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winkt die Krone, die er aus Gnaden seinen Erlöfeten schenken wird. Fhm aber, dem Gnadenreichen, dem einigen Hirten und Bischof unsrer Seelen sei Preis und Anbetung in Ewigkeit! Amen!

Herr Jesu, der Du uns so theuer erkauft hast von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, laß nun Deine Gnade uns treiben, daß wir nicht wieder verstridt werden in das ungöttliche Wesen und die Lüste dieser Welt, die im Argen liegt. Lehre uns der Heiligung nachjagen, und in eixem lauteren und unanstößigen Wandel beweisen, daß Deine Kraft in uns michtig sei. Laß uns nie stille stehen in der Trägheit unseres Fleisches, noch gar zurüdseben nach dem, das dahinten liegt, sondern treibe uns, o Herr, durch Deinen Geist, daß wir uns streden dem vorgestreckten Ziele nachy, und also laufen, daß unser Reiner dahinten bleibe, und wir einst eingehen zu der Ruhe, die vorhanden ist dem Volke Gottes! Amen!

21.

Am Sonntage Dcnli.

Jesu, Du allein sollst mein Führer setn;
Zeige mir selbst Deine Wege,
Deiner Wahrheit schmale Stege;
Deiner Wahrheit Grund
Ist Dein Wort und Bund.
Gründe, Herr, babei
Stete Furcht und Scheu
In mir und in meiner Seelen,
Deinen Weg nicht zu verfehlen;
Deine Furcht bewahr
Mich vor der Gefahr. Amen!

Geliebte Christen! Daß ein Christ das Bekenntniß seines Glaubens mit einem gottseligen Wandel ziere, ist ganz nothwendig, sowohl um Gottes willen, als um andrer Menschen, als um seiner selbst willen. Es ist um Gottes willen nothwendig, denn Gott hat es befohlen und er will dadurch gepriesen werden, daß seine Kinder in der Wahrheit wandeln. Gleichwie es einem rechtschaffenen Vater eine Ehre ist, wenn seine Kinder in der Gottesfurcht und Gerechtigkeit wandeln; so hat sich Gott zu uns herabgelassen, und verlangt die Ehre von uns, daß wir in seinem Wort und WahrHeit wandeln. Denn wenn sich unsre Kniee im Glauben vor dem Sohne Gottes beugen, wenn unsre Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, so gereicht das zur Ehre Gottes des Vaters. Und das so vielmehr, wenn unser ganzer Wandel ein Bekenntniß seiner Liebe und Gnade ist. Darum ermahnt unser Heilant: Lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, auf daß fie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen." Ingleichen ermahnt der heilige Geist durch den Apostel Petrus (1, 2, 12); „Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wiðer die' Seele streiten; und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Schon aus diesen Aussprüchen geht klar hervor, daß es auch um andrer Menschen willen nothwendig ist, daß ein Christ einen gottseligen Wandel führe, denn die Ungläubigen und Gottlosen sollen dadurch zu Gott geführt werden, wie die Worte sagen: i Daß fie eure guten Werke sehen und Gott preisen:“ und in dem andern Spruche: „daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure guten Werke sehen, und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird." Es ist offenbar genug, daß die Gottlosen in ihrem gottlosen Wesen am meisten dadurch bestärkt werden, wenn fie sehen, daß auch solche Leute, die ihrem Bekenntniß nach gottesfürchtig sind, ihre Sünden mitmachen. Dann werden sie erst recht ficher, dann lästern sie erst recht. Denn es ist die Art des meisten Haufens, daß sie auf das Beispiel Andrer feben, besonders auf vornehmere Leute, und was die thun, das halten sie für wohlgethan. So ein König Ferobeam konnte ganz Israel sündigen machen. Darum schrieb der Apostel Paulus von den Fuden (Röm. 2,23-24): Du rühmest dich des Gefeßes, und schändest Gott durch Uebertretung des Geseges. Denn eurenthalben wird Gottes Name gelästert unter den Heiden, als geschrieben steht." Eurenthalben sagt er zu den Juden, denn sie hatten das Geseß, und die Verheißung Gottes, rühmten sich auch derselben, und wandelten doch im Unglaua ben und Uebertretung. Das muß aber auch auf die Christen anges wendet werden; denn wie durch ihren guten Wandel auch die Andern getrieben werden, Gott zu preisen, so werden sie durch ihren böfen Wandel verführt und getrieben, Gott zu lästern. Am meisten ist es endlich um unser selbst willen nothwendig, daß wir einen gottseligen

Wandel führen, denn unser Heiland spricht: „Es werden nicht Alle, die zu mir Herr, Herr sagen in das Himmelreichy kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel;“ und der Apostel Paulus warnt und schreibt: „Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch fäet, das wird er erndten. Wer auf sein Fleisch fäet, der wird von dem Fleisch das Verderben erndten, wer aber auf den Geist jäet, der wird von dem Geiste das ewigen Leben erndten."

Wenn nun unsre heutige Epistel uns abermal ermahnen wird, auf unsern Wandel Acht zu haben, und in dem Lichte zu wandeln, so bitte ich, ihr wollet dem göttlichen Worte offene Dhren und Herzen schenken; wir wollen uns aber zur rechten Betrachtung desselben den Segen Gottes erfleben in einem stillen und andächti

gen Gebete.

Epistel: Epheser 5, 1-9.

So feid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet, und sich selbst dargegeben für uns, zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Şurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, lasjet nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zusteht; auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Şurer, oder Unreiner, oder Geiziger (welcher ist ein Göpendiener) Erbe. hat an dem Reich Christi und Gottes. Basset euch niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Serrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit, und Wahrheit.

Wir wollen nun unter Gottes Beistand beherzigen, was wir nad der verlesenen Epistel als Gottes Nachfolger meiden, und was tun sollen.

Seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder." Sebet zuvörderst den hohen Ehrenstand an, zu welchem wir nach diesen Worten berufen sind. Wir sind durch unsern Bund mit Gott in Christo Jesu, durch die Erlösung in seinem Blute nicht bloß Kinder Gottes, sondern sogar „liebe“ Kinder. Wir sind lieb und werth geachtet vor Gott. Wollte nur Gott, daß wir das recht erkenneten. Sprach doch Jesus zu seinen Jüngern: ,,Er selbst,

der Vater hat euch lieb, darum daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin." Das gilt auch von uns; wenn wir Jesum lieb haben, und glauben an seinen Namen, so find wir Gottes liebe Kinder, und als solche sollen wir auch seine Nachfolger sein. Wie nämlich fromme und geliebte Kinder dem Beispiele ihrer Väter nachahmen, so sollen wir, als Gottes liebe Rinder Gottes Nachahmer sein. Das ist uns in solchen Sprüchen näher vorgeschrieben, als z. B.: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott:" oder: ,, Seið barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist;" oder: „Vergebet Einer dem Andern, gleichwie Gott euch vergeben hat in Chrifto;" oder: „ Liebet eure Feinde, segnet die euch fluchen, thut wohl deneři, die euch hassen, bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen; auf daß ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel, denn er läßt feine Sonne scheinen über die Guten und über die Bösen, und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte." So sollen wir Nachahmer des himmlichen Vaters sein in der Heiligkeit und Barmhers zigkeit, im Vergeben und in der Liebe.

Darum sagt unsre Epistel weiter: „Und wandelt in der Liebe, gleich wie Christus uns hat geliebt, und sich selbst dargegeben für uns, zur Gabe und Döfer, Gott zu einem süßen Geruch." Wandelt in der Liebe, nicht in dem Schein der Liebe, auch nicht bloß in den Worten der Liebe, sondern in der Wahrheit. So ermahnt Johannes in seinem ersten Briefe (3, 18): „Meine Kindlein, laßt uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Gleichwie ein Schiff von den Wogen des Meeres getragen wird, und die Schäße anderer Welttheile in seinem Schooße verbirgt, fo foll auch unser Wandel von der Liebe getragen werden, und unser Herz erfüllt sein mit den Kräften und Schäßen der zukünftigen Welt. Der Wind aber, welcher unsre Segel erfüllt, ist der Glaube an Jesum Christum und die Hoffnung des zukünftigen Lebens. Wandelt in der Liebe, bleibet nicht an ihren Grenzen, oder vor ihren Thoren stehen. Die rechte Liebe ist zugleich Selbstverleugnung, wie Christus sich selbst verleugnete, und fich für uns dargab, also sollen auch wir lernen, uns selbst zu vergessen, und in der Liebe zu wandeln.

„Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zusteht. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger, (welcher ist ein Gößendiener), Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes."

Zwei schwere und gefährliche Sünden werden uns hier genannt, die wir fliehen sollen, Unzucht und Geiz, und die Drohung wird hinzu

geseßt, daß die, welche diesen Sünden dienen, keinen Antheil Haben an dem Reiche Christi und Gottes. Ja die ganze Schrift ist voll von Zeugnissen wider diese Sünden. Da wünsche ich nun, daß die Warnungen und Drohungen des göttlichen Wortes recht bekannt unter und werden mögen, und daß unsre Herzen ein heiliger Abscheu vor diesen Sünden ergreife. Kein Hurer und Unreiner, der heimliche Schande treibt, hat Erbe an dem Reiche Christi und Gottes. Sie sind draußen in dieser Zeit, und bleiben draußen in der Ewigkeit. Sie sind Gößendiener, das Fleisch und seine Lust ist ihr Göße, den sie mehr lieben, als Gott. Sie sind Sclaven der Sünde, die gegen sich selbst wüthen, ihre Leiber schänden, ihre Seele vers derben, die auf das Fleisch fäen, und von dem Fleisch das Verderben erndten. Unser Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes, den wir von Gott empfangen haben. Der Unzüchtige schändet den Tempel Gottes, „wer aber den Tempel Gottes verderbet, den wird Gott'verderben." — Deßgleichen ist „der Geiz eine Wurzel alles Uebels, welches hat etliche gelüftet, und sind vom Glauben irre gegangen, und machen ihnen selbst viele Schmerzen. Denu die da reich werden wollen, fallen in Versuchung und Stricke und viel thörichte, schädliche Lüste, welche versenken die Menschen in Verderben und Verdammniß. Da helfe uns der allmächtige Gott, daß wir uns vor dieser Sünde bewahren! Der Mensch merkt und weiß es ja nicht, wenn er anfängt, geizig zu werden; er meint dann, das sei bloße Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit

. Wenn er den Armen seine Gabe entzieht, so weiß er es zu rechtfertigen, und spricht: Sie sind es nicht werth, sie werden es mißbrauchen, ich thue besser, ihnen nichts zu geben. Ein treuer Freund, der dann zutrete, und frei herausspreche: Freund, habe Acht auf dich selbst, daß du nicht geizig werdest; ein so trener Freund fehlt den Meisten. Und siehe, balb ist es geschehen, daß der Mammon fich auf den Thron feßt, und der Göße des Hauses und des Hers zens wird. Da wird denn das Auge und das Herz nicht mehr fatt, und kein Geiziger mag denken: Ich habe genug; sondern es heißt bei ihnen immer: Je mehr, desto besser." Åber der Herr spricht: „Wie schwerlich werden die Reichen in das Reich Gottes kommen!" Es ist leichter, daß ein Cameel burch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher in das Reich Gottes komme."

Weiter ermahnt unsre Epistel uns als Gottes Nachfolger: Auch fchandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, lasset nicht von euch gesagt werden, sondern vielmehr Danksagung.“ Die Kinder dieser Welt haben oft große Lust theils an schmußigen Reden, theils an Possen und Narrentheidingen. Solche sind ihre Erheiterungen und ihre Freude. Auch ein Christ darf wohl fröhlich und guter Dinge

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