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alten Väter Schaar höchster Wunsch und Sehnen war, und was fie geprophezeit, ist erfült nach Herrlichkeit." Christus der Weltheiland ft Mensch geworden, der Sohn Gottes, der vom Vater in Ewigfeit geboren ist. Die Engel freuen sich und lobsingen Gott, und wir dürfen nicht schweigen, denn auch uns ist ein Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr in der Stadt Davids. Möchte doch Christus in unser Áller Herzen eine Gestalt gewinnen! Wir feiern Feste mit Singen, Beten und Verkündigen des heiligen Evangeliums, wir dienen Gott mit Psalmen und Lobgesängen, die unser Mund ihm als Opfer darbringt; laßt uns auch Feste feiern, laßt und insbesondere auch das heutige Fest feiern mit herzlicher Hins gebung in die Hand unsres Gottes, der uns erlöst hat, mit aufrichtiger Buße und Bekehrung von den Sünden, laßt uns Gott dienen mit festem Glauben an sein heiliges Wort, mit aufrichtiger Erneuerung unsers Sinnes und Wandels. Denn dazu hat er uns erlöset, daß wir ihm dienen sollen ohne Furcht unser Leben lang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist.

Wir haben in diesen festlichen Tagen sehr große und Heilige Wahrheiten unsers christlichen Glaubens zu betrachten, Geheimnisse Gottes, die er geoffenbart hat zum Heile unsrer Seelen. Aber die þeiligen Wahrheiten Gottes haften und wohnen nicht in unheiligen Herzen. Wir können nicht glauben, wir können uns nicht erbauen in Gott, wenn wir nicht zugleich unser Innerstes reinigen, die Finsterniß vertreiben und das göttliche Licht mit geheiligtem Sinne aufs nehmen. Was würde es für eine Weihnachtsfeier sein, wenn wir nicht von unsern Sünden lassen wollten Es würde eine Feier ohne Glauben, ohne Freude in dem Herrn, ohne Dank, ohne Liebe, ohne Hoffnung sein, und das ist keine Feier; wir würden mit hörenden Ohren nichts Göttliches hören, und unsre Herzen würden nichts vernehmen. Darum bereitet nun fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht alle Steige richtig, laßt Alles, was er Haßt

. Wir wollen heute nach Anleitung unsers Vespertertes erwägen, Wer der große Gast ist, der uns geboren ist, und erflehen uns dazu im stillen Gebete den Segen Gottes, wenn wir noch vorher den 6. 'Vers aus dem Liede: „Warum willst du draußen stehen," welcher anhebt: „Aller Trost und alle Freude," mit einander werden gesungen haben.

Vespertert: Johannis 1, 1-5. Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbige war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch Dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht deinet in der Finsterniß, und die Finsterniß haben es nicht begriffen.

Nach Anleitung dieses Terte8 wollen wir uns die große Wahrbeit unsers Glauben8 in's Herz einprägen, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott ist. Von Kindesbeinen an haben wir es auswendig gelernt in den Katechismusworten: „Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott ist, vom Vater in Ewigkeit geboren." Damals verstanden wir noch wenig davon, was für ein großes Wunder und Geheimniß Gottes in diesen Worten ausgesprochen ist, und was für ein Heil der fündigen Welt dadurch geschenkt ist, daß Gott Mensch geworden ist. In späteren Jahren find Manche unter uns der Wahrheit treu geblieben, daß große Licht der Welt ist ihren Herzen mehr und mehr aufgegangen, und fie wissen es nun, daß in ihm das Leben ist, daß alle Fülle der Seligkeit aus ihm uns zuströmt. Aber Viele haben mit den Kinderjahren auch den Glauben verlassen, und sind andern Gößen, andern Freuben und andrer Weisheit nachgelaufen. Theils find fie ganz und gar ungläubig geworden, leugnen die Herrlichkeit Christi, streiten wider Gott und die Wahrheit, theils sind sie in ihren Sünden verstrickt worden, und haben den Glauben ganz todt in fich, bekennen zwar mit dem Munde, aber beweisen es nicht mit dem Wandel, sagen 1 Herr, Herr!" zu dem Weltheilande, aber thun nicht den Widien des Vaters im Himmel. Laßt uns doch umkehren und werden, wie die Kinder! Laßt uns glauben, auf daß unsre Sünden vergeben werden.

Nicht mit menschlicher Weisheit' wollen wir es erwägen, sondern aus dem heiligen, ewigen Worte Gottes wollen wir es Hören, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott ist.

Was sagt unser Tert davon? Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort." Der heilige Johannes, der an der Brust Jesu gelegen, und die Worte des ewigen Lebens aus seinem Munde gehört hatte, der mit dem heiligen Geiste erfüllt war, ein rechter Seher und Zeuge Jesu Christi, nennt seinen Herrn und Meister hier „das Wort." Es mag uns sdhwer werden, einzusehen, in welchem besondern Sinne dieser Name den eingebornen Sohn Gottes bezeichnet; so viel aber ist ganz offenbar, daß Johannes Christum meint, wenn er sagt:

Im Anfang war das Wort;" denn er fügt im 14. Verse hinzu: „Und das Wort ward Fleisch, und wohnete unter uns, und wir saben seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit, als des eingebornen Sohnes vom Vater voller Gnade und Wahrheit.“ Dies zu wissen ist uns genug. Also im Anfang, als Gott den Himmel und die Erde schuf, war das Wort, d. t. Christus; und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort, d. b. Christus war bei Gott, und war felbst Gott. Er wiederholt es noch einmal und sagt: „Dasselbige war im Anfang bei Gott.“ Da seben wir also, als der Himmel

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gegründet und die Erde geschaffen wurde, war er schon da, dessen Geburt wir heute feiern, er war bei Gott, war selbst Gott. Höret weiter: „Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist.“ Sehet da, Alles, was ist, ist durch ihn geschaffen. Ohne ihn ist nichts gemacht, was gemacht ist. Die Engel und Erzengel, der Himmel und sein Heer, Sonnen und Sterne, die Erde mit Allem, was fie trägt, ist sein Werk. Ohne ihn ist nichts gemacht, was gemacht ist. Wie er redete, so geschah es, wie er gebot, so stand es da. Weiter: „In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen." Das ewige Leben und Seligkeit war in ihm, er offenbarte es den Menschen. Er redete zu ihnen schon zu der Zeit des alten Bundes, er führte die Gläubigen, er erschien dem Abraham, Jakob und Moses, er fandte die Propheten, er leuchtete in die Finsterniß der Erde hinein, aber die Finsterniß haben es nicht begriffen. - Wer könnte es noch bezweifeln, daß diese Worte unsers heutigen Tertes uns deutlich und mit starken Ausdrücken verfündigen, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott ist? Er wird hier geradezu Gott genannt, es wird gesagt, daß er im Anfang gewesen ist, daß durch ihn alle Dinge geschaffen sind, und daß in ihm das Leben gewesen ist, d. 5. bei Johannes, das ewige Leben und Seligkeit trägt er als sein Eigenthum in fich, also daß er eß mittheilen und lebendig machen kann, welche er will. Wäre nun weiter kein Zeugniß von seiner wahren Gottheit in der 1. Schrift, so würde dieses Eine genug sein, denn es ist klar und unumstößlich. Aber der Herr ist unsrer Schwachheit zu Hülfe gekommen, und hat uns noch viele sehr sichere Zeugnisse von seiner göttlichen Herrlichkeit gegeben.

Schon die Propheten des Alten Testaments weissagen uns davon, daß der zukünftige Erlöser ein Herr sein werde" über alle Herren, ein Licht aller Völker, ein Richter aller Welt. Jesaias nennt die Namen des Kindes, das geboren werden sollte:, Wunderbar, Rath, Kraft, Held, Ewigvater, Friedefürst.“ Davið nennt ihn seinen Herrn, indem er singt: „der Herr hat gesagt zu meinem Herrn, jetze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege." Michá nennt ihn, da er seine Geburt zu Bethlehem verkündet, den „Herrn in Israel, welches Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.

Was hat nun Jesus selbst von seiner Gottheid gejagt? Haben nur die Propheten ihn also verheißen? Haben nur seine Jünger ihn dafür ausgegeben? Oder hat er selbst auch bezeugt, daß, er wahrhaftiger Gott sei? Höret doch, was sein eigener Mund geredet hat. Er nennt sich den Sohn Gottes. Må der Hohepriester ihn feierlich anredete und sprach: „Ich beschwöre dich

bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du feist Christus, der Sohn Gottes", antwortete Jesus: „Dusagest es, ich bin's. Nicht ein Sohn Gottes, wie viele Gottes Kinder sind, sondern der Sohn Gottes, wie nur Einer ist. Als Philippus zu ihm sagte: „Herr zeige und den Vater, so genügtung;" antwortete ihm Jesus: iSo lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der siebet den Vater. Wie sprichst du denn, zeige uns den Bater. Glaubest du nicht, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist?" An einem andern Ort spricht er: „Ich und der Vater sind Eins." Er weiset auf seine Ewigkeit him, wenn er sagt: „Ehe denn Abraham ward, bin ich;“ und wenn er betet: „Und nun verkläre mich, du Vater, mit der Klarheit, die ich bei dir hatte,

ehe die Welt war." Er verfündigt uns seine Allmacht, da er • fpricht: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden."

Er bezeugt uns seine' Allgegenwart, wenn er sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen;" und an dem andern Orte: ,,Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“ Er nennt sich das Licht der Welt, er spricht: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, Nies mand kommt zum Vater, denn durch mich.“ Er bezeugt uns seine Selbstständigkeit, wenn er sagt: „Gleichwie der Vater das Leben hat in ihm selber, also hat er auch dem Sohne gegeben, zu haben das Leben in ihm selber.“ Und was sagt er von seinen göttlichen Werken? Er spricht: „Ich habe Macht, mein Leben zu geben und es wieder zu nehmen.“ Ist das eines Menschen, oder Gottes Rede? Er will seinen Jüngern den H. Geist geben, denn er spricht: „Wenn ich nicht hingehe zum Vater, so kommt der Tröster nicht zu euch, wenn ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden." Er will die Todten aufwecken, nach seinem Wohlgefallen, denn er sagt: Wie der Vater die Todten auferweckt, und macht sie lebendig, also auch der Sohn macht lebendig, welche er will.“ Seine Stimme sollen Alle, die in den Gräbern sind, am jüngsten Tage hören, und sollen hervorgehen. Er sagt: i, Das ist aber der Wille des, der mich gesandt hat, daß, wer den Sohn fiehet, und glaubet an ihn, habe das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage." Er will das Gericht halten, denn er spricht: Der Vater richtet Niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohne" übergeben." Darf ein Mensch so von sich reden? Er will kommen in seiner Herrlichkeit am jüngsten Tage. Er will die Gottlosen zur Hölle verstoßen, denn er spricht: „Asdann wird der König zu ihm sagen: Gehet von mir, ihr Verfluchten in das ewige Feuer, das - bereitet tft dem Teufel und seinen Engeln." Er wit den Kindern Gottes das ewige Leben geben, denn er spricht: Meine Schaafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe

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ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen.“ Darf ein Menfcy so reden, oder darf es allein Gott? Ja, er verlangt für

gleiche Ehre mit dem Vater, denn er spricht: ,,Sie sollen alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ebret, der ebret den Vater auch nicht, der ihn gesandt hat. Ein großes und wichtiges Wort für uns Ále, merket es wohl, es steht Joh. 5, 23, „jie sollen alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater auch nicht, der ihn gesandt hat." Das sehet ihr dochy unzweifelhaft aus allen diesen eigenen Worten unsers Heilandes, daß er als der Herr der Herrlichkeit erkannt werden wollte, von Gott geboren, wahrer Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Eben so gewiß ist es auch, daß seine Jünger, die heiligen Apostel, ihn als den wahrhaftigen Gott und das enige Leben erkannt haben. Sehr unklar und unsicher war ihre Erkenntniß und ihr Glaube, so lange er noch im Fleische unter ihnen lebte. Šie ahnten es und konnten es doch nicht fassen, sie glaubten es und zweifelten doch wieder. Da mußte er noch kurz vor seinem Leiden zu dem Philippus sagen: „So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Da rief ein Petrus zwar aus: Herr, du hast Worte des ewigen Lebens, und wir haben geglaubt und erkannt, daß du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!" aber sein Herz war lange noch nicht fest in dieser Wahrheit. Als aber Jesus aufera tanden und zu seiner Herrlichkeit eingegangen war, als die Jünger mit dem H. Geiste erfüllt waren, da fingen sie an zu zeugen, und konnten nicht schweigen, daverkündigten sie es der ganzen Welt mit feljenfestem Glauben, daß dieser Jesus von Nazarett, der Gekreuzigte

, der Christ Gottes ist, ein Herr und Gott über Alles, hochgelobet in Ewigkeit.

Da zeuget Johannes, daß Jesus der eingeborne Sohn Gottes ist, und sagt: „Niemand hat Gott je gesehen, der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schooß ist, der hat és uns verfündigt.“ Er schreibt in seinem ersten Briefe: „Wir wissen, daß der Sohn Gottes gekommen ist in die Welt, und hat uns einen Sinn gegeben, daß wir erkennen den Wahrhaftigen, und sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohne, Jesu Christo. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“ Da bezeugt Petrus, daß der gekreuzigte Christus ein Herr geworden sei, ein fürst des Lebens, welcher muß den Himmel einnehmen, bis auf die Zeit, da berwiedergebracht werde Alles, was Gott geredet hat durch den Mund seiner Heiligen Propheten, von der Welt an. Ihnen stimmt der heilige Apostel Paulus zu, den der Herr sich besonders zum Zeugen seiner Herrlichkeit berufen hatte, und verkündigt mit großer Kraft die Gottheit unsers Herrn Jesu Christi. Er bezeugt im

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