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Armen wird er helfen. Er wird ihre Seele aus dem Trug und Frevel erlösen, und ihr Blut wird teuer geachtet werden vor ihm. wird herrschen von einem Meer bis ans andere und von dem Strom an bis zu der Welt Enden. Alle Könige werden ihn anbeten, alle Heiden werden ihm dienen“ (Pf. 72). D Herr, hilf! Herr, laß wohl gelingen! Amen.

Am zweiten Adventssonntage.

Lukas 21, 25–36.

G

eliebte im Herrn! Dein Reich komme! So lehrt uns.

der Sohn Gottes im heiligen Vaterunser beten. Das

Reich Gottes ist gekommen, es kommt und es wird kommen; denn sein König ist gekommen, kommt noch heute und wird wiedertommen.

Das Reich Gottes ist gekommen! Das ist die Freudenbotschaft, die wir am Weihnachtsfeste bernehmen. Denn da hören wir, daß der ewige Gott aus unergründlichem Erbarmen der Welt seinen Sohn zum Mittler und Erlöser gegeben hat. In dem Kindlein zu Bethlehem kam also der große Gott selbst vom Himmel hernieder auf Erden; er kam fo arm, so klein, so gering um unsertwillen, damit wir reich, groß und herrlich würden. Das Reich Gottes kommt noch heute, im neuen Kirchenjahre, bis ans Ende der Tage! Das ist die selige Nachricht, die uns leßten Sonntag als am ersten Advent zu Dhren gekommen ist. Denn da wurde uns erzählt, wie der König der Gnade und Wahrheit, der Mensch gewordene Gottessohn, arm und sanftmütig auf einem Esel in Jerusalem einritt, und wie des Propheten Mund mit Heroldsstimme schon längst gerufen hatte: „Du Tochter Zion, freue dich sehr, und du Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König tommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm, und reitet auf einem Füllen der lastbaren Eselin.“ Wir vernahmen aus dieser Geschichte und dieser prophetischen Auslegung derselben, wie derselbe König, der Gerechtigkeit und Hilfe bringt, ale Tage in die Hauptstadt jedes einzelnen Sünders, in sein Herz, seinen Einzug halten will. Wie er dort auf einem verachteten Tiere reitend leiblich einzog, so zieht er bei allen Völkern in allen Jahrhunderten durch die verachteten Gnadenmittel, Wort und Sakrament, geistlich ein. Wie er dort kam, um die ewige Erlösung zu vollenden und die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, zu bringen, so kommt er noch jeßt zu dir und mir in seinem Evangelio, um in unsern Herzen durch den Glauben und den Heiligen Geist die Erlösung von den Banden der Sünde, von der Knechtschaft des Teufels, von der Furcht des Todes zu bewirken und uns das hochzeitliche Kleid seiner Gerechtigkeit anzuziehen, ohne wel

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ches 'mir an dem himmlischen Hochzeitsmahle nimmermehr werden teilnehmen können. Er kommmt also, um uns sein Reich zu bringen, um das Reich der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freude im Heiligen Geiste in uns aufzurichten und seinen Thron in unsern Herzen zu bauen. D laßt uns ihm huldigen als unserm Könige! Laßt uns absagen dem Teufel und al seinen Werken und an seinem Wesen, und diesem Könige, dessen Joch sanft und dessen Last leicht ist, ewige Treue schwören!

Nachdem Jesus Christus sein Wert auf Erden vollbracht hatte, fuhr er vor den Augen seiner Jünger auf gen Himmel, und seitdem ist er seiner sichtbaren Gegenwart nach den Blicken der Menschen auf Erden entzogen. Doch er wird nicht emig vor unsern Augen berborgen bleiben. Wir hören in Gottes Wort von einem zweiten sichtbaren kommen unsers Herrn Jesu Christi, und das ist eine herrliche Wiederkunft zum Gericht über die Lebendigen und die Toten. Davon handelt unser heutiger Text. Demnach sei unter Gottes Beistand der Gegenstand unserer heutigen Betrachtung:

Christi Wiederkunft zum Weltgerichte.
1. Wie sie geschehen wird;
II. Was er uns bringen will;
III. Wie wir seiner warten sollen.

I.

V. 25-27. und es werden 3 eichen geschehen an der Sonne und Mond und Sterne n. und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden zagen. Und das Meer und die Wasser wogen werden braufen. und die Menschen werden ver- Ich machten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Aräfte werden sich bewegen. und a l3 dann werden sie sehen des Menschen Sohn tommen in der Wolte mit großer Kraft und Herr lichteit.

Die Jünger hatten den Herrn auf dem Delberg gefragt: „Welches wird das Zeichen deiner Zukunft und des Endes der Welt sein?“ Hierauf antwortet er in diesen Worten.

Unmittelbar vor unserm Terte sagt er: „Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis daß der Heiden Zeit erfüllt wird." Ganz ähnlich sagt Paulus (Röm. 11, 25): „Blindheit ist Israel zum Teil widerfahren so lange, bis die Fülle der Heiden eingegangen sei.“ Gott hat nämlich an Juda vollführt, was er längst durch den Propheten gedroht hatte (Hcf. 4, 6): „Du verwirfft Gottes Wort, darum will ich dich auch verwerfen.“ Weil Israel seinen Messias berwarf, darum verwarf Gott Israel, daß es nicht mehr sein Volt sei, und diese Verwerfung soll währen, bis der Heiden Zeit erfüllt, oder bis die Fülle der Heiden eingegangen ist, also bis an die Zeit des endlichen Weltgerichtes. Denn unser Heiland erflärt an einer andern Stelle (Matth. 24, 14): „Es wird gepredigt werden das Evangelium bom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis über alle Völker, und dann wird das Ende tommen."

Von diesem Ende, welches durch seine Wiederkunft zum Weltgerichte herbeigeführt werden wird, und den erstaunlichen Zeichen, welche seine Nähe ankündigen werden, weissagt unser Heiland hier. Diese Zeichen werden sich über uns, um uns und in uns ereignen. Die Zeichen über uns werden an der Sonne und Mond und Sternen geschehen. Da diese Dinge zumeist in der Zukunft liegen und erst völlig verstanden werden können, wenn sie erfüllt sind, so wollen wir nicht unternehmen, im Einzelnen auszuführen, worin sie bestehen werden, sondern wir bleiben einfältig bei dem, was Gottes Wort selbst anderswo Näheres davon sagt. Wir lesen zum Beispiel (Matth. 24, 29): „Sonne und Mond werden den Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden sich bewegen." So hatten auch schon die Propheten berkündigt: „Die Sterne am Himmel und sein Drion scheinen nicht helle, die Sonne geht finster auf und der Mond scheint dunkel“ (Jes. 13, 10); Ich will den Himmel verhüllen und seine Sterne verfinstern und die Gonne mit Wolfen überziehen, und der Mond soll nicht scheinen" (Hel. 32, 7). Aber hat es nicht, wendet jemand ein, seit Erschaffung der Welt Sonnen- und Mondfinsternisse gegeben, und kann man nicht fogar auf die Minute berechnen, wann sie eintreten, wo sie sichtbar sein und wann sie aufhören werden? Wie können sie also Zeichen des Weltendes sein? Antwort: Hat es nicht auch einen Regenbogen seit Erschaffung der Welt gegeben? Auch vor Noahs Zeit war derselbe in den Wolken zu schauen, wenn die natürlichen Bedingungen Dazu eintraten, und doch hat ihn Gott ausdrüdlich zu einem Wahrzeichen gemacht, daß keine Sündflut die Erde wieder verderben solle. So fönnen auch alle natürlichen Sonnen- und Mondfinsternisse und Sternenregen angesehen werden als Wahrzeichen und Vorboten der leßten großen Ereignisse, die an den Lichtförpern des Himmels erscheinen und den Anbruch des jüngsten Gerichtes verkündigen sollen. Die Zeichen, die um uns die Schlafenden aus ihrer Sicherheit aufschreden werden, sind, daß das Meer und die Wasserwogen in ganz außerordentlicher Weise brausen und toben und aufkochen werden; es werden Erdbebungen sein hin und wieder, und wir werden hören bon Kriegen und Kriegsgeschrei, von Empörungen des einen Volkes mider das andere, von Erschütterungen aller menschlichen Verhältnisse und Ordnungen, bon Pestilenz und großer Trübfal. Die Zeichen in uns werden sein, daß den Leuten auf Erden wird bange werden und werden zagen, ja verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte werden sich bewegen. Jesaias schildert alle diese entseklichen Dinge also (13, 6–8): „Heulet, denn des Herrn Tag ist nahe! Er kommt wie eine Verwüstung vom Allmächtigen. Darum werden alle Hände laß, und aller Menschen Herz wird feige sein. Schreden, Angst und Schmerzen wird fie ankommen; es wird ihnen bange fein, wie einer Gebärerin. Einer wird sich vor dem andern entsegen; feuerrot werden ihre Angesichter sein.“ Und bei Joel (3, 3. 4) spricht Gott: „Ich will Wunderzeichen geben im Himmel und auf Erden, Blut, Feuer und Rauchdampf, die Sonne fol in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe denn der große und schredliche Tag des Herrn tommt." Johannes in der Offenbarung schaut (6, 12–17), wie das alles geschieht, und beschreibt es also: „Und ich sah, daß das Lamm das sechste Siegel aufthat, und siehe, da ward ein großes Erdbeben, und die Sonne ward schwarz, wie ein härener Sac, und der Mond mard wie Blut. Und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, gleichwie ein Feigenbaum seine Feigen abwirft, wenn er von großem Winde bewegt wird. Und der Himmel entwich wie ein zusammengerolltes Buch, und alle Berge und Inseln wurden bewegt aus ihren Dertern. Und die Könige auf Erden und die Großen und die Reichen und die Hauptleute und die Gewaltigen und alle Knechte und alle Freien berbargen sich in den Rlüften und Felfen an den Bergen und sprachen zu den Bergen und Felsen: Fället über uns und verberget uns vor dem Angefichte dessen, der auf dem Stuhle fibt, und vor dem Zorne des Lammes. Denn es ist kommen der große Tag seines Zornes, und wer kann bestehen!“

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