, so wolle man darin nicht mehr als einen Versuch sehen, die rhythmischen Formen der Originale wiederzugeben. Ich weiß am besten, wie schwer es ist, die Charybdis der Mißhandlung der deutschen Sprache und ihres Rhythmus zu vermeiden, ohne in die Scylla einer Wiedergabe des Teftes zu fallen, die alle seine stilistischen Feinheiten und Eigenarten verblassen läßt. Herders Warnung vor dem Versuch, hebräische Dichtung „in unsre schwere, falte, nordische, ganz anders gebaute und geformte Sprache“ zu übersegen, ist nicht unberechtigt und hat mir oft warnend in den Ohren gellungen. Da aber nur die beiden Möglichkeiten der rein prosaischen Wiedergabe oder der Nachbildung des

ersbaus der hebräischen Texte in Betracht kommen, so habe ich mich für lettere entschieden.

Für die Anfertigung des Registers bin ich Herrn Pfarrer K. Schröter in Altendorf (S.-A.) zu großem Dank verpflichtet. Jena.

W. St.

SO3233

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