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wandeln, das Himmelreich behält seine Natur. Uns fehlen die EwigkeitsBe Gottes, daher deucht uns der Gang seine Reiches so langsam. Wir iben jetzt nicht zum ersten Male Mission. Zwei abgeschlossene Missionscioden liegen bereits hinter uns. Die apostolische und nachapostolische d die mittelalterliche. Ist's in diesen beiden Missionsperioden etwa

Sturmschritt gegangen? Man nimmt an, daß zur Zeit Konstantins so zu Anfange des vierten Jahrhunderts der christlichen Zeitrechnung wa der 15. Theil der Einwohner des römischen Reiche Christen gewe

Und doch gehörte dieser Minorität die Zukunft und nachdem Gott ine Weile gehabt, hatte er seine Eile. Und im Mittelalter ist's nicht nders gegangen, obgleich die weltliche Macht da der Mission vielfach ren starken Arm lich. Unser deutsches Vaterland ist nicht per Dampf ıristianisirt worden. Jahrhunderte lang hat dieser Prozeß gewährt. Waum nun so ungeduldig, wenn die moderne Mission nach 50, 60, 70jährier Arbeit noch nicht größere Erfolge hat? Alle Fundamentirungsarbeiten alten auf und die moderne Mission hat bis jeßt im wesentlichen Fundas nentirungsarbeit thun müssen. Die Häuser auf Sand gebaut sind erahrungsmäßig unsolide Gebäude, so schnell sie auch in die Höhe wachsen nögen. Nur Geduld. Es ist nichts versäumt.

Es ist nichts versäumt. Es werden auch in der Mission bald die Stunden Gottes kommen, da es eilende geht. Die Christianisirung der Völker wird sich vollziehen in steigernder Progression, vie ein Rapital sich vermehrt, bei dem Zins zu Zing geschlagen wird. Bergessen wir nur nicht, daß wir noch beim Grundlegen sind und daß e8 jonderlich in der Mission heißt: „Der Eine fäet, der Andere schneidet". Es gehört die Arbeit von Generationen dazu, daß „das Evangelium vom Reich gepredigt werde allen Völkern, ihnen zum Zeugniß". Alo Fuß beim Maal gehalten und weiter gearbeitet in treuer Ausdauer unsre Arbeit ist nicht vergeblich, selbst wenn die Frucht, die wir ernten noch nicht allzugroß ist; unsere Kinder werden schneiden, wo wir gesäet

, haben.

.

Die Ungeduld vieler Missionsfreunde äußert sich aber noch in einem andern Punkte. Man findet nämlich die Berichte über die missionarische Arbeit nicht interessant oder soll ich lieber sagen nicht pikant genug, man möchte gern möglichst viel romantischen Stoff und schöne Geschichten,

besonders Bekehrungsgeschichten. Nun die Missionsgeschichte ist an dergleidhen Material wahrlich nicht arm. Ich kenne faum interessantere Geschichte als Missionsgeschichte. Aber es geht mit der Mission wie mit andern Dingen auch, man muß sie kennen und ein bischen gründlich kennen, um sie interessant zu finden. 3ch bin gewiß, daß viele, welche über Cangweiligkeit der Missionsberichte flagen, diese Berichte entweder gar nicht oder doch nur sehr flüchtig lesen. Ich will ja nicht in Abrede stellen, dat mancher Bericht interessanter fönnte gehalten sein, aber die Missionare berichten doch nicht um interessante Sächelchen aufzutischen, sondern und eine Anschauung von den Dingen zu geben, wie sie wirklich sind. Uns liest man das nun wirklich und fortgehend, so wirds Einem auch intere sant. Aber dazu sind viele Missionsfreunde zu ungeduldig. Weil mit gleich eine pikante Geldichte fommt, so legen sie das Blatt weg. llit um mun die lieben Freunde bei guter Laune zu erhalten, so hat man ihren Gaumen und Magen verwöhnt, indem man ihnen nur immer hübid. Anecdötchen mittheilte. Allein das ist keine&wege eine gesunde Diät, sondern kommt mir etwa so vor, als ob ich meinem Söhnchen immer Bonbons gäbe, weil Schwarzbrod und Kartoffeln ihm nicht süß genug sind. Je und dann ein Bonbon das ist nicht übel für Kinder, aber nur Bonbons, das versäuert den Magen. Wir müssen die Mission aud in ihrem Alltagskleide interessant finden und erst, wer das gelernt hat, der ist ein Misjionsfreund.

Was aber die Bekehrungsgeschichten betrifft jo wollen wir doc nicht vergessen, wie lange ein Pastor in der alten Christenheit oft warten muß, bis er eine erlebt. 3ch habe mir manchmal gedacht in was für eine große Verlegenheit wir kommen würden, wenn die jungen Heidenchristen von den Bastoren hier zu Lande einmal halbjährige Berichte for derten und beanspruchten, es müßten aber lauter schöne Bekehrungegejdhichten sein! Die Missionare erzählten wol manchmal gerne solche Geschichten, aber außer vielen andern Gründen, die sie vielleicht haben es nicht zu thun, müssen sie es unterlassen, weil sie keine erleben und fabriziren sollen sie sie doch wahrlich nicht. Es hat auch nicht jede Bekehrung eine interessante Geschichte und es ist mir sehr fraglich ob nicht manche Betch rung ohne interessante Geschichte mehr werth ist al& manche, die eins solche hat.

Aber noch ungeduldiger werden viele lieben Freunde, wenn sie hören müssen, daß die jungen Heidenchristen keineswegs lauter vollendete Heilige sind oder gar, daß Rückfälle und dergleichen vorkommen. Nun, ihr lieben Missionsfreunde, sind wir denn etwa Engel, kommen bei uns keine Fälle und Rüdfälle vor und wir sind doch als Kinder getauft und in einer christlichen Luft aufgewachsen? Sollten wir nicht auch mit unsern jungen Brüdern aus den þeiden Geduld haben, da Gott doch so viel Geduld

it uns haben muß? Und das um so mehr, da sie aus der Finsterniß 8 Heidenthums herkommen und in einer heidnischen Atmosphäre leben? atte nicht auch Paulus Geduld mit den Christen seiner, der apostochen Zeit? Gab es z. B. in Corinth nicht noch manchen Kampf it heidnischer Unfitte? Bedenkt doch nur, daß man väterlich ererbte Sitten, e Einem gleichsam zur andern Natur geworden, nicht immer sofort und inz ablegt, wie man ein Kleid ablegt, daß Kinder wenn sie gehen leron fallen und sich oft schmußig machen! Es ist mit der Heiligung iter den meisten Heidenchristen wie thatsächlich bei den meisten Gläubigen : der alten Christenheit auch: sie kommt der Rechtfertigung oft erst nach und lanchmal recht stückweise und langsam nach. Wie das Himmelreich gleich i einem Senfkorn, so hat es auch die Art eines Sauerteige; das llte uns mit den jungen Heidenchristen doch recht geduldig machen.

Und nun noch eine andere Anwendung unsre8 Tertspruches. Geduld eißt Ausda uer, Treue. Auch die Missionsgesellschaften der ingen von euch Geduld, d. h. Treue und Ausdauer.

Sie müssen sich uf euch berlassen fönnen. 3hr dürft sie nicht im Stich lassen. Wenn ie ihren Etat aufstellen, jo rechnen sie auf euch. Ihr müßt also nicht 108 treu zu ihnen halten, sondern auch in euren Gaben Ausdauer bepeisen, d. h. nicht blos wieder geben, was ihr gegeben habt, sondern m Verhältniß zur wachsenden Ausgabe eure Beiträge steigern. Das ist vie rechte Treue. Stillstand ist Rüdgang und eure Losung muß sein:, niemals urück

, sondern vorwärts im Werke des HErrn.“ Es ist ein durch Mark und Bein gehendes Wort: ,ich habe wider dich, daß du die erste Liebe verlassen hast". Wann hat Gott etwas wider einen Menschen? Nicht blos wenn er die oder die Sünde begeht, sondern wenn er die erste Liebe verläßt, d. 5. wenn er nicht ausdauernd, nicht treu ist. Gott hat dann etwas wider dich. Und wenn Gott wider dich ist, wer jou für dich sein? Fort barum mit der Strohfeuer - Millionsliebe, beweisen wir uns als Missionsfreunde „in aller Geduld.“

Geduld ist nicht Trägheit, sondern Ausdauer in der Arbeit, Ausdauer im Gebet, Ausdauer in den Gaben, Ausdauer in der Liebe, Ausdauer in der Hoffnung; die Kraft solcher Ausdauer aber ist der Glaube. Darum: „Herr, mehre uns den Glauben !"

Halte aus, halte aus,
Zion halte deine Treu,
Laß nicht lau und träg dich finden! Amen.

Wd.

Die Masernepidemie auf den Fidschi-Inseln.')

Am 15. Jan. kehrte der Erkönig Thakombau mit seinem tleinen Gefolge von Sydney, wo er den Engländern einen Besuch gemacht, nach Levuka, der gegenwärtigen Hauptstadt des Fidschi-Reiches zurüc. Theils in Sydney, theils unterwegs mar die Reisegesellschaft von den Masern befallen worden, aber da man teine Gefahr ahnte, jo wurde die Landung bewerkstelligt, ohne irgendwelche Vorsichtsmaßregeln zu treffen. „Die Freude über die Rüdkehr des Königs war groß, von allen Seiten brachte man Shweine, Hühner, Enten, Fische, Gemüse und Früchte und dann fand das für die Fidschi-Insulaner so charakteristische Mefi Meki statt, ein fröhliches Fest, wobei viel getanzt und gesungen wird. Zwei Tage später begab fich Thakombau nach seiner Men denz Bau und auch dort war alles munter und froh.

Aber kaum war eine Woche vergangen als von allen Seiten her Jammer und Wehtlagen fich erhoben, hunderte und aber hunderte von Leuten nach allen Richtungen hin waren von der Seuche angegriffen, von der man bis dahin auf dem Archipel noch nicht das Mindeste gewußt. Bon da an ift Banua Levu nur ein großes leichenhaus gewesen. Die Leute find hinweggestorben wie Fliegen.“ Wohl wurden mande Gegenmittel in Anwendung gebracht, aber sie hielten das Sterben nicht auf. Shim mer als die Cholera wütheten die Masern, so daß nach den neusten Angaben inindesteni 300002) Eingeborne d. h. etwa der vierte Theil der gesammten Bevölkerung, ihnen ? legen find. „Ganze Dörfer und Städte, ja Inseln sind fast ausgestorben. Die Angi wirkte fast ebenso tödtlich wie die Epidemie." Oft wurden die Todten nur ganz oba hin, oft gar nicht beerdigt, oft die Kranken ohne Pflege gelassen, weil in der Beruit rung alles floh. Dazu fiel die Krankheit in die ungünstige Jahreszeit, furchtbar totz der Sturm und fast ohne Aufhören regnete es in Strömen.

Im vollen Maße thaten die Missionare ihre Shuldigkeit, nicht nur daß fie die alte Kapelle zu levuka zum Krankenhaus einrichteten, sie waren auch unermüdlich im Besuchen der Kranken, in der Fürsorge für ihre Verpflegung und scheuten sich nicht selbst Todtengräberdienste zu thun. Hören wir Einiges aus ihren Berichten. 3m Seminar starb zu Anfang der Heimsuchung der junge Jimilai Koroikama. 31 der Nacht, da er starb, sagte er zu den Studenten: „Ich werde jegt in da? land verseßt, das ich immer geliebt habe; ich zweifle nicht, daß ich dahineia komme, denn mein Theil am Baum des Lebens ist mir vor die Augen gestellt.“ Als seine Freunde erwiderten: „Du gehst, aber du denkst nicht an uns, die wir zurüd bleiben“, gab er zur Antwort: „O ich denke an euch, ich liebe euch, aber ich eile ja gehen. Bleibt fromm und wandelt den Weg, den ich gewandelt bin, damit wir wieder vereinigt werden und uns zusammen freuen im Himmel."

Als Missionar Waterhouse den eingebornen Prediger Wesley Hakusa besuchte er mußte 2 Stunden per Boot fahren bis er sein Haus erreichte fand er ihn dem Tode nahe, sein Weib und 4 oder 5 Kinder sterbenskrant und die Familie völlig verlassen. „Das Land ist voll Furcht, hauchte Wesley, der Mann verläßt sein frankes

1) Siehe Band II S. 572. Globus Bd. XXVIII Nr. 5 und 17. Illustr. Miss. News 1875 S. 89. 125. Wesleyan Miss. Notices 1875: Aug. Oct. Nov.

S. 572 des vorigen Jahres muß es heißen S. 2 v. u. „der 5te, wenn nicht der 4te Theil.“

2) Ja, jeßt wird sogar von 40000 berichtet.

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Weib und das Weib ihren franken Mann. Die Gesunden thun fich zusammen und überlassen die Kranken sich selbst.“ Und so fand es der Missionar an vielen Orten; nur wenige Gesunde waren anzutreffen, die die Kranken pflegten, so daß er sich nicht begnügen durfte ihnen seelsorgerlichen Trost und ärztliche Hülfe zu bringen, er mußte auch Speise bereiten, Krankenwärterdienste der mannichfaltigsten Art thun und vor allem sorgen, daß wenigstens in den Genesenen die noch Darniederliegenden Pfleger erhielten. Aber wie dankbar waren die Leute für seinen Besuch und wie empfänglich für seinen geistlichen Zuspruch. Oft wurde er aufgefordert sogar mit ihnen zu singen. „Der Himmel ist schön“, sagte der oben erwähnte Wesley. Ich bin bereit zu sterben oder zu leben, ganz wie der HErr will. „ÞErr hörte man ihn beten was nügt das Leben deines Knechte. Nimm eg hin, daß ich nicht zu Schanden werden möge vor den Menschen.“ Seine legten Worte waren: „Ich bin glüdlich, denn der Himmel ist meine Heimath.“

Als der Missionar die Kunde von seinem Tode erhalten machte er sich mit so viel Leuten, als er zusammenbringen konnte, auf zu seinem Begräbniß. Die Leiche lag in demselben Raume, in welchem fich das trante Weib mit 4 franken Kindern befand. Waterhouse mußte selbst mit Hand anlegen, den todten Körper in Matten einzuwideln und das Grab zu graben. In der Nacht, beim Sheine einer Fadel, fand das Begräbniß statt.

„Die erste Nachricht, die ich heut höre, meldet derselbe Missionar, war: Tudrau ist todt. Er war der officielle Häuptling. Von Haus aus hohen Ranges, gab er seine weltliche Stellung auf und trat in unser Institut ein. Als der Häuptling starb bat das Volt den Missionar, zu erlauben, daß er ihr Häuptling werde. Er wurde ordentlich in sein Amt eingelegt und ließ als Häuptling sein licht leuchten. Er und ich und sein Volt feierten einmal einen Sonntag zusammen, den ich nie vergeßen werde, wo Gott seinen heiligen Geist ausgoß und uns erquidte. Der Häuptling gab sich an diesem Tage Gott selbst ganz hin. Zum letten Mal war ich mit ihm zusammen bei dem Begräbniß Wesley8, wo Einer den Andern ermahnte vol Glauben zu sein. Und nun ehe ich von seiner Krankheit höre, erhalte ich die Kunde, daß er todt ist! Das Volt versammelte fich an diesem Tage um mich und ich betete mit ihnen, die ich dem Tode geweiht wußte."

„Benjamin Bulitan (jedenfalls auch ein eingeborner Prediger) ist seinem Collegen gefolgt. „Weißt du, wohin du gehst" ? fragte ich ihn. „Ich gehe in den Himmel.“ „Wie kommst du hinein ?“ „Durch Jesus, den ich gepredigt.“ So entschlief er. Anfänglich weigerte er sich Speise zu nehmen, weil er fürchtete wir möchten für uns und andere nicht genug haben.“

„Wir leiden schwer schließt der genannte Missionar durch den Tod der Local-Prediger, Aeltesten und Geistlichen. Die Kirche von Fidschi würde keinen so groBen Verlust erleiden, wenn sämmtliche evangelische Geistliche und der Missionssecretär dazu gestorben wäre. Unsere Australischen Freunde würden einen solchen Verlust als einen sehr schweren beklagen, aber er ist gering im Vergleich mit dem wirklichen Verlust, den wir jett durch den Tod so vieler christlicher Arbeiter erlitten haben. Ich habe mehr Elend und Leid während der leßten Monate geschen als während meines 26 jährigen Amtslebens zusammengenommen und ich habe während dieser Zeit ein gut Theil gesehen. Aber auch unter Thränen danken wir Gott, daß unsere Christen „wohl“ sterben. – Solde Berichte tilgen die Fragezeichen, welche der „Globus“ selbst folgenden Worten seines Correspondenten hinzufügt: „Es soll doch auch ein großer Theil der Ein

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