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von dem Weibessamen, welcher der Schlange den Kopf zertreten sollte, von dem Samen Abrahams, durch welchen alle Völker auf Erdent gesegnet werden sollten, von dem großen Propheten wie Moses, dem alle Leute anhangen sollten, von dem herrlichen Sohne Davids, dem alle Völker als ihrem Könige huldigen sollten. Sie vergleichen es mit dem, was der Engel Gabriel der Maria von diesem Kinde gesagt hat, als er ihr die Geburt desselben antündigte, und was er dem Joseph gesagt hat, als er ihm Aufschluß über Maria und die Frucht ihres Schoßes gab. Insonderheit Maria bewegt das alles in ihrem Herzen und denkt betend und dankend darüber nach, wie wunderbar Weissagung und Erfüllung übereinstimmen. Da wird es ihr immer klarer: Immanuel ist es, den sie auf ihren Knieen wiegt!

Doch nicht bloß mit Worten, sondern auch mit Werken, mit ihrem ganzen Thun und lassen, mit ihrem täglichen Lebensmandel bekennen die Hirten ihren Glauben an den Weltheiland. Sie laufen nicht in die Wüste, werden nicht Mönche und Sonderlinge, erheben sich nicht über andere, halten sich nicht für besondere Heilige, die nun die ganze Melt reformieren müßten, sondern gehen einfach wieder an ihre Berufsarbeit und loben und preisen Gott dabei. Sie thun ihre Arbeit, sorgen für die Ihrigen, erziehen ihre Kinder in der Furcht Gottes und erfüllen mit aller Treue ihre täglichen Pflichten zu Ehren des Gottes, der ihrer sich erbarmt und ihnen das Köstlichste, das er im seligen Himmel hatte, seinen einigen Sohn, zum Erlöser geschenkt hat.

Glaubst du, mein Zuhörer, daß das neugeborene Kindlein zu Bethlehem auch dein Heiland ist? Wenn du das wahrhaftig glaubst, wo ist dann dein Bekenntnis? Du hast dein Elend gefühlt, fühlst jeßt den Frieden Gottes. Du weißt, daß andere in gleichem Elende seufzen, daß dieser Seligmacher auch für sie geboren wurde. Hast du nun seine Gnade wirklich geschmeđt, so möchtest du auch, daß andere ihrer teilhaftig würden. Du kannst nicht anders, du mußt ihn anpreisen als das, was er dir ist; du mußt fingen und sagen von dem, was dein Herz glüdlich macht. Ja, sprichst du, ich wollte wohl bekennen, wenn man nur nicht so verhöhnt würde! Aber, ist es den Hirten anders ergangen? Und haben sie sich dadurch abhalten lassen zu erzählen, was sie gehört und gesehen hatten? Ist Sport und Verfolgung nicht zu allen Zeiten der Lohn aller gläubigen Befenner auf Erden gewesen? „Wer sich mein und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch des Menschen Sohn schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm!" So spricht der Heiland selbst (Lut. 9, 26).

Und wie bei den Hirten so muß auch bei uns das Bekenntnis des Glaubens von Worten zu Werken übergehen und zu Thaten erstarken. Mir dürfen nicht mehr fortwuchern, geizen, saufen, ehebrechen und in allen Sünden und Lastern fortleben, sondern wir müssen uns lossagen von dem Teufel und all seinen Werken und all seinem Wesen, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt. Unser ganzer Wandel muß beweisen, daß wir von Herzen glauben, was wir mit den Lippen bekennen. Ja, die Welt soll durch uns als durch lebendige Beispiele einsehen lernen, daß das Evangelium eine Kraft Gottes ist, die ba selig macht alle, die daran glauben, und daß das Jesuskindlein im Stade zu Bethlehem der Immanuel, Gott-mit-uns, ist.

Gelobet sei Gott und gepriesen sei sein herrlicher Name. Der Segen Abrahams fomme über uns und unsere Kinder! Amen.

Am Sonntag nach Weihnachten.

Lut. 2, 33–40.

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eliebte in dem Herrn! Weihnachten ist ein Freu

denfest, weil es ein Friedensfest ist. Denn der Mund der

Weissagung hatte schon vor Jahrhunderten den, welcher in Bethlehem geboren werden sollte, den Friedefürsten genannt, und als er nun erschienen war und in der Stadt Davids in der Krippe lag, da fangen die Heerscharen des Himmels bedeutungsvoll: Friede auf Erden! In dem Kindlein zu Bethlehem kam Gott zu uns Menschen auf die Erde, um sich selbst uns zum ewigen Besiß und Genusse zu geben. Ja, die Thatsache der Geburt des Weltheilandes ist der klarste Beweis, daß der beleidigte Gott der fündigen Menschheit die Hand zum Frieden bietet. Darum sagt der erste Weihnachtsprediger mit Recht: Fürchtet euch nicht; denn ich verkündige euch große Freude.

Mit großer Freude wird daher auch alljährlich von der ganzen Christenheit auf Erden das liebe Weihnachtsfest begangen, und diese Freude ist eine so ansteckende, daß auch die Welt, obgleich sie von dem neugebornen Heilande nichts wissen will, ein Recht zu haben meint, sich gleichfalls allgemeiner Freude hinzugeben. Aber leider artet diese Freude bei so vielen schändlich aus zur weltlichen, fleischlichen, sünd lichen Freude in Saus und Braus, in Saufen und Fressen, in Tanzen und Unzucht und allerlei anderem Unfug. Das ist traurig, schredlich. Denn die Freude, die der Engel auf den Fluren Bethlehems durch seine Botschaft entzündet, ist nicht eine wilde Fleischesfreude, sondern eine heilige, göttliche, ewige Freude im Geiste. Darum muß es in folche ausgelassene Weltfreude wie ein Bliz aus heiterem Himmel hineinschlagen, wenn der Friedefürst aus dem Hause Davids späterhin sagt (Matth. 10, 34-36): „Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf Erden. Ich bin nicht kommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater und die Tochter wider ihre Mutter und die Schnur wider ihre Schwieger. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein." Ist das nicht ein Wort, das uns erschreden muß? Tritt unser Herr Jesus damit nicht in offenbaren Widerspruch mit den vom Heiligen Geist erleuchteten Propheten alten Bundes, die von ihm als dem Friedefürsten gemeissagt und das Reich, welches' er gründen sollte, als ein Reich bes Friedens beschrieben hatten? Macht er damit nicht das herrliche Lied der Engel zur Lüge? Unser heutiges Evangelium giebt uns darüber Aufschluß. Laßt uns auf Grund desselben das denkwürdige Wort des Friedefürsten betrachten:

Ich bin nicht gekommen, frieden zu senden auf Erden,

sondern das Schwert.

I. Wie das gemeint ist ;
II. Wozu es uns treiben soll.

I.

V. 33–35. und sein Vater und Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gefeßt zu einem Fall und Auferstehen vieler in ysrael und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird, und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden.

Was war es, worüber Joseph und Maria sich verwunderten, und bei welcher Gelegenheit war es gesagt worden? In dem, was unserm Texte vorhergeht, wird uns erzählt, daß sie im Gehorsam gegen Gottes Geset mit dem Kindlein Jesus, als fechs Wochen um waren, von Bethlehem nach Jerusalem in den Tempel kamen, um da für ihn die Gaben zu opfern, die Gott befohlen hatte. Ihr Opfer war nur ein geringes, ein paar Turteltauben und zwei junge Tauben, ein Beweis, daß sie sehr arme Leute waren. 418 der Priester des Herrn im Tempel das Opfer von ihren Händen in Empfang genommen und dem Herrn dargebracht hatte, und Joseph und Maria nach vollbrach tem Gebet und empfangenem Segen sich auf den Rüdweg begeben wollten, trat ein alter Mann ihnen entgegen, nahm das Kindlein auf seine Arme, schaute auf zu Gott und betete mit frohverklärtem Angesicht: „Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, mie du gesagt haft; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völfern, ein Licht zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Voltes ysrael!" Das war es, was ihre Verwunderung erregte. Woher wußte dieser Mann von ihrem Kinde, das er doch niemals gesehen hatte? Welch ein herrliches Lob Gottes für die Erscheinung dieses Kindes, welch ein schönes Bekenntnis des Glaubens an dasselbe als an den Heiland, welch eine tröstliche Weissagung von seinem Wert und Reiche sprach er mit wenigen Worten aus! Ihr Kindlein ist für diesen ehrwürdigen Mann der Grund und die Ursache, daß er nun im Frieden sein Haupt niederlegen und seine Augen für diese Welt schließen fann; es ist ihm der Grund einer seligen Hoffnung im Tode; es ist ihm die Bürgschaft eines ewigen Lebens jenseits des Grabes.

Wenn also unser Heiland spricht: Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden auf Erden, sondern das Schwert, so kann das unmöglich heißen, daß er das Schwert bringt zwischen Leute, wie Simeon, und Gott. Wer wie Simeon auf den Trost Israels, den verheißenen Messias, wartet, wer wie er im Gefühl feiner Sündenschuld und Verlorenheit seine Hoffnung auf das neugeborne Kindlein von Bethlehem feßt, der findet eben in diesem Kinde und durch dasselbe einen wahrhaftigen, göttlichen, himmlischen Frieden, einen Frieden, der auch im Angesicht des Todes standhält.

Ferner hören wir aus dem Munde Simeons, daß der Sohn der Maria ein Heiland ist, den Gott für alle Völker bereitet hat. Alle sollen sich durch ihn erleuchten und mit Gott versöhnen lassen, also zum Frieden mit Gott gelangen, und alle sollen unter einander gleiche Brüder und gleiche Schwestern, gleiche Kinder Gottes und Erben des emigen Lebens werden. Der Friedefürst, Jesus Christus, kann daher mit dem erstaunlichen Ausspruch, den wir erwägen, auch nicht dieses fagen wollen, daß er gekommen sei, unter den gläubigen Kindern Gottes Krieg und Streit und Haß zu erregen. Denn er ist ja das einige Haupt, durch welches alle Gläubigen in einem Glauben, einer Liebe und einer Hoffnung aufs innigste mit einander verbunden werden, und sein Reich ist daher in Wahrheit ein Reich des Friedens, und er heißt mit Recht Friebefürst. Er bringt also Frieden mit Gott; „nun wir denn sind gerecht worden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesum Christum“ (Röm. 5, 1). Er wirkt darum auch den Frieden unter den Gläubigen und vereinigt fie allesamt, mögen sie kommen aus welchem Volte sie wollen, zu einem großen feligen Friedensreiche, wie abermal derselbe Apostel spricht (Eph. 2, 14–18): ,,Christus ist unser Friede, der aus beiden, Juden und Heiden, eines hat gemacht und hat abgebrochen den Baun, der dazwischen war, in dem, daß er durch sein

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