Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

5, 18): „Ich sage euch wahrlich: Bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gefeße, bis daß es alles geschehe." Sein Apostel sagt uns (Mat. 2, 10): „So jemand das ganze Geseß hält, und fündigt an einem, der ist’s ganz schuldig." Und Gott selbst donnert (Gai. 3, 10): „Verflucht sei jedermann, der nicht bleibt in alle dem, das geschrieben stehet im Buche des Gesekes, daß er's thue!"

Wüßten wir also von nichts, als von dem Geseke Gottes, so wären wir allesamt rettungslos verloren; denn keiner hat es gehalten. Daher die unendlich wichtige Frage: Wie dünket euch um Christus? Von der Antwort auf diese Frage hängt für einen jeden unter uns Leben und Tod, Himmel und Hölle ab. Welche Antwort geben wir darauf?

II. V. 41–46. Da nun die Pharifäer bei einander waren, fragte sie ges us und s prad): Wie dünit euch um Christus? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: wie nennt ihn benn Dabid im Geist einen Herrn, da er sagt: „Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis daß ich deine Feinde lege zum Schemel Deiner Füße!" So nun David ihn einen Herrn nennt, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand tonnte ihm

tonnte ihm ein Wort antworten, und wagte auch nie ma nd von dem Tage an hinfort, ihn zu fragen.

Vor nun mehr als achtzehn Jahrhunderten stand Jesus von Nazareth im jüdischen Lande auf und predigte: Thut Buße; denn das Himmelreich ist nahe herbei gekommen. Er predigte, dieses Reich des Lichtes, der Gnade und des Friedens komme durch ihn, er sei erschienen, um es auf Erden aufzurichten, er sei der König desselben, der König der Wahrheit; er sei der verheißene Messias. Denn als das Weib am Jakobsbrunnen zu ihm sagte: Ich weiß, daß der Mes fias kommt; der wird es uns alles verfündigen! da antwortete er bestimmt: „Ich bin's, der mit dir redet" (Joh. 4). Und als der Hohepriester ihn im Angesichte des Todes feierlich zum Bekenntnis der Wahrheit aufforderte: „Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gotte, daß du uns sagest, ob du feiest der Messias, der Sohn Gottes! Da sprach er: Du sagst es, ich bin es“ (Matth. 26. 63. 64). Was dünfte demnach wohl ihn selbst um Christus? Er spricht es aus mit den Worten (Joh. 14, 6): „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich!“ Und was dünkt nun dich, mein Zuhörer, um Christus? Wofür hältst du ihn? Was glaubst du von ihm?

glaube von ihm, was Paulus glaubt! Er spricht (1. Kor. 1, 30): „Christus Jesus ist uns von Gott gemacht zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung.“ Zur Weisheit: durch ihn allein lernen wir Gott und den Weg zur Seligkeit erkennen. Zur Gerechtigkeit: durch ihn allein werden wir von Sündenschuld los und erlangen die Gerechtigkeit, die im Gerichte Gottes volgültig ist. Zur Heiligung: durch ihn allein empfangen wir den Heiligen Geist,

uns Lust und Kraft zu einem neuen Leben giebt. Zur Erlösung: durch ihn allein überwinden wir alle Trübfal, den Tod und das Grab und stehen aus dem Staube wieder auf zur ewigen Seligkeit.

Wie ist das möglich? Das ist deswegen möglich, weil dieser Meffias, der an unserer Stelle unter das Geseß gethan wurde und für uns am Kreuze in den Tod sank, nicht bloß Davids, sondern zugleich Gottes Sohn ist; er ist wahrhaftiger Gott, vom Vater in Emigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren. Die Pharisäer wiffen weiter nichts von ihm zu fagen, als daß er Davids Sohn sei. Jesus antwortet: Ist er weiter nichts, so seid ihr verloren. Denn ihr habt weder Gott noch den Nächsten geliebt, und ist der Messias nichts als ein bloßer Mensch, so ist er selber in Sünden empfangen und geboren, liegt selber unter dem Fluche und kann sich selber nicht aus dem ewigen Tode retten, geschweige denn die ganze Welt. Aber er ist unendlich mehr, als nur ein Mensch. Denn David, sein königlicher Stammbater, der auf Erden keinen Herrn über sich anerkannte, nennt diesen seinen fünftigen Sohn seinen Herrn, und zwar einen Herrn, den Gott, der Allmächtige, selbst so hoch ehrt, daß er ihn zu seiner Rechten auf den Thron göttlicher Majestät gesetzt hat. Und hier treibt David tein leeres Geschwät, sondern er redet aus Eingebung des Heiligen Geistes, also göttliche Wahrheit.

Suchen wir nicht, geliebte Zuhörer, nach der Weisheit, die vom Himmel fommt und in den Himmel führt? Begehren wir nicht von Herzensgrunde die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt? Bitten wir nicht um den Geist, der uns in alle Wahrheit leitet und uns heiligt? Sehnen wir uns nicht nach unseres Leibes Erlösung, nach der Freiheit der Kinder Gottes troben im Licht? Wohlan, wie dünft uns um Christus? Was ist unsere Antwort auf diese alles entscheidende Frage? D lasset uns antworten, wie Martha (Joh. 11, 27): „Herr, ja, ich glaube, daß du bist Christus, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist!"

Warum sollten wir diese Antwort geben, mit Freuden geben, mit jauchzendem Herzen geben? Bedenken wir einen Augenblic, wer die Feinde sind, die Gott zum Schemel seiner Füße gemacht hat. Der Teufel hatte das ganze menschliche Geschlecht überwunden, es in die Sünde, in den Fluch, in den Tod, in die Verdammnis mit sich hineingerissen. Er war ein starker Gewappneter, der seinen Palast bewahrte. Ja, er geht noch heute Tag und Nacht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge. Diese unsere Feinde, den Fürsten der Finsternis und alle seine Werke, allen Jammer, den er durch Verführung zur Sünde in die Welt gebracht hat, alle Not und Trübsal, die gottlose Welt, den Tod und die Hölle, hat der allgewaltige Sohn Gottes zu seinen Feinden gemacht, indem er vom Himmel tam, ein Mensch wurde und sich an unserer Stelle in die Schmerzen des Todes bersenken ließ. Er ist der Stärkere, der über den starten Gewappneten gekommen ist, ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, genommen hat und nun den Raub ewiglich austeilt. Er hat den Kampf uns zu Gute aufgenommen, alle unsere Feinde, die uns unter ihren Füßen hatten, besiegt, unsere Bande zerrissen und uns die Erlösung gebracht, die Freiheit erobert, den Himmel geöffnet und feines Vaters Hulb uns gewonnen. Jesus Christus, der Sohn Gottes, äußerte sich selbst und nahm Knecht gestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Gebärden als ein Mensch erfunden; erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Tobe am Areuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters“ (Phil. 2, 7–11). Wo ist nun der Feind, der uns aus der Hand dieses Herrn aller Herren, des Hirten unserer Seele, reißen könnte? Wo ist die Not, die so tief wäre, daß er uns nicht daraus erlösen könnte? Wo ist die Sündenschuld, die so schwer wäre, daß er sie nicht von unserem Gemissen abwälzen und uns erquiden fönnte? Welche Gefahr ist so drohend und furchtbar, daß er, der zur Rechten des Allmächtigen sikt, uns nicht bewahren fönnte? Welcher Schatz ist so kostbar, daß er, der über Himmel und Erde gebietet, ihn uns nicht zu verschaffen bermöchte?

„Seid getrost; ich habe die Welt überwunden!“ So ruft er uns (Joh. 16, 33) zu. Das laßt uns von Herzensgrunde glauben, bis in den Tod hinein glauben; denn alle unsere Feinde liegen unter seinen Füßen, und dann ist auch „unser Glaube der Sieg, der die Welt überwunden hat" (1. Joh. 5, 4).

Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, daß du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, der Sie Werke des Teufels zerstört und eine ewige Erlösung erfunden hat. Du bist würdig zu nehmen Lob und Preis und Anbetung von Emigkeit zu Ewigkeit! Laß niemand uns aus deiner Hand reißen und gieb uns das ewige Leben! Amen.

Am neunzehnten Sonntag nach

Trinitatis.

Matth. 9, 1-8.

I

n Christo, dem Verföhner, geliebte 3 u hörer!

„Wie murren die Leute im Leben also? Ein jeglicher murre wider seine Sünde" (Klagel. Jer. 3, 39). So ruft Gottes

Prophet dem Volke und dir und mir zu. Die Welt ist voller Jammer, Klage und Wehgeschrei. So selten wie ein grüner Baum in der dürren Wüste, ist ein Mensch, der zufrieden ist. Ein jeder hat etwas zu klagen, zu brummen, zu murren. Der eine klagt über Unglüc im Geschäfte; der andere jammert über Krankheit und Tob; der dritte meint, seinen Unwillen über schlechte Nachbarn, treulose Freunde, verleumderische Zungen und andere Dinge ausschütten zu müssen. Aber was spricht der Prophet des Herrn? Wollt ihr Leute flagen und jammern, so will ich euch sagen, worüber ihr allerdings große Ursache habt zu murren, das ist eure Sünde. Darüber heulet und weinet; das wird euch heilsam sein. Denn die Sünde ist das Uebel aller Uebel; sie ist eine Pest, die alles vergiftet; eine Flut, die alles erfäuft; ein Ungeheuer, das an tausend Striden alles andere Unheil hinter sich her: schleppt. Ja, die Sünde ist der Leute Verderben“ (Spr. 14, 34).

Was ist daher wohl die höchste Wohlthat, die einem Menschen auf Erden widerfahren kann? Ach, wie viele meinen nicht, das höchste Glüc erjagt zu haben, wenn sie den Mammon in ihrem Kasten einschließen können, wenn sie Gesundheit und langes Leben genießen, wenn sie Ehre, Einfluß und Macht unter den Menschen besigen, oder gar wenn sie die Lüfte des Fleisches vollbringen und von einer fündlichen Freude zur andern taumeln können. Aber im besten Falle find das doch nur Güter, die von Rost und Motten gefressen, von Dieben gestohlen, von Wasser ersäuft und von Feuer verbrannt werden können, und lassen das arme betrogene Herz ärmer, leerer, hungriger, als es borher war. Was sagt Gottes Wort? David jubelt (Pf. 32, 1. 2): ,,Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde þededet ift! Wohl dem Menschen, dem der Herr die Misseihat nicht zurechnet!" 3a, mo Vergebung der Sünde ist, da ist auch Leben und

« ͹˹Թõ
 »