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Inspektor Zahn von Bremen eröffnete die Versammlung mit einem Hinweis auf das Píalmwart: „Saget unter den Heiden, daß der Herr König sei,“ als dem Ziel aller Mission. Die anwesenden Gäste wenn auch nur Vertreter eines kleinen Theiles der ganzen großen Missionsarbeit, repräsentirten doch mehr als 200 Missionsstationen und 400 Boten des Evangeliums und über 100,000 Christen die schon aus den Heiden gesammelt sind. Wir sollen es mit Dank gegen den Herrn anerkennen, daß es so weit gekommen, und daß wir wieder Zeugen ihrer Gemeinschaft und ihrer Arbeit sein dürfen.

Darauf sprach Dr. Warned über das Wort des Herrn: „Bittet den Verrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende.“ Wie der Herr die þeiden nicht als ein Todten- sondern als ein Erntefeld anschaut, so müssen wir auch denselben Blick der Erbarmung und Hoffnung gewinnen. Das wichtigste, was wir thun können, ist das Gebet, denn Gott der Herr thut alles erst wenn wir ihn darum bitten. Er will sein Reich durch uns Menschen bauen und in der Ewigkeit uns die Freude über unsere Arbeit gönnen. Wie ernst sollte es darum ein jeder Missionsfreund mit seiner Fürbitte nehmen. Hier liegt ohne Zweifel das größte und schlimmste Deficit in der Mission. Um Arbeiter lehrt uns der Herr bitten, denn auf die rechten christlichen Persönlichkeiten kommt schließlich alles an. Aber wir dürfen dabei nicht nur an Missionare denken, die aus unserer Mitte heraus zu den þeiden gehen, sondern nicht minder an die Mitarbeiter, die aus den þeiden selbst er: stehen müssen. Auf diese legteren sollte auch unsere Fürbitte gerichtet sein.

Nach ihm redete Director Kühn von der Brüdergemeinde. Er erinnerte daran, wie der Herr am Himmelfahrtstage uns einerseits die vollendete Erlösung, andrerseits aber auch den Befehl hinterlassen habe, hinzugehen und allen Völkern das Evangelium zu predigen. Auch er legte der Versammlung die Pflicht der Fürbitte warm und dringend ans Herz, und bezeugte aus eigener Erfahrung, welch eine Segenskraft in dem Bewußtsein liege, daß man von den Fürbitten der Gläubigen sich in der Arbeit draußen unter den Heiden getragen wisse.

Herr Inspector Plath aus Berlin zeigte an einem Beispiel aus der so reich gesegneten Kolhs-Mission, wie

das nationale Element, namentlich die nationalen Lieder in den Dienst des Evangeliums gewonnen werden könne, wie dort jegt die Kolhs statt der traurigen hoffnungslosen heidnischen Lieder, fröhliche Lieder voll Christenhoffnung singen, wie er deren eins in der Ueberfeßung zum Schluß vorlas.

Dr. Gundert aus Calw wies dann auf die ungemein große Widhtigkeit der Bibelübersegungen für die Missionsarbeit hin, aber auch auf die vielen und großen Schwierigkeiten, die sich dabei ergeben. Zum Schluß erzählte Dr. Schreiber einiges aus seiner Arbeit auf Sumatra. Es sollte zwar eigentlich nicht erst des Nach weises der Erfolge bedürfen um uns eifrig in der Missionsjache zu machen, aber doch sei es gut und schön, wenn ein Missionar, so wie er, mit Dank gegen den Herrn bezeugen könne, daß der Herr seine Arbeit gesegnet habe. So habe er in 7 Jahren eine Gemeinde von 200 Seelen sammeln und eine Anzahl Ratecheten heranbilden können, mit denen er noch jest in Verbindung stehe und Beweise ihrer dankbaren Liebe empfange. Mit Gebet und Segen wurde sodann die Versammlung geschlossen.

Freitag, den 26. Mai. Gegenstand: „Was ist zu thun, um die heimatlichen Missions

kreise zu beleben und zu erweitern ?" Referent: Dr. Schreiber aus Barmen.

Was zuerst die Organe betrifft, welchen die Pflege des Missiones interesses bei der heimatlichen Gemeinde zufällt, so vermögen die Inspektoren hier sehr viel thun, ihr Beruf bringt es mit sich, daß sie am besten aus der Fülle schöpfen können; aber sie haben andere, näherliegende Aufgaben, so daß sie nur in beschränktem Maße an dieser Thätigkeit sich betheiligen können.

Die heimgekehrten Missionare haben in dieser Sache icon viel gethan, müssen aber geschont werden, und nicht jeder Missionar ist eo ipso auch hiezu geeignet.

Die Benüßung Eingeborner für den angegebenen Zweck ist für diese selbst gefährlich. Ebenso ist eine ständige, lokale Vertretung, wie sie die Baseler Mission besigt, nicht unbedingt zu empfehlen.

Vielmehr sind die Bastoren die natürlichen Vertreter der Missionsjache. Das Interesse für die Mission foute schon auf der Universität in den Theologen geweckt werden, wie denn überhaupt die Pflege akademischer Missionsvereine sehr wichtig ist. Die Bastoren selbst müssen immer wieder neue Anregung empfangen, die Conferenzen derselben müssen beschickt werden.

Es ist übrigens äußerst wichtig, daß auch Laien beigezogen werden. Ueberal müssen locale Missionsvereine bestehen, diese follten aber mehr als bisher sich Einer Gesellschaft bestimmt einfügen; die Regulirung der Grenzen der verschiedenen Gesellschaften follte noch reinlicher als bisher durchgeführt werden. Daneben bliebe es dem einzelnen Missionsfreund unbenommen, seine Gabe je nach Neigung dieser oder jener Gesellschaft zuzuwenden. Die sogen. Concurrenzgebiete (cf. Ostfriesland) sind nichts Schönes; dem Vorzug der Vielseitigkeit, dessen sie sich gerne freuen, steht gegenüber die Gefahr einer Zersplitterung und Zerfahrenheit des Missionsinteresses. Die Missionsfreunde sind dann auf keinem Gebiete recht zu Hause. Gerade um eine innigere Verbindung des Missionsfeldes mit der Heimath herbeizuführen, sollten den einzelnen Vereinen gewisse besondere Missionsgebiete zum Unterhalt zugewiesen werden.

Die Vereine sollten sich sodann unter einander fest zusammens schließen. Ein Centralmissionsfest foute gehalten werden, welches von der Gesellschaft besonders beschickt würde. Diese Vereinigungen sind besonders zu pflegen auch durch lithographirte Correspondenzen vom Missionshause aus.

Nächst den Mission 8 festen, welche nur da einen rechten Sinn haben, wo auch wirklich für die Mission gearbeitet wird, sind zur Belebung des Missionsinteresses sehr dienlich die Missionsstunden. Es ist schwer, und erfordert viel Fleiß, sie interessant und lebensfähig zu machen.

Noch mehr als bisher verdienen in Aufnahme zu kommen die sogen. Na diversammlungen mit seiblichen Erquicungen. Da kann das Fest noch weiter ausgedehnt werden, ohne zu ermüden; Da läßt sich noch manches sagen, was in der Kirche nicht möglich war. Das Publicum ist oft ein anderes ; auch ist hiedurch Gelegenheit gegeben zu geselliger Bethätigung der christlichen Gemeinschaft. Diese Nachversammlungen sind beim Volfe sehr beliebt.

Der Gedanke eines allgemeinen kirchlichen Missionsfestes, etwa an Epiphanien oder Himmelfahrt, ist sehr schön, aber man verspreche sich nicht zu viel davon.

Die Missionsberichte follten anschaulich und interessant gehalten sein; Localblätter erbaulichen Charaktere sollten zur þebung des Missionsinteresses benußt werden. Um die Gebildeten mehr für die Mission zu gewinnen, wäre es auch vielleicht zu empfehlen, im Gegensatz gegen die missionsfeindliche Richtung so vieler in das naturwissenschaftliche Fach einschlagender Blätter eine allgemeine missionsgeographische Zeitschrift herauszugeben, durch welches besonders die allgemeine Culturbedeutung der Mission ins Licht gestellt würde.

Prof. Hofstede de Groot: Es wäre von großem Interesse, wenn man viel mehr, als es bisher geschehen ist, die gewöhnlichen politischen Zeitungen dazu benügen würde, das große Publikum mit der Mission bekannt zu machen. Er thue das selbst öfters in Zeitungen seiner Vaterstadt.

Insp. Betri: Das Studium der Akten der Berliner Missionsgesellschaft habe ihm gezeigt, daß früher eine sehr lebendige Correspondenz zwischen den Zweigvereinen und dem Missionshause stattgefunden, die zum Schaden der Sache sehr nachgelassen. Um die Kreise, welche für die Mission interessirt sind, festzuhalten, muß der briefliche Verkehr benütt merden, wie denn z. B. die Hermannsburger an die Einzelnen nicht leere Quittungen hinaußgeben, sondern inhaltsreiche Briefe, welche dann oft ein segengreiches Band des Einzelnen mit der Gesellschaft bilden. Die Missionsstunden seien wichtiger als die Feste, und zwar müssen fie nicht gerade in einer Kirche gehalten werden. Tholuck fing im Saal einer Privatgesellschaft in Halle an, allgemeine misfionswissenschaftliche Vorträge zu halten, der Erfolg war ein außerordentlicher, namentlich betheiligten sich viele Studenten sehr lebhaft daran. Als ein Mittel zur Belebung des Missionsfestes gebraucht die Hermannsburger Mission die monatliche Aussendung von Zöglingen, welche in der Umgegend Missionsstunden zu halten haben. Zu den Hauptfesten

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der Gesellschaft sollten endlich der Reihe nach die Laienmitglieder der Localvereine beigezogen werden. Was die Pastoren betrifft, so ist ja ihre Mitwirkung sehr wichtig, aber die der faien nicht minder. Die Missionsfreunde sollten das Bewußtsein bekommen, daß in erster Linie nicht das Missionshaus, sondern sie es sind, welche das Missionswerk zu betreiben haben.

Dr. Warned: Die Vereine stehen vielfach nur auf dem Papier; was derartige Organisationen allein werthvol macht, sind einzelne, für die Mission erwärmte Personen, welche die Sache in die Hand nehmen. Wo diese fehlen, nüßt der Verein nichts. Also suche man einzelne Persönlichkeiten vor allem für die Mission zu gewinnen. Was die Missionsblätter betrifft, so mache man sie interessanter; es sollten aus verschiedenen Gründen nicht einfach die Berichte der Missionare abgedruckt werden, sondern man sollte sie fachgemäß bearbeiten, resp. abkürzen. Zusammenfassende Bearbeitungen des missionsgeschichtlichen Materials sind sehr zu empfehlen. Die Illustrationen lassen viel zu wünschen übrig, die katholischen Missionszeitschriften leisten in diesem Punkt piel Besseres. An die Stelle der vielen alternden Blätter sollte ein gutes allgemeine8 populäre 8 illustrirtes Missionsblatt treten, wenn dann z. B. der Missionsfreund und das Barmer Missionsblatt eingingen, so könnte durch Concentration der Missionskreise und Kräfte der Sache ein großer Dienst geschehen, auch in den Illustrationen Höheres geleistet werden. An den Universitäten foute von Leuten, die es verstehen, für die Studenten 8-14tägige Lectures, in Aehnlichkeit der von Anderson in Amerika gehaltenen, stattfinden. Ein allgemein firchliches Missionsfest foute eingeführt werden.

Dr. Fabri: Der Gedanke, an Universitäten Missionsvorlesungen zu halten, ist wichtig. Ein solches Unternehmen ist in der That einer Reise werth, und kann kräftige Anregung gewähren. Weniger überzeugt ist Redner von dem praktischen Erfolg eines allgemeinen kirchlichen Missionsfestes. Die Herausgabe eines allgemeinen illustrirten Missionsblattes empfiehlt er aber nachdrüdlich und wünscht, daß die für die Bilderbibel gewählte Commission diesen Gegenstand mit in den Bereich ihrer Berathungen ziehe.

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